OK, geplant war es nicht, und das aktuelle Buch des Autors ist es auch nicht, aber solange wir auf die Taschenbuchausgabe von Alan Fursts „The Foreign Correspondent“ warten, erlauben wir uns einen Hinweis auf sein 1995 erschienenes „The Polish Officer“. Auch wenn Furst einer der wenigen Autoren ist, dessen neueren (seit 2000 erschienenen) Bücher recht zeitnah übersetzt vorliegen, steht zu erwarten, dass dieses Buch nur dann noch in deutscher Übersetzung erscheint, wenn die Verkaufszahlen der aktuelleren Bücher hoch genug sind (was immer das bedeuten mag).
WeiterlesenWenn Männer leiden
(Auch wir haben jetzt endlich unseren Serienhelden. Kommissar Wickius: erfahren, helle, vor allem aber: belesen. Er kennt die Verbrechens- und Kriminalliteratur der letzten ca. 2500 Jahre in- und auswendig, er löst jeden Fall, indem er das literarische Muster dafür sucht. Und Sie? Wissen auch Sie, welche klassischen Fälle den hier in loser Folge geschilderten Mordtaten zu Grunde liegen? Dann nichts wie ran an die Kommentarfunktion!)
WeiterlesenGigantour
Wer sich wundert, warum ausgerechnet Megadeth mit drei Songs auf dem Doppel-CD-Sampler „Gigantour“ vertreten sind, bekommt die Erklärung im Booklet geliefert: Megadeth-Vorsteher Dave Mustaine ist der Organisator der Metal-Tour und hat sich gewohnt demokratisch einen Song mehr gegönnt.
WeiterlesenFreddy Fender
Der texanische Sänger und Gitarrist stirbt 69jährig in Corpus Christi (Texas) an Krebs.
Deutsche Krimis 2006 – erste Annäherung
Wenn die Blätter zu fallen beginnen, wollen die Blätter des neuen Krimijahrbuchs vollgeschrieben werden. Das ist unser Schicksal, und ein besonders heimtückisches hat mich auch dieses Jahr dazu erkoren, den deutschen Krimi des Jahres 2006 zu bilanzieren. Nun, das Jahr ist noch nicht vorbei; gut so. Denn, ehrlich, ein erstes Fazit fiele einigermaßen ernüchternd aus. Ganz so erfreulich wie im letzten Jahr ist es diesmal nicht. Aber auch keine Katastrophe.
WeiterlesenSting: Songs From The Labyrinth
Bis Mitte der 1990er Jahre sah es so aus, als wolle sich Sting gegen sein Schicksal wehren, in einem Atemzug mit Phil Collins genannt zu werden. Dass er diesen Kampf verloren hat ist hinreichend bekannt und das Beste, was von ihm in den vergangenen Jahren erschienen ist, war seine Autobiografie.
WeiterlesenNobelpreis für Orhan Pamuk
Aber die Diskussion, ob mit Pamuk ein Kriminalautor den Nobelpreis bekommen hat, die führen wir hier nicht. Das machen jetzt die Edelfedern der Edelzeitungen. Schön aber, dass nicht auch hier ein US-Amerikaner zugeschlagen hat. Die sollen Naturwissenschaften machen. Und ob George Bush nicht vielleicht doch den Friedensnobelpreis bekommt? Also: „Schnee“ lesen.
Gillo Pontecorvo
Der italienische Regisseur stirbt 86jährig.
WeiterlesenYasmina Khadra: Die Algier-Romane
Manchmal ist ein Mord nur der Lockvogel, um Leser von Kriminalromanen in die Abgründe der stillen und großen Verbrechen zu stürzen. Nehmen wir die Energiemafia. Dass in diesem Winter möglicherweise viele Wohnungen unbeheizt bleiben werden, hat etwas mit Börsenspekulation und Monopolmissbrauch zu tun. Oder die munter weiter praktizierte Arbeitslosenhatz. Das schreiende Unrecht hüllt sich in Gesetzeskonformität und bleibt doch schreiendes Unrecht. Zwei Themen – ein Problem: Wie es dem Krimileser schmackhaft machen? Durch Morde vielleicht? Ein Börsenspekulant treibt bäuchlings im Main, ein „Sozialpolitiker“ hängt am First seines Ferienhäuschens. Damit kriegt man Krimileser. In Algerien hat man so etwas nicht nötig.
WeiterlesenHeimgezahlt
Eine neue Erwerbung in der →„Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“: Adolf Bäuerles „Zahlheim“ von 1856, vielleicht der erste auch so genannte „Criminal-Roman“ (bis uns ein früheres Werk bekannt wird). Bäuerle war Österreicher, Wiener – aber nix da mit Schmäh und Gemütlichkeit. Der Demokrat Bäuerle teilte das Schicksal seines deutschen Kollegen Temme und musste ins Zürcher Exil, wo er wenige Monate später starb. Ham’s ihm heimgezahlt, die Wiener Oberen.
