Ja, peinlich. Da muss man mich auf der Krimi-Couch dran erinnern, dass heute vor fünf Jahren der erste wtd-Beitrag online gegangen ist. Tag der Freude, Tag der Trauer, ganz wie belieben. Eröffnen wir also ein Kondolenzbuch und hoffen auch Eintragungen. Wollt ihr noch fünf Jahre oder lieber doch nicht? Am Ende zähle ich aus und unterwerfe mich der Mehrheit. So, und jetzt weiter an die Arbeit, die Pulle der Witwe in Reichweite.
Auf dem Redaktionsschreibtisch #001
Im Folgenden wollen wir einige Alben vorstellen, die noch vom Januar übrig geblieben sind, aber nicht unbesprochen im Archiv verschwinden sollen:

Den Anfang machen Musée Mécanique aus Oregon. Auf ihrem Debüt „Hold This Ghost“ (Souterrain Transmissions/Rough Trade) schleichen sie äußerst behutsam durch Folk- und Country-Gefilde. Was ihre Songs auszeichnet, ist die zarte Stimme von Micah Rabwin und der Gebrauch von Trompeten, Akkordeon und Mellotron. Calexico sind manchmal gar nicht so weit entfernt.
WeiterlesenSchubladen auf der Couch
Tja. Anderswo hab ich inzwischen einen weiblichen Fanclub… und der liest gerade →meine neue Kolumne über den Schubladenzwang nicht nur in der Kriminalliteratur. Können wtd-Leser natürlich auch. Beides. Lesen und Mitglied im Fanclub werden…
Verdauungsprozesse
Geschafft. James Ellroys „Blut will fließen“ liegt – gut gekaut ist halb verdaut – im Lesemagen und wartet auf das Wiederkäuen. Ja, blödes Bild, ich weiß. Denn was beim Verdauen unweigerlich geschieht – ist das eigentlich ein chemischer Prozess? Ich war in Bio und Chemie immer ne NIete – endet unweigerlich in Ausscheidung und als jene Scheiße, die man baut, wenn man besonders appetitlich rezensieren will.
WeiterlesenSpoon: Transference
Austins Indierock-Band Spoon hat schon einige Jahre auf dem Buckel, wurde sie doch kurz vor Mitte der Neunziger gegründet. Jetzt ist ihr siebtes Studioalbum „Transference“ erschienen. In den USA stand dieses schon auf Rang vier der Billboard-Charts: Der Song „The Mystery Zone“ wurde dort sogar von der Kaffeehauskette „Starbucks“ beworben und Ende Januar zum „Starbucks iTunes Pick Of The Week“ auserkoren. Man gönnt diesen Rummel Spoon und auch deren neuer Platte. Ihr Rock ist oberflächlich betrachtet unspektakulär, bei genauerem Hinhören aber vor allem experimentell, anders, lässig und zeitlos.
Part Chimp: Thriller
Rock Action Records ist ein kleines, von Mogwai initiiertes Musiklabel. Die neueste Veröffentlichung der Schotten trägt den Titel „Thriller“ und stammt aus der Feder von Part Chimp. Um es vorwegzunehmen: Dies ist keine Huldigung vor dem gleichnamigen Meisterwerk von Michael Jackson.
Auf ihrem mittlerweile dritten Album geben sich Part Chimp wie gewohnt dem lauten, ungestümen und krachenden Rock hin.
Them Crooked Vultures
Man kann nur immer wieder den Kopf schütteln. Woher nimmt der gute Josh Homme, der seit Januar 2006 auch Vater ist, nur die Energie und die Zeit her, auf so vielen Hochzeiten zu tanzen?
Da hätten wir Queens Of The Stone Age, die Eagles Of Death Metal (zumindest was die Studioalben angeht), unzählige Gastauftritte (just etwa bei Biffy Clyro) und jetzt also noch das Rock-Allstar-Trio Them Crooked Vultures.
Alibis 33
Auf die frankokanadische Krimizeitschrift ALIBIS verweisen wir immer wieder gern. Auch die aktuelle Nummer 33 kommt mit bewährter Mischung ins Haus: Kurzkrimis, Kritiken, Übersichten und zwei längere Arbeiten zum 25jährigen Jubiliäum eines besonderen „Todesspiels“ sowie zu historischen Krimis, die in der griechischen, römischen und ägyptischen Antike spielen. Und wie immer empfehlenswert: der →Internetauftritt mit zahlreichen und selbstverständlich kostenlosen Informationen.
First Aid Kit: The Big Black And The Blue
Wenn eins derzeit gut ankommt, dann sind es mehrstimmige Gesänge. Man stelle sich vor, die Fleet Foxes wären allesamt Frauen. So klingt der Auftakt auf „The Big Black And The Blue“. Diese Feststellung allein ist schon großartig. Es wird aber noch besser: First Aid Kit, das sind die Schwedinnen Klara und Johanna Söderberg. Die eine ist 16, die andere doch schon 19 Jahre alt. Keine Ahnung, mit welcher Musik oder unter welchen Umständen sie aufgewachsen sind. Aber ihre Stimmen gehen durch Mark und Bein. Diese Leidenschaft im Gesang ist schier beeindruckend.
