Der Weg zwischen Kunst und Trash ist lang. Jedenfalls wenn man sich das literarische Wertigkeitssystem als ein Gebäude vorstellt, der Krimitrash im von Schimmel und Schwamm heimgesuchten Souterrain und der fein-, tief-, hintersinnig komponierte „literarische Krimi“ ganz Penthouse-Resident mit den Annehmlichkeiten eines intellektuellen Dachgartens. Aber man kann sich das Ganze auch anders vorstellen. Als einen Kreis, der beim Krimi als reiner Kolportagekost beginnt und beim „Krimi als literarisches Kunstwerk“ endet. Dann kommt einem die Strecke zwischen den Extremen immer noch lang vor – doch eigentlich liegen sie ganz dicht beieinander.
Rob Alef: Kleine Biester
Darf ein Krimi, in dem reihenweise Kinder ermordet werden, lustig sein? Kann ein Krimi, der grässliche Monster durch die Berliner Unterwelt rumoren lässt, die Wirklichkeit widerspiegeln? Er darf, er kann. Hängt, wen wundert’s, vom Können des Autors ab und das ist im Falle von Rob Alef beneidenswert groß. „Kleine Biester“ heißt das Buch, was, hat man es zu Ende gelesen, durchaus doppelsinnig ist und dennoch einen sehr eindeutigen Blick auf die Verhältnisse erlaubt.
Prost
Ein Jahr →Drood-Projekt, 350 Folgen, über 600 (virtuelle) Druckseiten. Ein Grund, mich selbst zu feiern? Das auch. Aber vor allem den armen Schweinen Respekt zu zollen, die sich das seit einem Jahr, seit 350 Folgen antun. Leute, ihr habt mein Mitgefühl!
Was ist Krimi? Neues aus der Zettelwirtschaft 10
Heute mit Dickens und Higgins, einigen notorischen Arschgesichtern und Arschgedanken, der propperen Psycho-Anneliese und anderen organisierten Verbrechen. Und einem Jubiläumszettel, auf den ihr schreiben könnt, was ihr wollt. Vielleicht verratet ihr es mir? Die Kommentarfunktion ist immer noch aktiv, ich muss nur freischalten, wegen Spam, sorry.
WeiterlesenGeorge V. Higgins: Die Freunde von Eddie Coyle
Eine gelesene Geschichte ist immer auch eine gesehene Geschichte. Unser Kopfkino verwandelt Wörter in Bilder, schnappt sich den Handlungsfaden und zieht ihn möglichst logisch-straff, um auf diesem Seil, dieser Sinn-Einheit, über den Abgrund zu tanzen, in den zu schauen man uns abgeraten hat. Vorsicht, Absturzgefahr, Vorsicht, disparate Teilchen unseres Daseins. Um dieses Kunststück bewerkstelligen zu können, hat man u.a. die erzählende Literatur erfunden. Aber Literatur wäre nicht Literatur, wenn sie den Erwartungen nicht gelegentlich davonliefe, indem sie sie erfüllt und gleichermaßen untergräbt. Einen solchen Text hat man bei „Die Freunde von Eddie Coyle“ vor sich.
Beginnen wir mit dem filmischen Teil, was deshalb auch nahe liegt, weil dieser 1971 veröffentlichte (und erst 1989 ins Deutsche übersetzte) Roman von George V. Higgins gleich nach seinem Erscheinen mit Robert Mitchum verfilmt wurde. Wir folgen dem Titelhelden, einem Kleinkriminellen, durch die letzten Tage und Stationen seines Lebens. Doyle besorgt Schusswaffen, er ist Zwischenhändler, ein kleines Rädchen im kriminellen Getriebe wie andere auch, mit denen er sich trifft. Momentan gehen die Geschäfte gut, denn der Gangster Scalisi und seine Gang haben Bedarf an heißer Schussware für clever inszenierte Banküberfälle. Die ganze Geschichte ist eine Abfolge von Kalkül und Verrat, jeder ist sich selbst der nächste, jeder will überleben, und am Ende wird Eddie Coyle eben tot sein. Ein reinrassiges Gangsterdrama wäre das – wenn Higgins nicht etwas anderes im Sinn gehabt hätte.
Papierstadt
Sooo einfach zu machen und sooo schön: unsere Papierstadt! Abgeguckt natürlich hier bei ↑lilla a. Dank Vincent ist auch ein Fluss mit einer Brücke dabei. Im Fluss schwimmt ein schicker Fisch. Durch die Großstadt fährt ein großes blaues Auto. Und das große Braune mit dem weißen Kopf ist, jawohl, ein Pilz! Weiterlesen
Eine Mordsgeschichte wird recherchiert
Nichts als Zettel, Zettel, Zettel… Nein, jetzt gibt es auch ein merkwürdiges Stück aus „Was ist Krimi?“ zu lesen, einen Kurzkrimi gewissermaßen. Ein PDF mit Bildern, im Krimikultur:Archiv veröffentlicht, genauer: →hier. Viel Vergnügen oder auch nicht.
Was ist Krimi? Neues aus der Zettelwirtschaft 9
Von W.H. Auden bis zu geworfenen Tampons, über flüchtende Leserschaft und Hamster bei Facebook: Wieder einmal steckt in diesem Zettelkonvolut alles, was wir so am Krimi lieben. Live dabei sein könnt ihr bei Facebook.
