Doch, es gibt Zufälle, und der Wörtche, der Bursch, schickt mir seine Texte merkwürdigerweise EBEN NICHT vor der Veröffentlichung zum Absegnen. Also Zufall, dass in seiner heutigen Rezension von Michael Collins'“Schlafende Engel“ für den →„Freitag“ unser heutiges Crime-School-Thema um ein weiteres Belegstück bereichert wird. Die Benutzung des Genres „contre coeur“, seine schleichende „Literarisierung“, die ausgiebige und dilettantische Verwendung von Versatzstücken – das Buch so zu entlarven, gelingt nur, wenn man es dem Genre zuschlägt und mit dessen Instrumentarium seziert. Freunde der gehobenen Literatur, die dem „seriösen Dichter Collins“ ihren Weihrauch zuschwenken, werden das anders sehen und eben „den tieferen Sinn“ herausarbeiten. Sollen sie. WIR erkennen darin etwas furchtbar Triviales: die Geringschätzung der Kriminalliteratur und damit der Literatur in toto. Merci, Genre, merci TW.