Wo? Natürlich in der →„Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“. Oder genauer: In ihrem Appendix „Frühes 20. Jahrhundert“. „Ursula schwebt vorüber“ heißt die Neuanschaffung des 1931 verstorbenen Walther Harich, der nebenbei ein veritabler Literaturwissenschaftler und Vater des Philosophen Wolfgang Harich war. Ach ja: Und wer alle bis Ende 2006 veröffentlichten Texte auf einer CD haben möchte (mit bequemer Navigation und zusätzlichen Extras, und das alles für 5 €), der / die schaue auch mal auf die Seite.
Kategorie: Watching the detectives
Ein Blick ins Krimijahrbuch 2007
Die gute Nachricht: Es wird ein Krimijahrbuch 2007 geben. Die noch bessere Nachricht: Wir widmen uns diesmal auch verstärkt dem Film- /TV-Krimi. Die beste Nachricht: Wer jetzt bestellt, wird beschenkt.
WeiterlesenSo helft uns doch!
Die →Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts nimmt langsam, aber unaufhaltsam Konturen an. Fleißige Hände legen alte Krimis auf moderne Scanner, seit wir auch das frühe 20. Jahrhundert unter unsere Fittiche genommen haben, kriechen die verstaubten Schwarten aus allen Ecken und schreien: „So digitalisiert uns doch für die Ewigkeit!“
WeiterlesenSpiek to me
Aber das tut sie ja pausenlos. Die Biermann im Radio, das ist alleweil besser als der Biermann im Fernsehen. Diesmal sogar eine Woche früher als sonst, heißt es morgen wieder „MENSCHEN-ORTE-KRIMINALITÄT“, im RBBinfoRADIO 93,1, 4.November 2006 um 11:45 Uhr hören wir Pieke Biermanns Porträt von „Mitch Cohen, Opfer von Kriminalität ohne Täter“, es geht um Stalking, und da kennen wir uns aus. Folgen wir doch pausenlos und hartnäckig der Stimme Piekes durch den Äther.
WeiterlesenIdeale Leser
Ein ruhiger Morgen in den Redaktionsräumen von Hinternet. Fräulein Katja wiegt den Kronprinzen, Nachwuchskraft Jochen König büffelt für den Jagdschein, Kollege Bernd Kochanowski grübelt über seiner neuen Doktorarbeit, „Bakterienkrimis im Wandel der Zeiten“. Dass sich Fräulein Anobella die Fußnägel lackiert, ist inzwischen zum festen Anblick eines jeden beginnenden Arbeitstages geworden und wird nur noch von dpr, dem Fahnenträger des guten Anstands, bemängelt. Was aber ist mit dem Chef los? Walter tigert durch die Räumlichkeiten, dann bleibt er am Redaktionstisch stehen und flucht in die Runde: „Und welchen Krimi schenke ich meinem Onkel Erwin zu Weihnachten? Hä?“
WeiterlesenDas Treffen von Schwerte
( „Zur Ästhetik der Kriminalliteratur“ – so lautete der Titel einer Tagung, die vom 31. Oktober–1. November 2006 im Haus Villigst bei Schwerte über die Bühne ging. Unser Gesellschaftsreporter Joachim Feldmann hat sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und erstattet nun exklusiv Bericht (bevor er sich wieder seinem anderen Steckenpferd, der verdienstvollen Zeitschrift →„Am Erker“ widmet.)
WeiterlesenNorbert Horst: Blutskizzen
Leichensache – Todesmuster – Blutskizzen. Schon die Titel der Kriminalromane Norbert Horsts weisen den Weg; vom Konkreten über das Abstrakte hin zum Vorläufigen. Es ist der umgekehrte Weg, auf dem Ermittler gemeinhin vorwärts schreiten, Ermittler, die Polizisten oder Schriftsteller sein können oder, wie im Falle Norbert Horsts, beides Blutskizzen. Konstantin Kirchenberg und KollegInnen werden mit einem Serienmörder konfrontiert, der ältere Männer tötet und nackt in Müllcontainern entsorgt. Die Ermittlungen laufen an, erste Muster kristallisieren sich aus dem Faktengemenge, frühere unaufgeklärte Morde passen ins Raster und recht bald schon gerät ein Tatverdächtiger ins Visier der Beamten. Er, jetzt biederer Buchhalter, Familienvater und Mitglied einer christlichen Sekte, ist schon einmal wegen des Mordes an einem älteren Mann verurteilt worden, und die Indizien, dass er weiterhin tötet, verdichten sich bis zur Gewissheit.