WeiterlesenNovembercouch
Bitte hinsetzen und lesen. Eine längere Kolumne mit Gedanken zum →Schwedenkrimi, eine sehr lobende Rezension zu Guido Rohms →„Blutschneise“ sowie eine weniger begeisterte zu Wolfram Fleischhauers →„Torso“. Und, von den anderen Kolleginnen und Kollegen, noch vieles mehr. Natürlich auf der →Krimicouch.
Kastanienmännchen
Ich bin ja nicht soooo begeistert davon: die Waldfruchtmännchen mit Papier-Augen hatte ich mir schöner vorgestellt. Aber schaut mal: eins von Vincents Männchen hat sogar (rosa) Augenbrauen! Er liebt sie alle. Sie wohnen in seiner Puppenstube, werden abends alle in Bettchen gelegt, morgens in Badewanne und Dusche gestopft und danach an den Mini-Frühstückstisch gesetzt. Na, dann will ich sie auch mal liebhaben. Weiterlesen
Roger Strub: Tödliche Punkte
Eine Kurz-und-knapp-Rezi zu einem Ex-und-Hopp-Krimi. Schweizer Rassist tötet böse ausländische Jungs mit Curare, Detektivin (Ex-Polizistin) ermittelt, pflichtgemäßes Beleuchten der Schweizer Verhältnisse, alles sehr bieder und ambitionslos. Am Ende war’s dann einer und Schluss. Liest sich rasend schnell, im Guten (Lebenslesezeit) wie im Schlechten (der ganze Rest).
Was ist Krimi? Neues aus der Zettelwirtschaft 8
Der Zettelkrieg geht weiter. Krisen, Weisheiten und Erkenntnisse, dumme Ideen und Vorschläge, Schwarmintelligenz und Schwarmidiotie. Keine Ahnung, was das noch werden soll.
WeiterlesenWaldorfbasar
Das ist ein Zwergengarten. Den hab ich bei einem Waldorfbasar gekauft. Waldorfbasare gibt´s oft kurz vor der Adventszeit in Waldorfschulen (und vermutlich auch in Waldorfkindergärten). Da kann man prima Weihnachtsgeschenke kaufen oder sich ein paar Bastelanregungen holen, denn das allermeiste dort ist von Schülern und Eltern selbstgemacht. Weiterlesen
Georg Haderer: Der bessere Mensch
Deutschland 2011. Eherne Gesetze geraten ins Wanken, ehemals orthodox gläubige Menschen wechseln ihre Überzeugungen mit der Unterwäsche, nichts ist mehr so, wie es einmal war. Ausnahme: österreichische Krimis. Die sind lustig. Immer, mal so, mal anders, aber lustig. Und dann das: Georg Haderers „Der bessere Mensch“. Österreicher, aha. Man beginnt mit der Lektüre und irgendwann, sagen wir auf Seite 38, schaut man ungläubig in die Kurzbio des Verfassers. Österreicher. Aber nicht österreichisch lustig. Schulterzucken. Die Welt ist endgültig und komplett aus den Fugen geraten.
Was ist Krimi? Neues aus der Zettelwirtschaft 7
Und immer turbulenter wirbeln die Zettel. Warum es tröstlich sein kann, wenn Schulkinder ermordet werden und das Lesen eine größere Kunst ist als das Schreiben, über Kanzlerinnen und andere Eiserne Jungfrauen, Prostituierte und überhaupt: die Zeit, die über sich zusammenbricht. Wie immer live bei Facebook.
WeiterlesenFranz Xaver Roth: Böser Mann
Dieses Werk ist mir auf der Buchmesse zugetragen worden, als hätte die edle Überbringerin gewusst, dass mir eine dröge zweistündige Zugfahrt bevorstand. „Soll irgendwie wolfhaasig sein“, kam die Zusatzinformation. Und angesichts des Covers – verkaufsförderndes bayrisches Weißblau -, der erschütternden Erinnerung an eine Probeseite Rita Falk und des Autorenfotos – so sehen Bayern aus! – machte ich mir keine großen Hoffnungen auf nennenswertes Leseamüsement. Aber zwei Stunden im ungeheizten ICE… Kaffeenachbau zu Champagnerpreisen… „Sänkyou for träwweling wiff se Deutsche Bahn“-Durchsagen… also las ich, knappe 100 Seiten. Und lebe noch.
Schoko-Geister
Wir grooven uns langsam in Sachen Halloween ein. Flüssige weiße Kouvertüre, etwas Olivenöl, ein paar Schokotropfen und Hinterlassenschaften der Eiszeit. Geht ganz einfach. Weiterlesen
Was ist Krimi? Neues aus der Zettelwirtschaft 6
Zeit für die nächsten Zettel. Affen, die Kinderschokolade lutschen, Fritz Lang grüßt aus der Ferne und Titeleindeutscher, Polizisten, Hacker brauchen Therapien. Na dann. Wie immer: Zettel in Echtzeit gibts bei Facebook.
WeiterlesenBügelperlen
Bügelperlen – ein skandinavischer Designklassiker. Kommen nämlich aus Dänemark. Hab ich als Kind nie benutzt, aber jetzt!!!






