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(der Admin)
Neues aus der Titelei
„Schreib mir ein paar hammergeile Rezen – und ich schließe dich in mein Abendgebet ein!“ Mit diesem Versprechen lockt seit Neuestem das geistige Oberhaupt der katholischen Krimikritik um ihr Seelenheil besorgte Schreiber zum Titel-Magazin, wo jetzt Samstags immer Krimitag ist.
WeiterlesenMikey Dread
Der jamaikanische Sänger und Produzent (bürgerlicher Name: Michael George Campbell) stirbt 53jährig in Connecticut.
Tipps & Trends zum Wochenende
Wohin am Sonntag? Was lesen wir im Spätsommer? Wird das Übernatürliche der neue Krimitrend? Und gibt es bald einen Blogger-Krimipreis? Fragen, auf die man im Folgenden erschöpfend Antwort erhält.
Sie spielen Fußball, sitzen in Aufsichtsräten und auf Bundeskanzlerinnen-Stühlen. Frauen sind, kein Zweifel, auf dem Vormarsch. Jetzt haben sie die letzte männliche Bastion erobert: das Herausgeben von Krimianthologien. Und damit nicht genug: Sie wagen sich auch an die Öffentlichkeit.
Im Rahmen der gestern begonnenen Leipziger Buchmesse liest Henrike Heiland ihre famose Kurzgeschichte „Der unglückliche Herr Dr. von und zu Wittenstein“ aus der Anthologie „Hell’s Bells“ (→Poetenladen Verlag). Und da es sich um ein kleines Theaterstück handelt, liest Frau Heiland nicht allein. Auch die zweite hessische Hoffnungsträgerin, Herausgeberin Christiane Geldmacher, kommt zu Wort, und als besonderes Bonbon wird der ebenfalls mit einem Geschichte in „Hell’s Bells“ vertretene Jürgen Albertsen als Leiche reüssieren. Hier die Daten für Ihren Terminkalender:

Nicht entgehen lassen! Das lohnt sich! Und kost’ nix (im Gegensatz zum Krimijahrbuch 2008; das kostet 10 € und kann →hier bestellt werden).
Gute Nachricht für alle Freunde des gehobenen Schreibens über Kriminalliteratur. Der unvergessliche Ex-Herausgeber der unvergesslichen metro-Reihe im Unionsverlag, Herr Thomas Wörtche, wird im Spätsommer eine Art „Best Of“ seines umfangreichen Schaffens vorlegen. Und zwar im schweizer →Libelle-Verlag. Damit erfüllt er den sehnlichen Wunsch vieler Interessenten an der hierzulande eben nur sporadisch vorhandenen Krimikultur und wird diese, das steht zweifelsfrei fest, erheblich befördern. Einzelheiten zum geplanten Werk sind leider noch nicht bekannt. (via →Georg)
Apropos Wörtche. Der beliebt Kriminalliteratur auf ihre „Realitätstauglichkeit“ zu überprüfen und tut gut daran. Was aber besagt Realitätstauglichkeit? Dass alles auf dem Boden der durch die Aufklärung formierten und um sämtliches Übersinnlich-Abergläubische bereinigten Logik zu bleiben hat? Nun, wie der Zufall so spielt, habe ich gerade drei Romane gelesen, die mit dem Übersinnlichen, dem durch rationale Logik nicht Fassbaren zumindestens kokettieren. Bei Tran-Nhuts „Das schwarze Pulver von Meister Hou“ ist das ja noch verständlich, spielt der Roman doch zu einer Zeit und in einer Kultur, die solches Übersinnliche in ihr Denken aufgenommen hatte. Anders verhält es sich bei Linus Reichlin („Die Sehnsucht der Atome“) und Mikael Niemi („Der Mann, der starb wie ein Lachs“). Hier bleibt wenigstens unklar, ob es nicht doch etwas über der Wirklichkeit gibt.
