Phat World (5)

Eins vorweg: Wieder ist Phat World nicht pünktlich erschienen. Das nehme ich voll und ganz auf meine Kappe. Es lag wirklich nicht an dem von Viren oft befallenen Chefredakteur; es lag allein an meiner Trägheit. Daher habe ich mir zur Strafe (so wie die Bayern) ein Eigentor geschossen und musste satte 27 (!) Scheiben in Augenschein (?) nehmen. Auf einen Schlag. Dazu gehörten Angie Stone, Black Rob, Bone Thugs-N-Harmony, D’Angelo „Voodoo“, Del The Funky Homosapien, D.I.T.C., DJ Food, DJ Krush, Dynamite Deluxe, Ghostface Killah, Ice Cube, J-88, MC Paul Barman, Rascalz, Royal Fam, Screwball und die Stereo MC’s. An Samplern hätten wir in petto „Ghost Dog: The Way Of The Samurai“, „Hip Hop 101“, „Next Friday“, „Romeo Must Die“, „Urban Renewal“ und „Word Lab“ während in der deutschen Abteilung Curse, Thomas D und Freundeskreis bereitstehen. Uff!

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Fred Haring: This Grand Parade

„Im glad to be here, glad to be alive, part of this grand parade. I know there is no guarantees, I’m just glad to be here one more day.“ singt Fred Haring im Opener und Titelsong. Fred, ich bin auch froh, dass du da bist – ehrlich! Ganz im Ernst, hier haben die Perlentaucher von Blue Rose ein wunderbares Album ans (europäische) Tageslicht befördert. Der US-Songwriter bedient lässig Alle, die auf Jackson Browne, Neal Casal und Konsorten stehen. Ehrlich will er sein, und das ist er.

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Calexico: Ballad of Cable Hogue

Wenn eine Tex-Mex-Scheibe Gänsehaut verursacht, dann weiß man, was die Stunde geschlagen hat: es gibt Neues von Calexico! Der Sommer kann kommen, der rote Teppich ist schon ausgerollt.

„Ballad of Cable Hogue“ (eine Reminiszenz an den Western-Regisseur Sam Peckinpah und nicht zu verwechseln mit John Cales gleichnamiger Reminiszenz an den Western-Regisseur Sam Peckinpah) rollt mit unerbittlicher, grimmiger Wucht an. Mit seiner düsteren Atmo und der Französin Marianne Dissard als Duett-Partnerin erinnert der Song ein wenig an Nick Caves Zusammentreffen mit Kylie Minogue.

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Ich kann nicht gut spielen, aber es klingt toll

Bernd Begemann im Hinternet-Interview

Hinter-Net!: Du wirst oft als „elektrischer Liedermacher“ bezeichnet? Trifft es das?

Begemann: Ich bin eher ein Solo-Pop-Künstler. Liedermacher sind Leute, die auf einer Wandergitarre spielen und gegen Atomkraft sind. Nun ist Atomkraft zwar nicht so toll, aber ich würde nicht die kostbare Zeit meiner Zuhörer damit verschwenden.

Hinter-Net!: Aber zu Deinen Vorbildern zählt Ulrich Roski.

Begemann: Ja, ich hab mit neun die ersten Lieder geschrieben, und die waren unheimlich Roski-beeinflusst.

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Novotones: Me sunny e. p. (7″)

Ansprechende Platten-Cover sind was Feines. Zum Beispiel zwei niedliche Krakelmännchen mit ´ner Fleppe, beschienen von einer ebenso griesgrämigen Sonne. Eines der Männchen macht es kurz: „Me sunny“. Ach so. Wie gesagt, tolles Design. Aber es kommt noch besser, nämlich wenn man die Scheibe abspielt. Die ist genauso wie das Cover: ein Kleinod im fröhlichen Retro-Stil! Und alles instrumental.

