Ennio Morricone: Fateless OST

Ennio Morricone muss man nicht mehr erklären. aber immer mal wieder darauf hinweisen, dass der Komponist nicht nur Italo-Western vertont hat. „Fateless“, die Musik zum gleichnamigen Film von Lajos Koltai, wurde in Ungarn eingespielt und drückt nachhaltig auf’s Gemüt. Manche Tracks sind typische untermalende Scores, aber der Titelsong oder „Return To Life“ bestehen auch als solitäre Kompositionen. Lohnenswert.

(7 Fritten)

Ennio Morricone: Fateless OST
EMI
VÖ: 30.5.2005
www.emimusic.hu/fateless

Sandra Lüpkes: Halbmast

Carolin Spinnaker, Fotografin beim Nachrichtenmagazin Objektiv, steckt in mehr als einer Klemme. Sie befindet sich an Bord des Luxusliners Poseidonna, um dessen spektakuläre Überführung von der Werft ins offene Meer zu dokumentieren. Knifflige Arbeit, einen solchen Koloss über die Ems zu manövrieren. Und nicht unumstritten, weil man das Flüsschen dem Zweck hat „anpassen“ müssen.

Carolines Probleme beginnen, als Lars Minnesang, ihr Reporterkollege, spurlos verschwindet. Er war einer heißen Sache auf der Spur, einem Skandal – was ist mit ihm passiert? Statt seiner sind plötzlich zwei blinde Passagiere auf der Bildfläche. Einer will die Natur schützen und plant daher Sabotageakte. Den anderen haben Rachegründe auf die „Poseidonna“ getrieben.

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Life Of Agony: Broken Valley

Dass Life Of Agony ihre alten Sachen mit Kraft und Dynamik auf die Bühne bringen, haben sie bei ihrer Reunion-Tour ausgiebig bewiesen und sind mit mächtigem Groove durch wahrscheinlich jeden Magen gefahren. Aus dem Zusammenschluss ist nun ein Album erwachsen, an das Ende der Neunziger wahrscheinlich niemand mehr geglaubt hätte. Dabei versuchen die vier New Yorker mit aller Kraft den Spagat zwischen Bewahren der alten Trademarks und dem berühmten Schritt nach vorne.

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Andernorts im Krimiland: Übersetzungen

Ist das Zufall? Gestern wiesen →„die Alligatorpapiere“ auf das Bedauern der amerikanischen Kolumnistin Sarah Weinman über das Fehlen von Übersetzungen ausländischer Kriminalromane hin. Sie beschließt ihre Ausführungen:

“I’ll just keep on sounding the same drum again: there are fabulous writers who aren’t known to the English speaking public and thanks to the effort of small presses like Arcadia and Bitter Lemon (as well as larger ones like Harvill Secker) they are getting attention and readership. May the pie grow and add more pieces for more authors.”

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Unbestreitbar

Gefunden in einem Artikel der Netzeitung („Rudi Carrell: Harald Schmidt sollte aufhören“):

Dennoch dürfte seine Kritik an der ARD-Show von Schmidt für einigen Wirbel sorgen, denn Carrells Gespür für Gut oder Schlecht ist unbestreitbar.

Hallo-ho? Vier Worte: „7 Tage, 7 Köpfe“.

Schönwetterfreunde

Michael Jacksons Freispruch war heute morgen natürlich auch im Morgenmagazin Hauptthema. Gezeigt wurde u.a. ein Ausschnitt aus einem Jackson-Video mit Gastauftritten von Robert De Niro und Marlon Brando. Und es klang schon ein bisschen vorwurfsvoll als die Moderatorn darauf hinwiesen, dass diese „Leute„, die sich früher gerne mit ihm gezeigt hätten „ihn während seines Prozess links liegen liessen„.

Shame on you, Robert De Niro! Und shame on you, Marlon Brando!! Gerade du hättest ja (spätestens seit dem →1. Juli 2004) wirklich Zeit gehabt, dich zu kümmern, oder?

