Pieke sieht Licht am Ende des Tunnels

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Schön und tröstlich ist das meistens nicht, was Pieke Biermann in ihren „Menschen – Orte – Kriminalität“ – Reportagen zu berichten hat. Am 29. Februar 2008 um 10:27 und 13:27 Uhr im RBBinfoRADIO 93,1 macht sie eine Ausnahme und porträtiert „Andreas Vogt, Geisel beim Banküberfall der ‚Tunnelgangster‘ 1995„. Der hat das, allem Anschein nach, gut verkraftet. Wiederholungen gibt es am Sonntag, 13:45 und 18:45 Uhr und am Montag, 04:45 Uhr. Weitere Optionen verrät wie immer der Radioapparat da oben.

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Volksbloggen -19-

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Heute ist wieder euer Tag. Macht was ihr wollt. Schreibt euch den Frust von der Seele, hämmert euch die Euphorie aus dem Leib. Ich warte. Unter anderem auch auf das Ergebnis des Kritikerstammtisches. Für welches zu kritisierende Buch werden sich die RezensentInnen entscheiden? Es wird spannend… im Moment liegen Favorit und Außenseiter Kopf an Kopf… nur eine Stimme fehlt noch. Thomas!

Kris Nelscott: Days of Rage

„Days of Rage“ spielt im Oktober 1969 in Chicago und beginnt just mit jenen „Tagen des Zorns“, initiiert von den Weathermen, einer militanten Bürgerrechtsbewegung, anlässlich einer Unrechtsgerichtsverhandlung gegen eine Gruppe linker, überwiegend weißer Aktivisten, die wegen der Anstiftung von Krawallen angeklagt wurden, die sich im Jahr zuvor, während des Präsidentschaftsnominierungskonventes der Demokraten im Zusammenhang mit anti-Vietnam Demonstrationen entwickelt hatten.

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Warum ich gerne Krimis lese

„Riesling pur – ein mörderischer Jahrgang“ spielt in Rittersheim, einem verschlafenen kleinen Winzerort in der Pfalz. Dort wird ein 4-jähriger Junge ermordet und alles deutet auf einen Sexualmord hin. […] Nach etwas mehr als dem ersten Kapitel bekommt man Lust auf ein großes, gut gekühltes Glas Riesling, nach weiteren 20 oder 30 Seiten findet man sich in der Küche wieder, um sich eine Kleinigkeit zum Essen zuzubereiten. Mit diesen Genüssen sitzt man auf dem Sofa und vertieft sich wieder in die Lektüre […]

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Samstag! Krimitag!

Nee, nicht hier. Samstags pflegt der Blogger die alten Krimis, für die neuen zuständig sind Samstags ab sofort Thomas Wörtche plus Mann-/Frauschaft beim – nein, nicht hier, leider – →Titel-Magazin. Letzten Samstag hat der Meister selbst zur Tastatur gegriffen und sich mit →Joseph Wambaugh herumgeschlagen. Herumgeärgert, genauer gesagt. Nächstens dann mehr, auch von gewissen anderen Kritikern. Wenn mal was zum Besprechen in der Post ist…

Jean-Christophe Grangé: Das Herz der Hölle

Dass wir DAS noch erleben dürfen! Senior-Azubi Jochen ist nach der Lektüre eines Krimis hellauf begeistert! Ob das mit Julchen, seiner neuen Flamme zusammenhängt? Oder weil er seit neuestem einen spitzegeilen Motorroller sein eigen nennt? Wir wissen es nicht. Es ist uns auch egal. Wir sind einfach nur begeistert, weil Jochen begeistert ist. Und hier erklärt er, warum und von wem und überhaupt…

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Golden…

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wären Gegenwart und Zukunft von Robert Kohlrausch, gäbe es denn eine „Geschichte der deutschen Kriminalliteratur“. In dieser nämlich könnte Kohlrausch einen vorderen Rang beanspruchen. Diese „Geschichte“ gibt es natürlich nicht. Die →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ aber gibt es. Und in ihr befindet sich seit wenigen Minuten Kohlrauschs „Der Goldene Fels“ aus dem Jahr 1922. Aufruf: lesen!

Freitagskommentar

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mir das momentane „Tannöd“-Geplänkel auf den Geist… nein, den erwähnen wir in diesem Zusammenhang lieber nicht – auf den Sack geht. Da wird die Einsetzung einer Wörterpolizei indirekt angeregt, deren Aufgabe es dann wäre, nach identischen Adjektiven oder Bildern zu suchen, da feiert aber auch der Standesdünkel fröhliche Urständ, ist von „gewissen Gestaltungshöhen“ die Rede, welche ein „Werk“ erreichen müsse, um nicht der „Gemeinfreiheit“ anheim zu fallen, die nichts anderes mehr ist als eine Umschreibung von „Schund“ oder „Kolportage“. Kein Wunder also, dass „Soll die Kolportage siegen?“ getitelt wird, worauf man nur mit einem kräftigen „JA!“ antworten kann. Wo leben wir? Vor allem aber: wann? Ende 19. Jahrhundert, und die Welt ist eine Gelehrtenstube, aber in die Gelehrtenstuben hat die Welt noch nicht Einzug gehalten? Meine Fresse, was für eine unterirdische Diskussion. Keine Verlinkungen an dieser Stelle, Schluss.

