African Dope Soundsystem

Dancehall und Dub sind über die letzten Jahre weiter in den Pop-Vordergrund gerückt. Es sind keine Nischen-Genres mehr, sondern durchaus ertragreiche Geschäftsfelder der Industrie.Aushängeschilder sind etwa die Labels VP Records und Greensleeves. Jetzt muss man dieser vagen Reihe mindestens einen weiteren Kandidaten hinzufügen: African Dope Records aus Cape Town (Südafrika). Denn auch in Afrika weiß man zu dubben und zu toasten. Man muss sich nur Tracks von Black Dillinger, Teba oder Red Lion anhören.

(7 Fritten)

Various: African Dope Soundysytem
African Dope/Alive
VÖ: 14.03.2005

M. Ward: Transistor Radio

M. (Matt) Ward ist ein begnadeter Songschreiber und zählt – zumindest was die jüngere Generation an Musikern betrifft – mit Bonnie „Prince“ Billy alias Will Oldham, Jason Molina (ex-Songs:Ohia), und David Eugene-Edwards von 16 Horsepower und Woven Hand zu den größten seines Fachs. Ihn allen ist gemein, bewegende Songs zu schreiben und diese mit einer Stimme zu verzieren, die unter die Haut geht.

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Traening: Better Than This

Die/der Verfasser(in) des Infoblattes hat vollkommen recht: Diese Musik ist was für Freunde von Björk, den Cardigans und Cat Power. Zumal die Stimme von Sängerin Marie Eline Hansen oft an die von Björk erinnert. Andererseits aber auch an Betty Mugler von Hidalgo, einst The Charming Prophets – doch die kennt leider keine Sau (mehr). Oder auch an Polly Jean Harvey. Belassen wir es dabei.

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Various Artists: MTV Mash Presents !K7 Trash

Der gleichnamigen Sendung auf „MTV“ nacheifernd, werden auf dieser kurzweiligen und spannenden Platte Songs auf dem Studio !K7-Umfeld ineinander gemixt. Vikter Duplaix, Peace Orchestra, die obergeile Princess Superstar, (Matthew) Herbert, Ghost Cauldron… sie sind alle irgendwann und irgendwo zu hören. Ein Genie, wer stets weiß, was gerade nebeneinander herläuft.

(8 Fritten)

Various Artists: MTV Mash Presents !K7 Trash
(!K7/Rough Trade)

Minor Majority: Up For You & I

Minor Majority – Up For You & I (2003, Vinyl) - Discogs

Skandinavische Schwermut, ein paar Typen im Sommerhaus und das 1×1 des gehobenen Arrangements waren in den vergangenen Jahren gute Voraussetzungen für erfreuliche Ergebnisse. Wer mit Platten rund um Kristofer Åström und Isolation Years was anfangen kann, sollte „Up For You & I“ auf keinen Fall verpassen.

Die Band um Sänger Pål Angelskår schlendert durch den Supermarkt der Popgeschichte und legt dabei nur First-Class-Produkte in ihren Wagen. Nie überladen, immer zurückhaltend branden hier kurz die Bläser hoch, biegt da eine weibliche Backgroundstimme um die Ecke oder stumpt dich ein Geigenbogen noch tiefer in die Melancholie.

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Kettcar: Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen

Kettcar - Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen

Heiß erwartet von vielen Fans und mit der ersten Single schon seit Wochen bei den großen Radiosendern präsent: Für Kettcar geht die Erfolgskurve aufwärts. Von der Hamburger Punkband Oma Hans gab es dazu passend den Ausverkauf-Vorwurf, mit dem Kettcar leben müssen, seit sie sich nach der Auflösung von But Alive gegründet haben.

Das neue Album schließt dicht an den Vorgänger „Du und wie viele von Deinen Freunden“ an. Die Texte drehen sich um den Sänger Marcus Wiebusch, damit aber auch um gesellschaftliche Zwänge im individuellen Leben, Lieben, Leiden und Genervt-sein, gemischt mit hochkodierten wohl biografischen Anspielungen, die manchmal ins surrealistische oder dadaistische kippen. Lyrisches Genie kämpft hier gegen naiven Dilettantismus, so dass zuhören und Nachdenken viel Freude bereiten kann und den Zuhörer schwanken läßt zwischen poetischer Entzückung und peinlicher Berührtheit.

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The Zinedines: Take Me Take Me

Nein, nicht „Take Me Out“ und schon gar nicht Franz Ferdinand, sprich: kein typischer „The“-Sound. The Zinedines mögen britischen, psychedelisch angehauchten 70er Rock.Ob sie Dover als Spaniens Rock-Export Nummer eins ablösen können, ist anzuzweifeln. Irgendwie fehlt es noch an einer prägnanten eigenen Note. Vielleicht nächstes Mal.

