„Black Holes And Revelations“ ist in erster Line ein typisches Muse-Album, aber die drei immer noch blutjungen Briten haben den Ball dieses Mal noch weiter, höher und schneller gespielt. Adjektive wie ‚dramatisch‘ oder ‚theatralisch‘ beschreiben nur unzureichend die Ideenvielfalt, die scheinbar mühelos aus dem Kopf von Matthew Bellamy fällt.
WeiterlesenAutor: Dirk-Michael Mitter
Woven Hand: Mosaic
Der Attributespeicher für David Eugene Edwards ist leer. ‚Apokalyptisch‘ hatten wir schon, ‚düster‘ sowieso und der ’spirituelle Wanderprediger‘ hat sich auch abgenutzt. Dabei kann Edwards wie kein anderer ‚Hallelujah‘ singen.
WeiterlesenGodsmack: IV
„IV“ ist Kraftfutter für den musikalischen Hirntod. Sully Erna und seine Band sind das Gegenteil von Math-Rock und zelebrieren ihr Macho-Gehabe mit Stolz. Die elf neuen Songs sind das optimale Innenfutter für die dicke Hose und kochen die Zutaten der ersten beiden Alben nochmal auf.
WeiterlesenSaves The Day: Sound The Alarm
Achtung, letzter Aufruf: Die Schublade für Bands, die klingen wie My Chemical Matchbook Romance wird demnächst wegen Überfüllung für immer geschlossen. Saves The Day nutzen ihre Erfahrung und rutschen mit ihrem neuen Album noch elegant durch die Kontrolle.
WeiterlesenBotanica: Berlin Hi-Fi
Auch wenn die Covergestaltung das Paradebeispiel einer Netzhautpeitsche ist – der musikalische Inhalt ist handwarmes Rosenöl, das sanft in die Gehörgänge geträufelt wird. Vor ein paar Jahren bei den Kirmesmusikanten Firewater abgewandert, kokettiert Sänger Paul Wallfisch heute noch mit seinem Zigeunerdasein und gibt gerne den Weltenbummler.
WeiterlesenRiverside: Voices In My Head
In den Kritiken zu Riversides aktuellem Longplayer „Second Life Syndrome“ schwang fast immer ein Hauch von Verwunderung mit. Wie kann es sein, dass eine nahezu unbekannte Band aus Polen scheinbar mühelos alles in den Schatten stellt, was im Prog-Rock Rang und Namen hat? „Voices In My Head“ ist die Wiederveröffentlichung einer EP von 2004, jetzt angereichert mit drei Livetracks und dem Video zu „Acronym Love“.
WeiterlesenThe Forecast: In The Shadow Of Two Gunmen
The Forecast sind eine Band, bei der nichts zusammenpasst: Albumtitel und -cover lassen Schlimmstes befürchten, die Bandmitglieder sehen aus wie Holzfäller und obwohl der Opener „Everything We Want To Be“ an Collective Soul erinnert, erscheint die Band bei Victory.
WeiterlesenRadio 4: Enemies Like This
Nach der etwas verkopften Vorgängerscheibe „Stealing Of A Nation“ ziehen Radio 4 jetzt wieder alle Register und liefern einen bunten Stilmix ab, der so facettenreich ist wie die Einwohnerstruktur ihrer Heimatstadt New York.
WeiterlesenPaatos: Silence Of Another Kind
Makabres Covermotiv, das die Schweden ihrem dritten Album verpasst haben. Dabei gibt es gar keinen Grund, sich einen neuen Platz kurz unter der Decke zu suchen. Die ewigen Vergleiche mit The Gathering werden sie zwar auch mit „Silence Of Another Kind“ nicht abschütteln, aber Paatos schaffen immerhin das Kunststückchen, an Niederlandes Vorzeigeinnovatoren dicht dranzubleiben.
WeiterlesenSeachange: On Fire, With Love
Krach haben sie gemacht, die Jungs und das Mädel aus Nottingham, mit ihrem mächtigen Debütalbum „Lay Of The Land“. Legt man jetzt „On Fire, With Love“ ein, hat man erst einmal das Gefühl, die falsche Band wäre im CD-Player gelandet: Aus den Boxen schallt urbritischer Indie-Pop.
