NDH – Neue Deutsche Härte nennt man das wohl, was Megaherz hier kredenzen. Düstere Synthies, fette Gitarrenwände und ein Sänger, der die Texte interpretiert, als wäre er Hauptdarsteller in einem drittklassigen Horrorfilm. Ihr lieben Jungs von Megaherz – ist das Eure Vorstellung von „böse“? Grimmig gucken und lüstern sabbernd die Texte herauspressen? Das ist nicht böse, sondern gruselig – aber nicht im eigentlichen Sinn des Wortes!
WeiterlesenKategorie: Musik
Pink Cream 69: Sonic Dynamite
Ich staune immer wieder, wie viele Melodic-Metal-Veröffentlichungen es im Moment gibt. Da strecken Leute ihren dauergewellten Kopf aus dem Loch, von denen man gar nicht wußte, daß es sie noch gibt. Während die meisten Bands die Suppe der vergangenen, erfolgreichen Jahre wieder aufkochen, versuchen Pink Cream 69 das so wenig beachtete (und von Kritikern so wenig geliebte) Genre ins neue Jahrtausend zu retten.
WeiterlesenPaula: Als es passierte
Vor circa sechs Jahren knallte ein Sommerhit in das Leben der Allermeisten, der so lässig groovte, dass es fast tödlich war. Das Ganze zu dezenter Western-Atmo und mit einer Frauenstimme, die eigentlich mehr redete denn sang, aber es war klasse, und es war Sheryl Crow. „Als es passierte“ atmet zumindest den Geist von „All I Wanna Do“. Derselbe Schlenz, derselbe Swing. Und ein ähnlich nonchalanter Gesang, wobei hier nun tatsächlich gesungen wird, noch dazu mit engelsgleicher Stimme.
WeiterlesenGry: Summer Wine
„Summer Wine“ ist Bestandteil eines Projekts namens „FM Einheit präsentiert: Gry – Public Recording“. Public Recording ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen, denn die Aufnahmen im Münchener Marstall fanden unter ausdrücklicher, wenn auch offenbar lautloser, Einbeziehung des Publikums statt. Über-Die-Schulter-Gucken-Dürfen als Avantgarde? Klingt eher nach Workshop. Zugucken-Dürfen, wie die Profis es machen. Oooooooooh! Gaff!! Staun!!! Nein Nein, würden die Künstler wahrscheinlich sagen: die Anwesenheit von Publikum beeinflusst die Atmosphäre zutiefst und fliesst unterbewusst, also keineswegs unhörbar, ins Resultat ein. Eine Konserve mit Aufführungscharakter, also quasi live! Eine radikale seinsgeschichtliche Absage an Zwänge der Reproduzierbarkeit, die die Schranken der Kultuindustrie in herrschaftszerstörender Absicht unterläuft.
WeiterlesenBeth Hart: Screamin‘ For My Supper
Vier Jahre ist es her, daß die Beth Hart Band ihr Debüt-Album „Immortal“ veröffentlicht hat. Mit Ausnahme des Drummers hat das Team wieder zusammengefunden und legt jetzt das Nachfolgewerk vor. Der ungestüme Blues-Rock des Erstlings ist einem melodischen Gesamtklang gewichen. Dank Beth Hart´s rotziger Stimme ist aber das dichte, intensive Feeling geblieben.
WeiterlesenFink – Fließen lassen
Country oder nicht. Nach drei CDs sind Fink zur beliebtesten deutschen Band im Hinternet-Hauptquartier aufgestiegen. Höchste Zeit also für ein Interview mit Nils Koppruch und Co. Ein Gespräch über Polkas, Eselsgebisse und Küchenkonzerte.
