Wir hatten schon gar nicht mehr an ein zweites Album von Rapper K-Os geglaubt. Erfreulicherweise ist es nun doch so weit, dass der Kanadier den Nachfolger zu seinem phänomenalen Debüt „Exit“ veröffentlicht.
WeiterlesenKategorie: Musik
Snowy White & The White Flames: The Way It Is…
Das Albumcover suggeriert es schon: Ein älterer Herr hat sich nochmal die Gibson umgeschnallt und schüttelt sich Paradiesvögel aus dem Ärmel. Der Opener „No Stranger To The Blues“ und die Neuaufnahme von Snowy Whites größtem Hit „Bird Of Paradise“ gehen gerade noch durch, der Rest flattert etwas flügellahm vor sich hin. Für Künstler und Zielgruppe bleibt nur die Schublade ‚mainstreamiger alte-Männer-Blues‘.
(4 Fritten)
Snowy White & The White Flames: The Way It Is...
White Flames/Soulfood
www.snowywhite.com
VÖ: 11.4.2005
Such A Surge: Alpha
Im letzten Jahr feierten sie ihr 13. Jahr. Eine beachtliche Zahl. Fünf Such A Surge-Alben und zwei ihres Nebenprojekts Pain In The Ass brachten sie in dieser Zeitspanne zustande. 2003 war das letzte Studioalbum ‚Rotlicht‘ erschienen. Seitdem ist einiges passiert im Umfeld der Band. Zum einen stieg Gründungsmitglied und hauptamtlicher Gitarrist Dennis Graef aus. Er wurde durch das einstige Road Crew-Mitglied Lutz Buch ersetzt. Dann haben sie noch von ihrem einstigen Label getrennt und letztendlich bei Nuclear Blast ein neues Zuhause gefunden.
WeiterlesenPink Turns Blue: Phoenix
Zehn Jahre waren sie weg vom Bildschirm, dann im letzten Jahr eine Tournee und im Zuge dieser wieder erste Festivalauftritte nach der Pause. Und nun sogar ein neues Album. Pink Turns Blue wollen es wirklich wissen. Der Zeitpunkt für ein Comeback könnte kaum besser gewählt sein. In den letzten Monaten sind zuhauf Platten auf den Markt gekommen, die mit dem New Wave der Achtziger einiges gemein haben. Es sei etwa an Interpol oder an VHS Or Beta erinnert.
WeiterlesenKool Savas & Azad: One
„Zwei der besten Rapper in Deutschland vereint“? Das behaupten Kool Savas, Berliner Rap-Senkrechtstarter, und sein Frankfurter Kollege Azad. Zwischen den Zwei gibt es „keine Competition, wir sind eins, Junge“ rappt Azad in „Monstershit“. Dann soll der Beat aufgedreht und der Arsch bewegt werden, damit der „Ghetto R’n’B“ losrocken kann. Aua! Muss deutscher HipHop in den letzten Jahren auf so plumpe, platte und – sorry – infantile Art und Weise, US-Strassen-Rap kokettieren? Hier ist nicht die Bronx! Und dann diese unzähligen Anglizismen. Man will schon fast das Wort „Deutschrap“ nicht mehr in den Mund nehmen.
WeiterlesenRobin Laing: Ebb And Flow
In der britischen Singer/Songwriter-Szene ist der aus Edinburgh stammende Laing längst ein Begriff; fünf Solo-CDs hat er bereits veröffentlicht, zuletzt „The Water of Life“. Wie man leicht vermuten kann, drehte es sich dabei (erneut) um das Getränk der lebensfrohen wie melancholischen Schotten, den Whisky.
WeiterlesenFarin Urlaub: Am Ende der Sonne
Was haben Reinhard Mey und Farin Urlaub gemeinsam? Die Verehrung für Dr. Erika Fuchs. Der eine erwähnt sie in einem Songtext (Reinhard Mey), der andere widmet ihr gleich das ganze Album. Dr. Erika Fuchs ist die Übersetzerin unzähliger Disney-Comics und hat die deutsche Sprache für die Sprechblasen von Mickey, Donald und Dagobert geschmeidig gemacht. Also keine schlechte Referenz für Zwei, die es verstehen, mit der deutschen Sprache umzugehen.