WeiterlesenErasure: Union Street
Ich mochte Erasure noch nie. Mit Ausnahme einer Erstbegeisterung für „Sometimes“ war mir das immer zu viel Hopsasa und Trallala und zu wenig Fleisch. Insofern hat es einige Zeit gebraucht, bis ich mich an den Gedanken gewöhnt habe, dass mir „Union Street“ gefällt.
WeiterlesenThe Black Heart Procession: The Spell
Pah, wer braucht schon Frühling und hat Lust, sich neu zu verlieben, Kinder zu zeugen oder einfach nur im Biergarten auf der Bank zu lümmeln? Prozession ist angesagt, und wenn Menschen mit düsteren Mienen und Todesnähe durch die Straßen marschieren, dann ist es nicht der Ärztestreik, sondern The Black Heart Procession.
WeiterlesenJewel: Goodbye Alice In Wonderland
Mit „This Way“ (2002) schon auf dem Mainstream-Highway unterwegs, bog Jewel Kilcher mit „0304“ (2003) in die Rabatte ab. Auf lasziv getrimmt präsentierte sie anbiedernden Pop und man fühlte sich peinlich berührt, dass man ein paar Jahre zuvor „Pieces Of You“ (1996) und „Spirit“ (1999) in den Himmel gelobt hat.
WeiterlesenOkkervil River: Black Sheep Boy
Laut ‚Yippie‘ möchte man rufen, bei solch großartigen Alben. Wobei ‚Yippie‘ trotz eines klar erkennbaren Countryeinschlags nicht passen will. Okkervil River spielen skurrilen Indierock, der stimmlich mehr als einmal an Bright Eyes erinnert, aber Mastermind und Sänger Will Sheff gibt auch gerne den Robert Smith.
WeiterlesenRon Sexsmith: Time Being
Ist es vermessen zu sagen, Ron Sexsmith sei einer der bedeutendsten, lebenden Songwriter? Ich glaube nicht. Seit rund zehn Jahren überrascht der verknautschte Kanadier mit Hammeralben, die sich immer zwischen ’sehr gut‘ und ‚Meisterwerk‘ bewegen. Da „Time Being“ nicht die homogene Grandezza von „Retriever“ ausstrahlt, gehört es eher in die erste Kategorie.
WeiterlesenAni DiFranco: Carnegie Hall 4.6.2002
‚Emotion vor Perfektion‘ ist die optimale Beschreibung für den aktuellen Livemitschnitt der wuseligen New Yorkerin.
Als Ani DiFranco am 4.6.2002 in der Carnegie Hall spielte, war aus ihrem Wohnort genau das geworden, was Thees Uhlmann von Tomte so treffend als die ‚Stadt mit Loch‘ bezeichnet. Abgerundet mit dem Vortrag von Gedichten präsentierte Ani an diesem Abend einen Soloauftritt, den Wehmut, Trauer und Fragen durchziehen. Einfache Antworten oder Wahrheiten gibt es heute noch keine und gab es auch ein dreiviertel Jahr nach der Tragödie nicht.
Tribute To Nothing: How Many Times Did We Live?
Kurz gesagt haben Tribute To Nothing mit „How Many Times Did We Live?“ das Maximum herausgeholt. Haben die kraftvollen Engländer mit dem Vorgänger „Act Without Words“ schon den Olymp der Postcore/Punk-Helden umkreist, müsste ihnen jetzt ihr fünftes Album Zutritt verschaffen.
WeiterlesenPhoenix: It’s Never Been Like That
Ach, das berühmte dritte Album. Erster Vorbote zu der erweiterten Theorie, dass es wenige Bands schaffen, über fünf Alben in Folge spannend zu bleiben. Oberflächlich betrachtet geht den sympathischen Franzosen mit „It’s Never Been Like That“ ein wenig die Luft aus.
WeiterlesenIgnite: Our Darkest Days
Nur ein paar Takte und man weiß, warum man Ignite so schmerzlich vermisst hat. OK, getourt haben sie wie die Wahnsinnigen, aber das eigentliche Release von „A Place Called Home“ liegt inzwischen sechs Jahre zurück. Jetzt hat es endlich geklappt und der Hardcore-Fünfer aus Orange County präsentiert neue Songs für eine bessere Welt.
WeiterlesenTherapy?: One Cure Fits All
Therapy? beweisen mit „One Cure Fits All“, dass sie nach all den Jahren noch immer zu okayen bis guten Alben fähig sind. Man weiß halt, was man bekommt.
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