Berlin/Kesselhaus
Sixteen Horsepower – Low Estate
„Hillybilly“ nannte man Anfang des Jahrhunderts in den USA einen Bewohner der Appalachen – und meinte damit wenig schmeichelhaft soviel wie „Hinterwäldler“. Der Begriff stammt übrigens noch aus den zwanziger Jahren, als Plattenfirmen anfingen, mit dem Etikett „Hillybilly“ für weiße amerikanische Volksmusik zu werben und sich so von der vermeintlich kommerzielleren Country & Western-Stilart abzusetzen.
WeiterlesenMarketing oder die Kunst Platten zu verkaufen
Die Plattenindustrie stöhnt! Der Tonträgermarkt stagniert bzw. die Absatzzahlen gehen sogar zurück. Hier ist der Marketingmann (oder -frau) der Plattenfirma gefragt. Die haben sich in der letzten Zeit etwas einfallen lassen. Nicht umsonst war es gerade dieser blinde Tenor, der mit Henry Maske im Duett die Verkaufs- charts erstürmte. Der Mix zwischen Song, Sport, Fernsehübertragung und entsprechender Werbung hat hier wohl den Erfolg gebracht. Im folgenden will ich nun drei weitere Möglichkeiten darstellen, Platten (genauer Maxis) an die Frau oder an den Mann zu bringen.
WeiterlesenTrieb: Mein Gott ist weiblich
Hardcorer verknallt
Trieb – Deutscher Hardcore der besseren Sorte. Sind Hardcore-Rocker verknallt, verlieren Sie meist die Härte. Auch im vorliegenden Fall sind die Verzerrer ausgeschaltet und die Anzahl der Overdubs wurde reduziert. Das Ergebnis ist ordentlich, hätte man den Jungs nicht zugetraut. Auch textlich nicht nicht platt. Die Titelzeile singt er so überzeugend: der ist wirklich verknallt.
WeiterlesenChina Drum: Fiction of life
Solider, melodischer Gitarrenpop im Stil von Green Day. Kiloweise drive und betörende Vocal-Harmonien. Wahrscheinlich eine klasse live-Band. Der Titelsong „Fiction of life“ mit Tom-Robinsonesquer Schrammelgitarre ist ein funkelnder kleiner Ohrwurm. Mehr!
China Drum: Fiction of life (4-track EP)
(Beggars Banquet/Rough Trade)
Pixies: Death to the Pixies

Ein Abgesang auf eine große Band, deren Einfluß auf die Rockmusik der späten Achtziger und der frühen Neunziger wahrscheinlich immer noch unterschätzt wird. Eventuell ist diese Doppel-CD ja auch nicht das letzte, was wir von der Band aus Boston, oder besser gesagt, aus den Archiven der Band noch hören werden. „Death to the Pixies“ enthält bekanntes Studiomaterial und neu veröffentlichte Live-Aufnahmen der Band um Black Francis (bzw. Frank Black). Für den Fan hat die Compilation mit ausgewählten Songs der Jahre ’87 bis ’91 keinen großen Wert, da er die regulären Alben wahrscheinlich alle besitzt.
WeiterlesenMichael Palin: Hemingways Stuhl
Das Ambiente kommt mit Rosamunde-Pilcher-Charme daher – Meer, Möwen und Moor. Im Morast der Langeweile sumpft auch Martin, der Anti-Held. Er ist sechsunddreißig und lebt bei seiner Mutter. Ein Durchschnittstyp mit einem Durchschnittsgesicht und einem Durchschnittscharakter. Von Beruf Postbeamter in der südostenglischen Kleinstadt Theston. Leidenschaft lodert bei ihm nur dort, wo es sich um Papa Hem dreht, seinen Abgott und Ersatzvater. Sproale ist durch und durch Hemingway-Aficionado. Sein Jugendzimmer enthält ein Sammelsurium von Reliquien. Und nur dort, miteinem vollen Glas Grappa vor seiner Reiseschreibmaschine, einer CoronaNr.3, erwacht er für Momente zum Leben.
WeiterlesenCharles d‘ Ambrosio – Ihr wirklicher Name
Bei einem guten Buch wie diesem kommt man nie ganz dahinter, warum es so gut ist. Phrasen von der „unverwechselbaren Stimme des großen Erzählers“, wie sie der Klappentext bemüht, helfen da nicht weiter. Über den Autor erfahren wir nur, daß er 1960 geboren ist – ganz so neu ist die Stimme also auch nicht mehr – und in Seattle lebt. Im Nordwesten der USA spielen auch die sechs Stories, die unter dem Titel ‚Ihr wirklicher Name‘ bei btb erschienen sind.
Erzählt wird von Menschen zwischen Meer und Schnee, die unter der sogenannten ‚Schwere des Seins‘ leiden, zugleich aber „spüren, wie die Ewigkeit auf einen herabblickt“. Die große Welt ist immer da, im Hintergrund. Vor Augen die kleinen Dinge des tätlichen Lebens, ein Weingummi, eine gebackene Kartoffel, die – so glasklar wie d’Ambrosio betrachtet – eine neue Dimension gewinnen. Alles eine Frage der Perspektive und d’Ambrosio entdeckt aus seiner Persprektive im Unbedeutenden etwas, das eine neue Leichtigkeit mit sich bringt.
WeiterlesenUntitled
Ja ja, sieht ganz so aus, als habe Frau Liebe erstmal wieder genug von der Schauspielerei, und wolle sich mal wieder dem Musikmachen zuwenden. Wer auf Handgranade jedoch einen neuen kreativen Outburst erwartet, wird ziemlich enttäuscht: das hier ist – bis auf ein paar Tracks – nichts neues; unter diesen allerdings die erste Aufnahme der Band, Turpentine, das mordsmäßig Gesäß tritt: Punkphase der Künstlerin, oder so. Damit aber hat es sich in puncto Interessantes.
Bei uns ging’s eigentlich nie um Jugendlichkeit
Ein Gespräch mit Dirk von Lowtzow (Tocotronic)
Hinter-Net!: Tournee-Zeit heißt auch Interview-Zeit. Seid Ihr schon gestreßt?
Dirk: Nö, eigentlich nicht. Natürlich machen wir ’ne Menge Interviews, und oft sind es immer wieder dieselben Fragen. Eine gewisse Routine hat das schon. Daher kommt es auch selten vor, daß wir zu dritt ein Interview machen, meist geht nur Einer von uns hin. Da kann die Frage noch so gut sein, irgendwann hast du sie doch schon mal gehört, und wenn dann Einer von uns loslegt mit der Antwort, dann sitzen die beiden anderen rum und können nicht mehr zuhören, weil wir das untereinander alles schon mal gehört haben.
WeiterlesenCartoon der Woche 42/97

