In Erinnerungen schwelgen, alte Zeiten Revue passieren zu lassen und längst verstaubte Archive wieder öffnen, stöbern und obskure Schätze zutage bringen. Das ist die Zielsetzung des Berliner Labels Crippled Dick Hot Wax. Einmal mehr haben sie diese bei der Zusammenstellung der Compilation „Les Chansons Des Perverts“ beachtet.
WeiterlesenKategorie: Musik
Tanya Donelly: Beautysleep
Es dauerte eine ganze Weile, bis Tanya Donelly wieder die Kurve bekam, um ein Soloalbum zu schreiben und aufzunehmen. Wir erinnern uns: 1997 veröffentlichte das ehemalige The Throwing Muses-, Breeders- und Belly-Mitglied den ersten Alleingang „Lovesongs For Underdogs“. Eine Babypause zwang Donelly, ihre musikalischen Aktivitäten für einige Zeit auf Eis zu legen.
WeiterlesenMike Tramp: Recovering The Wasted Years
„Es ist guter, alter Rock’n’Roll. Ich mache eben Brot aus Wasser, Mehl, Salz und Hefe. Rock’n’Roll macht man aus Bass, Schlagzeug und zwei Gitarren. Da fühle ich mich wohl und dabei bleibe ich.“
WeiterlesenPain Of Salvation: Remedy Lane
2002 ist noch taufrisch und schon manifestiert die erste Prog-Band ihren Ausnahmestatus. Anscheinend hat sich Mastermind Daniel Gildenlöw von seiner Tour als fünftes Mitglied von Transatlantic inspirieren lassen, denn mit „Remedy Lane“ werden die Schweden ganz sicher zu den großen Namen im Prog aufschließen.
Weiterlesen3582: The Living Soul
Ein wirklich seltsamer Bandname. Allerdings sollte man sich von dem nicht abschrecken lassen. Insbesondere Underground-HipHop-Headz nicht. Die Nummer 35 trägt nämlich Fat Jon, dessen Spitzname The Ample Soul Physican ist und der bei 5 Deez rappt, und die 82 gehört einzig und allein J. Rawls (Spitzname: The Living Vibe) von den Lone Catalysts, deren 2001er Debüt-Album „Hip Hop“ von vielen Kritikern in ihre Herzen geschlossen wurde.
WeiterlesenOverkill: Hello From The Gutter
Das Album „Fuck You“ war seinerzeit der Dauerbrenner auf unserem Schulhof. Für uns Mittelklassekids, die bis kurz vorher noch Yps mit Gimmick gekauft haben, war es schon ein Thema, eine Platte so zu nennen und dann auch noch einen gestreckten Mittelfinger darauf zu platzieren. Und was fand ich die Jungs hart!
WeiterlesenSouthern Isolation: Southern Isolation
Phil Anselmo hat sie entdeckt und bei seinem eigenen, just gegründeten Label Baphomet unter Vertrag genommen. Er hat diese EP auch produziert. Und er hat Stephanie Opal Weinstein auf der Gitarre begleitet. „Southern Isolation“ hat nichts mit Black Metal oder Grindcore zu tun. Anselmo hat seine Vorliebe für Singer/Songwriter entdeckt.
WeiterlesenTierra Santa: Sangre De Reyes
Zu Beginn ein paar Bands, von denen Tierra Santa ganz sicher nicht beeinflusst sind: Limp Bizkit, Korn, Machine Head. Hier ein paar Namen, von denen Tierra Santa ganz sicher beeinflusst sind: Iron Maiden, Iron Maiden, Iron Maiden. OK, vielleicht ist noch ein bisschen Judas Priest dabei, aber man hört überdeutlich, dass die Vorbilder der fünf Spanier in der New Wave Of British Heavy Metal zu finden sind.