Das Verblüffende: Alle drei Romane wissen zu gefallen. Und werden hier oder andernorts besprochen, so nicht →bereits geschehen. Dann wird man weitersehen. Ein neuer Trend? Beobachten und abwarten…
Beobachten sollte man auch das Krimipreis-Wesen, bei dem wir uns die naheliegende Ergänzung „Unwesen“ nur mühsam verkneifen können. Wie bekannt, droht ein neuer Krimipreis am Horizont, ein „europäischer“ gar, der Ripper Award, und hat im Kollegen Menke seinen härtesten und unerbittlichsten und nimmermüdesten Widersacher gefunden. Jetzt hat ein Krimiblog-Leser, Bjoern, einen →interessanten Vorschlag unterbreitet:
„Na, dann ist es doch Zeit für den Blog-Preis! Es kann doch nicht so schwer sein, daß sich die Krimi-Blogs mal zusammentun. Und ein interessantes Projekt wäre es auch.“
Ich gestehe, früher ebenfalls mit dem Gedanken geliebäugelt zu haben, einen solchen Preis zu initiieren. Allerdings nur ganz kurz. Denn wir würden damit unweigerlich in eben die Falle tappen, die solche Preisgeschichten stets aufstellen. Der Blogger-Krimipreis wäre eine weitere statistisch dominierte Geschmacks- und Zufallsveranstaltung, wogegen nichts zu sagen wäre; indes: Es gibt genug davon, da wollen wir nicht auch noch als „Juroren“ auftreten, obwohl sich das in der Biographie immer gut macht.
Aber die Idee hat auch etwas Reizvolles. Da wir armen Krimiblogger einen solchen Preis finanziell nicht unterfüttern könnten, würden wir unsere LeserInnen bitten, Kandidaten für den Preis vorzuschlagen. Aber genau das hätte seinen Preis. Wer einen Kandidaten benennt, zahlt mindestens 10 Euro (soviel kostet zufällligerweise auch das Krimijahrbuch, das hier bestellt werden kann!) auf ein Konto ein. Und der Gewinner, die Gewinnerin des Preises erhält dann die dort sich angesammelt habende Summe als Preisgeld… Hat was.
Immerhin hätte ich bereits einen schönen Namen: Jodokus-Donatus-Hubertus-Temme-Preis. Temme, das ist der erste deutsche Kriminalautor, der eine eigene Krimisprache entwickelt hat. Unter anderem. Und der durchaus „engagierte Literatur“ verfasst hat (worauf ich jetzt nicht näher eingehe; aber Google hilft hier entscheidend weiter). Und da man diesen Temme mit seinem Streben durchaus auch europäisch verorten kann, ja, unbedingt muss, wäre er auch ein passender Namenspatron für europäische Krimipreise…. Ludger würds freuen, mich auch, aber wir sind Realisten und wissen, dass es nicht so kommen wird.
WeiterlesenPieke wird wild

Nicht dass Pieke Biermann jemals lammfromm gewesen wäre… Angesichts der ideologisch dominierten Diskussion um Jugendgewalt- und kriminalität schwillt ihr aber ganz gehörig der Kamm. In ihrer neuen Kriminalreportage fragt sie bei Praktikern nach, was aus den „wilden Kerlchen“ wird, wenn sich die Staatsgewalt ihrer bemächtigt hat. Zu hören am Freitag, 14. März 2008, im RBB-Inforadio 93,1 um 10:27 und 13:27 Uhr (Wiederholungen Sonntag 13:45 und 18:45 und Montagnacht 04:45 Uhr), nachzulesen im TAGESSPIEGEL am Samstag, 15. März 2008. Dort eventuell unter einem anderen Titel. Oder, man braucht es kaum noch zu erwähnen, aufs Radio geklickt.
WeiterlesenPaul Lascaux: Salztränen
Wenn der Einwäger im Heimetli abhockt und mit den Bauern und Käsern sein Bätziwasser trinkt, seine Brissago raucht, während draußen das Chueli gar bitter muht, dann wissen wir, wohin es uns verschlagen hat: ins Glauserland. „Salztränen“ von Paul Lascaux ist also ein Schweizerkrimi, einer, über den man – der Autor hat’s mit dem Titel nicht anders gewollt – leider nur salzige Tränen heulen kann.