Mo Hayder: Haut
(Anna Veronica Wutschel, unsere Spezialistin für sinnstiftende literarische Selbsttherapien schreibender Frauen und gelegentlich auch Männer, hat sich durch Mo Hayders „Haut“ gelesen, um unter all dem Blut und den Tränen und dem Angstschweiß das zu finden, was man von Krimis gemeinhin erwartet: ein bissel Spannung, die nicht gleich mit der dramaturgischen Pumpgun zwischen die Buchdeckel gehustet wird. Ob sie fündig wurde? Spannend…)
WeiterlesenBenjy Ferree: Come Back To The Five And Dime, Bobby Dee Bobby Dee
Der im Albumtitel erwähnte Bobby Dee hieß in Wirklichkeit Robert Cletus Driscoll bzw. Bobby Driscoll. Er spielte als Kind in einigen Walt Disney-Filmen mit und lieh u.a. der Zeichentrickfigur Peter Pan seine Stimme. Das war 1953, als Driscoll 16 Jahre alt war. Einige Jahre später wurde er bei Disney gefeuert, woraufhin er sich mit Drogen zu betäuben versuchte. 1968 starb er im Alter von 31 Jahren.
Neue Tendenzen der Krimikritik. Ein Tagungsbericht
Wie schon in den Vorjahren trafen sich auch in diesem Januar die Mitglieder des Verbandes deutscher Krimikritiker in Printmedien (VDK i.P.) zu einer Tagung im idyllischen Bad Boll, um neue Tendenzen ihres Gewerbes zu diskutieren.
WeiterlesenKaren O And The Kids: Where The Wild Things Are
1963 ersann Maurice Sendak die nur aus wenigen Sätzen bestehende, wunderschöne Kindergeschichte „Where The Wild Things Are“ (zu deutsch: „Wo Die Wilden Kerle Wohnen“). In deren Mittelpunkt steht ein rebellischer Neunjähriger, der von seiner Mutter für sein aufrührerisches Verhalten bestraft wird und zum Trotz im Traum in eine andere Welt flüchtet. Nun hat Spike Jonze die Geschichte verfilmt, die kurz vor Weihnachten in die deutschen Kinos kam.
Gesamtpaket
Wer dafür verantwortlich ist, weiß man nicht. Aber irgendwer setzt sie in die Welt, die dummdeutschen Modewörter. Früher war jedermann auf Synergieeffekte aus, dann hat man sich dreimal täglich selbst erfunden, und jetzt zählt nur noch das GESAMTPAKET.
WeiterlesenYrsa Sigurđardóttir: Die eisblaue Spur
„Die eisblaue Spur“ ist eines jener Bücher, bei deren Lektüre man Gott auf den Knien dankt, kein Übersetzer zu sein. Man transportiert aus dem Isländischen ins Deutsche so wie man meinetwegen eine Fuhre Kartoffeln von München nach Hamburg schafft. Sich an die Verkehrsregeln halten, zügig fahren, aber wissen, dass Kartoffeln ein relativ bedürfnisloses Gut sind, dass auch schon mal einen Wackler verträgt. Ansonsten wird’s eine recht langweilige Fahrt. Und die dürfte auch Übersetzerin Tina Flecken beim Transport dieses Buches gehabt haben.
WeiterlesenHallo? Was mach ich hier eigentlich?
Jubiläum steht vor der Tür. Am 7. Februar 2005 gab es hier zum ersten Mal Nachrichten von den beobachteten Detektiven, nur ein gewisser Hamburger Krimiblog war schneller (Glückwunsch in die Diaspora). Keine Spur von Plan, keine Idee von Wollen und Werden. Und jetzt schau ich in die Statistik, die mir – wenn sie nicht lügt, aber irgendwie tun sie das alle – erzählt, hier seien 2288 Einträge und 8811 Kommentare geschrieben worden. Schön. Und wozu das alles?
WeiterlesenTatort: Hilflos
Mobbing unter Schülern ist grausam. Kinder und Jugendliche können erschreckend brutal zueinander sein und einander teils irreparable seelische Schäden zufügen. Mobbing ist immer wieder auch das Thema in Drehbüchern. So wie im Fall des neuen SR-Tatorts „Hilflos“ von Stefan Schaller und Sabine Radebold.
Im Mittelpunkt steht der Schüler Tobias Rothgerber. Er ist in seiner Klasse ein Außenseiter, ist groß und dürr, trägt eine Zahnspange und wirkt ungepflegt. Er ist alles andere als beliebt. Ihm hat gar mal ein Mitschüler in seine Diddlmaus-Brotdose geschissen. Kein Wunder, dass Rothgerber ein verschlossenes und verängstigtes Wesen ist. Jetzt hat er auch noch seinen besten Freund David verloren.
WeiterlesenPresseschau 20. Januar 2010

Der San Franciscan Bay Guardian über das Comeback der Ukulele: ↑The mighty uke. Passend dazu: ↑The Swan Song Of A Teenage Ukulele Master (NPR). Und weiterhin jede Woche aktiv ist das Projekt ↑The Beatles complete on ukulele.
PopMatters interviewt die Editors: ↑“We Wanted to Do Something Completely Different”.
WeiterlesenÄh…sorry
Ja, in dieser Woche vernachlässige ich euch noch ein wenig. Wird sich aber bald ändern, die hämischen Auguren („Hi, hi, er hat hingeworfen!“) muss ich enttäuschen. Hätte da noch die kurze Rezension eines lauen Isländers, die noch kürzere eines sehr lauen Schweden, die nicht weniger kurze eines lausigen Deutschen… aber erspare ich euch. Kommt besseres nach. Bis spätestens nächste Woche oder doch früher!
Presseschau 19. Januar 2010
R.I.P.: Kate McGarriggle (1946-2010). Die kanadische Musikerin, ex-Ehefrau von Loudon Wainwright III und Mutter von Martha und Rufus Wainwright, stirbt 63jährig an Krebs. Nachruf The Gazette
Gimme Somethin’ True: An Interview with Basement Jaxx (PopMatters)
The Quietus interviewt Delphic: A Call To Arms
Pop als Geschäft. Auch die Frankfurter Rundschau berichtet über die zweitägige „Life is Live“-Veranstaltung: Ausgehen für den Staat
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