WeiterlesenThe Life And Music Of Nick Cave
Eins gleich vorweg: „The Life And Music Of Nick Cave “ ist keine gewöhnliche Biographie. Zum einen ist da das übergrosse Format, zum anderen spricht die Tatsache, dass das Buch jeweils zur Hälfte aus Bildern und Texten besteht dafür. Es gibt nicht nur einen ausgiebigen Überblick über den begnadeten Musiker Nick Cave, der als Nicholas Edward Cave am 22. September 1957 im australischen Wangaratta geboren wurde und der weltweit mit The Birthday Party und Nick Cave & The Bad Seeds für Furore sorgen konnte, es beleuchtet auch den mystischen Privatmann, der sich hinter einem zumeist düsteren und melancholischen Image versteckt.
WeiterlesenSchweisser: bitte warten
Die neue CD der fünf Bayern ist eine echte Überraschung. Dem düsteren Dumpf-Rock haben sie den Rücken gekehrt, um sich jetzt melodisch und pop-rockig zu präsentieren. Deutsche Texte ohne den Klang der „Hamburger Schule“ oder den abgehackten Grönemeyer/Westernhagen-Gesang zu vertonen schaffen bislang nur eine Handvoll Bands.
WeiterlesenTransAtlantic: SMPTe
Side-Projects sind was Feines. Wenn sich dann noch vier Einzelmusiker aus progressiven Supergroups zusammentun, darf man Großes erwarten. TransAtlantic ist das gemeinsame Projekt von Sänger und Keyboarder Neal Morse (Spock´s Beard), Gitarrist Roine Stolt (The Flower Kings), Drummer Mike Portnoy (Dream Theater) und Bassist Pete Trewavas (Marillion).
WeiterlesenBolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot: Tänze
„Smells like teen spirit“ hat „Smoke on the water“ längst abgelöst. In der Kategorie „Attraktivster Song für jugendliche Möchtegern-Rockstars“. Es wird von Cello-Lehrern berichtet, die seit bald zehn Jahren am Wunsch ihrer Schüler verzweifeln, den Grunge-Klassiker auf vier Saiten zu kratzen. Mein Bruder brauchte vor sechs Jahren dringendst eine E-Gitarre, um sich im Schnellverfahren die Griffe des Nirvana-Hits draufzuschaffen. Wie sich zeigte, tatsächlich die einzige Bestimmung des bedauernswerten Utensils, das seit seiner kurzen „Smells like…“-Blüte in der Ecke vor sich hin staubt.
WeiterlesenTo/Die/For: All Eternity
Fangen wir gleich mit dem Schlechten an: Warum fühlt sich im Moment fast jede Band dazu berufen, Songs aus den 80er Jahren zu covern? Und warum kommt man als Düster-Rock-Band auf die Idee, „In The Heat Of The Night“ von Sandra nochmal aufzunehmen? Schaurigerweise singt im Refrain dann auch noch eine Dame mit, der – genau wie Sandra – der IQ-Mangel schon aus der Stimme springt. Dabei haben die fünf Finnen solche Sperenzchen nicht nötig – die elf eigenen Songs ihres Debüt-Albums müssen sich nicht verstecken.
WeiterlesenOasis: Standing On The Shoulder Of Giants

Oasis ist eine Band, die man gut finden muß oder wenigstens sollte. Seit 1993 versuchen alle Musikjournalisten dieser Welt uns begreiflich zu machen, wie wichtig diese Band ist. Es wurde sogar eine eigene Schublade für sie kreiert: Brit-Pop. Folglich hatte kein Musikkritiker den Mut, etwas Schlechtes über die Beatles-Klone zu schreiben und jeder Konsument, der etwas auf guten Musikgeschmack hält, kaufte artig die CD´s.
WeiterlesenInterview: Chemikal Underground
Kai Florian Becker im Gespräch mit Stewart Henderson und Alun Woodward von Chemikal Underground
Ein paar hundert Meter entfernt vom imposanten Stadion des 1887 von katholischen irischen Einwandern gegründeten Fussballclubs F.C. Celtic Glasgow liegt ein überschaubares Industriegebiet. In einem der wenigen Bürogebäude hat sich vor ein paar Jahren im obersten Stockwerk die junge und aufstrebende Plattenfirma Chemikal Underground Records eingenistet.
