Mit Wilco und Elliott Smith haben schon mehrere Amis bewiesen, dass die Engländer die Kunst des Britpops nicht gepachtet haben. Jetzt ist es allerdings an ihnen, mit Konkurrenz aus unerwarteter Richtung leben zu lernen. Die Chaoten von Ween schicken sich nämlich an, mit zarten Akustik-Klängen und himmlischen Harmonien in ihrem Gebiet zu wildern.
WeiterlesenKategorie: Musik
The Awesome Machine: …It’s Ugly Or Nothing
Schwarzes edles Cover mit Gold-Schrift – rein äußerlich könnte auf der CD fast alles sein. Dass sich hinter der dezenten Fassade „dreckiger Rock“ versteckt, erwartet man eigentlich nicht, man ahnt es nur, wenn man bemerkt, dass das Label eigentlich „I used to fuck people like you in prison“ heißt. The Awesome Machine machen Stoner-Rock und legen hart und düster los.
WeiterlesenJimi Tenor: Out Of Nowhere
Wenn es Pop-Jounalisten mit Musik ohne Songstrukturen zu tun kriegen, reden sie schnell von Filmmusik. Das neue Album von Jimi Tenor wird eine Invasion des Wörtchens „Filmmusik“ auslösen, denn eine klare Schublade für „Out of nowhere“ gibt es nicht. Bislang galt der eigenbrötlerische Finne als Elektroniker, seine Debüt gab er noch mit Dancefloor und Clubmusic, das letzte Werk war ein groovender Stilmix, und das neueste Lebenszeichen ist schlicht Freestyle. Elektronik, Black Music, Jazz, Ethno und E-Musik sind die Gebiete, die Tenor hier erforscht und zusammenführt.
WeiterlesenWalter Trout: Live Trout
März 2000, Tampa Bay Blues Fest: Nach einem Horrortrip aus verspäteten Flugzeugen, fehlendem Hotelzimmer, mangelndem Schlaf und zu wenig Essen steigt Walter Trout auf die Bühne und spielt diesen atemberaubenden Gig, der jetzt als Doppel-CD der Nachwelt erhalten bleibt. Jeder kennt diesen Mythos, wenn Musiker und Instrument „Eins“ sind und das Spielen mehr von Intuition als von Technik geführt wird. Näher dran als Walter Trout an diesem Tag kann man nicht sein. Er lässt seine Strat weinen, schreien, lachen, jubeln und spielt auf der ganzen Palette der Emotionen. Technisch perfekter kann man spielen, emotionaler nicht!
WeiterlesenMiles: Miles

Was macht denn die fränkische Indie-Hoffnung auf ihrem neuen Album? Ich hätte viel von den vier Würzburgern erwartet, aber die Hinwendung zum Breitwand-Pop ist eine echte Überraschung. Abba spielt die größten Hits der Pet Shop Boys – so könnte man das schlicht „Miles“ betitelte Album auf einen Nenner bringen. Pop-Musik im großen Stil, weg von den Alternativ-Gitarren, hin zu Fender Rhodes und Moog Synthesizer. Weißer Frack statt Jeans.
WeiterlesenBananafishbones: Glam
Der Wille zum Ohrwurm klingt aus jeder Note. Doch trotz des lässigen Swings, trotz Schrammelgitarren und Moog bleibt „Glam“ als Popsong allzu flach. Außerdem hören sich Bananfishbones erschreckend stark nach Schülerband an. Mehr als nötig jedenfalls. Weniger Koketterie täte es auch…
Bananafishbones: Glam
(Bonanza/Polydor/Universal)
Big Jim: BMX 2000
Clever gemachter Power-Pop mit lärmenden Gitarren und reizvollen Casio-Akzenten. Trotzdem: selbst wenn´s den BMX-Fans gefallen sollte – Skatern und Surfern wären Big Jim zu schwindsüchtig.