Ehrenglauser 2008

„Der Friedrich-Glauser-Ehrenpreis 2008 wird der Dortmunder Kriminalschriftstellerin Sabine Deitmer für ihre Verdienste um die deutschsprachige Kriminalliteratur zuerkannt.“

Berichtet heute das Syndikat. Wir gratulieren Frau Deitmer und verweisen bescheiden auf ein großes Interview mit der Autorin im Krimijahrbuch 2008. Auch die Nominierten für die sonstigen Preise stehen nun fest. Und da gibts Überraschungen. Aber schaut selbst. →Hier.

Tom Rob Smith: Kind 44

Dass sich aktuell gleich zwei Herren Smith auf der Krimiwelt Bestenliste tummeln und Stalins (Un)Geist beschwören, ist sicher Zufall. Der eine, Martin Cruz Smith, lässt den Diktator durch das heutige Russland irrlichtern; beeindruckend, wie man es von diesem Routinier erwarten darf. Der andere führt uns zurück in die Zeit des noch lebenden resp. soeben verstorbenen Stalin; ein Bürschlein in seinen zarten Zwanzigern ist dieser Tom Rob Smith und beinahe wäre auch ihm ein großartiges Buch gelungen. Beinahe…

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A Fine Frenzy – One Cell In The Sea

Das Debütalbum von A Fine Frenzy ist eine gute Gelegenheit, um die Namen einiger zu wenig beachteter Künstlerinnen in die Runde zu schmeißen. „One Cell In The Sea“ ist der gut verdauliche Querschnitt aus Over The Rhine, Terami Hirsh und Kristin Hoffmann und präsentiert mit Alison Sudol eine Pianistin und Sängerin, die so viel Potenzial mitbringt, dass man ihr zutraut, sich langfristig durchzusetzen.

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Volksbloggen -18-

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Jeden Mittwoch, wenn dieses formschöne Logo aus dem Hause Menke on top of wtd zu sehen ist, wissen die versierten LeserInnen: Aha, heute herrscht wieder die Volksfront bei Hinternet. Es darf nach Herzenslust kommentiert und geschimpft, gelobt und gedacht werden. Richtig. Aber die LeserInnen wissen auch: Hinternet ist der wahre Demokratiepionier im Netz. Jetzt lassen die ihre KonsumentInnen sogar schon rezensieren! Nicht nur die Männer, nein! Auch die Frauen dürfen!

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Ach so, ach ja: und das noch

Alain Robbe-Grillet ist tot. Ob er als „Krimiautor“ durchgeht, weiß ich nicht. „Die Wiederholung“ jedenfalls war fast ein Krimi oder auch ein Krimi oder… Wie alle großen AutorInnen nehmen wir Robbe-Grillet aber ehrenhalber in die Ehrengalerie des Genres auf. Doch. Er war einer. Ich lege das jetzt mal einfach so fest. Und sollte sich jemand gewundert haben, dass die Nachricht von Robbe-Grillets Tod gestern Abend nicht in der „Tagesschau“ vermeldet wurde… nein, so weltfremd ist hier keiner.

K.D. Lang – Watershed

Obwohl K.D. Lang erst 46 ist, geht es einem schon ähnlich wie bei Joni Mitchell: Nach jahrelanger Funkstille freut man sich geradezu ekstatisch über ein neues Album und ist eigentlich schon zufrieden, wenn es die Damen annähernd so gut machen, wie man es von ihnen gewohnt ist. K.D. Lang brilliert wie eh und je mit ihrer Stimme, die fein zwischen Intimität und distanzierter Arroganz balanciert.

Mit vorzüglichen Musikern kleidet sie ihre Songs in sophisticated Arrangements, die sich höchstens den Vorwurf gefallen lassen müssen, zu sehr am Schnürchen zu laufen. „Watershed“ ist über jeden Zweifel erhaben und an keiner Stelle antastbar, aber ein bisschen mehr Freilauf würde den Songs auf lange Sicht gut tun.

(dmm)

link: www.kdlang.com

Benjamin Black: Christine Falls

Benjamin Black ist das offene Pseudonym von John Banville, der 2005 den Man Booker Prize, den bedeutendsten Literaturpreis des Commenwealth und Irlands gewann. Groß war die Neugier, hoch die Spannung, ob der Romancier bei seinem Ausflug ins Genre den richtigen Ton trifft, oder ob hier wieder ein „seriöser“ Autor versucht, durch den Erfolg des Genres dazu zu verdienen – was John Banville wohl nicht unbedingt nötig hätte.

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Gedanken für eine Woche

KrimileserInnen sind wie kleine Eisbären. Irgendwie süüüüß (man lebt ja auch von ihnen), aber doch auch irgendwie unberechenbar; besonders, wenn sie größer werden. Und sind sie dann ganz groß, werden sie einem gar gefährlich, vor allem, wenn sie aus ihrem Käfig der privaten Meinungen und Vorlieben ausbrechen und diese ihre Meinungen und Vorlieben öffentlich kundtun. Als Blogger beispielsweise.

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Ton: Wie haben die Zeit sie uns zu nehmen

Die Band Ton wohnt im Grenzland neben Jupiter Jones, Schulze und Voltaire und auf der anderen Seite des Zauns leben Pur und Konsorten. Was diese Grenzlinie unüberwindbar macht ist die Unbeirrbarkeit, mit der das Trio musiziert. Hier fehlt klar erkennbar der Wille, eine Herz-Schmerz-Ballade in einer Vorabendserie von Pro7 zu platzieren. Stattdessen regiert der Wille nach gefühlvollen deutschen Texten und großen Melodien ohne als Schlagerfuzzis abgestempelt zu werden.

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