Kategorie: Watching the detectives
Rebecca Pawel: The Watcher in the Pine
„The Watcher in the Pine“ von Rebecca Pawel ist das dritte Buch der im Anschluss an den spanischen Bürgerkrieg spielenden Serie um den Gardisten Carlos Tejada. Im Verlauf der Zeit hat er ein wenig Karriere gemacht, ist jetzt Leutnant und erhält seine erste eigene Leitungsfunktion: Das Kommando über den guardia-Posten in Potes, einem einsam gelegenen Ort, mitten in den Bergen Kantabriens.
Mit Elena, seiner jungen, schwangeren Frau fühlt Tejada sich in eine andere, rückständige und feindliche Welt versetzt, in der er wie ein Besatzer behandelt wird. Auch jetzt, ein Jahr nach dem Ende des Bürgerkriegs gibt es in der Gegend um Potes immer noch Widerstand und sind die Faschisten wenig geliebte Sieger.
Jetzt seid ihr ganz bei Trostler
Vorname Dagobert, Profession: Detektiv. Schöpfer: Balduin Groller. Einer der ersten (1910-12) Seriendetektive der deutschsprachigen Kriminalliteratur, sherlockholmesartig, aber eigenständig. Wie immer trostlerspendend: die →Criminalbibliothek des 19., hier ausnahmsweise des 20. Jahrhunderts.
Wo steckt Wickius?
(Kommissar Wickius kennt die Verbrechens- und Kriminalliteratur der letzten ca. 2500 Jahre in- und auswendig, er löst jeden Fall, indem er das literarische Muster dafür sucht. Und Sie? Wissen auch Sie, welche klassischen Fälle den hier in loser Folge geschilderten Mordtaten zu Grunde liegen? Dann nichts wie ran an die Kommentarfunktion! Für alle Unbelesenen gibt es die Auflösung immer ein paar Tage nach der Veröffentlichung der Geschichte.)
WeiterlesenDie andere Meinung
Das Kontroverse von Literaturkritik, wie es →hier vor einigen Tagen beschworen wurde, verstummt vor dem Meisterwerk. Man ist sich einig. Meisterwerke gibt es wenige, Robert Littells „Die kalte Legende“ ist eins, sogar bei den Rezensenten. Aber nein, nicht bei allen. Heute schreibt Katharina Granzin im →taz magazin folgenden denkwürdigen Satz:
Weiterlesen„Martin Odum, Privatdetektiv mit CIA-Vergangenheit, quält sich mit der Ungewissheit darüber, welche seiner „Legenden“, wie die CIA die erfundenen Identitäten ihrer Agenten nennt, sein wahres Ich sei.“
Möwe, Schwalbe, tote Kuh?

Ist das etwa ein neues Krimibilderrätsel? Ja. Nein. Eigentlich ist es nur das Cover des Krimijahrbuchs 2007, entworfen von der aufstrebenden jungen Künstlerin Birgit Jansen. Man sieht was drin ist: Krimi eben (die Kuh wurde übrigens von Mitherausgeber Noller persönlich ins Reich der Wurstfabriken befördert), dann diese lächelnde Frau rechts und unten das Auge der Dreifaltigkeit, für das unser Senior-Herausgeber Modell gestanden hat. Und der hat jetzt noch eine prima Sparnachricht…
WeiterlesenStuart MacBride: Die dunklen Wasser von Aberdeen

(Weihnachten naht. Und mit ihm die Frage: Welche Krimis schenke ich meinen Liebsten? Jeder weiß: Das kann ins Auge gehen und langjährige Freundschaften abrupt beenden. Doch keine Angst: Hinternet hilft. Die Krimiredaktion hat einige aktuelle Spitzenprodukte der Spannungsindustrie unter die Lupe genommen und ihnen den jeweiligen Idealtypus Leser (hier „Geschenkempfänger“ genannt) zugeordnet. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen.)
