„Basement Apes“ ist ein Album, an dem sich das Rock’n’Roller-Herz uneingeschränkt freuen kann. Wie so viele ihrer skandinavischen Kollegen haben sich Gluecifer vom kompletten Rotzrock verabschiedet und spielen jetzt eine versierte Mischung aus Retro- und High-Energy-Rock. Aber von allen sind Gluecifer die vielseitigsten.
WeiterlesenKategorie: Musik
Billy Bragg and The Blokes: England, Half English
Manchmal habe ich das Gefühl, dass mit dem Ende der Thatcher-Ära alle politischen Bands verschwunden sind. Nur einen gibt es immer noch, der links außen die Fahne hochhält und angepisst ist wie eh und je. Nach den genialen Ausflügen in die Song-Archive von Woody Guthrie ist Billy Bragg nicht nur musikalisch nach England zurückgekehrt.
WeiterlesenMillencolin: Home From Home
Millencolin ist eine der Bands, bei denen Schreiberlinge immer erst die Vergangenheit abhandeln, dann auf die veränderte Geschwindigkeit hinweisen, um abschließend festzustellen, dass die Jungs immer erwachsener werden. Damit sollte nach „Home From Home“ endlich Schluss sein – deswegen letztmalig: kein Ska mehr, weniger Gas, aber immer noch genug Dynamik und Frische, um ordentlich in den Pudding zu hauen.
WeiterlesenLords Of Karma – A Tribute To Vai/Satriani
Schüler und Lehrer auf einem Tribute-Album vereint: Steve Vai war als Teenager für drei Jahre Gitarrenschüler bei Joe Satriani. Gerade in den Achtzigern galten beide als die Flitzefinger des Hardrock und haben Millionen von Gitarristen dazu animiert, möglichst viele Töne in einer Minute zu spielen.
WeiterlesenPeppy Jones: Androidenphilosoph
Eine pausbäckige Sonne mit blauen Kulleraugen auf dem Cover? Alarm! Sowas hat man in den 70ern als Flicken auf Kinderhosen genäht. Und auf CD-Covern kann das auch nichts Gutes bedeuten. Ein neues Kindermusical von Peter Maffay? Schlimme Schwurbel-Psychedelia? Oder halt irgendwas Selbstgebasteltes?
WeiterlesenAnnihilator: Waking The Fury
Bei „Waking The Fury“ geht es mir wie bei allen Annihilator-Scheiben – die wirklichen Nackenbrecher wie „My Precious Lunatic Asylum“ sind mir ein Stück zu heftig und bei den Kommerzhappen wie „Nothing To Me“ oder „Striker“ fällt es mir immer ein bisschen schwer zuzugeben, dass ich sie gut finde.
WeiterlesenThe Quill: Voodoo Caravan
Metal Vocals treffen auf Stoner Rock. Was ungewöhnlich klingt und Erinnerungen an Mrs. Hippie wachruft, flattert hier frisch durch die Membrane. Sänger Magnus Ekwall phrasiert zwar wie ein Heavy-Poser, findet sich aber in den monumentalen Soundwänden seiner Kollegen mehr als gut zurecht.
RPWL: Trying To Kiss The Sun
Beim gleichnamigen Debütalbum von RPWL konnte man die Häme nicht unterdrücken, dass die Jungs eigentlich klingen wie eine astreine Pink Floyd Coverband. Die Vorbilder lassen sich zwar auch auf dem Nachfolger „Trying To Kiss The Sun“ deutlich erkennen, aber man hat nicht mehr permanent den Eindruck, dass das bestimmt unbekannte Stücke von Pink Floyd sind.
WeiterlesenUntitled
Wie sang Bruce Cockburn vor rund 25 Jahren in „Laughter“:
„Let’s hear a laugh for the man of the world
who thinks he can make things work
tried to build the New Jerusalem
and ended up with New York.“
Alles falsch – das neue Jerusalem ist Mannheim.
Xavier Naidoo hat in Offenbarung 21,16 den passenden Vers dazu entdeckt und verkündet in „Sie ist im Viereck angelegt“ seine Erkenntnis: Aha, Mannheim ist also Zion.
WeiterlesenYeah!: Discopunk
Hey, töfte Idee – wenn man krätzige Musik macht, die in keine Schublade passt, kreiert man einfach eine: Discopunk! Allein die Songtitel bremsen jegliche Hoffnung auf Qualität („Jippie Yeah!“, „Cooler Fuckin‘ Sound“, „Beatbox Rocker“). Es passt musikalisch nicht hundertprozentig, aber will irgendjemand eine Mischung aus Alcazar und Bloodhound Gang hören?
WeiterlesenMinistry: Sphinctour
Ministry pausieren und werfen eine Live-Platte auf den Markt. Unnötig, sollte man meinen, doch „Sphinctour“ macht Lust auf mehr Ministry. Aufgenommen wurden die Songs in verschiedenen Städten während der ’94er Welttournee zum „Psalm 69“-Album.
(8 Fritten)
Ministry: Sphinctour
Mayday/Sanctuary/Zomba
The New Pornographers: Mass Romantic
Menschen mit Erfahrungen im Musikzirkus – allerdings in mir völlig unbekannten Bands – nennen sich nun The New Pornographers. Fünf Herren und eine Dame aus Vancouver, die ihr Debüt „Mass Romantic“ bei dem feinen Label Matador untergebracht haben. Was sie auf den zwölf Stücken zelebrieren ist alles was mit Gitarre zu tun hat.
