Seit längerem ist ein sehr interessantes Phänomen zu beobachten: Bands beziehungsweise Künstler können aufgrund ihres Musikstils nicht mehr geografisch eingeordnet werden. Britisch eingefärbter Indierock kann heutzutage auch in den USA fabriziert werden. Etwa in New Orleans, wo World Leader Pretend herkommen.
WeiterlesenAlbert Mangelsdorff
Der deutsche Jazzposaunist stirbt 76jährig in Frankfurt/M.
Summer Camp -10-

Unsere Hauptperson steht schon einigermaßen deutlich vor’m inneren Auge. Aber was ist mit dem, was man so leichthin „Nebenpersonal“ nennt?
WeiterlesenImmer im Kreis…
Meine Lieblingsstelle aus der heutigen Süddeutschen (über die CDU-„Hoffnung“ Jochen Seidel):
Als Landrat des Müritz-Kreises residiert er im idyllischen Waren an der Mecklenburgischen Seenplatt, wo er als Landrat den Müritz-Kreis regiert.
Sommerkrimi -2-
Kein Zweifel: Der sogenannte „Island Krimi“ (sein Markenzeichen ist der fehlende Bindestrich) erfreut sich bei deutschen Lesern zunehmender Beliebtheit. Arnaldur Indridason nähert sich dem Bestseller-Status, Stella Blomkwist schreibt für ihren Verleger schwarze Zahlen – und Viktor Arnar Ingólfsson beweist mit seinem Erstling „Das Rätsel von Flatey“, dass die Insel im Nordatlantik mit ihren knapp 270.000 Einwohnern jederzeit für Nachschub sorgen kann.
„Das Rätsel von Flatey“ spielt 1960 auf der gleichnamigen Insel im Breidafjord in Islands Westen. Auf einem öden Eiland wird die schon stark verweste Leiche eines Unbekannten gefunden, der Vertreter des Bezirksamtmanns soll den Fall klären, aber er ist neu, überfordert und hat mit eigenen Leichen im Keller genug zu tun.
WeiterlesenEugene Record
Der ehemalige Sänger und Songschreiber der Chi-Lites („Have You Seen Her?“, „Oh Girl“) stirbt 64jährig an Krebs.
Liebe Verlegerin, lieber Verleger!

Ärgerst du dich auch immer über die Manuskripte deiner Krimiautoren? Beklagst, dass diese Grünschnäbel weder richtig schreiben noch denken können und wirfst dir ein um’s andere Mal vor, nicht den ehrenwerten Beruf des Scheißeschippers, der Scheißeschipperin ergriffen zu haben, sondern ausgerechnet den ekligen des Verlegers, der Verlegerin?
WeiterlesenJohn Hiatt: Master Of Disaster
Ich wäre gerne den Beweis angetreten, dass bei John Hiatt ein seltsames Cover immer auf ein großartiges Album schließen lässt, aber leider funktioniert das nicht.
„Little Head“ war seltsam gestaltet und nur OK, „Crossing Muddy Waters“ war schön gemacht und ein Jahrhundertwerk. Aber was soll sich der US-Songwriter auch um die Optik kümmern, wenn er die Ohren so superb verwöhnt, wie mit „Master Of Disaster“?! Nach zwei guten Alben schwingt er sich jetzt wieder in die Höhen seiner besten Werke auf.
Long John Baldry
Der britische Bluesmusiker („Let The Heartaches Begin“, „Don’t Try To Lay No Boogie Woogie on the King of Rock’n’Roll“) stirbt 64jährig in einem Krankenhaus in Vancouver.
→ Long John Baldrys Website
D.B. Blettenberg: Harte Schnitte
Obwohl in diesem Roman vier Menschen gewaltsam zu Tode kommen, fällt es schwer, ihn einen Krimi nennen. Das kann Gutes oder Schlechtes bedeuten. Kann, beginnen wir mit dem Schlechten, einfach heißen, hier habe ein Autor mit böser Absicht Elemente aus der Krimikiste gemopst, um einen vielleicht zu spannungsarmen Text aufzumotzen. Kann aber auch (jetzt sind wir beim Guten) bedeuten, dass wir uns einer ungewohnten Form von Kriminalroman gegenübersehen, die uns zunächst einmal verleugnen lässt, was nicht offensichtlich ist.
WeiterlesenMidnight Choir: All Tomorrow’s Tears
Am Besten jetzt schon an Weihnachten denken. Ein geschmackvolles Doppelpaket zum Preis einer CD kann zwar den Schmerz der Trennung nicht wegwischen, zeigt aber 28 Songs lang, wie großartig Midnight Choir waren. Und da es zu viele Menschen gibt, die dieser Band nie die nötige Aufmerksamkeit geschenkt haben, sollte man mit „All Tomorrow’s Tears“ genau das tun – verschenken.
WeiterlesenJames Doohan
Der kanadische Schauspieler – berühmt als Chefingenieur des Raumschiffs Enterprise Montgomery „Scotty“ Scott – stirbt 85jährig.
Belle & Sebastian – Push Barman To Open Old Wounds
Eigentlich hätten uns Belle Sebastian nicht beweisen müssen, wie gut und vor allen Dingen beständig gut sie sind. Doch Glasgows Pop-Experten Nummer eins konnten nicht anders. Ihr ehemaliges Label Jeepster hatte sich nämlich die Freiheit gegönnt, all ihre Singles und EPs der Jahre 1997 bis 2001 auf eine Doppel-CD zu packen, um das umfangreiche Schaffen des schottischen Konglomerats zu dokumentieren. Und das waren einige Singles und EPs.
Denn mit den A- und B-Seiten kam Jeppster auf stattliche 25 Songs. Insofern dürften sich nun all diejenigen freuen, die nicht so bekloppt sind wie einige Belle & Sebastian-Fanatiker, die im Internet horrende Preise für das rare Vinyl bezahlen. Von nun kann man die Komplettierungssucht auch mit geringerem finanziellen Aufwand stillen.
Dass sich die Anschaffung von „Push Barman To Open Old Wounds“ lohnt, das muss wohl nicht noch einmal betont werden. Nur so viel noch: Keiner ihrer Songs hatte es bis dato verdient, auf eine B-Seite verdammt zu werden. Man höre sich nur das hypnotische „You Made Me Forget My Dreams“ von der „Lazy Line Painter Jane“-EP an.
Belle & Sebastian
Push Barman To Open Old Wounds
Jeepster/Soulfood
VÖ: 27.5.2005
Provinziell und provinziell

