The Kids Of Widney High: Let’s Get Busy

Mike Patton hat das gewisse Etwas, das Gespür, ganz besondere Talente zu entdecken und zu fördern. Dazu gehört mit Sicherheit die Musikklasse der Widney High School, einer Schule in Los Angeles, die sich auf behinderte Kinder spezialisiert. Jetzt bekam sie die einmalige Chance, ein Album einzuspielen. Ihre Vertonung von Alltagsproblemen ist herzzerreißend und höchst amüsant.

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Walter Trout And The Radicals: Go The Distance

Im Moment läuft’s bei Walter Trout wie am Schnürchen. In steter Regelmäßigkeit haut er seine Alben auf den Markt und begeistert mit seinem zupackenden Gitarrenspiel. Der neueste Rundling „Go The Distance“ bietet gewohnte Kost, obwohl auffällt, dass erstaunlich viele eingängige Stücke vertreten sind. Mit „Buggle Billy“ und „Always Been A Dreamer“ sind sogar zwei Akustik-Klampf-Balladen dabei.

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The Union Underground: …An Education In Rebellion

Die so unterschiedlichen Vergleiche, mit denen sich die texanische Formation konfrontiert sehen muss, klingen vielversprechend. Die einen hören White Zombie oder Stone Temple Pilots heraus. Die anderen erkennen Ähnlichkeiten zu Metallica, Powerman 5000 und Alice In Chains. Und irgendwie haben sie alle auf die ein oder andere Art und Weise recht. Man hätte auch die in Vergessenheit geratenen Monster Voodoo Machine oder Marylin Manson anführen können.

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Dog Fashion Disco: Anarchists Of Good Taste

Sie mögen Bands, „die von der Norm abweichen und ihren Songs einen Funken Avantgarde hinzufügen“. Daher zählen sie Mr. Bungle, System Of A Down und Clutch zu ihren Vorbildern. Dieser nicht unbedingt massentaugliche Geschmack schlägt sich natürlich deutlich in den eigenen Kompositionen nieder. Denn, so Sänger Todd Smith, „selbst unsere simpelsten Songs haben mindestens sieben oder acht unterschiedliche Passagen“.

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Basement Jaxx: Rooty

Auf der Insel, wo mancher Hype seltsame Blüten tragen kann, sind Basement Jaxx große Helden. Mit ihrem Debüt „Remedy“ räumten sie so richtig ab und innerhalb der Dance-Szene mächtig auf. Felix Buxton und Simon Ratcliffe schlugen einigen vor den Kopf. Bei anderen verfehlten sie ihr Ziel. So wie beim Rezensenten. Der findet die neue Scheibe gar nicht prickelnd.

Okay, da sind einige gute Songs drauf, aber unterm Schnitt bleibt es Musik, die die Welt nicht erneuern und revolutionieren wird. Das muss nicht immer der Anspruch sein, doch sollte es beim Hören „klick“ machen. Dieser Effekt bleibt aus – zumindest beim Rezensenten. Garage, House, HipHop, Big Beat und Latin gehören zu den Genres aus denen sich die beiden Briten ihre Songs zurechtbasteln. Ist wirklich was für die Beine und den Popo und rein gar nix für den Kopp. Aber auch das muss es geben. Wir wollen ja nicht nur Kopfmusik hören und auf der Tanzfläche die Sau rauslassen – zumindest andere.

Basement Jaxx: Rooty
(XL/Beggars Group/Connected )

Oval: Oval Kommers

Eine Geschichte, bei der sich der Handlungsstrang nicht von selbst erklärt, ist selten für diejenigen ein Vergnügen sich damit beschäftigen, die kein Interesse an Hintergründigkeit hegen. Die fünf Ws der klassischen Journalistenschule sollten für Fastfoodinformationsverarbeiter sofort lesbar sein. Deshalb können solche Zeitgenossen sowohl diese Rezension überspringen, als auch das Sujet missachten, denn die Geräuschwelt des Ovalmasterminds Marcus Pommer ist ohne Hintergrundsinformation schwer verdaulich.

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Blumfeld: Testament der Angst

Das ist Demokratie, langweilig wird sie nie.

Man kann ja über Blumfeld sagen, was man will, eines ist sicher unbestritten: Langweilig wird’s nicht mit der Band um Jochen Distelmeyer. Waren beispielsweise Tocotronic bei ihrem Debüt angetreten, zehnmal dieselbe Platte aufzunehmen (was sie bei aller strukturellen Ähnlichkeit der Scheiben aber doch nicht taten; auch die werden schließlich älter und entwickeln sich oder haben einfach mehr Geld für längere Studiozeit und komische Soundeffekte), scheint zu Blumfeld die garantierte Veränderung zu gehören.

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Lindberg Hemmer Foundation: Brazilian Architecture

Solche Musik läuft in diesen Yuppie-Schuppen, wo mittelmäßiges Essen und wässrige Cocktails für viel zu viel Geld verkauft werden. Oder sogar in Kaufhausfahrstühlen. Fahrstuhl- oder Yuppiemusik, klingt wie ein vernichtendes Urteil.

Aber mal ehrlich: die Musik ist nicht das schlimme an Yuppie-Schuppen und Fahrstühlen, sondern das Publikum. Außerdem steht die Lindberg Hemmer Foundation aus Dänemark dazu, was sie macht: ein Album, das schon so ein bisschen was wie Kultstatus genießt, heißt „Skandinavian Supermarket Music at It’s Very Best“.

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Squarepusher: Go Plastic

Nach „Music is rotten one note“, dem 70-er Fusion Soundalike mit Kellerproduktion und Liveinstrumenten hatte ich Tom Jenkinson aus dem Auge verloren, erzählte mir jemand, das darauffolgende Album sei doch recht gewöhnlich und langsam und vielleicht gab es auch Spannenderes zu dem Zeitpunkt. Auf alle Fälle kann ich heute nicht mehr nachvollziehen, warum ich nach „Music is…“, die mit seiner Bitches Brew – Aura eine Art unpopulärsten Retro zelebrierte, nicht weiter für ihn interessierte.

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Lizard: Southern Steel

An manchen Tagen durchzucken mich böse Gedanken, bevor ich eine CD überhaupt gehört habe. So in der Art von „zum Abschuss freigegeben“. Lizard bringen aber auch wirklich alle Voraussetzungen mit: Eine deutsche Band spielt Southern Rock. Da denk‘ ich gleich an Schnauzbärte, Vokuhilas und total tolles Western-Equipment vom Versandhandel. Stilecht präsentiert beim Country-Club Maintal-Dörnigheim oder Lüdenscheid. Alles so authentisch wie Rothäute in John Wayne Filmen.

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