Ja, genau: Die Liste der „Glorreichen Sieben“ ist schon lange nicht mehr aktualisiert worden. Liegt daran, dass ich sie mit dem Start des neuen Jahres gerne komplett austauschen möchte, mir aber noch keine sieben Werke der Kriminalliteratur aus dem Jahr 2009 untergekommen sind, die man dort guten Gewissens platzieren könnte. Wird aber; keine Bange.
WeiterlesenKategorie: Watching the detectives
Die Frauenfrage
Nein, nein, das ist kein Trend, das ist Zufall. Die beiden Bücher, die ich gerade parallel lese, beschäftigen sich mit dem Phänomen der Dämonisierung / Marginalisierung / Unterdrückung der Frau. In Tracy Gilpins „Stunde der Buße“ lernen wir eine weltumspannende Geheimorganisation von Frauen kennen, die sich auch mit terroristischen Mitteln zur Wehr setzt.
WeiterlesenEine kurze Studie zur Perspektive, zweiter Teil
Den ersten Teil gibt es →hier)
Warum ein Autor diese und nicht jene Perspektive wählt, um seine Geschichte zu erzählen, das sollte er nicht nur genau wissen, er sollte sich auch über die Konsequenzen im Klaren sein. Sagt jemand „ich“, dann sieht er – und mit ihm der Leser – die Welt mit seinen Augen. Und er redet / denkt in seiner eigenen Sprache.
WeiterlesenSaturday’s Thrill, klassisch
Ziemlich klassisch geht es in der heutigen Ausgabe des Titelmagazin-Krimisamstags zu. Frank Göhre, klassisch und aktuell zugleich, porträtiert →Edward Bunker, Judith Hammer testet einen Klassiker des →Wie-schreibe-ich-Krimis und Peter Münder hat Peter Schmidts →„Die Regeln der Gewalt“, einen deutschen Krimiklassiker aus dem Jahr 1984, noch einmal gelesen. Klassisch auch →Peter Zeindler. Jörg von Bilavsky gratuliert zum 75. Geburtstag und zum neuen Werk.
WeiterlesenPardon
Da war ich wieder einmal zu voreilig und hab einen guten Mann ungerechterweise →der Kenntnislosigkeit geziehen. Der Berliner „Tagesspiegel“ hat mir mitgeteilt, im Artikel von Herrn Professor Brittnacher gehe es nicht um einen Vergleich deutsche / britische Kriminalliteratur, sondern um die Ursprünge der Kriminalliteratur, „die Professor Brittnacher offenbar für Großbritannien und Deutschland zu unterschiedlichen Zeitpunkten verortet“. Na, dann ist ja alles gut. Die Ursprünge der britischen Kriminalliteratur liegen bei Conan Doyle, die der deutschen bei Schiller. Schön, dass mans endlich weiß. Wir haben mal wieder ein ganzes Jahrhundert Vorsprung. Prima. Auf den Schreck hin nehme ich mir morgen blogfrei. Am Samstag hab ichs hoffentlich wieder verdaut.
Fragen Sie!
Wir leben im Informationszeitalter. Gut so. Aber nicht alle Informationen, die uns zu Ohren kommen, verstehen wir. Ganz schlecht. Vieles irritiert uns, sogar im Krimisegment. Was tun? – Fragen Sie uns! Wann immer Sie etwas in puncto Krimi nicht verstehen, lassen Sie es uns wissen! Wir finden auf alles eine Antwort. Zum Beispiel auf die verzweifelte Frage des Lesers B. aus H.
WeiterlesenStefán Máni: Das Schiff
Eine isländische Schiffsbesatzung kurz vor dem Auslaufen nach Surinam, wo Rohstoffe für die Aluminiumindustrie geladen werden sollen. Einer aus der Mannschaft bringt seine Frau um. Ein anderer fürchtet um das Leben seiner Familie, das von Schuldeneintreibern bedroht wird. Andere planen eine Meuterei, weil sie am Ende der Reise entlassen werden sollen. Selbst der Kapitän steht vor existentiellen Problemen. Und dann erscheint auch noch der leibhaftige Satan an Bord…
WeiterlesenAlligator – Sondermeldung
Zwar hat Georg, unser notorischer Klingenmaier-Beobachter, die gute Nachricht schon verbreitet; wenn aber besagter Film- und Krimiblogger aus Stuttgart mal eine ellenlange Rezension schreibt, müssen das auch alle, wirklich alle wissen. Also: Thomas Klingenmaier bespricht Richard Stark aka Donald E. Westlake und →„Keiner rennt für immer“. Ausführlich, kompetent, appetitanregend. Werde ich nach dem Chinesen und dem Kanadier und der Südafrikanerin, die mir gerade die Lektüre liefern, als nächstes in Angriff nehmen.
Deutsche Geschichten

Das ist nicht nur Labsal für ordentliche deutsche Professoren: hammertragische Schicksalsnovellen von Walther Kabel, dem Friedrich Schiller der deutschen Kriminalliteratur irgendwann in den röhrenden Zwanzigern. Schon die Titel verweisen auf hiesigen Tiefsinn: „Der Fakir ohne Arme“ (furchtbar!) und „Der Fluch eines Geschlechts“ (ibsenek!). Lesen Sie! Kostenlos! Online! In der →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“, als es noch keine Krimis gab.