Raumsonde Cassini – 7 Jahre später:
„Wollen doch mal sehen, was uns die Erdlinge geschickt haben…. Plutonium? Mmh, nicht billig… Da muß man was zurückschicken! Sie treiben ein paar Tonnen von dem Zeug auf und formulieren ein paar nette Zeilen. Sollen nicht denken, daß wir hier hinter dem Mond sind! „
Mike Grier: Shaken not stirred
Dieser Mann ist Kanadier,. Was an sich ja nichts Ehrenrühriges ist. Er könnte aber genausogut Japaner sein. Wenn es um die Kunst des Imitierens geht legt Grier nämlich eine Kunstfertigkeit an den Tag, die ihresgleichen sucht. Vielleicht hat er aber auch nur ein Identitätsproblem.
Vor einem halben Jahr veröffentlichte er mit seiner Band THE HOOBLERS eine CD, die als gelungene NEIL YOUNG & CRAZY HORSE Kopie durchging. Auch seine erste – nach dem James Bond Motto betitelte – CD beginnt er wieder als Neil „Gott“ Young-Imitat. Nicht die heftig rockende Crazy Horse Phase auch wenn er zwischendurch gerne mal in die Seiten brettert.
WeiterlesenGuided By (female) Voices
Ein Telefoninterview mit Hindernissen

Hinter-Net! Mitarbeiter sind vielbeschäftigte Menschen und die Redaktion mangels spendabler Sponsoren (haaallloo! hört uns jemand da draußen?!) arm wie eine Kirchenmaus. Das heißt u.a. grüner Tee (Iiigitt! die Red.) und Salzstangen statt Champagner und Kaviar bei den Redaktionssitzungen. Und natürlich keine Flugtickets zu Interviewterminen in München, Hamburg oder London. Wenn der zu interviewende Berg nicht zu uns kommt, bleibt als letzte Möglichkeit meist nur noch ein Telefoninterview
WeiterlesenThose were the days, my friend
Wir hatten keinen Sex in den 50ern. Niemand hatte Sex. Außer Elvis.
Kim Fowley in Pop-Odyssee – Die Beach Boys und der Satan (3SAT, 13.10.97)
Glen Cook – Die Rätsel von Karenta
Bd. 6: Heisses Eisen
Bd. 7: Spitze Buben
Es war wieder einer der ganz speziellen Tage. Eigentlich wollte Garrett – seines Zeichens Privater Ermittler – nur auf ein Bier in Morpheus Ahrms Freudenhöhle vorbeischauen, aber just in diesem Augenblick taucht dort eine äußerst attraktive junge Dame auf und Garretts Hormone tanzen Salsa. Leider erscheinen die obligatorischen Fieslinge und vertreiben die Dame, doch nicht ohne ihm vorher die Möglichkeit zu geben, den Helden zu spielen. Am nächsten Tag klopft es an seiner Tür und Captain Wart Block bittet ihn um seine Hilfe in einer Reihe abgedrehter Morde. Natürlich verschließt sich unser Held nicht diesem Ansinnen und steckt binnen Kürze in einem widerwärtigen Fall. Blut, Magie, Horror, Sex. Ein böser Geist aus grauer Vorzeit. Bissige Schmetterlinge…
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