WeiterlesenVolksbloggen -21-

Euer Tag. Habt eine Meinung, wenn ihr schon kein Krimijahrbuch haben wollt! Und wer eins haben will und schon bestellt hat, darf hier auch was sagen. Irgend etwas. Mir ist zum Beispiel aufgefallen, dass ich im noch jungen Jahr 2008 verhältnismäßig viele Verrisse schreiben musste (und noch mehr hätte schreiben können; aber irgendwo ist Schluss). Schlechtes Krimijahr bisher? Kritiker schlecht drauf? Und wollt ihr überhaupt Verrisse? Oder lieber „Leseempfehlungen“? Morgen jedenfalls gibt es – einen Verriss.
Kritik des reinen Hellenbellens
Den für Saarländer typischen guten Krimigeschmack stellt wieder einmal Markus Walter auf seiner →Saarkrimi-Seite unter Beweis. Er hat die von der göttlichen Christiane Geldmacher herausgegebene Krimianthologie „Hell’s Bells“ zufällig in der Post gefunden und war bereits nach der Zurkenntnisnahme einer einzigen Geschichte hellauf (!) begeistert. Gut so, Markus! Etwas anderes wäre dir auch schlecht bekommen…
David Corbett: Blood of Paradise
Als er „Blood of Paradise“ schrieb, hatte David Corbett eine Agenda, eine Botschaft, die er unter’s Volk bringen wollte: “The template for Iraq today is not Vietnam, with which it has often been compared, but El Salvador“ (Peter Maass, The New York Times Magazine, May 1, 2005). Das mag für einen Essay, nicht aber unbedingt für Literatur eine gute Voraussetzung sein.
WeiterlesenWochenende eines Depressiven oder: Letzte Zuckungen eines Krimibloggers
Freitag, später Abend, Anruf TW: Entweder ich rücke eine „astreine Rezi“ raus – oder er wird den wunderbaren Band „Hell’s Bells“, von der noch viel wunderbareren Frau G. herausgegeben, gnadenlos zerreißen. Ich durchsuche seufzend meine Festplatten und finde eine Rezension von Tran-Nhuts „Das schwarze Pulver von Meister Hou“, die ich dem erpresserischen Papst zumaile.
WeiterlesenKJB 2008: der Preishammer
Unfassbar, was mir Herr Miersch, der KJB-Verleger, soeben schreibt. Ich zitiere zitternd:
WeiterlesenVerloren und falsch

… sind die Spuren und Banknoten in den Geschichten von Ludwig Habicht, die die →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ ab sofort für die geneigte Leserschaft bereithält. Kostenlos! Ohne Abonnement! Nur einen Mausklick entfernt, wie es so schön in der Werbung heißt. Also. Wieder ein paar Euro gespart.
KJB 2008 – die Preisschlacht
20 € musste investieren, wer sich bisher das Krimijahr in schriftlicher und kompakter Form leisten wollte. Das war, bei über 300 Seiten Umfang, nicht zu viel. Publikationen, die unter vergleichbaren Bedingungen, insbesondere was die Auflagenhöhe anbetrifft, auf dem Markt angeboten werden, sind meistens teurer. Mit dem →KJB 2008 wird alles anders. Es tut uns leid, aber wir können den Preis nicht länger halten. Wir setzen ihn – runter.
WeiterlesenMatt Beynon Rees: Der Verräter von Bethlehem
Einverstanden. „Der Verräter von Bethlehem“ ist nicht „Der Verräter von Bentheim“. Kein Mensch wird dieses Buch uneingedenk aller Heillosigkeiten des „Nahostkonflikts“ lesen, die Tagesschau-Clips und schlauen Analysen im Gedächtnis und die Einsicht im Hinterkopf, dass hier nicht Gut und Böse sich streiten, sondern eine Jahrhunderttragödie stattfindet, hoffnungslos, aussichtslos, endlos. Für Matt Beynon Rees’ Krimierstling ist dies Fluch und Segen zugleich. Fluch, weil wir neben dem Krimi immer auch das Politische mitlesen möchten, Segen, weil allein diese Konstellation das Buch schon „interessant“ macht. Nur: Als Nahaufnahme aus dem Krisengebiet ist es schlichtweg ungeeignet. Und als Krimi nur langweilig.