WeiterlesenMaximilian Hecker: I’ll Be A Virgin…
Der Berliner Sänger und Multiinstrumentalist Maximilian Hecker bleibt seiner bisherigen Linie treu. Auch Album Nummer vier wird von wunderschöner Melancholie beherrscht.
WeiterlesenHatebreed: Supremacy
Der Bandname, zu deutsch: Hassbrut, ist weiterhin Programm. Hasserfüllte, wütende Songs sind auch auf „Supremacy“, dem fünften Album der New Yorker Hardcore-Band, bestimmend.
Nur gelegentlich wird das Tempo gedrosselt. Und dennoch verlieren die Songs nichts an ihrer Brutalität. Dass Dauer-Brüller James Jasta noch nicht seine Stimme verloren hat, ist mehr als erstaunlich.
(7 Fritten)
Hatebreed: Supremacy
Roadrunner/Universal
VÖ: 25.8.2006
Wickerts Bücher
befasst sich morgen mit Krimis (Wickert:Jetzt wirds spannend!); genauer mit Friedrich Ani, Anne Chaplet und Henry Hübchen. Und das zur grandiosen Sendezeit von 23. Uhr 15 in der ARD.
Anobella
*seppelt leider zur Sendezeit durch die Pfalz
Box Codax: Only An Orchard Away
Man sollte meinen, Nick McCarthy sei mit seiner Band Franz Ferdinand vollkommen ausgelastet. Doch der Gitarrist fand die Zeit, um mit seinem Freund Alexander Ragnew seine Liebe für 80er Jahre-Electro in Songs umzuwandeln. Leider.
Dies hier ist naiver Electro/Indie-Irrsinn ohne viel Tiefgang, den man getrost überhören kann.
(3 Fritten)
Box Codax: Only An Orchard Away
Gomma/Groove Attack
VÖ: 29.9.2006
Thomas Maeder: Die unglaublichen Verbrechen des Dr. Petiot
Wären „Die unglaublichen Verbrechen des Dr. Petiot“ das Produkt einer Autorenphantasie, man würde das Buch mit spitzen Fingern anfassen – um es in den nächsten Papierkorb zu expedieren. Nichts ist eindeutig. Hat Dr. Petiot im von den Deutschen besetzten Paris der vierziger Jahre 20, 60 oder über 100 Menschen vom Leben in den Tod befördert? Wie hat er das überhaupt angestellt? Wer war Mitwisser? Warum verhalten sich Polizei und sonstige Staatsgewalt derart tölpelhaft? Warum widersprechen sich Zeugen so offensichtlich und ändern ihre Meinung so häufig und unbegründet? Ist ein Prozess, gegen den die Grotesken des „Königlich-Bayrischen Amtsgerichts“ wie Bilder aus dem Leben wirken, tatsächlich in der nüchternen Wirklichkeit vorstellbar?
WeiterlesenSekundärliteratur: Stefan Harbort, Das Serienmörder-Prinzip
Stefan Harbort, stellvertretender Leiter eines Kriminalkommissariats beim Polizeipräsidium Düsseldorf, hat sich über 15 Jahre lang mit Serienmördern beschäftigt. Er hat sie getroffen, Briefe gewechselt und seine Erfahrungen/Erkenntnisse in einem Buch mit dem Titel Das Serienmörder-Prinzip zusammengefasst. Es beruht auf über 50 Interviews. Unter anderem beschreibt er den Fall eines amerikanischen GI`s, der bis fünf Minuten vor seiner ersten Tat nicht wusste, was auf ihn zukommt. Er sagte: „Die meisten Menschen wissen nicht, wozu sie fähig sind.“
WeiterlesenDa möchte man nicht mehr weiterlesen
„Patricia Highsmith wurde oft unter dem Label „Krimiautorin“ abgetan. Ihre literarischen Qualitäten wurden dabei oft übersehen.“
Und liest dann halt doch noch ein bisschen.