(6 Fritten)

The Zinedines: Take Me Take Me
Rainbow Quartz/Alive
VÖ: 7.3.2005

Trick Daddy: Thug Matrimony: Married To The Streets

Die Indizien sprechen für sich: Trick Daddy sagt, er sei mit der Strasse verheiratet, was wohl so viel heißt, dass er sich als Kind der Strasse sieht. Wie man sich das Leben auf den Strassen des „dirty South“ vorzustellen hat, dürfte jedem klar sein.Ein weiteres Indiz ist das „F**kin‘ Around Intro“, in dem zwei Typen bei einem Drive-By-Shooting niedergestreckt werden. Die Message: Don’t fuck with Trick Daddy, dem Bösen aus Miami. So inszeniert sich Trick Daddy alias Maurice Young schon seit einigen Jahren auf seinen Alben.

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Kino: Picture

Die Proggies sind schon ein lustiges Dorfvölkchen: 400 Einwohner, aber nur vier Nachnamen. Präziser formuliert: Da wird gemischt, getauscht, neu zusammengewürfelt und befruchtet, dass es eine wahre Lust ist. Mit John Mitchell (Arena), Pete Trewavas (Marillion, Transatlantic), Chris Maitland (ex-Porcupine Tree) und John Beck (It Bites) ist Kino mehr als prominent besetzt und darf sich den Sticker „Supergroup“ allemal ans Revers heften.

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Josh Rouse: Nashville

Was für ein Songwriter! Wirkte die müde Platte „1972“ wie ein Niedergang nach drei großartigen Alben, meldet sich Josh Rouse mit „Nashville“ eindrucksvoll zurück. Im ersten Überschwang behaupte ich mal, es ist sein bestes Album.

Hat Rouse in der Vergangenheit auch manchen schwachen Song durch perfekte Arrangements aufgehübscht, zeigen die zehn neuen Tracks seine gewachsene Qualität als Songwriter. Er wirkt fokussierter, weniger verspielt und packt nicht die Countrykeule aus, die man durch den Albumtitel vermuten könnte. Großmeister wie Ron Sexsmith oder Elvis Costello wohnen in direkter Nachbarschaft von Songperlen wie „My Love Has Gone“ oder dem entspannten „Winter In The Hamptons“.

Schon jetzt beste Empfehlungen für die Jahresbestenliste.


Josh Rouse
Nashville
Rykodisc/Rough Trade
VÖ: 14.2.2005
Link: www.joshrouse.com

Savoy Grand: People And What They Want

Was soll man über diese Band noch schreiben? Für nur zwei Alben wurden über sie schon alle Superlative ausgeschüttet, die man sich vorstellen kann. Dabei bringen Savoy Grand alles mit um sie sturzlangweilig zu finden.Wie auch auf dem Vorgänger „Burn The Furniture“ geht es um die Penetranz des Klanges. Und genau das ist der Grund, warum Savoy Grand nicht langweilig, sondern außerordentlich bemerkenswert sind.

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Nahaufnahme

Nach einer weiteren Treppe sind wir da, das Ziel der Pilgerreise ist erreicht, die nächste Stunde ist dann so aufregend wie ein Fußbad, und das vorherrschende Gefühl ist das hier: Schöne Scheiße. Westernhagen hat, eventuell in weiser Voraussicht, die Fernbedienung mitgenommen. Skippen: unmöglich. Leider.

taz-Reporter Martin Weber war bei der CD-Präsentation der neuen Westernhagen-CD: ==> Zu nah dran an Westernhagen.

Jimmy Chamberlin Complex: Life Begins Again

Nachdem Billy Corgan alle Bands und Projekte eingestampft hat, hat sich Jimmy Chamberlin flugs emanzipiert und zeigt mit seinem ersten Soloalbum, dass er nicht versucht in die Stapfen von Smashing Pumpkins oder Zwan zu treten. Instrumentalrock flirtet behutsam mit Jazz- und Fusionanleihen und Songwriterkollege Billy Mohler und auch Ex-Chef Billy Corgan gehören zu den rar gesäten Vokalisten.

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Les Hurlements d’Leo: Ouest Terne

Kaizers Orchestra meets Firewater auf Französisch. Les Hurlements d’Leo ist eine achtköpfige Combo, die sich wild in der Welt der bunten Töne dreht. Schräger Folk mit Geige und charmantem französischem Gesang.Leider bleiben die meisten der 17 Songs ein bisschen gesichtslos, aber die Konzerte der anstehenden Deutschlandtour ab Ende Februar müssten ein Riesenspaß werden.

(6 Fritten)

Les Hurlements d'Leo: Ouest Terne
Hipster Records/Soulfood
www.hurlements.com