Mammuth: Shine

Wer grundsätzlich etwas mit Bands wie P.O.D. oder Blindside anfangen kann, sollte in „Shine“ reinhören. Das Debüt der fünf Schweden startet amtlich und klingt für dieses ausgelutschte Genre erstaunlich frisch. Aber nach drei Nummern geht auch bei Mammuth die Luft raus und es bleibt ein nettes Album, das sich in sich selbst wiederholt.

(5 Fritten)

Mammuth: Shine
(Talking Music /Asaph)

Chartskritik 17.2.2003

Also, das Einfachste wird sein, ich liste einfach erst mal alle neuen Coverversionen auf, es ist wirklich zum Verzweifeln. Kennt Ihr noch Animotion? Waren so ne Band aus den 80ern. Möglich, dass die aus Amerika kamen, aber eigentlich klang das damals ziemlich europäisch, und ich glaube, die Sängerin kam ursprünglich aus Holland oder so. Gecovert werden die jedenfalls gerade von 2DJs & 1 (oder so, nie gehört…), und zwar mit ihrem größten Hit „I engineer“. Meine, das wäre ´86 mal ne Nummer 1 bei uns gewesen. Jedenfalls – ich weiß nicht, was Ihr denkt, aber mir geht’s bei Animotion so wie bei Tears for fears: das beste Lied war nicht das erfolgreichste, sondern ein früheres, eher halberfolgreiches.

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St. Thomas: I’m Coming Home

Muss blöd sein, wenn man noch gar nicht tot ist, und die Erben schon alles verjubeln. St. Thomas ist Thomas Hansen, ein norwegischer Postbote, der speziell in dem Opener „The Cool Song“ so dermaßen an Neil Young erinnert, dass Plagiatsvorwürfe gar nicht weit hergeholt wären. Im weiteren Verlauf wächst sich die Ähnlichkeit zwar etwas aus, zur Eigenständigkeit will es trotzdem nicht reichen.

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Ron Sexsmith: Cobblestone Runway

Früher ist man in einen Schallplattenladen gestiefelt, hat eine LP nur wegen eines Liedes gekauft, und dieses zuhause zehn Mal am Stück gehört. Auch wenn ich diese Vorgehensweise schon den ein oder anderen Tag abgelegt habe, „Cobblestone Runway“ hat genau so einen Song, der sich immer und immer wieder in den Vordergrund drängt: „Gold In Them Hills“ strahlt aus einem wirklich guten Album hervor wie der Morgenstern.

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Chartskritik 10.2.2003

Trostlose Woche, das. Mittelmaß allenthalben. Na, doch: ein paar Ausschläge nach unten sind dabei. Gouryella zum Beispiel. Auf Platz 51 mit einem Song namens „Lijara“, der in Wirklichkeit nur bedeutungsschwangeres Elektronik-Geschwurbel mit einem unsäglich langweiligen Video ist. Hilfe. Wer steckt dahinter? Alex Christensen? Mark Oh? Nein, ich glaube, keiner von beiden. Es ist zwar ein extrem schlechter Song, und es würde passen, wenn er aus Deutschland käme. Aber ich glaube, nicht.

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Cuica: City To City

Cuica ist ein brasilianisches Percussion-Instrument. Cuica ist außerdem ein Londoner Duo, das sich Anfang der Neunziger kennen gelernt hatte: Simone Serritella, gebürtiger Italiener, ansonsten Solokünstler unter dem Pseudonym Big Bang und Betreiber des Labels Arision Records, und Pete Herbert, Ex-Plattenladen-Besitzer, A&R für das Palm Pictures-Sublabel Quango und auch unter den Namen Optimo oder Bushflange aktiv.