WeiterlesenVolksbloggen -20-

So, ihr könnt wieder. Wer nicht weiß, was er hier schreiben soll: Aus naheliegendem Anlass würde es mich interessieren, warum LeserInnen dieses Blogs das Krimijahrbuch kaufen resp. nicht kaufen. Letztere: Ist es euch zu teuer? Welchen Preis für ein 300-Seiten-Werk würdet ihr akzeptieren? Oder gibt es andere Gründe? Immer nur frank und frei kommentiert!
Reed Farrel Coleman: Soul Patch
Mit The James Deans heimste Reed Farrel Coleman nicht nur viel Lob bei Kritikern und Bloggern ein, sondern er gewann auch drei unterschiedliche Krimipreise. „Soul Patch“ ist der Nachfolger dieses Buches; es tritt also in große Fußstapfen. Obwohl beide Bücher Teil der Serie um Moe Prader sind, unterscheiden sie sich doch recht deutlich von einander.
WeiterlesenDie Hölle bellt zurück

Okay, es ist da. Das Ereignis des Jahres, der erste Kurzkrimiband, der es auf die Bestenliste schaffen wird oder ihr hört in bälde die Knochen einiger Kritiker brechen. Und an wem liegts? An Norbert Horst? Pah! Henrike Heiland? Uuuuuh! Gar Jürgen Albertsen? Boaaah! Nein – es liegt an der Herausgeberin! Der göttlichen Christiane Geldmacher, die dieses Wunder erst ermöglicht hat! Nebenbei: Auch ein kriminalliteraturhistorisch eminentes Werk, denn es enthält das Debüt von — sag ich nicht. Aber das sag ich: Für 13 € ist das Jubelwerk →hier zu erwerben. Don’t dare, folks!
Sittengeschichte 1 & 2

Frank Göhres ehrgeiziges Unterfangen einer „Kriminellen Sittengeschichte Deutschlands“ in zehn Bänden ist →an dieser Stelle bereits lobend erwähnt worden. Jetzt liegen die beiden ersten Titel vor.
WeiterlesenJeff Healey
Der kanadische Gitarrist („Angel Eyes“, „Hideaway“) stirbt 41jährig in Toronto an Krebs.
→ Jeff Healey-Website
Frau und Krimi. Wissenschaftliche Thesen
Wer bringt den Deutschkrimi nach vorn?
Juli Zeh und Thea Dorn.
Wer bringt ihn wieder runter, ey?
Thea Dorn und Juli Zeh.
(aus: Friedrich Glauser, Tagebücher 1934-1956)
Anlässlich des Eintreffens des neuen Buches von Thea Dorn („Der Mädchenmörder. Ein Liebesroman“) und bei genauer Betrachtung des aparten Autorinnenfotos überkam mich wieder dieses Schuldgefühl. Der deutsche Kriminalroman nämlich ist eine Frauendomäne – und wir männlichen Ignoranten wissen es nicht zu würdigen.
Beginnen wir mit einem Blick in die Geschichte. Nach der Entdeckung des Krimis durch die Geschwister Edgar und Ellen Poe wurde der neue literarische Kontinent wie einige geografische davor von den Ausgestoßenen dieser Welt besiedelt. Waren es in Australien die Strafgefangenen, in Amerika die Versklavten aus Old Europe, so kamen nach Krimistan vor allem – Frauen. Sie nämlich hatten in der etablierten literarischen Welt bis dato nicht reüssieren können und brauchten ein noch unbeackertes Terrain, dessen Boden sie mit ihrer Phantasie fruchtbar machen konnten: den Krimi eben.
Die Vorliebe des weiblichen Geschlechts für die Spannungsliteratur lässt sich verblüffend leicht aus beider jeweiliger Geschichte begründen. Die Spannungsliteratur wurde von der herrschenden Meinung unterdrückt, die Frau als solche desgleichen. Ein Band jahrhundertelangen Unrechts verbindet also Krimi und Weib, kein Wunder, dass letzteres sehr früh damit begann, sich für das Genre zu interessieren, sei es als Produzentin oder Leserin.
