Heute ist Feiertag im Saarland. Nicht nur, aber auch, weil der endlose Krimi um Edwin Drood endlich weitergeht. Also wieder dran gewöhnen, dass der Tag mit einer Schusswunde und einer Seite Prosa beginnt. →Hier natürlich.
I think I’ll lie here and dream of you
Matt Johnson (The The) wird 50.
http://www.youtube.com/watch?v=xR2ImlS3v3c
(Mehr Daten zum 15. August im →Historischen Kalender)
Zwei Rezis und ein Tipp fürs Sommerloch
Die neue Krimicouch ist online – der Sommer leider noch nicht. Dafür strahlt Norbert Horsts →„Splitter im Auge“ und auch Jan Costin Wagners →„Das Licht in einem dunklen Haus“ erweist sich als empfehlenswerte Lektüre.
WeiterlesenZukunft des Krimis?
Ganz Krimideutschland blickt in die Zukunft. Wann geht die August-Ausgabe der Krimicouch online? Bald, sehr bald. Bis dahin, um die Wartezeit zu überbrücken, ein erster Blick auf die zukünftige Krimicouch mit einem Blick auf die Zukunft im Krimi. In →dieser Kolumne.
Pars pro toto
Wer einmal all das Küchenpsychologische, Halbgare, mühsam zum „Trend“ Hochgeschriebene in Sachen Krimi in einem einzigen Artikel lesen möchte, der greife beruhigt zum schweizerischen →„Tagesanzeiger“ und lasse sich von Juliane Lutz die Krimiwelt erklären.
WeiterlesenTill my troubles grow dim
Contrysänger Webb Pierce wäre heute 90 geworden.
(Mehr Daten zum 8. August im →Historischen Kalender)
I never shake hands with a left handed draw
Der US-amerikanische Filmregisseur Nicholas Ray („Im Schatten der Nacht“, „Johnny Guitar – Wenn Frauen hassen“, „…denn sie wissen nicht, was sie tun“, „Party Girl – Das Mädchen aus der Unterwelt“) wäre heute 100 Jahre alt geworden.
http://www.youtube.com/watch?v=ObFccDZ6WTQ
(Mehr Daten zum 7. August im →Historischen Kalender)
Krimineller Kaffeesatz
Dass die Autoren von Kriminalromanen über hellseherische Fähigkeiten verfügen, ist nach den Ereignissen von Norwegen ein Faktum und beschäftigt die Weltpresse. Rechtsradikale Massenmörder in egalitären Gesellschaften? Einfach bei den Skandinaviern nachlesen. Hätte man auch früher wissen können, denn immerhin sagen Sjöwall/Wahlöö schon in den frühen Siebzigern die Ermordung eines schwedischen Ministerpräsidenten in den Achtzigern voraus. Ein Zufallsfund der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft „Krimi und Kaffeesatzlesen“ belegt nun aber Sensationelles: Nicht nur Skandinavier können in die Zukunft blicken – auch Amerikaner verfügen über diese Begabung.
I know it’s hard to listen to people
Vor 45 Jahren starb der US-amerikanische Stand-up-comedian Lenny Bruce an einer Überdosis.
(Mehr Daten zum 3. August im →Historischen Kalender)
Neues aus der unsichtbaren Stadt
Und wieder gibt es drei neue Rezensionen zu „Pixity – Stadt der Unsichtbaren“, einem sehr käuflichen Buch des wtd-Betreibers. Und sowieso gibt es die informative Seite zum Buch, →hier nämlich. Aber widmen wir uns den Rezensionen.
„Selten schaffte es ein Buch mich so sehr zu fesseln, wie dieses. Man will regelrecht wissen, wie es weitergeht und legt bevor man das nicht weiß das Buch aus der Hand.“
Is this a lasting treasure?
Doris Coley (später Doris Coley Kenner und noch eine Hochzeit später Doris Kenner Jackson) – Sängerin bei den Shirelles – wäre heute 70 geworden.