WeiterlesenStefano Massaron: Die toten Kinder
(2006 war ein gutes Jahr für unseren Juniorkritiker Jochen König: Ausbildungsplatz bei Hinternet ergattert (über Beziehungen), Mofa-Führerscheinprüfung bestanden (beim dritten Anlauf), rausgekriegt, dass Mädchen doch nicht so doof sind wie sie aussehen (Gerda!). Und jetzt die Krönung: Azubi Jochen darf auf dem heiligen Donnerstagsplatz des rezensierenden Platzhirschen seine Kritik an Stefano Massaron anbringen! Tatsächlich: ein gutes Jahr!)
Don’t trust him when he turns his back:
He looks at you.
Don’t trust him When his eyes are closed:
He still looks at you.Devil Doll “The Girl Who Was…Death”
Zwei Meinungen, ein Beispiel
Welchen Gewinn hätte die Krimikritik, hätten die Leser von einem bloßen Nebeneinander des Pro und Contra zu Titeln auf der Krimiwelt-Bestenliste? Würde das genügen oder wäre es lediglich der Auftakt zu einem Hauen und Stechen, bei dem Irrtümer nachzuweisen und einzugestehen wären? Exerzieren wir das doch einmal stichwortartig an einem aktuellen Beispiel durch.
WeiterlesenTim O’Brien: Geheimnisse und Lügen

John Wade ist am Ende seines amerikanischen Traums angelangt. Seine politische Karriere wurde jäh gestoppt, als herauskam, dass er an der Auslöschung des Dorfes Thuan Yen beteiligt war, besser bekannt als das My Lai Massaker, bei dem Hunderte vietnamesischer Zivilisten von amerikanischen GIs misshandelt, gefoltert und gnadenlos getötet wurden. John Wade „der Zauberer“ sieht alles mit an, lässt sich beinahe zufällig hineinziehen ins Morden. Später fälscht er zwar die Stammrollen der entsprechenden Einheit, wird aber trotzdem von seiner Vergangenheit eingeholt, in der vielleicht wichtigsten Phase seines Lebens, zur Zeit der Wahlen um einen Senatorenposten.
WeiterlesenDisco Ensemble: First Aid Kit
2003 nahmen Disco Ensemble ihr Debütalbum „Viper Ehtics“ in der schwedischen Stadt Umea auf. Diese galt jahrelang als eine der Hochburgen der europäischen Hardcore-Bewegung. Disco Ensemble hatten von dort nicht nur ein respektables Debüt, sondern auch allerhand musikalische Einflüsse mit in ihre finnische Heimat gebracht.
WeiterlesenOkay, streiten wir uns
KrimiWelt-Bestenliste – pro und contra. So lautete der Arbeitstitel eines für das neue Krimijahrbuch geplanten Beitrags, in dem sich Tobias Gohlis, Initiator der Liste, und N.N. über Sinn und Unsinn des Projektes austauschen sollten. Den Beitrag aber wird es nicht geben; zwei potentielle Contra-Autoren haben, aus durchaus nachvollziehbaren Gründen, abgesagt. Und selbst die Rolle des teuflischen Advokaten zu übernehmen, dazu bin ich nicht der richtige Mann. Ich mag die Liste nämlich. Aber.
WeiterlesenJess Walter: Citizen Vince
Zwei Bürgerrechte sind es, so Vince Camden in Jess Walters Buch „Citizen Vince“, auf die verurteilte Straftäter in den USA verzichten müssen. Das Recht eine Waffe erwerben und tragen zu dürfen und das Recht zu wählen. Als er eine Woche vor der US-Präsidentenwahl 1980 die erste Wahlkarte seinen Lebens erhält, geht durch den 36 jährigen ein Ruck … vielleicht, so ahnt er in diesem Moment, hat er doch eine Chance, in der bürgerlichen Gesellschaft anzukommen.
