Orchestra Du Soleil: A Summerday By The Lake


Mit dem Sonnenorchester verbringt man gerne einen Tag am See und lässt die Sorgen Sorgen sein und fünf mal gerade. Es plätschert, piept und zirpt an allen Ecken und Enden. Der Kassettenrecorder, irgendwo liebevoll unter einem Busch im Schatten platziert, vertont die Sommerhitze und das dazu passende Ambiente von nackten Körpern im See oder beim Schwitzen in der Sonne liegend.

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The Pearlfishers: Across the Milky Way

Der Sommer trägt unterschiedliche Kollektionen. Bei den einen kommt er Ballermann-haft krachend daher, in grellen Farben, mit fiesen Hooks und schon von weitem winkend. Aufdringlich halt. Und unnatürlich fröhlich. Bei anderen darf der Sommer noch Mensch sein: melancholisch, auch wenn die Sonne scheint. Elegisch, manchmal gar. Er darf in zarten Farben schimmern, die Welt verzaubern und sich in Demut vor der Natur verneigen.

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Video Noise: Video Noise

Erst 19 Jahre alt und doch schon steckt er ganz tief drin in der Elektronik. Christian Sörgel hat vor zwei Jahren dem Wunsch nicht widerstehen können, in den eigenen vier Wänden Klangexperimente auszutüfteln und diese per Computer mitzuschneiden. So wie viele Hobbymusiker das von Zeit und Zeit tun. Das Resultat gemastert hat übrigens Michael Heilrath, der Mann hinter Couch und Blond und gemischt Sörgel selbst, der sich langsam als Wunderkind zu entpuppen scheint.

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Alpha Motherfuckers: A Tribute To Turbonegro

Wahrscheinlich war es gut so, dass sich Turbonegro auflösten. Es ist nicht anzunehmen, dass sie ihre beiden Meisterwerke „Ass Cobra“ (1996) und „Apocalypse Dudes“ (1998) noch hätten toppen können. Es heißt ja, man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Ob es am Ende noch so schön und aufregend war, bei Turbonegro mitzumachen, steht auf einem anderen Blatt. Nicht nur Sänger Hank hatte zu dem Zeitpunkt völlig den Kontakt zur Realität verloren. Arroganz stand in großen Lettern auf ihren Fahnen. Aber man will ihnen das selten vorwerfen und erinnert sich statt dessen lieber an die Tage, als ihre Musik im Vordergrund stand. Nicht ihr Image oder ihr pöbelhaftes Benehmen.

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Mitchel Forman Trio: Patience

Das Instrumentalalbum „Patience“ ist gleichermaßen spannend wie entspannend. Der Jazzpianist Mitchel Forman geht in den ersten drei Stücken erstaunlich melodisch zu Werke und lässt den Jazz nur durchschimmern („Patience“). Erst im weiteren Verlauf entlockt er seinen Tasten eben diese Klänge, bei denen Jazz-Hasser immer proklamieren, dass hier irgend jemand nicht mehr die richtigen Töne findet („Speedy“).

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Hosh: Hosh

Es gibt Alben, über die mag man als Kritiker gar nicht schreiben. Ganz selten sagt dann das Gehirn „Nein“, während die Ohren begeistert sind. Also, Ratio über Bord, kein Gejammer über Innovation und eigenes Profil – mir gefällt „Hosh“. Das selbstbetitelte Album des deutschen Quintetts steht zwar komplett im Schatten amerikanischer Vorbilder, hat aber trotzdem Farbe abbekommen. Das schlägt sich dann in so starken Songs wie „It’s Not Your Fault“, „Metaphor For You“ oder „Corn Mummy“ nieder.

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Michael Fitz: Gleichgewicht

Wer den Fehler begangen hat, in die ARD-Serie „Die Boegers“ länger als fünf Minuten reinzuschauen, sollte sein Urteil nicht auf die neue CD von Michael Fitz übertragen. Sein fünftes Werk „Gleichgewicht“ ist ein solides Popalbum mit deutschen und englischen Texte sowie je einem französischen und italienischen Beitrag. „Chi“ driftet zwar ein wenig in Richtung Francesco Napoli ab, aber Michael Fitz ist als Typ zu glaubwürdig um ihn als Schnulzenträllerer abzutun.