(Mehr Daten zum 2. August im →Historischen Kalender)
Pictures came and broke your heart
Vor 30 Jahren startete MTV in den USA mit „Video Killed the Radio Star“ von den Buggles.
http://www.youtube.com/watch?v=hiJ9AnNz47Y
(Mehr Daten zum 1. August im →Historischen Kalender)
Oslo sichten, Oslo sehen
In Isaac Asimovs Science-Fiction-Krimi „Die nackte Sonne“ verschlägt es den Protagonisten zur Aufklärung eines Mordfalles auf den fernen Planeten Solaria. Nur 20.000 Menschen, Nachkommen früher Auswanderer von der Erde, „Spacer“ genannt, leben dort, weitab voneinander auf riesigen Anwesen, von Heerscharen willfähriger Roboter versorgt und von der Angst besessen, einander zu begegnen, sich leibhaftig SEHEN zu müssen. Ihre sozialen Bedürfnisse befriedigen sie durch SICHTEN, dreidimensionale Projektionen, die die Illusion eines direkten Kontaktes garantieren, im Grunde aber nichts anderes sind als Fern-Sehen. Man ist da und doch weit weg. Der Ekel vor der Unmittelbarkeit des Sehens, die schaurige Vorstellung, verbrauchte Atemluft eines anderen menschlichen Wesens in die eigenen Lungen zu saugen, ist nicht angeboren, dieser Ekel wird anerzogen. Einzige Ausnahme: Ehepartner, doch auch hier nur unter Qualen, aus Gründen der Fortpflanzung indes unumgänglich. Andererseits haben Solarier bei aller verqueren Sexualität kein Problem damit, beim Sichten nackt zu sein, wie unser Protagonist gleich zu Beginn seines Aufenthalts peinlichst berührt erfahren muss.
And my youth I pray to keep
Paul Anka, Sänger („Diana“, „Put Your Head on My Shoulder“), Texter („My Way“), Komponist („She’s a Lady“) und Schauspieler wird 70.
(Mehr Daten zum 30. Juli im →Historischen Kalender)
250
Dass ein Autor nicht weiß, wohin ihn sein Weg führt, wenn er einen Krimi beginnt, nun ja, so neu ist das nicht. Aber die meisten haben einen PLAN, wenigstens die Ahnung eines Plots, eine Plastiktüte voller Ideen, beim großen Discounter Kriminalliteratur in den Einkaufswagen geworfen, und dann gehen sie daran, sich daraus ihr eigenes Süppchen zu kochen. Und irgendwann wird alles anders, das Ding entwickelt EIGENDYNAMIK und das ist entweder gut oder schlecht, aber wurscht, it’s Krimi.
WeiterlesenActing under orders from above
Vor 35 Jahren beging der Serienkiller David Berkowitz – besser bekannt als Son of Sam – seinen ersten Mord.
http://vimeo.com/19878883
(Mehr Daten zum 29. Juli im →Historischen Kalender)
Bleiben sie bitte blass
Kabarettist Jochen Malmsheimer wird heute 50.
(Mehr Daten zum 27. Juli im →Historischen Kalender)
Die Unterscheidung von Gut und Böse
Da hat man ausnahmsweise das Fernsehen mal gelobt – siehe „Sherlock“ – da zeigt der Bayrische Rundfunk das andere Gesicht des Mediums: kleingeistige Dummheit, eine Bevormundung seiner Zuschauer, „Jugendschutz“, vor dem man vor allem die Jugend schützen müsste.