WeiterlesenPeter Stuart: Propeller
Passiert ja nicht allzu oft, dass man MTV und Konsorten einschaltet und mit einer Band konfrontiert wird, die man nicht kennt, aber sofort gut findet. Seinerzeit passiert bei Dog’s Eye View mit ihrem US-Hit „Everything Falls Apart“. Peter Stuart, Kopf und Sänger der Band, meldet sich jetzt mit charismatischer Stimme wieder zurück. Dass seine musikalische Laufbahn eng mit Adam Duritz von den Counting Crows verwebt ist, überrascht nicht wirklich. Sowohl die Stimmen als auch die musikalischen Klangfarben, in denen beide malen, sind ähnlich.
WeiterlesenLive: Brian Wilson
Congress Centrum Hamburg 22.1.2002
Ein Konzert, das schon Wochen im Voraus meine Gedanken beherrschte. Brian Wilson, der legendäre Beach Boys-Komponist, auf Solo-Tournee: Das gibt es überhaupt erst seit drei Jahren, und bisher niemals in Europa. Sollte ich meine Fantasie freien Lauf lassen und von einem magischen Konzert-Ereignis träumen, oder die Erwartungen niedrig halten und das einfach als Gelegenheit für schöne Nostalgie sehen? Ein Freund in Los Angeles, der Brians Pet-Sounds-mit-Orchestra-Konzert September 2000 im Hollywood Bowl sah, meinte, ich sollte mich ruhig auf etwas Besonderes gefasst machen. Solche Aussagen sind für mich aber gefährlich, und schon zwei Wochen vor dem Konzert konnte ich an nichts anderes denken, sosehr habe ich mich gefreut – meine Arbeit war futsch und mein Sozialleben (ah, das nur) hintan gestellt.
WeiterlesenMuse: Origin of symmetry
Wenn man die Gitarrenlehrer des jungen Matthew Bellamy fragt, werden sie sicher sagen: „Ja, wir haben damals viel Fingerübungen gemacht. Etüden, Dreiklangsbrechungen, Arpeggien und so. War ja eigentlich geplant, dass er ein bisschen Konzertgitarre lernt, akustische natürlich. Aber dann brach diese grässliche Begeisterung für Hardrock bei ihm durch…“
WeiterlesenStarsailor: Love is here
Die meisten Bands haben so ein, zwei Balladen im Gepäck. Zum Schwofen, für die Fans. Oder für die Feuerzeug-Abteilung bei den Konzerten. Vielleicht auch einfach nur für den Kontrast. Starsailor sind da anders. Starsailor haben nur Balladen auf dem Album. Wunderschöne, melancholische Balladen, die vor Intensität nur so vibrieren.
WeiterlesenTurin Brakes: The Optimist LP
Das Konzept „Zwei Männer und zwei Akustikgitarren“ ging schon immer gut. Man denke nur an Simon&Garfunkel… Aber nicht jeder schreibt kleine Folk-Hymnen und vertont sie in kontrapunktisch perfektem Harmoniegesang. Die Melodien der Turin Brakes sind zum Beispiel ihrem Wesen nach typische Rock-Hooks.
WeiterlesenMeldrum: Loaded Mental Cannon
Die Gitarristin und Namensgeberin der Combo Michelle Meldrum war früher bei dem Heavy-Damenvierer Phantom Blue, ist außerdem die Ehefrau von ex-Europe Gitarrist John Norum und stellt jetzt mit „Loaded Mental Cannon“ das Debütalbum ihrer neuen Band vor. Zum reinen Mädels-Quartett hat’s diesmal nicht gereicht, hinter den Drums sitzt ein Kerl. Obwohl sich die Combo unheimlich Mühe gibt, so bitchy wie möglich rüberzukommen, lenken weder Aussehen noch Oberweite komplett von der Musik ab. Am auffälligsten ist die Wandlungsfähigkeit von Sängerin Moa Holmsten, die in dem aggressiven Opener „The Story Of Junk“ losröhrt bis zum Geht-nicht-mehr um später bei „Feeding The Hope“ ihre weiche, melodische Seite zu zeigen.
