Spamsicher

Nachdem wir gestern abend eine verschärfte Spamattacke überstehen mussten, haben wir jetzt die höchste Sicherheitsstufe eingeschaltet. Wenn ihr euren Kommentar abgeschickt habt, kommt eine englischsprachige Seite, die euch sagt, dass jeder Kommentar ab sofort zuerst von einer neu eingerichteten Spam-Findungskommission gesichtet wird. Da diese Kommission (die sieben Mitglieder erhalten Sitzungsgeld und freie Getränke) nicht ständig tagt, kann es also mal zu Verzögerungen bei der Veröffentlichung von Kommentaren kommen. Wir bitten dies zu entschuldigen.

Kerstin Rech: Der Werwolf vom Webenheimer Bösch

„Saarlandkrimis“ kommen gut durch die kalte Jahreszeit, denn sie hüllen sich gemeinhin in zwei Mäntel: den des Grauens und den des Vergessens. Woran das liegt, weiß kein Mensch. Es ist scheinbar Naturgesetz, dass alles, auf dem „Saarlandkrimi“ (alternierend: „Saarland Krimi“) steht, im Inneren aus hüftsteifem Aufsatzdeutsch undoder hochgestochen hohlen Plots undoder düsterschwer ins Blaue philosophierter Langeweile gemacht ist. Ob Kerstin Rech dieses fatale Gesetz ebenfalls befolgt? Oder bricht?

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Die ambivalente Welt der Krokodile

Die Lektüre der →Alligatorpapiere ist nicht immer die rechte Frühstückskost. Nachdem ich mich von dem Schock erholt habe, dass der geschätzte →Andreas Ammer Ani lobt und Horst abwatscht, muss ich jetzt auch noch hautnah erleben, wie Kollege Wörtche →„Die Peinigung der Begriffe“ geißelt. Es geht, na so was, auch hier um Literatur und Trivialitäten, ist bekömmlicher als ein Frühstücksei, braucht aber zum Lesen länger als jenes zum Hartwerden. Und wirft erneut die Frage auf, wann wir endlich einen gesammelten Wörtche haben werden, den wir neben die Kaffeetasse legen können, um ihn mit dem köstlichen Inhalt derselben gebührend zu beflecken.

Domenic Stansberry: Chasing the Dragon

Auch für den amerikanischen Autor Domenic Stansberry gilt wohl, dass gute Arbeit nicht unbedingt Gewähr dafür ist , von einer größeren Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Als letztes Jahr sein Buch „The Confession“ den Edgar, Kategorie „Bestes Taschenbuch“ gewann, löste dieses zwar, da einige Kritiker das Buch gröblich missverstanden, einige Diskussionen aus. Solche zugespitzten Diskussionen zwängen jedoch häufig Autoren in Schablonen, die Ihnen nicht entsprechen. Auch bei Domenic Stansberry ist es so, dass Ton und Stil von „The Confession“ sich mit jenem Buch erschöpft hatten und nicht typisch für den Autor sind.

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Littell / Hochgatterer oder Das Kriminal und der Roman

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(Eigentlich wollte ich, so gegen Ende des Jahres, am Beispiel des überragenden Werkes der vergangenen 12 Monate ein paar Thesen zur artgerechten Exegese von Kriminalromanen formulieren. Das Werk ist natürlich Robert Littells „Die kalte Legende“; aber dann habe ich Paulus Hochgatterers „Die Süße des Lebens“gelesen und erkannt, wie schön doch die Betrachtung dieses Buches zur Betrachtung von Littells Text passt. Deshalb jetzt sofort, mit noch frischen Leseeindrücken, die zwar präzisierten und praktisch untermauerten, aber immer noch skizzenhaften Thesen.)

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Erin Hart: Kalte Umarmung

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(Weihnachten naht. Und mit ihm die Frage: Welche Krimis schenke ich meinen Liebsten? Jeder weiß: Das kann ins Auge gehen und langjährige Freundschaften abrupt beenden. Doch keine Angst: Hinternet hilft. Die Krimiredaktion hat einige aktuelle Spitzenprodukte der Spannungsindustrie unter die Lupe genommen und ihnen den jeweiligen Idealtypus Leser (hier „Geschenkempfänger“ genannt) zugeordnet. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen.)