Summer Camp -4-

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Geschichten bekam man in der Prä-TV-Aera zumeist mündlich überliefert. Bücher kosteten viel Geld, Lesenkönnen war ein nicht alltägliches Privíleg. Wir sprechen vom 18., vom 19. Jahrhundert.
Das war auch die Zeit, in der die modernen Erzählperspektiven in der Literatur heranreiften. Ihnen zugrunde lag zumeist die prototypische Situation des (um Arno Schmidt zu zitieren) „Erzählers im lauschenden Hörerkreis“. Irgendjemand erzählte wahre oder erfundene oder aus beiden Elementen spannend gemixte Geschichten in der Er- oder Ich-Form. Der Sprecher musste, wollte er sein Publikum bei der Stange halten, einiges bedenken. Wenn ich jemandem etwas erzähle, dann entwickelt sich im Kopf des Zuhörers ein Film. Das ist kein geringer Aufwand, und ich tue gut daran, es meinem Zuhörer zu gestatten, seinen Film möglichst ohne notwendige „Nachbearbeitung“ zu drehen.

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Evergrey: A Night To Remember

Ein paar Wochen nach der Live-CD „A Night To Remember“ erscheint nun die angekündigte Doppel-DVD. Wer gelassen genug war abzuwarten, kann jetzt zugreifen. Evergrey haben mit dem Saal des Storan Theaters in Göteburg eine wirklich geeignete Location ausgedeutet, um den Liveauftritt visuell zu unterstützen. Neben dem kompletten Konzert gibt es eine zweite DVD mit rund sechseinhalb Stunden Bonusmaterial mit Interviews, Dokumentationen, sechs Promo-Videos und der berühmten Mucker-Lektion ‚wer spielt was durch welchen Amp‘. Für Fans interessant und informativ, alle anderen müssen selbst entscheiden, wie viele wackelige Aufnahmen aus dem Probenraum sie sich anschauen wollen.

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In schlechter Verfassung

Also sprach Bundesverteidigungsminister Peter Struck im Interview der Woche des Deutschlandfunks:

Struck: Nein, als Jurist weiß ich, dass man natürlich auch andere Auffassungen vertreten kann. Aber ich denke, Herr Bundespräsident Köhler wird abzuwägen haben, was ist das Interesse des Landes. Auch das Interesse der im Bundestag vertretenen Parteien ist, Neuwahlen herbeizuführen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass er diesem allgemeinen Interesse mit juristischen Hürden entgegenstehen will.

Das ist also aus unserem Grundgesetz geworden: eine Ansammlung „juristischer Hürden„? Au weia.

Far From Finished: East Side Of Nowhere

Die meisten Bands aus dem Hause I Scream sind mir zu heftig; Far From Finished bilden eine arschtretende Ausnahme. Straßenköter-Punk zum Mitgröhlen für struppige Lebewesen, die sich von Laterne zu Laterne hangeln.Wenn man bei Dropkick Murphys die keltischen Elemente abzieht, kommt man ziemlich exakt bei Far From Finished raus. Riesenspaß!

(7 Fritten)

Far From Finished: East Side Of Nowhere
I Scream/Cargo
VÖ: 23.5.2005

The HaveNots: Never Say Goodnight

Ich hatte schon lang keine Platte mehr auf dem Schreibtisch, bei der die musikalische Qualität und das Cover so weit auseinander lagen. Das Bild von „Never Say Goodnight“ ist hochgradig abschreckend, aber spätestens seit Ron Sexsmith wissen wir, dass Männer mit verkniffenen Lippen und komischen Frisuren wunderbare Musik machen können. Liam Dullaghan heißt der Mann und die Blondine ist seine Partnerin Sophia Marshall. Konträr zur leicht tranigen Erscheinung der beiden ist ihr Debütalbum eine wunderbare Sammlung von elf Songs mit wurzelnahem Songwriting irgendwo zwischen Klimperpop und schwermütigem Folk.

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Nury Vittachi: Der Fengshui-Detektiv und der Computertiger

Sommerzeit. Und wenn Sommer ist, lesen wir alle unsere Krimis am Strand (karibisch, sonnenerschlagen), auch wenn wir uns auf der Couch unserer 2-Zimmer-Kellerwohnung (deutsch, Starkregen) lümmeln. Und was lesen wir?

„Der Fengshui-Detektiv und der Computertiger“ wäre keine schlechte Wahl. Wir wollen uns unterhalten, nicht aufregen, wir sind milde gestimmt und suchen nicht nach dem Spannungsbogen, wir machen einen Abstecher in das geheimnisvolle südliche Asien und lernen Menschen kennen, von denen wir zwar nicht glauben, dass es sie wirklich geben könnte, aber schön dass es sie gibt.

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