Brain Donor: Love, Peace & Fuck

Hm, was wollen uns Brain Donor mit dem Titel ihres Albums sagen? Ob sie das überhaupt selbst wissen? Egal, Brain Donor ist das neue Kind der ehemaligen Spiritualized-Mitglieder Kevlar und Dogman sowie Julian Cope, der Solokünstler ist und auch schon mit Nova Mob und Teardrop Explodes gespielt hat. Sie ergeben zusammen diese hochexplosive Mischung namens Brain Donor. Ihnen geht es um freie Meinungsäußerung jenseits des politisch Korrekten.

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Skindive: Skindive

Gerry Owens, der Kopf von Skindive, hat eine große Affinität zu Filmmusiken. Aus diesem Grunde hat er sich von ihnen inspirieren lassen, um dem Debüt seiner Band eine etwas andere Note zu verleihen. Seine Kompositionen sind unglaublich dicht und kompakt. Den gebürtigen Dubliner verschlug es seinerzeit nach London, um Mitstreiter für sein Projekt aufzuspüren. Die fand er in Alan Lee (Bass) und Ger Farrell (Schlagzeug). Nur eine Sängerin fand er nicht. Schließlich stieß er auf Daniele Harrison, der er per Telefon die ersten fertigen Stücke vorspielte. Sie war begeistert und damit war Skindive geboren.

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Granfaloon Bus: Exploded View

Ruhe und Besinnlichkeit sind Stimmungszustände, die nur zu gut zu dieser Jahreszeit passen. Da kommen uns die vier Zeitlupenmusiker aus San Francisco gerade Recht. Granfaloon Bus sind bekannt für ihre wunderschöne Untermalung unendlicher Weiten. Wo man auch hin schaut, man sieht nichts als dürre Landschaften. Doch in der Ferne erkennt man einen Salon und aus diesem dringt aufs Wesentliche reduzierte Country & Western-Musik an unsere Ohren.

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The Cranberries: Wake Up And Smell The Coffee

Die Meinungen über die irische Band klaffen weit auseinander. Aber so schlecht, wie sie gerne gemacht werden, sind The Cranberries auch nicht. Zumindest nicht auf ihrem fünften Album „Wake Up And Smell The Coffee“. Die beste Nachricht zuerst: Die Stimme von Dolores O’Riordan verliert immer mehr diese schneidende Penetranz, die bisher Milchprodukte aller Art zum sofortigen Umkippen bewegt hat.

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Anne Haigis: in deutsch

Urgendwann hat sich meine Chrom-Compact-Cassette verabschiedet, die auf ihrem Band „Wer fragt nach mir“ von Anne Haigis beherbergt hatte. Das hektische Suchen nach der CD verlief erfolglos, da die vier deutschsprachigen CDs von 1984-1989 nicht mehr aufgelegt werden. Für jeden, der irgendwann und irgendwo ein Lieblingslied von Anne Haigis hatte, gibt es jetzt alle deutschsprachigen Singles der Sängerin auf einer CD. 18 Tracks, 77 Minuten mit allem was die stimmgewaltige Süddeutsche bekannt gemacht hat.

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Tindersticks: Trouble Every Day

Dem Soundtrack nach zu urteilen, handelt es sich bei „Trouble Every Day“ um einen ruhigen, tief-traurigen Film. Wahrscheinlich geht es um eine ausweglose Beziehungskiste, die tragisch und schockierend endet. Da hätte die Wahl der Musikgestaltung nicht besser fallen können. Tindersticks sind bekannt für ihre musikalische Neigung zur Klassik, ihre schwelgerische Ader, die in Pathos und Tragik zu versinken droht.

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The Bronx Casket Co.: Sweet Home Transylvania

Mischt gut abgehangenes Heavy-Riffing mit Gothic und dem üblichen Mumpitz und ihre bekommt The Bronx Casket Co. Kopf hinter der Band ist DD Verni (Overkill), der sich hier zum zweiten Mal als Schwarzmäntelchen austobt. Neben vielen coolen Songs ist sogar ein echter Überhammer dabei herausgekommen: „Black Valentine“ ist Pflicht. Wenn man das Album mit Humor angeht, hat man 56 Minuten komplett sinnfreien Spaß.

