Sugar Ray sind das musikalische Pendant zu Popcorn-Kino: Zurücklehnen, berieseln lassen, nur nicht zuviel nachdenken. Dass man diese Art von Unterhaltung ab und zu braucht, ist unbestritten, aber über die ganze Lauflänge ist es etwas anstrengend, dass man das Hirn überhaupt nicht einschalten muss, um dieses Album zu begreifen. Irgendwie hat sich die Band selbst ein Bein gestellt mit dem Versuch, Allen zu gefallen.
WeiterlesenKategorie: Musik
Transatlantic: Bridge Across Forever
Da ist sie wieder, die Supergroup, bei der sich das Talent der Mitglieder tatsächlich potenziert. Nicht, dass ich die Hauptbands der vier Akteure nicht mögen würde, aber was Roine Stolt, Mike Portnoy, Pete Trewavas und Neal Morse gemeinsam als Transatlantic verzapfen, liegt mindestens gleich auf mit den Stammbands, wenn nicht in einzelnen Fällen sogar mit der Nase vorn.
WeiterlesenMachine Head: Supercharger
Machine Head ist beileibe keine Band, die man mit filigranen Arrangements und knackigen Melodien in Verbindung bringt. Warum eigentlich nicht? „Supercharger“ ist zwar immer noch ein 1-A-Krachalbum, aber das Quartett weiß seine ungestüme Kraft zu zügeln. Vom lauen Lüftchen bis zum Orkan hat die Band alles drauf.
WeiterlesenChimaira: Pass Out Of Existence
„Warum bin ich so, wie ich bin“, fragt Sänger Mark Hunter im Opener „Let Go“ in den Raum. Das könnte folgende Gründe: a) Hunter ist unverbesserlich und hat nichts dazugelernt. b) Er ist überhaupt nicht lernfähig. Egal ob a) oder b), das Resultat ist dasselbe und lässt sich auf die Musik seiner Band Chimaira übertragen.
WeiterlesenKalabra: Folka
Stellt euch ein typisches, schwedisches, rotes Holzhaus mit Namen „Folka“ vor und die Gäste heißen Jazz, Fusion, Rock und Pop. Die fünf jungen Schweden von Kalabra greifen bei den zwölf Titeln ihres Album „Folka“ ebenso auf traditionelle Instrumente wie die Nyckelharpa oder die nordische Bozouki, als auch auf das Rock-Instrumentarium von Drums, Bass und Gitarre zurück. Basierend auf den Klängen ihrer Heimat, haben sie ein Holzhaus gezimmert, das nur auf den ersten Blick typisch schwedisch ist.
WeiterlesenAnita Lane: Sex O’Clock
Anita Lane war früher das Liebchen von Nick Cave und beglückt die Welt jetzt schon mit ihrer zweiten Scheibe. Vom Cover grinst sie runter wie Olivia Newton-John und nervt uns mit so dämlichen Titeln wie „Home Is Where The Hatred Is“ und „The Next Man That I See (I’m Gonna Make Love To)“.
WeiterlesenTwin Obscenity: Bloodstone
Der Anfang klingt vielversprechend, aber der uninspiriert grunzende Sänger zerstört mit seiner heißen Luft alles. Musikalisch gut, gesanglich unterste Death Metal-Schublade. Schade drum.
(5 Fritten)
Twin Obscenity: Bloodstone
(Century Media/SPV)
Rhoff: La Vie Avant La Mort
Das Leben vor dem Tode – wie mag das in den Augen eines Pariser Jungsporns aussehen? Rhoff (jamaikanischer Slang für rough, also rau, hart) hat radikale Antworten auf diese Frage, die ihm in seiner Heimat immer wieder Ärger mit den Radiosendern garantieren. Meist mimt er den Hardcore-Rapper; ab und an aber lässt er die Aggressionen beiseite und rappt sich durch einen Funk/Soul-Track.
(6 Fritten)
Rhoff: La Vie Avant La Mort (EMI)
Adema: Adema
Nachdem die Nu-Metal-Welle schon deutlich abflacht, funktionieren viele neue amerikanische Bands nach dem Baukastenprinzip: Das Beste aus beiden Welten. Auf der einen Seite der wuchtige Pathos von Bands wie Creed, auf der anderen Seite die Dicke-Hosen-Musik. Bands wie Liquid Gang (leider schon wieder aufgelöst), Staind oder jetzt Adema schmiegen sich zwischen diese beiden Pole und sprechen eigentlich alle die an, die es weder extrem hart noch extrem kompliziert wollen. Auch wenn sich eine Schwemme dieser Bands abzeichnet, ist der Mittelweg vielleicht gar kein schlechter.
WeiterlesenBoozie Boogy: Welcome To The Bogyland
Im Bogyland da hört der Mann gerne lustigen Punkrock und singt über geile Weiber, die ihm devot zu Füssen liegen. Nicht sonderlich produziert, aber so trashig, dass es fast (!) schon wieder gut ist. Das bezieht sich auf die Texte, die Musik und insbesondere das Artwork.
