Dienstgang

Bei den Meinungsäußerungen über deutsche Krimis (→Krimicouch und →Toms Krimitreff) ist mir aufgefallen, dass insbesondere die mangelhafte Präsenz deutschsprachiger Spannungsliteratur in Buchhandlungen Erwähnung findet. Nun habe ich, ehrlich gesagt, noch nie darauf geachtet, vielleicht, weil ich in Buchhandlungen selten die Krimiabteilung frequentiere. Aber im Laufe der Woche werde ich mich zu einem Dienstgang aufraffen und einigen hiesigen einschlägigen Etablissements meine unangemeldete Aufwartung machen. Welche Erfahrungen wissen die Leser dieses Blogs zu berichten?

Fristverlängerung

„Lieber dpr! Ich bestelle hiermit das Krimijahrbuch 2006. Leider bin ich etwas spät dran und habe daher keinen Anspruch mehr auf den beigelegten Exklusivbeitrag für Vorbesteller. Das liegt aber daran, dass ich keine Briefmarke für meine Mail zur Hand hatte und mir erst heute morgen besorgen musste. Krieg ich den Exklusivbeitrag trotzdem?“

Weiterlesen

Namen, Schurke!

jahrbuch_cover_werk.jpg

Diese und ähnliche, im Tone fürchterlicher Drohung vorgetragenen Aufforderungen erreichen mich nicht allein aus notorischen →Mäkelblogs. Etliche Leser schreiben mir: „Ich hab die Mail mit der Vorbestellung des Krimijahrbuchs schon geschrieben, aber bevor hier nicht ma Tacheles geredet wird und Namen genannt werden, schick ich sie nicht ab!“ Ach, dieser Schall, dieser Rauch! Nun gut, was tut man nicht alles für den Rollsroyce des Verlegers. Hier sind ein paar Namen.

Weiterlesen

Erfreulich unaufgeregt

…äußern einige nette Leute auf der →Krimicouch und bei →Toms Krimitreff ihre Ansichten zu deutschen Krimis. Weiter so und schon mal vielen Dank bis hierhin. Auch wenn am Ende natürlich nichts „Repräsentatives“ dabei herauskommen wird. Aufschlussreiches auf jeden Fall. →Hier im Blog hat sich die Aufregung inzwischen gelegt, die Stille der inneren Einkehr obwaltet, das Schweigegelübde lastet schwer auf der mönchischen Seele, keine Chance für William von Baskerville. Der jetzt ma aber hurtig in seine Jahrbuchwerkstatt wankt.

Quo vadis, deutscher Krimi?

astrid_fischer.jpg

Oder: Wie soll das noch enden, wenn arrivierte deutsche Krimiautorinnen jetzt schon auf „Amerikanisch“ schreiben und sich ausgerechnet von Andrea Fischer zurück in ihre Muttersprache übersetzen lassen? Ein schlichtes und verzeihliches Versehen des schweizer Nachrichtenmagazins →„Facts“? Ja, wollen wir doch hoffen. Aber für einen gesunden Lacher war dieser Zufallsfund schon gut.

Live: Starsailor

Luxemburg, den atelier, 29.11.2005.

Hat diese Band schlechte Lieder im Repertoire? Irgendwie nicht. Es lag auch sicherlich nicht an der allerhöchstens durchschnittlichen Vorgruppe, den Wire Daisies, dass Starsailor einen dermaßen positiven Eindruck hinterließen.

Leicht hatte es der besagte Support nicht. Im „Atelier“ warteten am frühen Dienstag Abend doch alle nur auf James Walsh & Co. Andererseits war der Soft Rock à la Texas oder Cranberries mit dem aufdringlich leidenden Gesang von Frontfrau Treana Morris, der an Sinead O’Connor oder Tracy Chapman erinnerte, völlig belanglos. Was zuvor noch nervte, ward in dem Moment vergessen, in dem Starsailor loslegten.

Weiterlesen

Krimijahrbuch-Werkstatt 1

Von wegen „eingeschränkter Betrieb“… Sitze gerade an einer Konzeption zum „deutschsprachigen Krimi 2005“ fürs Jahrbuch und habe einige während der vergangenen Monate aufgeschnappte Leserstimmen im Hinterkopf, die „den deutschen Krimi“ reichlich geschmäht haben. Müsst ich mir jetzt mühselig aus den Foren zusammensuchen. Oder, noch besser, doch mal rasch bei den Lesern hier und anderswo nachfragen: Haltet ihr den deutschen Krimi wirklich für schlechter als den nichtdeutschen? Und warum oder warum nicht? Wäre doch auch mal was für den Menke und seine Frage der Woche…

Deutsches Gauner=Repertorium

Auf ein wunderbares und ergiebiges Projekt hat mich soeben der Leser realiter aufmerksam gemacht. →„Deutsches Gauner=Repertorium“ nennt es sich und bietet „Register und Aufsätze über zu 61.715 originalen historischen deutschen Steckbriefen, Personenbeschreibungen, Signalements und Biographien von Bettlern, Betrügern, Herumstreifern, Gaunern, Landesverwiesenen, Verbrechern, Armen, Vaganten, Vagabunden, Obdachlosen, Kleinkriminellen und ihren Opfern aus der Zeit von 1500 bis 1919“. Als Projektträger fungiert lustigerweise das „Institut Deutsche Adelsforschung“. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.