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Krimischreiben ist Frauenrecht

Dass sie sich jemals an Krimis versucht hätten, ist von unseren aktuellen Kämpferinnen für die Rechte der Frau, also von Alice Schwarzer bis Eva Herman, nicht bekannt. Eine große Vorfahrin indes, Jenny Hirsch, wirkte nicht nur für ihre Geschlechtsgenossinnen, sondern auch für die geschlechtsübergreifende Spezies der KrimileserInnen. „Ein seltsamer Fall“, erstmals um 1912 (zehn Jahre nach dem Tod Hirschs) unter dem Pseudonym F. Arnefeld veröffentlicht, steht nun in der →„Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“ zum Lesen und Herunterladen bereit. Männer zahlen nichts, Frauen die Hälfte.

Jeffery Deaver: Hard News

Nehmen wir mal an, ein Konditor soll uns einen Kuchen backen. Wir schauen ihm über die Schulter und stellen entsetzt fest, dass der Bursche die falschen Zutaten verwendet. Eier Wochen über dem Verfallsdatum, klumpendes Mehl, Tabakkrümel statt Schokostreusel. Essen wir diesen Kuchen? Bestimmt nicht. Auch Krimis, die aus falschen Zutaten zusammengerührt wurden, wollen wir eigentlich nicht lesen. Heißt ihr Autor allerdings Jeffery Deaver, sollten wir es dennoch versuchen.

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Inhaltsangabe

Und wieder legen wir erschöpft den Griffel aus der Hand: fertig. Über 80 Seiten, ein Interview mit der Autorin inklusive sowie die Auswahlbibliographie von Herrn Przybilka. Jetzt alles an den Alten vom Wuppertaler Berge geschickt, auf dass er es schön setzen möge. Umschlag. Hm, kleines Problem, aber das kriegen wir schon hin. Und was steht denn nun drin in

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Michael Connelly: The Lincoln Lawyer

Wieder einmal hat Michael Connelly seinen Serienhelden Harry Bosch im Stich gelassen und mit „The Lincoln Lawyer“ einen Krimi geschrieben, der ein wenig quer zu den üblichen Regeln des Genres steht. Diese Buch um den Strafverteidiger Mickey Haller, mit seinen gut gemachten Gerichtsszenen kann man als Gerichtsdrama lesen; aber eigentlich ist Haller nicht nur ein Anwalt der um seine Mandanten kämpft, sondern er ist selber ein Beteiligter, einer der plötzlich für sich selber kämpfen muss. „The Lincoln Lawyer“ ist deshalb wohl eher als Thriller denn als Gerichtsdrama zu bezeichnen.

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Ein Vielschreiber mit Niveau

… war dieser Walther Kabel, dessen Held Harald Harst allein 372 Abenteuer bestehen musste, bevor die Nazis befanden, ein deutscher Detektiv sei nicht mehr zeitgemäß, da ja ab sofort keine deutschen Verbrechen mehr stattfinden konnten. Zwei Geschichten gibt es nun in der →„Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“, Abteilung frühes zwanzigstes. Und die Mitteilung, dass der „Jahresband 2006“ nun doch erst im Januar 2007 erscheinen wird. U.a. wegen zu magerer Subskriptionsausbeute. Traurig, das.

Der Mehrfach-Mord

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(Ex-Kommissar Wickius, nach einer Intrige denk- und kommentarfauler Blogleser seines Amtes enthoben und in den vorzeitigen Ruhestand geschickt, kennt die Verbrechens- und Kriminalliteratur der letzten ca. 2500 Jahre in- und auswendig, er löst jeden Fall, indem er das literarische Muster dafür sucht. Und Sie? Wissen auch Sie, welche klassischen Fälle den hier in loser Folge geschilderten Mordtaten zu Grunde liegen? Dann nichts wie ran an die Kommentarfunktion! Für alle Unbelesenen gibt es die Auflösung immer ein paar Tage nach der Veröffentlichung der Geschichte.)