Pieke liest in Hamburg
Tut mir leid. Aber heute Abend kann man sämtliche Berliner Kneipen nach Pieke Biermann absuchen, man wird sie nicht finden. Weil sie nämlich in Hamburg liest. Um 20 Uhr im Literaturhaus, Schwanenwik 28, mit dem MetroBus 6 bequem zu erreichen. Kostet 4 / 7 €, vorgetragen wird aus dem „Asphalt unter Berlin“. Und danach großer Zug durch sämtliche Kneipen Hamburgs, oder?
Bunker vs Bunker
Welches Buch wird heuer als „Deutschlands beste Krimifrühjahrsnovität 2009 aller Zeiten“ reüssieren? Die Fachwelt sowie das interessierte Laien- und Lesertum befinden sich im Wettfieber. Hoher Favorit: Andrea Maria Schenkel mit „Bunker“. Krasser Außenseiter: Edward Bunker mit „Lockruf der Nacht“. Im Viertelfinale treffen beide Titel aufeinander. Was erwartet uns?
WeiterlesenDer Alligator übergibt sich
Wie wird man eigentlich „Professor für Neuere deutsche Literatur“ und Autor beim „Tagesspiegel“? Indem man so gar keine Ahnung von dem hat, was man in die Tastatur haut? Nicht einmal, wenn das Thema →„Über den Ursprung der Kriminalliteratur – worin sich deutsche und britische Geschichten unterscheiden“ heißt, in der Lage ist, Googles kleines Suchmaschinchen anzuwerfen? – Muss wohl so sein. Anders sind Sätze wie diese nicht zu erklären:
WeiterlesenAllerlei am Samstag
Im Titel-Magazin ist es wieder soweit: Es darf krimirezensiert werden. Aber zunächst ein Gespräch: Ulrich Noller hat es mit →Zoran Drvenkar geführt, dessen Thriller „Sorry“ als Höhepunkt des Jahres beworben wird (und den dpr nächste Woche Samstag besprechen darf).
WeiterlesenAlligator on Ice – 6.2.09
Heute ist der Tag der Kurzrezis. Thomas Klingenmaier hat seine Lieben in der →„Stuttgarter Zeitung“ versammelt, watscht aber – entgegen sonstiger Gewohnheit – auch den einen oder die andere ab. Lieblingszitat: „Thiesler, die bereits mit „Der Kindersammler“ und „Hexenkind“ erfolgreich war (zusammen 750 000 verkaufte Exemplare), weiß, was Krimileserinnen mittlerweile schätzen: den möglichst langen Aufenthalt in einem Buch.“ Well said. (Mit Dank an unseren offiziellen Klingenmaier-Beobachter Georg).
WeiterlesenEine kurze Studie zur Perspektive, erster Teil
Bevor man sich ans Schreiben eines Kriminalromans macht, müssen grundsätzliche Dinge geklärt werden. Das wohl wichtigste, weil folgenreichste: die Erzählperspektive. Wähle ich die auktoriale, also dritte Person Singular, oder wird die Geschichte aus dem Protagonisten heraus erzählt, erste Person Singular?
WeiterlesenDie Leibrenten des Alligators
Wenn sonst nichts ist, dann immerhin das: Dietmar Jacobsen hat bei →„Text und Web“ eine sehr schöne Besprechung von Emilie Heinrichs‘ „Leibrenten“ geschrieben, dem ersten Band der „Criminalbibliothek 1850 – 1933“ aus der Edition Köln. Mehr davon ist immer willkommen, denkt der Herausgeber still in sich hinein.
Unter Dach und Fach
So, es ist vollbracht. Der Vertrag für den nächsten Kriminalroman, „Arme Leute“, ist unterschrieben. Erscheinen wird das Werk im August / September bei Conte, einem aufstrebenden, wachen und sehr netten Saarbrücker Verlag, der aber noch etwas an der Qualität seines Kaffees arbeiten muss.
WeiterlesenKurzer Lesetipp
Weiterlesen„Dann kam es zum Falkland-Krieg. Niemals zuvor (oder zumindest nicht seit dem Trojanischen Krieg) waren viele so weit gegangen, um für ein albernes Weibsbild so viel zu opfern“.
Alligator on Ice – 4.2.09
Da ich gleich zu wichtigen Verhandlungen eilen muss, hier die Ergebnisse der Alligator-Vertretung. Äh, DAS Ergebnis. Eine Besprechung von Silvia Kaffkes →„Das rote Licht des Mondes“ auf dem Blog von Ralf Koss. Mehr wird gerne genommen und kommt, wenn ich wieder da bin.
Kerstin Rech: Hotel Excelsior
Kerstin Rech schreibt ihre Kriminalromane, müsste man es nüchtern formulieren, unter Einbeziehung der Mythologie des ländlichen saarländischen Raums. Das kann sie. Für ihr neuestes Werk, „Hotel Excelsior“, hat sie sich einem historisch handfesteren Sujet zugewandt, der Saarabstimmung von 1935.
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