Big Jim: BMX 2000
(Intonation/Virgin)
Dimitri from Paris: A Night at the Playboy Mansion
At the Playboy Mansion tanzen die Bunnies. In den Hügeln von Beverly Hills, im Haus von Hugh Hefner inklusive unterirdischer Oase. Ein Bunny hat es sogar auf das Cover des Albums geschafft, während sich der Meister selbst vornehm zurückhält. Und damit ist nicht etwa Hefner, sondern Dimitri from Paris gemeint, der Mann an den Turntables. Ob besagte Party nun wirklich stattfand oder als mythische Chiffre schon völlig ausreicht, spielt keine Rolle. Hedonismus, Dekadenz und Machoismus – die Welt des „Playboys“ zählt längst zur Popkultur. Mehr noch: die Centerfolds&Co. haben etwas Klassisches an sich, sind sozusagen Old-School, daher auch die pure Seventies-Untermalung.
WeiterlesenPrefuse 73: EstrocaroEP
Gleicher Mann, gleiches Label, andere Baustelle. Scott Herren, der in diesen Tagen eine LP „Folk Songs for Trains, Trees and Honey“ unter dem Pseudonym Savath+Savalas auf Warp herausbringt, kann nicht genug bekommen. Gleicht Savath+Savalas einer rudimentären, abgespeckten Version von Kreidler, aufgefüllt mit elektronischer Watte à la Boards of Canada, kommt bei Prefuse weniger Wärme aus den Boxen gekrochen. Zwar gleicht ein ganzes Stück „Five Minutes Away“ dem Bruderprojekt in seiner einheimelnden Wärme, diese wird aber bei dem Großteil der EP durch Push Button Object-mäßige Beatarhythmetik durchtrennt.
WeiterlesenGrant Hart: Good News for Modern Man
Dank Amerikas vielleicht zukünftiger First Lady Tipper Gore, die jahrelang für eine Zensur in der Rockmusik kämpfte, um die Marktanteile der Countrymusik zu schützen – man kommt schließlich aus Tennessee – kommen manche Schallplatten heutzutage mit „Parental Advisory“ Aufklebern heraus. Aber manche brauchen eher eine Warnung, wie man sie aus der Apotheke kennt – nicht für den Konsum in Verbindung mit Autofahren oder dem Gebrauch von schweren Geräten geeignet.
WeiterlesenInterview: Wollie Kaiser
Der Kölner Musiker kennt keine Gnade, wenn es um die Schöpfung neuer Musik, neuer Klänge geht. Schon immer griff er gerne auf Originale zurück, um zu unterstreichen, „wie unwichtig letztlich die Qualität der Vorlage ist“. Als Mitglied der legendären KÖLNER SAXOPHON MAFIA, als Sessionmusiker und Solist nahm Wollie Kaiser über 40 LPs/CDs auf, kooperierte u. a. mit Kenny Wheeler, Mark Feldman oder SERIOUS SOLID SWINEHEARD. Seit 1989 wirkt er zudem als Dozent an der Folkwanghochschule in Essen. Über sein jüngstes Projekt, die CD „New Traces For Old Aces“, mit schrägen Interpretationen von Songs der „Sixties Beat“-Heroen THE SMALL FACES sprach mit ihm Roland Schmitt:
WeiterlesenSandvipers: Dead Slow (LP)
Hier haben wir eine zehn Songs umfassende LP, von einer Kölner Band veröffentlicht, und entweder fehlt uns ein Inlay-Sheet oder der Band das Geld, um eins zu drucken, denn sonst ist zu Besetzung/Bandgeschichte/Mitgliedern leider nichts zu sagen. Was besonders schade ist, denn wenn ich die Texte auch lesen könnte, würden die Band wahrscheinlich einen Preis für ihr fehler-sowie akzentfreies Englisch bekommen.
WeiterlesenBilly Bragg & Wilco: Mermaid Avenue Vol. 2
Nachdem der geneigte Hörer 1998 mit Billy Bragg und Wilco schon ein Stück auf der „Mermaid Avenue“ gegangen ist, geht man jetzt einfach weiter. Die 15 Songs stammen zum Großteil aus der selben Session wie die des ersten Teils, sind aber noch einen Hauch runder geworden.