WeiterlesenEin Toter mit vielen Gesichtern
(Kommissar Wickius kennt die Verbrechens- und Kriminalliteratur der letzten ca. 2500 Jahre in- und auswendig, er löst jeden Fall, indem er das literarische Muster dafür sucht. Und Sie? Wissen auch Sie, welche klassischen Fälle den hier in loser Folge geschilderten Mordtaten zu Grunde liegen? Dann nichts wie ran an die Kommentarfunktion! Für alle Unbelesenen gibt es die Auflösung immer ein paar Tage nach der Veröffentlichung der Geschichte.)
WeiterlesenStieg Trenter: Eine Puppe für Samarkand

(Weihnachten naht. Und mit ihm die Frage: Welche Krimis schenke ich meinen Liebsten? Jeder weiß: Das kann ins Auge gehen und langjährige Freundschaften abrupt beenden. Doch keine Angst: Hinternet hilft. Die Krimiredaktion hat einige aktuelle Spitzenprodukte der Spannungsindustrie unter die Lupe genommen und ihnen den jeweiligen Idealtypus Leser (hier „Geschenkempfänger“ genannt) zugeordnet. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen.)
WeiterlesenUmfang mal Piekwadrat
Die Biermann, einfach nicht zu berechnen. Jüngst erst mit dem „Schwerpunkt“ des Krimijahrbuchs 2007 geehrt (eine Auszeichnung, gegen den der Glauser aussieht wie ein angeknabbertes Lebkuchenmännlein), prescht sie dennoch weiter ruhelos nach vorn, alle vier Wochen sonnabends begutachtet sie MENSCHEN-ORTE-KRIMINALITÄT im RBBinfoRADIO 93,1, am 9. Dezember 2006 um 11:45 Uhr ist es wieder soweit – wann schläft diese Frau eigentlich? Etwa bei den Wiederholungen um 19:45 und in der folgenden Nacht um 00:45 und 05:45? Unwahrscheinlich. PieBie schläft nie. PieBie dehnt sich weiter aus wie ein nimmersattes Universum. Jetzt auch zu hören in der neuen Folge, die sich mit Seyran Ates, Migrantin, Juristin, Pionierin gegen Gewalt beschäftigt.
WeiterlesenCarl Hiaasen: Unter die Haut
Die Überzeichnung ist ein Mittel, Handlung und Personal zu verfremden, zu verzerren, um ihren wahren Charakter unter der Maske erkennbar zu machen. Etwas überzeichnen heißt also: etwas enthüllen. Indem etwa Personen so agieren, wie sie ganz bestimmt nicht agieren, zeigt man, wie sie agieren. Die Personen werden komisch, Ereignisse spitzen sich zu, Geschichten taumeln in der Aberwitz und zerbrechen dort zur Nüchternheit. Eine sehr theoretische Sache, denkt man, ja, ohne Zweifel, denn in der Praxis gelangt die Überzeichnung zumeist nur bis zum Aberwitz, bleibt die Verzerrung Verzerrung, das Lachen darüber das Lachen darüber. Eine der großen Ausnahmen ist Carl Hiaasen.
Weiterlesen2006: Die Besten
2006, das Krimijahr. Was war gut, was wird bleiben? Der Rezensent hat seine Arbeiten kritisch gesichtet und elf Titel ausgewählt, denen er die Stempel „unbedingt lesen!“ und „weiter so!“ ohne Zögern aufdrückt, eine Hitparade, die aber keine ist, denn die ausgesuchten Romane lassen sich in thematischen Kleingruppen zusammenfassen, was nun ein zwar unvollständiges, aber über den Listencharakter hinausgehendes Bild des kriminalliteratischen state of the art hierzulande und anderswo ergeben könnte. Und hier ist sie: die Top 11 Zwotausendsechs.
WeiterlesenDas Ende des Krimis
Okay, packen wir zusammen. Wir Schreiber, wir Blogger. Krimi adé, ein Genre wird überflüssig, wenn man dieser →Spiegel-Meldung Glauben schenken darf:
WeiterlesenJeffrey Ford: The Girl in the Glass
(Dieses ist die fünfte und letzte Besprechung eines der diesjährigen Kandidaten für den Edgar, Kategorie „Bestes Taschenbuch“.)
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