(6 Fritten)

The Bronx Casket Co.: Sweet Home Transylvania
(Massacre/Connected)

Popium: Popium

Ganz große, bezaubernde Gitarren-Popmusik aus Norwegen. Popiums selbstbetiteltes Album weckt unter anderem Erinnerungen an Beach Boys, The Beatles, Oasis und Blumfeld (kein Scherz!). Frank Hammersland, der alle Songs im Alleingang geschrieben hat, muss ein Genie sein. Anders ist der sofortige Drang mitzusingen und zu tanzen nicht zu erklären.

(9 Fritten)

Popium: Popium
(Music Network/Zomba)

Mike Harrison meets the Hamburg Blues Band: Touch

„Touch“ – schöner Titel für ein unspektakuläres, aber berührendes Album. Rhythm’n’Blues vom Feinsten, ordentlich abgehangen, sauber gespielt, mit einigen wirklich starken Songs wie den beiden Balladen „Perfect Day“, „There’s A Road“ und dem kraftvollen Live-Titel „Waiting For The Wind“.

(6 Fritten)

Mike Harrison meets the Hamburg Blues Band: Touch
(Ruf Records)

Edguy: Mandrake

Wurden die Oberhessen zu Beginn ihrer Karriere eher belächelt haben sie schon mit ihrem vergangenen Album „Theatre Of Salvation“ die einheimischen Vorbilder locker abgehängt. Jetzt haben Edguy mit „Mandrake“ die internationale Konkurrenz im Visier. Ausgefuchst und super fett hauen die fünf Jungs ihre Songs unters Volk. Dass man dabei jeden Ton, jede Harmonie im Vorfeld erahnen kann, schmälert den Eindruck aber keineswegs. Man weiß, was man kriegt – und das in Formvollendung.

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Motor Mania Vol. 2

Ich mag ja eine ganze Menge im Blut haben, aber Benzin ist definitiv nicht dabei. Nachdem man sich auf dem ersten Teil der Reihe schon „Legendary Biker Sounds“ anhören durfte, gibt es jetzt Volume 2 und da geht es um „Legendary American Car Engines“. Wer also Lust hat, einer Corvette von 1979 20 Sekunden beim Knattern zuzuhören, der wird speziell mit der zweiten CD viel Spaß haben.

Auf der ersten CD spielt dann die Musik und die ist mit 18 Songs recht üppig ausgefallen. Sie beschäftigt sich natürlich thematisch mit dem Automobil und hat von neueren Aufnahmen wie Big Country mit „Driving To Damascus“ bis zu Klassikern wie Hot Chocolates „Heaven’s In The Back Seat Of My Cadillac“ alles drauf. Ordentlich zusammengestellt für eine spitz definierte Zielgruppe.

V.A.:
Motor Mania Vol. 2
(SPV)

Econoline Crush: Brand New History

„Brand New History“ von Econoline Crush ist eine zwiespältige Geschichte. Auf der einen Seite beeindruckt die Band mit knallig modernen Rocksongs, auf der anderen Seite regiert Belanglosigkeit und Eighties-Spirit. „Make It Right“ oder die Single „You Don’t Know What It’s Like“ gehen in die Richtung von der neuen Stabbing Westward: Ausgeklügelter, melodischer Rock mit modernen Elementen, während Titel wie „Flamethrower“ oder „Diggin‘ The Heroine“ sowohl durch Melodie und Umsetzung komplett abfallen und gerade letzterer komplett an die 80er erinnert.

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Jim Capaldi: Living On The Outside

Als ich die Neue von Jim Capaldi das erste Mal in den Player gelegt habe, lief vorher noch im Radio „Run To You“ von Bryan Adams. Wenn das Album dann direkt mit dem Titelsong eröffnet muss man schon sehr genau hinhören, um zu merken, dass man jetzt nicht noch irgendein 80er-Jahre Rocklied im Radio mitkriegt. Immer noch Bryan Adams? Oder Bruce Springsteen zu „Glory Days“ Zeiten?

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