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Asian Dub Foundation: Community Music

Viele Gazetten der internationalen Musikpresse – siehe NME, Select (beide U.K.) und The Source (US) – sind derzeit von der Diskussion beherrscht, ob Musik nicht wieder politischer werden sollte. Eine durchaus sinnvolle Erörterung, schließlich könnte zuviel oberflächliches, belangloses Geseiere aus der Pop-Ecke die Gehörgänge schnell verschmalzen. Diesen Stein ins Rollen gebracht haben in den vergangenen Wochen/Monaten mitunter Acts wie Rage Against The Machine (The battle of Seattle?), Primal Scream, Dead Prez (HipHop-Newcomer der besonderen Art) und nicht zu vergessen die britische Revoluzzer-Formation Asian Dub Foundation, die schon immer gegen politische und gesellschaftliche Missstände revoltiert haben.

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Stereoblonde: Confidential

1999 fungierten sie noch als Opener für Echo & The Bunnymen. Dieser Tournee folgten Auftritte mit Glow und Armanda Marshall. Jetzt haben sie ihr Debüt im Kasten. Das Frankfurter Duo Stereoblonde alias Sängerin/Texterin Sabrina Winter und (ex-Session-)Gitarrist Andy Fehn haben immerhin Selig- und Echt-Produzent Franz Plasa dafür gewinnen können, ihre musikalischen Ideen in die richtige Richtung zu fokussieren. „Confidential“ klingt deshalb erwartungsgemäß makellos. Zumindest was die Produktion betrifft, die professioneller kaum sein könnte.

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Einstürzende Neubauten: Silence Is Sexy

Blixa Bargeld legt nicht viel Wert auf die Meinung der schreibenden Zunft. Das kann unsereins gut verstehen. Sind wir nicht alle Wortverdreher, die wir mit unserer Kunst (?) Geld verdienen und uns allesamt selbst darstellen möchten? Wohl schon. Es mag auch Ausnahmen geben. So wie die Einstürzende Neubauten seit Jahren eine absolute Ausnahmeband am deutschen Musik-Firmament sind. Ein einsam leuchtender Stern, der früh von internationalen Beobachtern gesichtet und für besonders empfehlenswert interpretiert wurde. Das war vor zwanzig Jahren.

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Ian Brown: Golden Greats

Länger als ein Jahr ist es her, dass Ian Brown, früher Mitglied bei der britischen Gruppe Stone Roses, mit den Arbeiten zu seinem weiten Soloalbum begann. Zuvor verbrachte er allerdings unfreiwillig 60 Tage hinter schwedischen Gardinen. Einige der Songs auf „Golden Greats“ sind insofern von diesem ungewollten Aufenthalt im Gefängnis gezeichnet – u.a. „Free My Way“, „Babasonicos“ und „So Many Soldiers“. Sie strahlen allerdings Optimismus und nicht – wie man annehmen könnte – Pessimismus aus.

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Bowery Electric: Lushlife

Ich gebe zu, dass ich Bowery Electric bis dato nicht gekannt habe (Früher bei Kranky unter Vertrag.). Ein Fehler wie mir nach Anhören von „Lushlife“ erscheint. Doch wer kann schon alles mitbekommen, jeden Insidertipp verfolgen und auf Rentabilität prüfen? Ich auch nicht, macht euch nichts draus. Bowery Electric, das sind die Multiinstrumentalisten Lawrence Chandler und Martha Schwendener, deren bezaubernde Stimme Besitz von meinem Gehirn ergriffen hat. Sie singt fast nicht, sondern flüstert, ja haucht ihre Texte ins Mikrofon.

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LTJ Bukem: Journey Inwards

Über LTJ Bukems Good Looking-Label wurde in Hinternet schon oft, viel und begeistert geschrieben. Jetzt hat der Labelchef endlich sein erstes eigenes Album auf den Markt gebracht. Und Fans von Good Looking werden auf „Journey Inwards“ schon mit Spannung gewartet haben. Er ist ein Meister seines Fachs und das zeichnet sich durch ultra-lässigen, beschwingten Drum’n’Bass aus, der schnell ins Ohr geht und dort gerne lange hängen bleibt. Nichts wurde hier dem Zufall überlassen. Jedes Sound-Segment erfüllt seine für ihn erdachte Aufgabe mit Bravour.