WeiterlesenAtticus – Dragging The Lake 3
Atticus ist die Klamottenmarke von zwei Blink 182-Kaspern, die in schöner Regelmäßigkeit ordentliche Punk-Sampler herausgibt. Der vorliegende dritte Teil von „Dragging The Lake“ ist eine astreine Compilation von 24 Titeln zum Dumping-Preis.
WeiterlesenWir sind Helden: Von hier an blind
Bei der Popularität von Kettcar und dem kometenhaften Erfolg von Wir sind Helden bleibt es nicht aus, dass die Musik auch Leute anspricht, mit denen man eigentlich nicht den Musikgeschmack teilen wollte. Deswegen die Nase rümpfen, sich Schritt für Schritt distanzieren? Besser nicht — die Helden legen ihr zweites Album vor und bleiben ein Phänomen. Aller Voraussicht nach wird „Von hier an blind“ ein großes Publikum ansprechen, aber hier klebt immer noch das Label ‚unabhängig‘ dran.
WeiterlesenOpen Hand: You And Me
Pilze statt Emo. Open Hand haben Gefühlsduselei und Postrock gegen orange Kreise getauscht und wabern abwechslungsreich durch 70er Jahre Hardrock.
WeiterlesenCho-Jin: Woanders
Die Schublade hätte ich beinahe zu schnell zugeschlagen. Die junge Düsseldorfer Band (!) veröffentlicht ihr Debütalbum auf dem Label von Wölli (!!) und huldigt direkt in der Strophe des Openers „Schattenläufer“ Düsseldorfs Rock-Export Nr. 1. Als Cho-Jin dann auch noch im Refrain gefährlich in Richtung Crossover/NuMetal abrutschen, scheint dieser kurze Kampf schon verloren. Aber bereits im zweiten Song „Carpe Diem“ stehen die Jungs wieder auf und präsentieren sich Schritt für Schritt als erstaunlich reife und druckvolle Band.
WeiterlesenBrendan Benson: The Alternative To Love
Brendan Benson hat nach dem letzten Boxenstopp ein bisschen langsam ins Rennen zurückgefunden. Führte er mit „Lapalco“ das Feld an, schlingert „The Alternative To Love“ etwas unentschlossen im Mittelfeld. Die drei lebenswichtigen Harmonien B, E und A (Beach Boys und Beatles) sind zwar immer noch vorhanden, werden aber von etwas durchsichtigen Popsongs und bratzigen Gitarren in die zweite Reihe gestellt. An sich ein nettes Album, aber es gibt eine Menge Leute, die das mindestens genauso gut können.
(6 Fritten)
Brendan Benson: The Alternative To Love
V2/Rough Trade
www.brendanbenson.com
VÖ: 14.3.2005
Evergrey: Live – A Night To Remember
Die schwedische Band Evergrey ist in Sachen wuchtiger Prog-Metal eine Bank. Fünf starke Alben in Folge, von denen die schlechteren Momente immer noch taugen, um die halbe Konkurrenz wegzuwischen. Nach heutigen Veröffentlichungsmaßstäben haben sich Evergrey verhältnismäßig lange Zeit für ihr erstes Livealbum gelassen, biegen jetzt aber mit einem prallen Werk um die Ecke. Ein Heimspiel in Göteborg haben sie für die Nachwelt konserviert, das mit Streichquartett, Backgroundchor und Gastvocals mit einigen Extras aufwartet. Das begeisterte Publikum feiert seine Helden euphorisch und Evergrey sind mit mächtig Druck und Fingerfertigkeit zu Gange.
WeiterlesenKillswitch Engage: The End Of Heartache
Die Menge der schreienden, wild moshenden Bands, die ihre Erlösung in melodischen Refrains suchen, war in den vergangenen Jahren kaum noch zu bestimmen. Dabei haben Killswitch Engage mit ihrem zweiten Album „The End Of Heartache“ bewiesen, dass sie deutlich mehr auf dem Kasten haben als vergleichbare Kollegen.
