„Basement Apes“ ist ein Album, an dem sich das Rock’n’Roller-Herz uneingeschränkt freuen kann. Wie so viele ihrer skandinavischen Kollegen haben sich Gluecifer vom kompletten Rotzrock verabschiedet und spielen jetzt eine versierte Mischung aus Retro- und High-Energy-Rock. Aber von allen sind Gluecifer die vielseitigsten.
WeiterlesenKategorie: Musik
Billy Bragg and The Blokes: England, Half English
Manchmal habe ich das Gefühl, dass mit dem Ende der Thatcher-Ära alle politischen Bands verschwunden sind. Nur einen gibt es immer noch, der links außen die Fahne hochhält und angepisst ist wie eh und je. Nach den genialen Ausflügen in die Song-Archive von Woody Guthrie ist Billy Bragg nicht nur musikalisch nach England zurückgekehrt.
WeiterlesenThe Quill: Voodoo Caravan
Metal Vocals treffen auf Stoner Rock. Was ungewöhnlich klingt und Erinnerungen an Mrs. Hippie wachruft, flattert hier frisch durch die Membrane. Sänger Magnus Ekwall phrasiert zwar wie ein Heavy-Poser, findet sich aber in den monumentalen Soundwänden seiner Kollegen mehr als gut zurecht.
RPWL: Trying To Kiss The Sun
Beim gleichnamigen Debütalbum von RPWL konnte man die Häme nicht unterdrücken, dass die Jungs eigentlich klingen wie eine astreine Pink Floyd Coverband. Die Vorbilder lassen sich zwar auch auf dem Nachfolger „Trying To Kiss The Sun“ deutlich erkennen, aber man hat nicht mehr permanent den Eindruck, dass das bestimmt unbekannte Stücke von Pink Floyd sind.
WeiterlesenUntitled
Wie sang Bruce Cockburn vor rund 25 Jahren in „Laughter“:
„Let’s hear a laugh for the man of the world
who thinks he can make things work
tried to build the New Jerusalem
and ended up with New York.“
Alles falsch – das neue Jerusalem ist Mannheim.
Xavier Naidoo hat in Offenbarung 21,16 den passenden Vers dazu entdeckt und verkündet in „Sie ist im Viereck angelegt“ seine Erkenntnis: Aha, Mannheim ist also Zion.
WeiterlesenYeah!: Discopunk
Hey, töfte Idee – wenn man krätzige Musik macht, die in keine Schublade passt, kreiert man einfach eine: Discopunk! Allein die Songtitel bremsen jegliche Hoffnung auf Qualität („Jippie Yeah!“, „Cooler Fuckin‘ Sound“, „Beatbox Rocker“). Es passt musikalisch nicht hundertprozentig, aber will irgendjemand eine Mischung aus Alcazar und Bloodhound Gang hören?
WeiterlesenMinistry: Sphinctour
Ministry pausieren und werfen eine Live-Platte auf den Markt. Unnötig, sollte man meinen, doch „Sphinctour“ macht Lust auf mehr Ministry. Aufgenommen wurden die Songs in verschiedenen Städten während der ’94er Welttournee zum „Psalm 69“-Album.
(8 Fritten)
Ministry: Sphinctour
Mayday/Sanctuary/Zomba
The New Pornographers: Mass Romantic
Menschen mit Erfahrungen im Musikzirkus – allerdings in mir völlig unbekannten Bands – nennen sich nun The New Pornographers. Fünf Herren und eine Dame aus Vancouver, die ihr Debüt „Mass Romantic“ bei dem feinen Label Matador untergebracht haben. Was sie auf den zwölf Stücken zelebrieren ist alles was mit Gitarre zu tun hat.
WeiterlesenMillencolin: Home From Home
Millencolin ist eine der Bands, bei denen Schreiberlinge immer erst die Vergangenheit abhandeln, dann auf die veränderte Geschwindigkeit hinweisen, um abschließend festzustellen, dass die Jungs immer erwachsener werden. Damit sollte nach „Home From Home“ endlich Schluss sein – deswegen letztmalig: kein Ska mehr, weniger Gas, aber immer noch genug Dynamik und Frische, um ordentlich in den Pudding zu hauen.
WeiterlesenPeppy Jones: Androidenphilosoph
Eine pausbäckige Sonne mit blauen Kulleraugen auf dem Cover? Alarm! Sowas hat man in den 70ern als Flicken auf Kinderhosen genäht. Und auf CD-Covern kann das auch nichts Gutes bedeuten. Ein neues Kindermusical von Peter Maffay? Schlimme Schwurbel-Psychedelia? Oder halt irgendwas Selbstgebasteltes?
WeiterlesenLords Of Karma – A Tribute To Vai/Satriani
Schüler und Lehrer auf einem Tribute-Album vereint: Steve Vai war als Teenager für drei Jahre Gitarrenschüler bei Joe Satriani. Gerade in den Achtzigern galten beide als die Flitzefinger des Hardrock und haben Millionen von Gitarristen dazu animiert, möglichst viele Töne in einer Minute zu spielen.
WeiterlesenAnnihilator: Waking The Fury
Bei „Waking The Fury“ geht es mir wie bei allen Annihilator-Scheiben – die wirklichen Nackenbrecher wie „My Precious Lunatic Asylum“ sind mir ein Stück zu heftig und bei den Kommerzhappen wie „Nothing To Me“ oder „Striker“ fällt es mir immer ein bisschen schwer zuzugeben, dass ich sie gut finde.
