Karen Matheson: Time To Fall

Karen Matheson ist die Stimme von Capercaillie und obwohl sie auf ihrem zweiten Soloalbum den Folkrahmen nicht verlässt, bewegt sie sich deutlich von den atmosphärischen Klangwelten ihrer Stammband weg. „Time To Fall“ ist über weite Strecken sehr klar und transparent und erinnert auf der einen Seite an Acts wie Mary Black, verschließt sich aber auch nicht vor neuen Einflüssen.

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Sunday Driver: A Letter To Bryson City

In der Nähe von Bryson City nahmen Sunday Driver den Nachfolger ihrer in unseren Breitengraden eher unbekannten Debüt-EP „Third Place Prize“ auf. Die erschien bei dem Emo/Punkrock-Label Doghouse und enthielt fünf Songs. Von denen ist keiner auf ihrem ersten Album (in Deutschland von dem neugegründeten Label Make My Day lizenziert) gelandet. Wahrscheinlich liegt das daran, dass das Quartett um Frontmann Alex Martinez einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht hat.

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Hope For The Children Of Iraq

Der Krieg ist vorbei, die Proteste gegen ihn gehen weiter. Zahlreiche Musiker haben sich just zusammengefunden und neue Songs, überaus interessante Coverversionen und Interpretationen eigener Songs zusammengetragen. Gewidmet ist das Unternehmen den irakischen Kindern. Es fängt mit dem berührenden Klagelied „The Beautiful Occupation“ an, das Travis extra für diese Compilation geschrieben haben.

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Bruce Cockburn: You’ve Never Seen Everything

Rund 33 Jahre nach seinem Debüt und 26 Alben später fliegt der Kanadier Bruce Cockburn immer noch schneller als der Dämon Stagnation. Unermüdlich lotet er die Grenzen seines Tätigkeitsbereiches aus und lässt in seinen Polit-Folk immer neue Anregungen einfließen. „You’ve Never Seen Everything“ ist ein verhältnismäßig jazziges Album geworden und vom Songwriting um einiges klassischer als der Vorgänger „Breakfast In New Orleans, Dinner In Timbuktu“.

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Brassy: Getting Wise

Muffin Spencer ist die Schwester von Jon. Dem mit der Blues Explosion. Das Debütalbum ihrer Band erinnerte an Bosshog-meets-Beck. Die Berliner „taz“ schrieb nach der Veröffentlichung: „Wo Sonic Youth in der Elektronik nach Verunsicherung suchen, dienen die Techniken aus dem HipHop bei Brassy allein dazu, ihren Poprock an die Neuzeit anzudocken“. Das ist drei Jahre her. Seitdem war es still um die Band. Man musste befürchten, Brassy hätten das Zeitliche gesegnet. Doch siehe da: Es gibt sie noch.

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Firebird: No. 3

Früher sagte man „Kiffermusik“ – und jeder wusste Bescheid: Verrauchte Gitarrensounds mit Deep Purple-Orgel und dem hippiesken Schütteln der Hüften. Heute kann „Kiffermusik“ alles sein, für Firebird muss aber die alte Definition herhalten. Lediglich die klare, fast schon hohe Stimme von Bandleader Bill Steer? rückt Firebird aus der Liga der üblichen Verdächtigen raus. Fast schon selbstverständlich, dass „No 3“ in Schweden aufgenommen wurde und erstklassig nach Retro klingt.

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Live: t.A.T.U.

Saarbrücken, Saarlandhalle. 27.5.2003

Es gab Journalisten, die tatsächlich überrascht waren, dass tATu die angekündigte Pressekonferenz platzen ließen. (Den Weg zum Raum nicht gefunden, weil kein Ortskundiger vorweg lief, so die offizielle Begründung.) Es gab auch welche, die sich über das dünne Programm echauffierten. Und es gab welche, die hinterher verbreiteten, es sei alles Playback gewesen.