WeiterlesenIan ‚Mac‘ McLagan & the Bump Band: Turn Faces
OASIS‘ Noel Gallagher zollte jüngst „Silberlocke“ Mac – ein bißchen neidisch – Respekt: „Als Musiker hoffst Du, während Deines Lebens vielleicht Teil einer großen Band zu sein. Ian McLagan war in zwei!! (Der störrische Bastard!!!)“ Doch nicht nur mit den Mod-Ikonen THE SMALL FACES und den Party-Rockern THE FACES schrieb Mac Rockgeschichte, auch als gefragter Studio- und Sessionmusiker verschaffte er sich ein großes Renommée.
WeiterlesenYo La Tengo: And then nothing turned itself inside-out
Dies muss es sein, was bei den Peanuts das Drei-Uhr-Nacht-Phänomen war. Alles dunkel, alles still, alle Bürgersteige hochgeklappt im Nachtjackenviertel. Hört man „And nothing…“ einsam zu später Stunde, fühlt man sich gleich noch viel einsamer als ohnehin schon, aber es macht plötzlich Spaß.
WeiterlesenPantera: Reinventing The Steel

Viele Gerüchte gingen diesem Album voraus, und es ist tatsächlich noch was geworden mit dem Nachfolger zu „The Great Southern Trendkill“. Vier lange Jahre der Durststrecke waren das für die hartgesottenen Pantera-Fans. Für einige vielleicht zu viel. Sie mögen in der Zwischenzeit auf den Nu Metal-Zug aufgesprungen sein und ihre Pantera-Poster durch die von Korn, Limp Bizkit oder Slipknot ersetzt haben. Laut Schlagzeuger und Großmaul (sorry, aber Fakt ist Fakt) Vinnie Paul hat sich das Quartett mehr Zeit denn je gelassen, um „Reinventing The Steel“ gedeihen zu lassen.
WeiterlesenEarthlings?: Human Beans
Wer hätte das gedacht: Raumfahrer des 21. Jahrhunderts tragen Hemdsärmel! Und sie haben eine Farm in Kalifornien, nahe der Mojave Wüste und des Joshua Tree Monuments, wo es auch den seligen Gram Parsons ein letztes und noch ein allerletztes Mal hinzog. Earthlings? sind ein US-Trio (Fred Drake, Dave Catching, Pete Stahl), in dem jeder quasi alles spielt, und kennengelernt haben sie sich sinnigerweise 1994 während einer kalifornischen UFO-Konferenz…
WeiterlesenStudio Braun: Gespräche II
Es ist unglaublich, wie dämlich zum Teil die Menschheit ist. Zumindest könnte man zu dieser traurigen, gar deprimierenden Auffassung gelangen, hört man sich „Gespräche II“ des Telefon-Trios Studio Braun an. Nur wenige ihrer Opfer blicken durch und erkennen, dass sie einen ganz großen Knopf an die Backen genäht bekommen.
WeiterlesenSupersuckers: The Evil Powers Of Rock’n’Roll
Als ich den Albumtitel schon las, war mir klar, dass hier die Kuh fliegt. Ich bin dafür, dass die Supersuckers gerechterweise einen Preis bekommen. Hier weiss man nämlich gleich, was man geboten bekommt. Nicht Katze im Sack kaufen und so…
WeiterlesenSurrogat: Rock

Flammen auf dem Cover und ein Albumtitel, den die Violent Femmes bereits einmal gewählt hatten. „Rock“ prangt in fetten Lettern auf dem Vorderteil des mit Spannung erwarteten Albums von Surrogat. Hinter der Band verbirgt sich ein Trio aus der deutschen Hauptstadt. Maj-Linh Truong sitzt hinter dem Schlagzeug, Tilo Schierz-Crusius zupft den Bass und Patrick Wagner schrammelt und dröhnt mit seiner Gitarre und schreit seine in der deutschen Sprache vorgetragenen Vergangenheitsbewältigungen, Weltauffassungen, Selbstdefinitionen und Liebesbekundungen für Berlin ins Mikrofon.
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