WeiterlesenFrank Göhre: Der letzte Freier

Schnellzüge befördern schnell und zügig von A nach B: Vorteil. Sie verwischen die Landschaft vor den Augen: möglicher Nachteil. Sich zwei Stunden in ein spannendes Buch vertiefen: Konsequenz. Verbirgt sich hinter Ziel B die flirrende Mainmetropole, zollt man der legendären Lebedame Nitribitt Tribut und widmet sich dem Themen Dirnenmord. Frank Göhre, „Der letzte Freier“.
WeiterlesenOST: Over The Hedge
Jetzt muss man sich schon Soundtracks von Kinderfilmen kaufen, um an Songs von Ben Folds zu kommen. Neben einer neuen Version von „Rockin‘ The Suburbs“, mit William Shatner, gibt es ein Clash-Cover („Lost In The Supermarket“) und drei neue Titel des australischen Songwriters.
WeiterlesenKeb‘ Mo‘: Suitcase
Keb‘ Mo‘ hat mal wieder eine Platte gemacht. Wer den unaufgeregten, souligen Blues-Pop seines größten Hits „That’s Not Love“ mag, wird auch mit „Suitcase“ bestens bedient.
WeiterlesenSandra Scoppettone: This dame for hire
Sandra Scoppettone führt ein außergewöhnliches Autorenblog. Eines der wenigen, die ich regelmäßig lese. Schwerpunkt ihrer meist etwas depressiv getönten Einträge ist ihr Motivationsverlust, der daraus resultiert, dass ihr Verlag ihr die Zusammenarbeit gekündigt hat. Nach über einen Dutzend Bücher und Jahren als Schriftstellerin steht die, früher auch schon ins Deutsche übertragene Autorin offensichtlich ohne Verlag da und weiß nicht so recht, wie es weiter gehen soll.
WeiterlesenBellowhead: Burlesque
Vorhang auf, die alte Tante keltische Musik bekommt eine Frischzelleninjektion in den Bobbes. Die behandelnden Ärzte, bzw. Scharlatane sind eine elfköpfige Truppe, die mit Blechbläsern der gewöhnlichen Irish-Folk-Besetzung ordentlich Dampf macht.
Weiterlesenthe psychedelic avengers present: Raumschiffkommandant remixed
„The PSYCHEDELIC AVENGERS are an intergalactic, universal and transdimensional wide operating organisation whose aim or reason of existence has yet not been revealed to mankind. They work in public and undercover (..) some (…) of them don’t even know that they are members of the PSYCHEDELIC AVENGERS. Amongst other secret projects, the PSYCHEDELIC AVENGERS earth department is always working on mind expanding interstellar musical projects beyond any scene or genre boundaries.“
Mit dieser Agenda haben die psychedelischen Rächer einen frischen großartigen Sampler zusammengestellt. Die Vorlage liefert die Stoner-Rock-Band Colur Haze mit ihrem Song „Raumschiffkommandant“. Der wurde nun von diversen Leuten durch’s Laptop gepresst, bis ein grooviges Album entstand.
Weihnachtskollektion

Während Dieter auf der Buchmesse rummacht sitze ich schon längst an der Hinter-Net!-Weihnachtskollektion. Alles Pret-a-Porter und auch noch bezahlbar. Das hier war übrigens der Aufmacher 1999. Da hatten wir aber noch nicht auf allen Seiten Farbe.
Krimis, Menschen, Sensationen
Buchmesse! Donnerstag, nur für Fachbesucher. Fachbesucher ist jeder, der nachweisen kann, schon einmal ein Buch gelesen zu haben, wobei es genügt, die physische Existenz dieses Buches durch Vorzeigen am Ticketschalter zu bestätigen. Da der Transport dieses Buches indes von Stunde zu Stunde beschwerlicher fällt, man es aber aus Kulturgründen nicht in eine der zahlreichen mit „Papier“ beschrifteten Abfalltonnen werfen will, verwundert es nicht, dass die Regale an den Ständen immer voller werden. Diskret abgestellt in diesem Jahr vor allem: Eva Hermans „Das Profitmaximierungsprinzip“, die bekannte, durch sämtliche Medien gejagte Anleitung, wie man sich trotz fortgeschrittener Denk- und Schreibschwäche als Bestsellerautorin etabliert, sofern man blond genug ist.
WeiterlesenAmplifier: Insider
Man kann Amplifier wirklich nicht vorwerfen, dass sie ihre Fans mit Neuerungen erschrecken. Nach dem kurzen akustischen Ausflug mit dem Hidden Track der EP „The Astronaut Dismantles HAL“ (2005) hat Bandleader Sel Balamir schnell wieder auf die E-Gitarre umgesattelt und bläst ein Album unters Volk, für das man nur so dämliche Begriffe wie ‚Dampframme‘ finden kann.
WeiterlesenBirkefeld & Hachmeister: Deutsche Meisterschaft
Historische Krimis haben ein Problem. Sie müssen die Zeit, in der die Handlung angesiedelt ist, so genau beschreiben, dass auch ein mit dem politisch-gesellschaftlichen Milieu Unvertrauter nicht die Orientierung verliert; sie müssen dies so tun, dass es nicht wie ein Fremdkörper auf die eigentliche Story drückt; und sie dürfen nicht zu sehr in die Tiefe gehen, denn wir wollen einen Krimi lesen und keine historische Analyse.
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