Die Provinzialität des neueren deutschen Kriminalromans sei, so hört man, sprichwörtlich. Stimmt doch, oder? Durch die Krähwinkel ihrer deutschen Lande stapfen Autor und Held, deutsches Denken in den deutschen Köpfen, Kölsch in den Kehlen, und wer das liest, der achtet peinlich auf das Korrekte der Recherche, der weiß genau, dass im Eifelland im Dorfe X. die erste Straße rechts, wenn man von Y. kommt, „Hauptstraße“ heißt und nicht anders. Der deutsche Krimi, so kommt’s einem vor, spielt sich unter Zipfelmützen ab.
WeiterlesenNile: Annihilation Of The Wicked
Derzeit befinden sich Nile auf ausgedehnter US-Tournee – zusammen mit Behemoth, The Black Dahlia Murder und Kind Diamond. Ein wirklich nettes Package, das da geschnürt wurde. Nile dürften die restlichen Bands mit ihrer Urgewalt sicherlich an die Wand spielen.
WeiterlesenSioen: Ease Your Mind
Dass Belgiens Musikszene nicht erst seit dEUS und deren vielen Splitter-Projekten (Zita Swoon etwa) kein Pop-Interessierter aus dem Auge verlieren sollte, das dürfte sich rumgesprochen haben. Auch Frederik Sioen ist kein Unbekannter mehr. Verzückte er uns doch bereits mit seinem Album ‚See You Naked‘, das im letzten Jahr auf den Markt kam.
WeiterlesenRebecca Pawel: Death of a nationalist
(Ob wir Rebecca Pawels Erstling jemals auf Deutsch werden lesen können? Der Rezensent zumindest hätte nichts dagegen.)
Der spanische Bürgerkrieg 1936-1939, die Zeit von Hemingways „For whom the bell tolls“, selten war die Selbstzerfleischung eines Volkes so groß wie in diesem Krieg. „Death of a nationalist“ von Rebecca Pawel handelt von der Zeit danach, der Zeit des Übergangs. Ende März 1939. Franco wird dieser Tage dem Volk und der Welt seinen Sieg verkünden. Die Falangisten (Nationalisten) begeben sich an die Aufräumarbeiten und verhaften Kommunisten und Republikaner, die sich überall verstecken, zu Tausenden. Die Sieger sind wohl mehr mit ihrer Rache als mit dem Wiederaufbau des Landes beschäftigt.
WeiterlesenM83: Before The Dawn Heals Us
Um den Sound von M83 zu beschreiben, wurden schon große Namen der Popgeschichte ausgekramt: Es war in der Vergangenheit von My Bloody Valentine, Can und Tangerine Dream die Rede. Beachtlich!
WeiterlesenRevisiting: Das rote U

Jaja, Ludger und sein →Fragebogen. Mein erster Krimi? Klar: „Das rote U“. Verfasser unbekannt, Eindruck: nich so dolle. Aber es lässt einem ja keine Ruhe. Mal schnell bei Amazon vorbeigucken – und siehe da: noch lieferbar! Wilhelm Matthießen heißt der Autor, und das Cover ist noch genau das wie vor … ach, hunderten von Jahren, kommt es mir vor. Natürlich sofort bestellt…
Summer Camp -9-

Das nähere Kennenlernen des Personals (in der letzten Folge versprochen) verschieben wir um eine Woche und widmen uns zunächst einer an sich banalen und für viele vielleicht auch überraschenden Problematik: Wie umfangreich soll unser Roman eigentlich werden?
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