WeiterlesenVerweht
So geht das. Da schreibt einer einen Krimi, der „Verwehte Spuren“ heißt, veröffentlicht ihn 1891 und jetzt, da der Text als PDF in der →„Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“ erscheint, sind auch die Spuren des Autors Paul Henkes verweht. Aber der Text bleibt.
Jake Lamar: Rendezvous Eighteenth
Leser der Marseille-Trilogie von Jean-Claude Izzo hatte der Zorn und die Wut, die sich in den Krawallen der unterprivilegierten Einwanderer in den französischen Banlieues letztes Jahr artikulierten, nur wenig überrascht. Rickie Jenks aus Jack Lamars Buch „Rendezvous Eighteenth“, jedoch, seit Jahren in Paris lebender Afroamerikaner, hatte nie Rassismus in Paris erlebt. Was wohl daran läge, so meint seine afro-marokkanische Freundin, dass sein Gang, sein Auftreten und sein Akzent ihn als US-Amerikaner identifizieren und diese seien halt, im Gegensatz zu den afrikanischen Brüdern, auch schwarz noch hoch willkommen.
WeiterlesenEin dicker Hund
(Ex-Kommissar Wickius, nach einer Intrige denk- und kommentarfauler Blogleser seines Amtes enthoben und in den vorzeitigen Ruhestand geschickt, kennt die Verbrechens- und Kriminalliteratur der letzten ca. 2500 Jahre in- und auswendig, er löst jeden Fall, indem er das literarische Muster dafür sucht. Und Sie? Wissen auch Sie, welche klassischen Fälle den hier in loser Folge geschilderten Mordtaten zu Grunde liegen? Dann nichts wie ran an die Kommentarfunktion! Für alle Unbelesenen gibt es die Auflösung immer ein paar Tage nach der Veröffentlichung der Geschichte.)
WeiterlesenSekundärliteratur: Ingrid Noll
Vor 15 Jahren nahm die Kriminalautorin Ingrid Noll ihre Mutter, heute 105 Jahre alt, in ihrem Haus in Weinheim an der Bergstraße auf. Die Zeit-Redakteure Christoph Amend und Matthias Stolz haben sie besucht und ein Interview mit ihr geführt – ich fand das sehr spannend.
WeiterlesenKrimiWelt-Bestenliste November 2006
So, so. Paulus Hochgatterer steht mit „Die Süße des Lebens“ auf dem Spitzenplatz der aktuellen Bestenliste. Kleine Überraschung. Vor Robert Littell und John Le Carré, einem der drei Neueinsteiger. Die beiden anderen rangieren am Ende der Liste: Norbert Horst mit „Blutskizzen“ und Michael Connelly mit „Vergessene Stimmen“. Was nun keine Überraschung ist, sondern eher der erste Schritt zu sonnigeren Plätzen. Aber das, liebe Leser, schaut ihr euch besser selber an. →Hier.
Krimitheater
Ausnahmsweise mal was von den weltbedeutenden Brettern in der →Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts, Abteilung frühes zwanzigstes: Ferdinand Bonn, Schauspieler, Theaterdirektor, Stückeschreiber hat 1906 den guten alten „Sherlock Holmes“ auf die Bühne gebracht. Ein putziges Stück ohne Dr. Watson, dafür mit einem Klavierlehrer als staunendem Helfer. Übrigens ein Reclam-Heftchen. Das Böse agiert, Holmes agiert zurück – und weiß, wie im Original, alles besser.