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Gas Giant: Pleasant Journey In Heavy Tunes

Dänemark rockt wieder! Nachdem es schon länger kein nennenswertes Lebenszeichen aus dem Kreise der dänischen Musikergilde gab, brechen Gas Giant den Bann des Schweigens. „Too Stoned“ singen sie im Opener ihres Debüts und untermauern den Refrain dieses Singalong-Glanzstückes mit psychedelischen Sounds à la Monster Magnet und Fu Manchu. Die gehören wohl zu ihren größten Faves, hört man im Verlauf der Scheibe doch einige Male deutliche Parallelen zu den Amis heraus – siehe „All Creatures“ und „Super Sun Trigger“.

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G. Rag Y Los Hermanos Patchekos: 0321H

Oh doch, sie haben richtig gelesen. Bandname stimmt und Albumtitel sowieso. Nein, ist nicht die Katalognummer, ist der Titel und man sollte ihn folgendermaßen aussprechen: oh-dreieinazwanzg-ha. Ganz bestimmt. Die Musik ist ebenso wenig ein Irrtum. Die 11-köpfige Band stammt aber nicht aus Texas oder der mexikanischen Einöde, sie kommt schnurstracks aus München und klingt doch alles andere als bavarisch.

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New American Shame

Rotzrock-Offensive aus Seattle

Manche Alben liegen Monate nach ihrer Veröffentlichung immer noch wie Blei im Regal und entwickeln sich erst nach einiger Zeit zum Megaseller. „Throwing Copper“ von Live ist dafür sicherlich ein Paradebeispiel. Das Debüt von New American Shame wartet auch schon gut sechs Monate auf den Wendepunkt des Bekanntheitsgrades und der Verkaufszahlen. Sieht man mal von den Lobeshymnen eines deutschen Hardrock-Magazins ab, ist das Quintett faktisch unbekannt.

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Iced Earth: Horror Show

Lang erwartet und bereits im Vorfeld heiß diskutiert: Das siebte Langeisen von Iced Earth. Die Zusammenarbeit mit Hansi Kürsch von Blind Guardian bei Demons & Wizards scheint Jon Schaffer nachhaltig beeinflusst zu haben. „Horror Show“ hat in Sachen Chören und Bombast eine kleine Schlagseite in diese Richtung bekommen. Macht aber Nix, macht gar Nix. Geschwindigkeits- und Härtefanatiker werden zwar jammern, weil das neue Werk kein gnadenloser Nackenbrecher geworden ist, aber dafür haben Iced Earth ein überraschend abwechslungsreiches Album eingezimmert.

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Nikolo Kotzev: Nostradamus

Die Zeiten stehen schlecht für melodischen Hardrock – lange vorbei die Tage, an denen diese Art von Musik die breite Masse begeistert hat. Schade für die Rockoper „Nostradamus“, die so nie die Aufmerksamkeit bekommen wird, die sie verdient. 21 Stücke auf Doppel-CD über den französischen Arzt und Astrologen Michel de Notre-Dame. Der bulgarische Gitarrist Nikolo Kotzev hat in drei Jahren dieses Werk erarbeitet und bemüht zum Einen die sattsam bekannte Kombination aus Orchester und Rock, zum Anderen ist die Oper so homogen und einfallsreich, dass man das Geschehen förmlich vor sich sieht.

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The Kids Of Widney High: Let’s Get Busy

Mike Patton hat das gewisse Etwas, das Gespür, ganz besondere Talente zu entdecken und zu fördern. Dazu gehört mit Sicherheit die Musikklasse der Widney High School, einer Schule in Los Angeles, die sich auf behinderte Kinder spezialisiert. Jetzt bekam sie die einmalige Chance, ein Album einzuspielen. Ihre Vertonung von Alltagsproblemen ist herzzerreißend und höchst amüsant.

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