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Tower Of Power: Oakland Zone

Wenn’s warm ist, muss man schonmal das Gebläse aufdrehen. Schade, wenn dann nur ein laues Lüftchen rauskommt. Tower Of Power sind mit Sicherheit der Inbegriff eines „Gebläses“, aber die alten Recken garen mit ihrem neuem Album nur ihren Legendenstatus. Wirklich cool ist hier nix, zu sehr parkt die Band auf dem Parkplatz der Routine und der technischen Finesse. Also – alles ein bisschen langweilig.

(5 Fritten)

Tower Of Power: Oakland Zone
(SPV)

Sammy Hagar And The Wabo’s: Live Hallelujah

Sammy Hagar wird wahrscheinlich auf ewig der ex-Sänger von Van Halen bleiben. Und als Bonusfluch erinnern sich die meisten an Oberposer David Lee Roth. Sammy Hagar versucht erst gar nicht, dieses Stigma loszuwerden und spielt bei seinen Live-Auftritten munter die alten Songs. Inklusive der lustig altmodischen Keyboardintros, aber was soll’s, „Live Hallelujah“ ist pures Entertainment! Sammy Hagar singt immer noch wie ein eingeklemmtes Steroid und seine Band ist so hungrig, dass die 17 Livetracks keine Sekunde langweilig werden. Mit angemessenem Druck und der nötigen Härte gelingen simple Rocker genauso wie Balladen.

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Deftones: Deftones

Ein Album unter dem eigenen Namen herauszubringen ist meist ein Zeichen von Neuanfang oder Rückbesinnung. Bei Deftones ist es ein Kumulieren der bisherigen drei Alben. Speziell „Hexagram“ und „When Girls Telephone Boys“ sind wieder um einiges härter und lassen dem Riffmonster freien Lauf. Dafür loten die Fünf aus Sacramento aber auch die Balladen tiefer aus. „Lucky You“ ist mit seinem stumpfen Beat wunderbar zermürbend und „Deathblow“ wahrhaft beängstigend.

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M83: Dead Cities, Red Seas & Lost Ghosts

M83 – das klingt nach einem smarten Computer, der Musik generiert. Könnte sein. Obwohl M83 zwei Jungs aus dem französischen Antibes sind, deren Musik ähnelt einer elektronischen Variante der sphärischen Klanglandschaften von Mogwai und Sigur Rós. Wobei die zwölf Stücke im Vergleich zu denen der beiden genannten Bands kälter und befremdlicher wirken.

(7 Fritten)

M83: Dead Cities, Red Seas & Lost Ghosts
(Gooom/Labels/Virgin)

Little Feat: Highwire Act Live In St. Louis 2003

Blues, Prog-Rock und Hardrock haben sich Little Feat auf die Fahnen geschrieben. Seit Jahrzehnten zeigen sie auf der Bühne wie auf ihren Alben, dass sie Handwerk verstehen. So auch anlässlich der im August 2003 in St. Louis mitgeschnittenen Shows. Nicht jedermanns Sache, aber gefällig.

(5 Fritten)

Little Feat: Highwire Act Live In St. Louis 2003
(New Little Feat/Eagle Records)

Live: Paul McCartney

München, Königsplatz. 17.5.2003

Das Konzert kann ich am einfachsten beschreiben im Vergleich mit dem Brian Wilson-Konzert vor 16 Monaten in Hamburg. Das Beach Boys-Genie hat damals nur ein wenig Keyboard gespielt (obwohl er fast immer saß) und hat eher durch seine Persönlichkeit und seine Emotionen überzeugt als durch seine Stimme. Ein wunderschönes Konzert in dem Wilson sich allerdings völlig auf seiner Band verlassen musste.

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Autechre: Draft 7.30

Gottverdammt. Was für eine Platte. Ich kann es nicht glauben. Es ist atemberaubend. Für Jahre waren mir Autechre suspekt, ich konnte ihren Sound nicht nachvollziehen. Jetzt aber habe ich mir dieses Album aufgezwungen und irgendwann hat es Click gemacht. Hier sitzt kein Teil auf dem anderen. Der Rhythmus ist verquer und nie durchgehend. Der Kopf hört mit.

(7 Fritten)

Autechre: Draft 7.30
(Warp/Zomba)