WeiterlesenH-Blockx: Get In The Ring
Bei den Festivalauftritten im vergangenen Jahr musste man schon viel Enthusiasmus mitbringen, um sich das gerade zu hören, was Henning Wehland und B & K von Das Department zurechtgebrüllt haben. Während man sich live fragen musste, ob es eine gute Idee war, Dave Gappas Ausscheiden so auszumerzen, hat die moderne Studiotechnik den Schrägklang zumindest auf Platte wieder zurecht gerückt. Das neue Werk überrascht mit einem Rückschritt; während das vergangene Album „Fly Eyes“ mehr in Richtung bodenständigen Rock tendierte, scheinen sich die vier Jungs auf „Get In The Ring“ wieder mehr auf die jugendliche Zielgruppe auszurichten.
WeiterlesenMichael Hedges: Beyond Boundaries
Der 1997 verstorbene Gitarrist pendelt, wie die meisten Instrumentalisten, zwischen phantasievollen Kompositionen und willenlosem Gezupfe. Obwohl Michael Hedges immer in die New Age Ecke gedrängt wird, sind seine CDs nicht so entrückt, wie die Plakette vermuten lässt. „Beyond Boundaries“ versammelt 19 Stücke von seinem ersten Album „Breakfast in The Field“ (1981) bis zu seinem letzten Werk „Torched“ (das erst 1998 nach seinem Tod erschien).
WeiterlesenSteve Hackett: Live Archiv 70, 80, 90’s
Der Weltklassegitarrist hat seine Archive aufgeräumt und die Live-Aufnahmen aus drei Jahrzehnten handlich auf vier CDs sortiert, die der geneigte Hörer jetzt käuflich erwerben kann. Hier muß die Betonung wirklich auf „geneigt“ liegen, denn trotz Steve Hacketts unbestrittener Klasse klingen viele Titel hausbacken und überlang. Mir liegt zur Rezension nur der letzte Teil vor, aber man fragt sich, wie wohl die 70er oder 80er klingen?! Für Fans aufgrund des Umfangs und der Zusammenstellung sicherlich elementar, für alle anderen zu teuer.
Steve Hackett: Live Archiv 70, 80, 90's
(Insideout/SPV)
Looptroop: The Struggle Continues
HipHop aus Schweden auf einem schwedischen Punkrock-Label? Es ist immer noch nicht zu glauben, dass Looptroop ihren HipHop via Burning Heart in die Welt hinaus posaunen. Der Nachfolger zu ihrem Debüt „Modern Day City Symphony“ übertrifft alle Erwartungen. Von wegen skandinavische Außenseiter.
WeiterlesenBad Religion: The Process Of Belief
Wie wurde auf dieser Band in den vergangenen Jahren rumgehackt! Der alte Geist wurde vermisst, sowohl „New America“ als auch „No Substance“ waren nicht gerade Lieblingsalben von Kritikern, und auch die Fans jammerten, dass das alte Material besser war. Und jetzt ist Brett Gurewitz wieder an Bord und alles ist gut?! Anscheinend ist die Gleichung so einfach. Greg Graffin hat seinen Kompagnon wieder mit im Songwriting-Boot und auf einmal fließen den beiden Sachen aus der Feder, wie man sie schon seit Jahren von Bad Religion nicht mehr gehört hat. Vielleicht war der Bruch auch notwendig, denn -machen wir uns nichts vor- das letzte Album mit Brett Gurewitz „Stranger Than Fiction“ war auch nicht der Oberhammer.
WeiterlesenMississippi Sludge: Biscuits & Slavery
Der Southern-Stoner-Rock von Mississippi Sludge röhrt und dröhnt so kraftvoll wie ein Pickup mit zwei jungen Zuchtbullen auf der Ladefläche; leider auch so klischeebeladen. Rockt wie die Hölle, aber selbst beim besten Willen lässt sich nicht ein Song finden, der wirklich erwähnenswert wäre.
(4 Fritten)
Mississippi Sludge: Biscuits & Slavery
(Record Heaven)