WeiterlesenRock’n’Roll Stormtroopers: Hanging Out with the Boys

Das richtige Rezept für alle Leute, die unbedingt eine Sommer-Hit-Melodie brauchen, die sie den ganzen Tag mitsingen können, sich aber nicht auf MTV verlassen wollen, um eine zu finden.
WeiterlesenSteve Earle: Transcendental Blues
Steve Earle marschiert geradeaus. Vom Titel darf man sich nicht täuschen lassen lassen. Weder von der Metaphysik, noch vom Blues. Und auch nicht vom Vollbart des Propheten. Sogar Earle selbst bezeichnet „Transcendental Blues“ als Rock-Album. Genaugenommen ist der Nachfolger des Bluegrass-Opus „The Mountain“ aber ungemein vielschichtig. Sanft plätschernde Midtempo-Folksongs finden sich genauso wie straighte Uptempo-Rocker, traurige Singer-Songwriter-Balladen und versponnene Symphonien. Selbst ein Bluegrass hat sich wieder draufgeschlichen. Nach eigener Aussage, „just to tick everybody off“. Um allen, die schon den Finger recken, das Maul zu stopfen. Mal frei übersetzt….
WeiterlesenEnd Of April: In Your Arms… Like Chains
Mit einem Jerky Boys-artigen Hörspiel (das sind zwei verrückte New Yorker, die per Telefon Leute verarschen) beginnt die Mini-CD von End Of April, der neuen Band des ehemaligen Headcrash-Shouters Allen Wright. Nachdem sich Headcrash aufgrund der nicht enden wollenden Probleme mit dem Business auflösten, ging Allen zurück in die USA in den Kreis der Familie. Zeitgleich kündigte er an, dass man bald wieder von ihm hören würde. Damit sollte er Recht behalten.
WeiterlesenLambchop: Up With People
Es fängt an als Zwitter zwischen Folksong und Akustik-Pop. Dann mischen sich Plüsch und Geblubber dazu, und unversehens avanciert das spröde Geschrammel zu dürrem Funk. Kurt Wagner soult sich die Seele aus den schäfrigen Stimmbändern, Bläser und Backingchor tun das ihre, über dem unaufhörlich perlenden Stromgitarren-Fluss eine Black-Music-Symphonie zu positionieren. Das Leben ist langer, träger Strom mit sanft keimendem Glückgefühl…
WeiterlesenNebula: Clearlight EP

Knappe zwölf Minuten, zwei neue Songs und eine Liveversion von „Full Throttle“, erschienen auf dem Nebula/Lowrider-Splitalbum aus dem vergangenen Jahr, verbergen sich hinter der just erschienenen EP (als CD oder als 7-Inch erhältlich) der Stoner Rocker Nebula.
WeiterlesenGee Strings: Bad Reputation (7″)

Punk Rock ist wie Bier, und erst nachdem ich das endlich festgelegt habe, konnte ich beide maximal geniessen. Ich meine, es gibt Bereiche im Leben– Arbeit, Wohnsitz, Beziehungen– in denen Fortschritt zum Vorteil ist. Aber auch Bereiche, in denen die Jagd auf was Neues keinen Sinn hat. Niemand setzt sich hin, drinkt sein Bier und beschwert sich, daß es genau so schmeckt wie gestern und vorgestern- genau das wollen wir alle. Wir sollen das auch von Punk Rock wünschen, und dafür gibt es Bands wie Gee Strings, die teils aus Köln und teils aus Aachen kommen.
WeiterlesenElectric Frankenstein/ADZ: Split 7″
Ein neues Mini-Label aus Neuss bemüht sich, ein tolles Sammlerstück als Erstveröffentlichung anzubieten. „Neurotic Pleasures“ ist eines der besten von den zahlreichen Liedern der New Jersey Punk-Getreuen Electric Frankenstein, auch wenn es schon auf ihrer „Listen Up, Baby“ Mini-LP zu haben ist- und alles von EF klingt besser auf 7″ Vinyl, irgendwie.
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