(3 Fritten)
Boozie Boogy: Welcome To The Bogyland
(Nexus/Point Music)
Butterfly Jones: Napalm Springs
Hätten Butterfly Jones sich an alten Vinyl-Zeiten orientiert, wäre mit dem zehnten Song Schluss gewesen. So zerschießen sie sich mit vier überschüssigen „Mehrtiteln“ fast den guten Gesamteindruck. Aber halt nur fast, denn was die Jungs vorher zehn Titel lang abfackeln, kommt extrem gut. Eingängiger Rock mit Streichern, Surf-Reminiszenzen, psychedelischen Klängen, fetten Refrains oder auch mal ganz schlicht wie bei der schönen Ballade „Wonder“.
WeiterlesenGenerators: Tyranny
Ihr dritter Kraftakt in Sachen energetischer Punkrock. Druckvoll, ausgereift, laut, richtig schön dreckig und mit vielen Mitsingrefrains.
(9 Fritten)
Generators: Tyranny (People Like You/SPV)
Jimi Tenor: Utopian dream
Karg sind sie immer noch, die Song-Landschaften des Jimi Tenor. Aber wesentlich heller als auf dem Vorgänger „Out of nowhere“.
Der Beat ist der Schrittmacher in Tenors Musik. Auf ihm wabern und fließen seine sanften Klänge. Wie Linien umschlingen sie einander, es perlt, funkelt und strahlt sphärisch in den Raum. Gebrochen durch grollende Piano-Akkorde und staubige Hi-Hats. Und immer wieder trockene Flöten-Stöße und hölzerne Percussion-Tupfer.
WeiterlesenNo Curfew: If
Wären wir doch alle wieder 18 Jahre, dann könnten wir vielleicht verstehen, warum diese jugendliche, drittklassige College Rock-Band unter Vertrag genommen wurden. Machen sie doch genau dasselbe, was ihre Kollegen mit Flaum seit Jahr und Tag machen. Außerdem: Wer singt heute noch über kiffende Mitschüler, Eltern und Dinge, die man nicht tun sollte, die aber ungemein Spaß machen?
(4 Fritten)
No Curfew: If
(Polydor)
Garlic Boys: Death Match
Vier Punkrocker aus Osaka, von den Ärzten für ihre anstehende Sommertour 2001 gebucht, veröffentlichen in Deutschland ein 23 Stücke umfassendes Best Of-Album mit rotzigen und poppigen Anteilen. Hoch die Tassen und Anlage auf Volldampf.
(7 Fritten)
Garlic Boys: Death Match
(Wolverine/SPV)
www.garlicboys.com
No Use For A Name: Live In A Dive
Die erste CD aus einer Reihe von Live-Alben auf Fat Wreck. No Use For A Name (mit Comic im Booklet) machen ihre Sache gut, punkrocken das Haus und peitschen die Menge zu Höchstform an. Jedes Bandmitglied durfte seine Faves zur Setlist beisteuern und obendrein das Misfits-Cover „Martian“ und „Redemption Song“ von Bob Marley.
(6 Fritten)
No Use For A Name: Live In A Dive
(Fat Wreck/SPV)
Embrace: If You’ve Never Been
Es ist aus dem Titel nicht klar ersichtlich, was man wohl noch nicht war. Traurig? Betroffen? Einsam? Verloren vielleicht? Wahrscheinlich, nimmt man die einfühlsame, epische Musik auf dem neuen Album der Band aus Yorkshire als Maßstab. Episch und auch bombastisch. Die Songs wurden bis kurz vorm Platzen zu prachtvollen Epen aufgeblasen, die über die Felder hallen, bis weit in die nächste Stadt hinein.
WeiterlesenYes: Magnification
Es hätte sooo schön sein können. Die Art-Rock-Echsen Yes nach 21 Jahren wieder gemeinsam mit einem Orchester. Nicht, dass in den vergangenen Jahren keiner versucht hätte, Rockmusik und Orchester zusammenzubringen. Aber Yes bringen, zumindest theoretisch, die Voraussetzungen mit, um daraus eine interessante CD werden zu lassen.
WeiterlesenBjörk: Vespertine

Björk war nie hip, durfte aber trotzdem immer große Erfolge feiern. Sicherlich wird sie mit „Vespertine“ an diese anknüpfen können. Und das obwohl ihr neues Album keineswegs massenkompatibel und charttauglich ist. Schließlich hat die Isländerin, die beteuert, seit Jahren fast ausschließlich elektronische Musik zu hören, mit dem kalifornischen Minimal-Elektro-Duo Matmos zusammengearbeitet und sich der Dienste von Matthew Herbert und Console, Solokünstler und Mitglied bei The Notwist, bedient.
WeiterlesenMelomane: Resolvo
Ausgerechnet das dunkle, prollige Brooklyn gebiert das musikalische Edelweiß dieses Herbstes: eine Truppe gestandener Instrumentalisten namens „Melomane“.
Verschroben, verspielt und voll Poesie: „Resolvo“ verzaubert. Schwerfällig und rustikal, aber auch traumhaft schwebend, hängt es irgendwo zwischen rumpeliger Trucker-Polka und zarter Psychedelik. Streift Folklore, Jazz und gleitet ab in unwirklich-leuchtende Klangwelten. Experimentiert mit Sound-Collagen, symphonischen Arrangements, simplen Folk-Mustern und Harmoniegesang. Für den schillernden Klang sorgen typisches Rock- und Folk-Equipment, aber auch Streicher, Bläser, warm wabernde Orgel und fremdartig-irreales Vibraphon.
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