Dringend!

Herr Menke? Haaaaalllloooo!!! Sind Sie noch da? Auf der →„Krimicouch“ sitzt Beate und hat ein Problem:

„Hallo, in irgendeiner Fernsehzeitung habe ich vor 2-3 Wochen eine Buchbeschreibung gelesen, mir aber leider den Titel des Buches nicht gemerkt: Ein Schäfer wird ermordert und die Aufklärung des Mordes ist aus Sicht der Schafe geschrieben. Wer kennt das Buch und kann mir den Titel nennen?“

Haben Sie nicht in Schafskrimis promoviert, Herr Doktor Menke? Könnten Sie freundlicherweise weiterhelfen…. Danke!

Sack Reis

Nach dem Fernsehstreitgespräch von Bundeskanzler Schröder und seiner Herausforderin Merkel sehen Politiker von Union und SPD jeweils ihren Kandidaten als Sieger.

Also, Deutschlandfunk-Nachrichten, mal ganz ernsthaft: das war also heute morgen Eure Top-Meldung??? Was Aufregenderes gab es aus der ganzen Welt nicht zu berichten? Vielleicht:

In Shanghai fiel in den frühen Morgenstunden ein Sack Reis um. Es gab keine Verletzten.

oder:

Der Mond ist aufgegangen.

No news, are good news – oder wie?

Vorurteilsfrei

Angelo Rinaldi (ein Mitglied der Académie Francaise) im Le Figaro über den neuen Roman von Michel Houllebecq „Die Möglichkeit einer Insel“:

„Der Rückgriff auf Science-Fiction ist bei einem Romancier bereits ein Zeichen des Scheiterns“

Schwerpunkt Krimis

Die →neueste Ausgabe des Rezensionsforums „literaturkritik.de“ hat den Schwerpunkt „Krimis“. Wir finden u.a. einen lesenswerten Essay von Gabriele Wolff, „Das hässliche kleine Entlein der Literatur?“ und erfahren zu unserer Beruhigung, dass auch Frau Wolff von „literarischen Krimis“ nichts hält. Desweiteren polemisiert Peter O. Chotjewitz kurz gegen den Krimi und widmet sich Jan Süselbeck der „notorischen Krimiverachtung Arno Schmidts“. Nebst anderem und Rezensionen.

Jeff Lindsay: Des Todes dunkler Bruder

Psychotriller. So, so. Herr Freud kommt aus dem Lachen nicht mehr heraus, und nicht nur das 20., das 19., das 18. Jahrhundert lachen mit, bis in die Jungsteinzeit hört man es glucksen und wiehern.

Dort vielleicht, wo der erste Psychologe vor seiner Höhle sitzt, mag man „Des Todes dunkler Bruder“ von Jeff Lindsay für einen „Psychothriller“ ästimieren. Hat er doch vielleicht, unser erster Psychologe, soeben folgendes Experiment gemacht: Seinen zwanzig Mitbewohnern einmal kräftig in den Hintern getreten, als sie in die Höhle wollten. Und dann hat unser erster Psychologe beobachtet, wie alle zwanzig, als sie das nächste Mal vor dem Eingang standen, sich vorsichtig umschauten und die Hände vor den Hintern hielten. Ursache, Wirkung, Trauma und fortwährender unbewusster somatischer Reflex. Auf diesem Niveau spielt sich Psychologie in Lindsays Roman ab.

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Book on demand

Über die wachsende Zahl von Krimiveröffentlichungen außerhalb der „etablierten Verlage“ wurde in diesem Blog ja schon →gesprochen. Ein verspäteter Kommentar von Herrn Colmar weist nun, zu Recht, darauf hin, dass der „Verlag der Criminale“ als Vereinigung von Autoren fungiert, die ihre Werke gemeinsam als „book on demand“ veröffentlichen. Lobenswert. Und verzwickt für den Rezensenten.

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Stimme des Volkes

Dass es sich bei Leonie Swanns „Glennkill“ um ein ebenso außergewöhnliches wie lobenswertes Stück Kriminalliteratur handelt, wussten wir von „watching the detectives“ im Gegensatz zu dem-anderen-Krimiblog-da ja schon immer. Jetzt hat uns → die Stimme des lesenden Forenvolkes erstmals bestätigt.
„…ein ganz tolles, witziges Buch…“ schreibt „Literaturtermite“ Arwen, „…ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll…“ – „…Deshalb war ich beim Lesen zwischendurch ein bisschen verwirrt…“ – für 4 von 5 „Leseratten“ reicht das allemal.

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Wahlplots -5-

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Merkwürdig still ist es um Deutschlands Krimiautorenelite geworden. Lesereisen wurden abgesagt, Autorenblogs bleiben ungepflegt. Denn die Autoren schreiben. Sie schreiben Wahlthriller, Wahlwhodunnits, Wahlregionalkrimis, ja selbst ein Wahlkatzenkrimi und ein Wahlweinkrimi sind in Arbeit. Die Zeit drängt, denn spätestens Anfang September müssen die Offsettrommeln rotieren.

Wir haben in bewundernswerter Recherchearbeit einige der Plots ermittelt und stellen heute den letzten vor:: ZEHN KLEINE BESSERVERDIENER.

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Leonardo Padura: Das Meer der Illusionen

„Das Meer der Illusionen“ ist der vierte Band des „Havanna Quartetts“ von Leonardo Padura. Er bringt damit seine Beschreibung der Gesellschaft Kubas Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts zum Abschluss. Wie bei den vorigen Büchern auch hat er wahre Begebenheiten, die sich in Kuba zugetragen hatten, aufgegriffen und mit in die Geschichte einfließen lassen.

Havanna, 1989. Mario Conde ist Kommissar bei der kubanischen Polizei und hat die Schnauze voll von seinem Job. Eine Reinigungswelle fegt durch die Polizei, viele korrupte Kollege wurden entlassen, und dann erwischt es auch seinen Chef (und Freund), der als Vorgesetzter die Verantwortung übernehmen muss. Mario Conde hat Angst vor der Zukunft und träumt von dem großen Roman, den er schreiben möchte, und so kündigt er seinen Job.

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