WeiterlesenFavez: Old And Strong In The Modern Times
Darf man einer großartigen Band empfehlen, sich aufzulösen? Nein! Aber wenn Favez sich mit diesem Gedanken tragen, sollten sie es jetzt tun.Ihr fünftes Werk „Old And Strong In The Modern Times“ ist die Essenz aus allen bisherigen Alben. Ungestüm wie „(From Lausanne, Switzerland)„, aber gleichzeitig mit ‚Hits‘ gesegnet wie „Gentlemen, Start Your Engines“ und „Bellefontaine Avenue“. Neben dem auffallend gelungenen Songwriting wächst hauptsächlich Drummer Fabrice über sich hinaus. Im treibenden Opener „Looking For Action“ schiebt er Chris Wicky ein furioses Schlagzeuggeboller unter die Stimme, gegen das Wicky mit dem ihm eigenen Enthusiasmus ansingt. Mindestens unentschieden! Aus Fan- oder Musikersicht kann man nur eine Plattitüde verwenden: „Die Band platzt vor Spielfreude“.
WeiterlesenSarah Bettens: Scream
Sarah Bettens, die Frontfrau von K’s Choice, hängt sich auf der Bühne schonmal gerne eine Flying V um und debütiert dazu passend mit einem rockigen Soloalbum. Wer bislang dachte (oder hoffte), dass diese zerbrechliche, schlaksige Frau für die melancholischen Songs bei K’s Choice zuständig ist, muss für „Scream“ umdenken.
WeiterlesenSiddharta: Rh-
Pathetischen Gothic Prog-Metal mit viel Keyboards und Plastik-Geigen aus selbigem plus leierndem Gesang oder Chorälen gefällig? Siddharta machen genau das. Langweilig, vorhersehbar und nicht im entferntesten interessant.
(2 Fritten)
Siddharta: Rh-
KD Finis Mundi/MoS/Edel
VÖ: 21.03.2005
The Wedding Present: Take Fountain
Bei Hochzeitsgeschenken ist schon mal die ein oder andere Netzhautpeitsche dabei, die man gar nicht so schnell aus dem Keller zerren kann, wie die Verwandtschaft um die Ecke biegt. Chefdenker David Gedge hatte seine Band The Wedding Present für acht Jahre auf Eis gelegt und sich stattdessen mit Freundin im gemeinsamen Projekt Cinerama ausgetobt. Die ist jetzt weg und als Trennungsgeschenk für die Hörer gibt es wieder The Wedding Present. „Take Fountain“ ist ein feiner Ausflug in elf kleine Schrammelhymnen, die sich – wen wundert’s – um Liebe, Verlust und Sex drehen.
WeiterlesenJanove Ottesen: Francis‘ Lonely Nights
Manchmal fragt man sich wirklich, wo die Radiosender diesen ganzen Schrott auftreiben. Betrachtet man allein die ersten zehn Wochen des neuen Jahres, kann man fast in Verzückung geraten ob der vielen Kleinode, die schon veröffentlicht wurden oder in den Startlöchern stehen. Dazu gehört sicherlich „Francis‘ Lonely Nights“ von Janove Ottesen. Dabei ist das Solodebüt des Kaizers Orchestra Sängers in keiner Weise mit seiner Stammband zu vergleichen.
WeiterlesenParadise Lost: Paradise Lost
Ich fand Paradise Lost mal richtig großartig. Meiner Sympathie konnte das laue Album „Believe In Nothing“ nichts anhaben und selbst bei „Symbol Of Life“ habe ich noch versucht, die guten Songs zu finden. Die Mannen um Greg Mackintosh und Sänger Nick Holmes haben in den vergangenen Jahren viel Prügel für ihre Outputs einstecken müssen und reißen sich auf ihrem zehnten Album mächtig am Riemen, um die Kurve wieder zu kriegen.
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