WeiterlesenDas liest man gerne
Was Neues von der Rezensionsfront zu „Pixity – Stadt der Unsichtbaren“? Ja, klar. Keine Printmedien, keine Edelfedern, also nix von Leuten, die vom Internet normalerweise nur wissen, dass es früher Internat hieß und die Lehrer leider keine Fakes waren, sondern aus Fleisch und blutleer. Dafür ein bunter Strauß BloggerInnen, die sich alles in allem erfreulich positiv zu meinem letzten Werklein artikulieren. Lesen wir doch mal kurz rein…
Der Mann, den →das Leben ohne Radiergummi gezeichnet hat, unterstellt dem Autor fieserweise, er habe sein Buch mit einer Art Suchtmittel präpariert, denn: „Man kann nicht anders, als es zu lesen.“ Zieht aber sogleich die einzig logische Schlussfolgerung: „Den ersten Roman des Autors habe ich mir jetzt auch gleich bestellt.“ (Hinweis und weitere zarte Kaufempfehlung: Es ist bereits der zweite Roman) Hat ihm doch gefallen, dass „dieses Buch mich mehr und mehr in den Bann gezogen hat, dass es immer verwobener und verrückter und interessanter und irritierender wurde, dass es einem Angst macht.“ Schön finde ich es, endlich einmal NICHT für meine langen Sätze gescholten zu werden: „Zwar gibt es oft wundervoll lange Sätze, jedoch geht der Inhalt nie verloren, was viele andere Autoren leider nicht von sich behaupten können.“
Dies tut aber →„Merle im Halbschlaf“: „Auch der Schreibstil ist manchmal etwas kompliziert. Sätze werden abgebrochen, Gedankengänge nicht fortgeführt. Viele Sätze sind zu verschachtelt und haben mich leider manchmal etwas durcheinander gebracht.“ Der nächste Satz hat mich irritiert: „Obwohl das Buch in Ich-Form geschrieben ist, was mir persönlich am liebsten ist, hatte ich mir mehr davon versprochen.“ Ich-Form? Da musste der Autor doch glatt noch einmal nachschauen… Dankbar indes registriert er das Fazit der Rezensentin: „Über das Ende jedoch war ich ziemlich überrascht. Ein gutes Buch, daß uns zeigt, daß die Internetwelt keine Gesichter hat und ein Haufen Lügen ist!“ Naja, vielleicht ein wenig zu hart geurteilt, nicht jede Seite im Internet lügt so gedruckt wie wtd…
Gut gefallen hat es auch dem Blogger von →aus.gelesen: „Pixity ist ein recht spannendes Szenario im Stil der düsteren Krimis früherer Jahre, der die Gefahren eines „Lebens“ in der virtuellen Realität – besonders für Kinder – thematisiert.“ Er hat indes einen Einwand: „Was mich gestört hat ist die komische Sprache, in der Rudolph seine Pixies (Besucher von Pixity) sprechen läßt.“ Information des Autors: Etwa 70% dieser komischen Sprache besteht aus Originalzitaten, der Rest wurde für die Handlung behutsam angepasst.
Erschüttert zeigt sich die „Traumweberin“: „Tanten, Onkel, Geschwister und sonst noch etwas. Diese Buchgeschichte schreibe ich zur Warnung. So befangen bin ich nachdem ich dieses Buch auch beendet hab.“ Nein, ihr wtd- und dpr-Hasser, sie warnt nicht vor dem Buch! Das hat ihr nämlich gefallen. „Ich habe es ausgelesen. Und als ich es schloss, liefen mir Tränen übers Gesicht. Ich weiss. Irgendwie blöd.“ Ach was, nicht blöd! Mehr an Emotion ist kaum möglich – und auch der Autor zeigt sich ergriffen und dankt allen RezensentInnen für Ihre Bemühungen und das kritische Wohlwollen.
Dr. Watson bloggt
Das musste man sich ja angucken. Mit der BBC-Miniserie „Sherlock“ sei praktisch das Fernsehen als Krimiaufbereitungsmaschine neu erfunden worden, so legten es die euphorischen Vorbesprechungen nahe, aber wieso, fragte man sich unwillkürlich, strahlt sie die ARD dann überhaupt aus, neckischerweise auch noch nach dem Sonntags-Tatort, für den man ja das Fernsehen nicht neu erfinden muss, sondern schleunigst bald abschaffen, wie es ebenfalls als Herzenswunsch gerade medial im Umlauf ist. Nun denn. Also die erste Folge schauen.
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