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Valerio Varesi: Die Pension in der Via Saffi

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(Weihnachten naht. Und mit ihm die Frage: Welche Krimis schenke ich meinen Liebsten? Jeder weiß: Das kann ins Auge gehen und langjährige Freundschaften abrupt beenden. Doch keine Angst: Hinternet hilft. Die Krimiredaktion hat einige aktuelle Spitzenprodukte der Spannungsindustrie unter die Lupe genommen und ihnen den jeweiligen Idealtypus Leser (hier „Geschenkempfänger“ genannt) zugeordnet. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen.)

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Pentti Kirstilä: Schwarzer Frühling

Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger, als viele deutsche Krimiautoren noch auf Bäumen lebten und ihre Leser mit soziologischen Wortbrocken bewarfen, da übte Pentti Kirstilä schon den aufrechten Gang. Kaurismäki hatte den Finnen-an-sich noch nicht filmisch entworfen, diese Mischung aus Sentimentalität und Suff, Schweigsamkeit und Selbstmordanfälligkeit, aber wer wollte, der konnte in Kirstiläs Romanen bereits einen Prototyp dessen erkennen. Wer wollte – und konnte. In Deutschland konnte man nicht, auch der Skandinavien-Boom der Neunziger brachte die Krimis Kirstiläs nicht zu uns, erst jetzt unternimmt Grafit das lobenswerte Projekt, Hanhivaaras Fälle einen nach dem andern hierzulande zu veröffentlichen. „Schwarzer Frühling“ heißt das aktuelle Stück.

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Albert Hammond Jr.: Yours To Keep

Das erste Soloalbum aus dem Strokes-Camp kommt von Gitarrist Albert Hammond Jr. Laut seiner Aussage schreiben derzeit auch seine Kollege an Songs. Konkrete Solopläne verfolgen sie aber noch nicht. Dafür soll im Frühjahr die Arbeit am nächsten Strokes-Album beginnen. Bis dahin wird die Band eine wohlverdiente Auszeit nehmen und Hammond Jr. sich ganz seinen Soloaktivitäten widmen.

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Isobel Campbell: Milkwhite Sheets

Die frühere Belle & Sebastian-Cellistin und -Sängerin Isobel Campbell legt nach einem eher gemächlichen Start ihrer Solokarriere nunmehr ein beachtliches Tempo vor. Zuletzt erschien ‚Ballad Of The Broken Seas‘, ihr Gemeinschaftswerk mit dem ehemaligen Screaming Trees-Sänger und Queens Of The Stone Age/Twilight Singers-Kollaborateur Mark Lanegan. Jetzt, ein Dreivierteljahr später, erscheint das nächste Album der adretten Schottin.

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Harlan Coben: Keine Friede den Toten

Nachwuchskritiker Jochen König, dessen trauriges Schicksal – seit Monaten wegen fortgeschrittener Harlancobenphobie in psychiatrischer Behandlung – wir an dieser Stelle schon beklagten, hat uns nun ein weiteres Indiz für seine schwere Erkrankung zukommen lassen. Eine Rezension wie aus dem Ärmel der Zwangsjacke geschüttelt – die Ausbildung bei „watching the detectives“ lässt sich nicht verleugnen. Jochen, wir halten zu dir!)

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Ja mei, die Wahrheit…

Den ersten „modernen Krimalroman“ möchte →Kollege Ludger Menke im Auftrag wissbegieriger Leser eruieren – und der Haken ist natürlich dieses „modern“. Wie bestimmt man nun diese Zeitenwende, diesen Punkt, an dem etwas Etabliertes obsolet, etwas Neues aktuell wurde? Geht das überhaupt? Na, versuchen wir’s mal mit einer geistigen Stampede über die Steppen der Literaturgeschichte – und traben am Ende erschöpft auf die Weide zurück.

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