WeiterlesenGiant Sand: Cover Magazine
Robbie Williams hat´s getan. Tom Jones hat´s getan. Metallica haben´s getan. Und jetzt auch Giant Sand. Möglich, dass jeder Musiker irgendwann auf die Idee kommt: ein Album nur mit Coverversionen.
Die Palette der amerikanischen Wüstenrocker ist besonders bunt geraten: Neil Young und X neben Goldfrapp und Sonny&Cher, Black Sabbath und Nick Cave neben Johnny Cash. Die Klassiker „Fly me to the moon“ und „King of the road“ sind auch mit drauf. Und P.J. Harvey ist mit Lied und als Gastmusikerin vertreten. Ach ja, eine Eigenkomposition von Giant Sand-Kopf Howe Gelb hat sich doch noch dazwischengemogelt: „Blue Marble Girl“, das schwer an die „Wild horses“ der Stones erinnert.
WeiterlesenInterview: Swing-Legenden
Zusammen sind Sie 230 und ein paar Zerquetschte alt. Max Greger, Paul Kuhn und Hugo Strasser, die „Swing-Legenden“. Gemeinsam touren Sie mit Swing-Hits von Basie, Dorsey, Ellington, Miller und Co. Greger am Saxophon, Strasser an der Klarinette und Kuhn als Sänger am Mikro.
Greger ist auf der Bühne übrigens auch launiger Conferencier und kann ganz gehörig granteln. Der zurückhaltende Strasser verbreitet seinen bekannten Charme. Und Kuhn ist der gelassene Pragmatiker, der durch nichts aus der Ruhe zu bringen ist.
WeiterlesenOmar Sosa: Sentir
Omar Sosa nimmt den Hörer in die Pflicht. Sein neues Werk „Sentir“ ist zwar um einiges leichter zugänglich als der Vorgänger „Prietos“, ist aber trotzdem alles andere als leicht verdauliche Kost.
WeiterlesenMedication: Medication
Große Namen werfen ihre Schatten voraus. Das Quintett Medication präsentiert sich zusammengewürfelt aus ziemlich bekannten bis mehr oder weniger bekannten Bands. Allen voran Whitfield Crane (ex Ugly Kid Joe) am Mikro und Logan Mader (ex Machine Head) an der Gitarre. Bevor Medication mit dem Debütalbum im Sommer zum ganz großen Schlag ausholen, gibt’s jetzt eine gleichnamige 5-Track-EP als Appetizer.
WeiterlesenDead Soul Tribe: Dead Soul Tribe
Dead Soul Tribe ist das neue Projekt von Devon Graves, früher Buddy Lackey, der Sänger der US- Band Psychotic Waltz. Es gibt nicht wenige, die die Alben von Psychotic Waltz in den 90ern als absolute Meilensteine im Prog gesehen haben. Um Sänger Buddy Lackey war es seit seinem Ausstieg 1997 relativ ruhig und er meldet sich jetzt zurück.
WeiterlesenA Boy Named Sue: Johnny Cash Revisited
Tributalben sind eine nette Sache. Sofern sie gut gemacht sind und von einem Kenner zusammengestellt wurden. Bei „A Boy Named Sue“ ist das durchaus der Fall. Hier hatte der deutsche Country-Poet Franz Dobler die Oberaufsicht übernommen und sorgfältig in seinen persönlichen Tonarchiven nach obskuren Interpretationen bewährter Johnny Cash-Klassiker geforscht. 19 Songs hat er für hörenswert erachtet, von denen immerhin 15 zuvor noch nicht veröffentlicht worden waren. Der Anlass für dieses Unternehmen war natürlich der 70. Geburtstag von Mister Cash, den dieser am 26. Februar dieses Jahres feiern durfte.
WeiterlesenPoems For Laila: On A Wednesday
Nikolai Tomás hat seine Band reformiert. Fast vier Jahre lang waren Poems For Leila auf Eis gelegt und Tomás mit seiner Solokarriere und verschiedenen Nebenprojekten beschäftigt. Neu dabei ist Julia Goldlust, die früher bei den Lemonbabies sang. Sie fungiert auf dem Comeback-Album „On A Wednesday“ als ständige Duettpartnerin von Tomás.
WeiterlesenKev Russell’s Junkers – Buttermilk & Rifles
Wenige kennen ihn, den kleinen Bruder von Lucky Luke. Mit seinem Pferd Sad Hobbler reitet er im Schatten seines großen Bruders durch die Welt. Apropos Schatten – dieser Mann zieht definitiv nicht schneller als derselbe, weil er so unscheinbar ist, dass er gar keinen hat. „Buttermilk & Rifles“ ist randvoll gestopft mit kleinen, sympathischen Looser-Balladen, die mit ihrem hintergründigen Humor erst beim zweiten oder dritten Mal zünden. Kev Russell war früher bei The Gourdes und hat jetzt mit einer Armada von Gastmusikern ein Album aufgenommen, das all denen gefallen müsste, die auch nicht schneller ziehen als ihr Schatten und dabei Mark Olson oder Mary Gauthier hören.
Kev Russell's Junkers
Buttermilk & Rifles
(Munich Records/Indigo)