Schrieb eine Frau Krimis, dann zumeist unter männlichem Pseudonym. Eine Praxis, die bis heute Gültigkeit hat, wie das Beispiel Jan Seghers beweist. Dahinter steckt Matthias Altenburg, der wiederum eine fiktive Instanz von Anne Chaplet ist und als solche Frauenkrimis schreibt, während Anne Chaplet als das Pseudonym einer real existierenden Frau namens Cora Stephan identifiziert werden kann. Als Cora Stephan könnte sie z.B. ein Sachbuch über Jan Ulrich oder Anna Seghers schreiben, was sie bisher aber noch nicht getan hat. Auch hinter dem Pseudonym A. Paprotta verbirgt sich eine Frau, gleiches gilt für Henrik Heiland und etwa 47 weitere Vertreterinnen des „schöneren Geschlechts“, das aber leider – Emanzipation hin, Emanzipation her – bis heute auch das „schwächere“ geblieben ist, Rechtschreibschwäche inklusive.
Die Vorliebe schreibender / lesender Frauen für den Krimi hat natürlich auch etwas mit der natürlichen Brutalität der weiblichen Psyche zu tun. Doch, Sie haben richtig gehört. Frauen können saubrutal sein, etwa wenn sie die ebenso natürlichen Bedürfnisse der Männer mit einem schnippischen „Mit dir? Niemals!“ abschmettern. Wer sich so über das Verlangen triebgesteuerter Lebewesen hinwegsetzt, hat auch keine Skrupel, erbarmungslose Massenmörder auf die nach Fiktion lechzende Menschheit – auch hier zu 90% Frauen – loszulassen.
Frauenkrimis unterscheiden sich grundsätzlich von Männerkrimis dadurch, dass in ihnen „das Gefühl“ dominiert, während Männerkrimis eher auf „die neue deutsche Rechtschreibung“ vertrauen. Frauen schreiben aus dem Bauch heraus, Männer aus dem Unterleib. Gefühlsechte Literatur kann so oder so entstehen, das ist keine Frage des Geschlechts. Jedoch scheint es, dass das Spektrum des Bauches dem des Unterleibs literarisch überlegen ist, sowohl beim Plotten als auch bei der Personenzeichnung. Während in Männerkrimis blonde Frauen ausschließlich als „geile Schlampen“ fungieren, werden sie in Frauenkrimis weitaus flexibler als „gute Mütter und geile Schlampen“ eingesetzt. Hier trifft Bauch Unterleib. Wie dem auch sei: Aus dem Kopf heraus ist in Deutschland noch kein Krimi geschrieben worden, wohl weil das hierzu benötigte dritte Geschlecht nicht existiert.
Ein wesentlicher Vorteil von Frauen im Krimigeschäft ist ihre unbezweifelbare physische Attraktivität. Man schätzt, dass etwa 80% aller Frauenkrimis nur gekauft werden, weil „die Autorin so klasse ausschaut“, aber nur 37% aller Männerkrimis (und dabei sind 89% von Frank Schätzing). Hier gewinnt das Wort „Stilberatung“ eine subtile Doppelbedeutung, rekurriert es nämlich nicht ausschließlich auf den Bereich des kriminalschriftstellerischen Handwerks, sondern zudem auf den professioneller Schönheitspflege.
Als Genreprodukt legt der Kriminalroman naturgemäß nur wenig Wert auf Kreativität; ein Umstand, der den Frauen zugutekommt, denn sie besitzen – siehe oben – die Attraktivität und sind damit zufrieden. Frauen schreiben also in der Regel so schön wie sie es selber sind, Männer, als Besitzer der Kreativität, hingegen „originell“, weil sie das selbst sein möchten. Männerkrimis regen zum Nachdenken an – Frauen denken bereits, BEVOR sie zu schreiben anfangen. Ob sie dies nicht besser lassen sollten, ist eine Frage, die an dieser Stelle, wo es nur um einzelne Thesen geht, nicht ventiliert werden kann. Das gesamte Thema konnte nur angerissen werden und wartet auf seinen endgültigen Bearbeiter – oder seine endgültige Bearbeiterin.
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