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Immense: Evil Ones And Zero

Diese Musik ist ein Segen. Ein Segen für angespannte Nervenkostüme, für Menschen deren Nervenstränge blank liegen und die sich nach innerer Ruhe sehnen, aber wiederum keine Geduld haben, sich in ein Buch zu vertiefen. Oder: Ihr fühlt euch verdammt down, so down wie selten zuvor? Ihr glaubt, ihr seid eine Null und habt keine Zukunftsvisionen in der Schublade liegen? Die letzten Tage waren also unheimlich übel? Ich sehe. Hm. Wieso nicht „Evil Ones And Zeros“ auflegen, die schweren Lider schließen und frei von Gedanken, aber gebannt zuhören? Das könnte helfen, zumindest mir hat es das, das Album von Immense.

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Brazilification (Remixes 95-99)

Schon das erste Stück dieser vorzüglichen Remix-Doppel-CD läßt mir die Nackenhaare zu Berge stehen und einen kalten Schauer nach dem anderen den Rücken runter laufen. Die Stimme Thom Yorkes und ganz wenige Gitarrenparts wurden genommen, um „Climbing The Walls“ von Radiohead (vom Album „OK Computer) in ein neues Licht zu rücken. Im Vordergrund die einfühlsamen Vocals und ein satter Beat. Phantastisch.

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Larry Garner: Once Upon The Blues

Ja, ja, die Zeiten ändern sich. Hatten Bluesmusiker früher den „Blues“ wegen Frauen, Alkohol, Arbeit usw. hat Larry Garner den „Virus-Blues“. Wer hätte gedacht, daß Begriffe wie Hacker, Anti-Virus-Scan und Cyberspace Einzug ins Blues-Vokabular halten? Ansonsten erzählt Larry Garner nette, kleine Geschichten, die man am besten mit einer Zeile aus dem letzten Lied beschreiben kann: „The blues ain´t nothing, nothing but life´s ups and downs“.

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Ezio Higher

Der Klang der „Black Boots On Latin Feet“ ist auf der „Saxon Street“ schon eine Weile verklungen. 1995 startete die englische Band Ezio recht vielversprechend mit ihrem Debütalbum und dem dazugehörigen Song „Saxon Street“. Seitdem ist es um sie immer stiller geworden. Nach einer zweiten CD (Diesel Vanilla) und einem Labelwechsel ist die Band nun mit einem neuen Werk und ausgedehnter Tournee wieder am Start

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Axxis: Back To The Kingdom

„Kingdom Of The Night“ – so hieß 1989 das Debütalbum von Axxis. Da die Akzeptanz und der Erfolg in dieser Zeit am Größten waren, braucht es nicht viel Phantasie, um zu erahnen, wohin die Reise geht. Nachdem die beiden letzten Alben (Matters Of Survival, Voodoo Vibes) musikalisch vielseitig aber vergleichsweise erfolglos waren, beamen sich Axxis mit ihrem siebten Album zurück in vergangene Zeiten.

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Konzertvorschau: Aynsley Lister

Über Aynsley Lister muß Gott das Talent aus großen Kübeln ausgeschüttet haben. Wahrscheinlich standen Jonny Lang und Kenny Wayne Sheperd direkt daneben. Anders ist es nicht zu erklären, daß drei „junge Burschen“ von Anfang 20 über eine solch enorme Fingerfertigkeit auf der Gitarre verfügen. Darüberhinaus röhren alle drei, als würden sie von jeher ihre Cornflakes mit Jim Beam anrühren. Aynsley Lister kommt aus England und ist von den drei Blues-Youngstern bisher der unbekannteste.

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