Elvis Presley: The Country Side Of Elvis

Der Titel lässt vermuten, dass hier Elvis‘ Faible für Country gefrönt wird. Das trifft leider nur zum Teil zu. Denn das ein oder andere genrefremde Liedchen hat sich auf diese Doppel-CD verloren, obwohl es (laut Titel) nun wirklich nicht hierher gehört. Davon abgesehen vereint diese Zusammenstellung Elvis‘ Lieblings-Countrylieder, die der spätere Meister des Rock’n’Roll gern und oft (nach)sang – ob sie nun von anderen für ihn oder für andere geschrieben wurden.

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Turtle Bay Country Club Presents Dub Decade

Es fliegen die Bässe tief, wenn Matthias Arfmann das Studio entert und seine Vision des Dub durch die riesengroßen Lautsprecher jagt. Der ehemalige Kastrierte Philosoph und Ex-Echo-Nominierte – das war anlässlich des legendären Absolute Beginner-Albums „Bambule“ – hat den Turtle Bay Country Club eröffnet. Dahinter verbergen sich sein Studio und sein Label, keine hippen Urlaubsinsulaner mit zu viel Geld auf der hohen Kante. Im Gegenteil: Arfmann ist trotz mehrer Erfolge bescheiden geblieben und zieht das Ding nach seinen Regeln und Vorstellungen durch.

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Wilco – Yankee Hotel Foxtrot

Oma hat’s ja immer gesagt: „Geduld ist eine Tugend“ und „Hilf dir selbst, dann hilft die Gott.“ Manchmal auch eine Plattenfirma. Jeff Tweedy und seine Mannen hatten keine mehr, haben stattdessen ihr neues Album übers Internet unters Volk gebracht und einfach mal abgewartet, ob sich nicht vielleicht doch jemand für „Yankee Hotel Foxtrot“ interessiert.

Eigentlich aberwitzig – da spielt eine der respektiertesten Bands der 90er Jahre ein neues Album ein und keiner will es haben. Aber zum Glück gibt es noch einige Plattenfirmen, die merken, wenn große Dinge am Start sind. „Yankee Hotel Foxtrot“ ist jetzt für Jedermann zu haben, ein typisches Wilco-Album und doch so anders als „Being There“ oder „Summer Teeth“.

Die elf Titel funktionieren nicht als Songs im klassischen Sinne. Jeff Tweedy scheint sie nur zu benutzen, um Stimmungen zu erzeugen. Was zählt, ist die Atmosphäre des Albums, und es gleicht fast einem Gottesgeschenk, dass trotzdem Perlen wie „I Am Trying To Break Your Heart“ oder „Jesus, etc.“ an der Liederkette glitzern.

(dmm)

Wilco
Yankee Hotel Foxtrot
Nonesuch/Wea

Michelle Branch: The Spirit Room

Nach all den poppigen Retortenkindern geht jetzt anscheinend der Trend wieder zu jungen Musikern, die ihre Songs selbst schreiben und sich einigermaßen professionell an einem Instrument festhalten. Michelle Branch ist noch keine zwanzig Jahre alt, Shooting-Star in den USA und man muss sich im Moment schon viel Mühe geben, um ihre Single „Everywhere“ zu überhören. Ich persönlich habe trotz des fröhlichen Lalala-Songs ein noch etwas fundierteres Album erwartet, aber auch so ist „The Spirit Room“ nicht wirklich schlecht geworden.

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Steve Morse Band: Split Decisions

Wunderbar, kein Flitzefinger-Rock, kein Skalengedudel und schon gar keine gegenseitige Nabelschau der beteiligten Musiker. Stattdessen hat Songwriting oberste Priorität, dicht gefolgt von Ideenreichtum und einer schier überbordenden Spielfreude. Steve Morse (Gitarrist von Deep Purple), Dave LaRue (Bass) und Van Romaine (Drums) scheinen sich blind zu verstehen, wobei insbesondere Bass und Gitarre prägnant agieren. Getragen von Dave LaRues Tieftöner lässt Steve Morse seine sechs Saiten singen und ersetzt mühelos jede denkbare Gesangslinie.