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The (International) Noise Conspiracy: Bigger Cages, Longer Chains

Ein kurzes Hallo zwischendurch. Eigentlich hätte man nicht mit einem neuen Lebenszeichen der von Touren ausgelaugten Band gerechnet. Doch unverhofft kommt oft. Nur der Titeltrack ist bereits bekannt. Die restlichen Songs sind die vier neuen Stücke „Beautiful So Alone“, „Waiting For Salvation“, „A Textbook Example“ und „When Words Are Not Working“ sowie die großartige Interpretation des N.E.R.D.-Songs „Baby Doll“.

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Christina Aguilera: Stripped

„He loves every freckle, ever curve, every inch of my skin“, heißt es in „Loving Me 4 Me“. Ihr virtueller oder gar reeller Lover kann sich glücklich schätzen. Christina Aguilera steht in der Gunst der Pop-Sängerinnen eindeutig höher als ihre Erzrivalin Britney Spears, viele träumen wohl von Aguileras Inches. Während Britney zum Lustobjekt pädophiler Träume verkommen ist, hat Aguilera den Sprung in die Erwachsenenliga geschafft. Diese These mag nicht politisch korrekt sein, aber der Realität entsprechen.

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Bob Dylan: The Bootleg Series Vol. 5

Der nach wie vor untastbare Bob Dylan tourt wieder und wieder durch die Welt und wird dessen partout nicht müde. Augenzeugen berichteten, dass er auch im Jahr 2002 noch großartige und unvergessliche Konzerte gegeben hat. Das trifft auf frühere Jahre noch umso mehr zu, spricht aber auch dafür, dass Dylan im Laufe seiner Karriere ein gewisses (hohes) Maß an Qualität halten konnte. Um ihm dies zu bescheinigen, muss man kein Die Hard-Fan sein. Verwundert es einen noch, dass der deutsche „Rolling Stone“ sein junges Album „Time Out Of Mind“ zum besten Album aus den bisher hundert Ausgaben des deutschen Ablegers erkoren hat? Nicht wirklich. Zumal dem „Rolling Stone“ nach wie vor der Ruf anhaftet, ein Magazin für die ältere Garde unter den Popmusikliebhabern zu sein. Und eben diese spricht Dylan im großen Masse an.

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Tori Amos: Scarlet’s Walk

Trügt der Eindruck oder ist Tori Amos tatsächlich positiver Stimmung? Während ich ihrem letzten Album „Strange Little Girls“ eine „bedrückte, fast gruselige Stimmung“ attestieren musste, hat sich Amos für das neue Album anscheinend einiger negativer Emotionen entledigt. Die mögliche Schlussfolgerung, „Scarlet’s Walk“ sei ein optimistisches und frohlockendes Werk geworden, ist jedoch falsch. Auf dieses Glatteis hat sich Tori Amos nicht begeben. Sie ist stattdessen ihren Wurzeln näher gerückt, hat sich hinters Piano gesetzt und wurde von Musikern wie Jon Evans am Bass und Matt Chamberlain am Schlagzeug begleitet. Und John Philip Shenale war dabei, der mit Hilfe der Sinfonia Of London die Streicherarrangements in Szene gesetzt hat. Aufgenommen wurde in Amos Privatstudio im englischen Cornwall.

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Musikfernsehen in Deutschland

Dr. Matthias Kurp ist Medienforscher, Fachjournalist und Lehrbeauftragter an der Universität Münster. Claudia Hauschild arbeitet bei der Hamburger PR-Agentur MMK Markt- und Medienkommunikation. Klemens Wiese ist für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit bei Mute Records in Berlin zuständig. Alles Personen vom Fach, die es sich Aufgabe gemacht hatten, das deutsche Musikfernsehen unter die Lupe zu nehmen. Aus verschiedenen Blickwinkeln – politischer, soziologischer und medienökonomischer Natur – analysieren sie das Programm von Viva, kehren die Rollen des Global Players MTV heraus und versuchen sich an den Themen Kommerz, Politik sowie ganz allgemein an dem des kriselnden deutschen Musikmarktes.

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