WeiterlesenGiant Sand: Cover Magazine
Robbie Williams hat´s getan. Tom Jones hat´s getan. Metallica haben´s getan. Und jetzt auch Giant Sand. Möglich, dass jeder Musiker irgendwann auf die Idee kommt: ein Album nur mit Coverversionen.
Die Palette der amerikanischen Wüstenrocker ist besonders bunt geraten: Neil Young und X neben Goldfrapp und Sonny&Cher, Black Sabbath und Nick Cave neben Johnny Cash. Die Klassiker „Fly me to the moon“ und „King of the road“ sind auch mit drauf. Und P.J. Harvey ist mit Lied und als Gastmusikerin vertreten. Ach ja, eine Eigenkomposition von Giant Sand-Kopf Howe Gelb hat sich doch noch dazwischengemogelt: „Blue Marble Girl“, das schwer an die „Wild horses“ der Stones erinnert.
WeiterlesenInterview: Swing-Legenden
Zusammen sind Sie 230 und ein paar Zerquetschte alt. Max Greger, Paul Kuhn und Hugo Strasser, die „Swing-Legenden“. Gemeinsam touren Sie mit Swing-Hits von Basie, Dorsey, Ellington, Miller und Co. Greger am Saxophon, Strasser an der Klarinette und Kuhn als Sänger am Mikro.
Greger ist auf der Bühne übrigens auch launiger Conferencier und kann ganz gehörig granteln. Der zurückhaltende Strasser verbreitet seinen bekannten Charme. Und Kuhn ist der gelassene Pragmatiker, der durch nichts aus der Ruhe zu bringen ist.
WeiterlesenOmar Sosa: Sentir
Omar Sosa nimmt den Hörer in die Pflicht. Sein neues Werk „Sentir“ ist zwar um einiges leichter zugänglich als der Vorgänger „Prietos“, ist aber trotzdem alles andere als leicht verdauliche Kost.
WeiterlesenDead Soul Tribe: Dead Soul Tribe
Dead Soul Tribe ist das neue Projekt von Devon Graves, früher Buddy Lackey, der Sänger der US- Band Psychotic Waltz. Es gibt nicht wenige, die die Alben von Psychotic Waltz in den 90ern als absolute Meilensteine im Prog gesehen haben. Um Sänger Buddy Lackey war es seit seinem Ausstieg 1997 relativ ruhig und er meldet sich jetzt zurück.
WeiterlesenMedication: Medication
Große Namen werfen ihre Schatten voraus. Das Quintett Medication präsentiert sich zusammengewürfelt aus ziemlich bekannten bis mehr oder weniger bekannten Bands. Allen voran Whitfield Crane (ex Ugly Kid Joe) am Mikro und Logan Mader (ex Machine Head) an der Gitarre. Bevor Medication mit dem Debütalbum im Sommer zum ganz großen Schlag ausholen, gibt’s jetzt eine gleichnamige 5-Track-EP als Appetizer.
WeiterlesenA Boy Named Sue: Johnny Cash Revisited
Tributalben sind eine nette Sache. Sofern sie gut gemacht sind und von einem Kenner zusammengestellt wurden. Bei „A Boy Named Sue“ ist das durchaus der Fall. Hier hatte der deutsche Country-Poet Franz Dobler die Oberaufsicht übernommen und sorgfältig in seinen persönlichen Tonarchiven nach obskuren Interpretationen bewährter Johnny Cash-Klassiker geforscht. 19 Songs hat er für hörenswert erachtet, von denen immerhin 15 zuvor noch nicht veröffentlicht worden waren. Der Anlass für dieses Unternehmen war natürlich der 70. Geburtstag von Mister Cash, den dieser am 26. Februar dieses Jahres feiern durfte.
WeiterlesenLambchop – Is a Woman

Das sechste Album von Lambchop wirft bei Schreiberlingen die Manierismus-Maschine an. Ungläubig sitzt man vor diesem Werk, und versucht krampfhaft, Eingebungen wie: „unterkühlte Jazzatmosphäre“, „blaue Nacht“, „gepflegte Arrangements“ zu verwerfen. Ich versuch’s ohne: Kurt Wagner und seine Mannen haben sich auf dem neuen Werk selbst übertroffen.
Der Opener „The Daily Growl“ beginnt mit einem präsenten Piano, wird von einer noch präsenteren Gitarre gekrönt, um den Weg freizumachen für Kurt Wagner. Mit seiner sonoren, ruhigen Stimme füllt er jede Lücke aus und ist klanglich noch viel weiter vorne als alle Instrumente. „Is A Woman“ lebt von einer fast physischen Präsenz, von einem Ausfüllen der Zwischenräume und klingt trotz aller Behutsamkeit so dicht, dass man meint die Nähe der Musiker zu spüren.
Die drei verschiedenen Drummer/Percussionisten streicheln so behutsam die Felle, dass „Schlagzeuger“ schon fast eine Beleidigung ist, während Pianist Tony Crow mehr als einmal an das Cave’sche Intensitätslevel heranreicht. Feinster Singer/Songwriter Stuff mit jazzigem Feeling und einer seelenvollen Stimme – ich krieg den Lämmerwahnsinn.
Lambchop
Is A Woman
City Slang/Labels/Virgin
Andthewinneris: Earlier That Day A Car Passed By
Was Seattle für den Grunge, scheint Nordwest-Deutschland für Emo zu werden. „Earlier That Day A Car Passed By“ ist zwar nur eine Five-Track-EP, lässt aber das Wasser im Mund für die nachfolgende LP zusammenlaufen.
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