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Copyright: The Hidden World

Hui, fängt dieses Album stark an. Die ersten drei Titel, „The Hidden World“, „Rock Machine“ und „Mother Nature“, rauchen in bester Rock-Manier (Stones und so) durch die Boxen und präsentieren die Kanadier nach vielen Jahren in ziemlich guter Form. Nur bei den Balladen mag man gar nicht glauben, dass das dieselbe Band sein soll, die in dieses Werk so furios gestartet ist.

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Live: Nazareth

Kaiserslautern Kammgarn, 16.4.2002

Eigentlich wäre hier nichts zu sagen – ein ganz normaler Greatest-Hits-Set von den Schotten. Keyboard-Veteran Ronnie Leahy scheint leider eine Allergie gegen alles Analoge zu haben, und Gittarist Jimmy Murrison fügt viel zu viele Achtziger-Metal Licks hinein, schade. Aber: Nazereth hat eine sehr gute Version der Frankie Miller Nummer „Danger Danger“ gespielt, angekündigt als Beitrag zu einem Tribut-Album, das als Hilfe für den kranken Miller gedacht ist. Fans von Frankie Miller – „the real Paul Rogers“, wie er einst (von mir) genannt worden ist – sollten danach Ausschau halten.

This Is Where I Belong: The Songs Of Ray Davies & The Kinks

Ramrode und The Ravens hießen 1962 die von der Besetzung her identischen Bands, in denen der spätere Kinks-Kopf Ray Davies erste Gehversuche in Richtung Stardom unternahm. Zwei Jahre später tauschte der Sänger der Formationen das Mikrophon mit dem Terminkalender eines Managers aus und kümmerte sich fortan um die geschäftlichen Belange der in The Kinks umbenannten und von Davies angeführten Truppe. Das war der Startschuss für eine Karriere, die im Laufe ihrer vielen Jahre weite Kreise ziehen sollte.

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James Yorkston And The Athletes: The Lang Toun

James Yorkston ist Singer/Songwriter, stammt aus dem malerischen Edinburgh und hat mit seiner Band The Athletes einen Deal beim großartigen Indie Domino landen können. Seiner Single nach zu urteilen, muss man eingestehen, dass die Welt doch gerecht ist. Weg sind die Zeiten, in denen man von Zweifeln zerfressen wurde. Dass Yorkston hier und heute bei uns Erwähnung findet, ist ein Segen.

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Simple Minds: Cry

Verwirrung. Liegt es an meinen Ohren? Sind nicht Simple Minds höchstpersönlich an der misslichen Lage schuld, dass Teile ihres Comeback-Albums „Cry“ wie Auszüge aus U2-Alben klingen? Zum einen wäre da die Stimme von Jim Kerr. Zum anderen der Hang der schottischen Band, sich elektronischen Klangspielereien offen gegenüber zu sein. Beats und Effekte von Keyboards haben sich eingeschlichen. Nicht unbedingt eine schlechte Idee sollte man meinen. Doch andere würden argumentieren, dass Bands immer dann die Elektronik verstärkt zu Rate ziehen, wenn ihr nichts Gescheites mehr einfällt.

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Yeah Yeah Yeahs: Yeah Yeah Yeahs

Greil Marcus, der bekannte Rockkritiker, hält ganz große Stücke von dem New Yorker Newcomer Yeah Yeah Yeahs. Er sagt, der Name sei schlecht. Kann man beipflichten. Oder? Vielleicht drückt er genau das aus, wofür die Band steht: Exzess, Jubel, Trubel, Action. The Action is go – das sagten mal Fu Manchu. Das Trio um Sängerin Karen O fügt sich nur zu gut als Glied in eine Kette ein, deren vorderen Elemente von The Moldy Peaches, The White Stripes und The Strokes besetzt sind. Rotzfrech rock’n’rollen sie mit.

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