Hot Water Music: A Flight And A Crash

Seit 1994 gehören Hot Water Music zum festen Bestandteil der Emo-Szene und veröffentlichen in einem nicht enden wollenden Arbeitsanfall regelmäßig neue Scheiben. Ob 10-Inch, Single, Album oder Sampler-Beitrag, ihre Lust am Musikmachen scheint nicht zu bändigen zu sein. Wer glaubt, unter der Geschäftigkeit würden zwangsläufig die Qualität der Songs leiden, dem muss ich widersprechen. Das Quartett aus Gainesville in Florida kann sich glücklich schätzen, mit Ideenreichtum gesegnet zu sein.

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The Kids Of Widney High: Let’s Get Busy

Mike Patton hat das gewisse Etwas, das Gespür, ganz besondere Talente zu entdecken und zu fördern. Dazu gehört mit Sicherheit die Musikklasse der Widney High School, einer Schule in Los Angeles, die sich auf behinderte Kinder spezialisiert. Jetzt bekam sie die einmalige Chance, ein Album einzuspielen. Ihre Vertonung von Alltagsproblemen ist herzzerreißend und höchst amüsant.

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Dog Fashion Disco: Anarchists Of Good Taste

Sie mögen Bands, „die von der Norm abweichen und ihren Songs einen Funken Avantgarde hinzufügen“. Daher zählen sie Mr. Bungle, System Of A Down und Clutch zu ihren Vorbildern. Dieser nicht unbedingt massentaugliche Geschmack schlägt sich natürlich deutlich in den eigenen Kompositionen nieder. Denn, so Sänger Todd Smith, „selbst unsere simpelsten Songs haben mindestens sieben oder acht unterschiedliche Passagen“.

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Walter Trout And The Radicals: Go The Distance

Im Moment läuft’s bei Walter Trout wie am Schnürchen. In steter Regelmäßigkeit haut er seine Alben auf den Markt und begeistert mit seinem zupackenden Gitarrenspiel. Der neueste Rundling „Go The Distance“ bietet gewohnte Kost, obwohl auffällt, dass erstaunlich viele eingängige Stücke vertreten sind. Mit „Buggle Billy“ und „Always Been A Dreamer“ sind sogar zwei Akustik-Klampf-Balladen dabei.

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The Union Underground: …An Education In Rebellion

Die so unterschiedlichen Vergleiche, mit denen sich die texanische Formation konfrontiert sehen muss, klingen vielversprechend. Die einen hören White Zombie oder Stone Temple Pilots heraus. Die anderen erkennen Ähnlichkeiten zu Metallica, Powerman 5000 und Alice In Chains. Und irgendwie haben sie alle auf die ein oder andere Art und Weise recht. Man hätte auch die in Vergessenheit geratenen Monster Voodoo Machine oder Marylin Manson anführen können.

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Basement Jaxx: Rooty

Auf der Insel, wo mancher Hype seltsame Blüten tragen kann, sind Basement Jaxx große Helden. Mit ihrem Debüt „Remedy“ räumten sie so richtig ab und innerhalb der Dance-Szene mächtig auf. Felix Buxton und Simon Ratcliffe schlugen einigen vor den Kopf. Bei anderen verfehlten sie ihr Ziel. So wie beim Rezensenten. Der findet die neue Scheibe gar nicht prickelnd.

Okay, da sind einige gute Songs drauf, aber unterm Schnitt bleibt es Musik, die die Welt nicht erneuern und revolutionieren wird. Das muss nicht immer der Anspruch sein, doch sollte es beim Hören „klick“ machen. Dieser Effekt bleibt aus – zumindest beim Rezensenten. Garage, House, HipHop, Big Beat und Latin gehören zu den Genres aus denen sich die beiden Briten ihre Songs zurechtbasteln. Ist wirklich was für die Beine und den Popo und rein gar nix für den Kopp. Aber auch das muss es geben. Wir wollen ja nicht nur Kopfmusik hören und auf der Tanzfläche die Sau rauslassen – zumindest andere.

Basement Jaxx: Rooty
(XL/Beggars Group/Connected )

Oval: Oval Kommers

Eine Geschichte, bei der sich der Handlungsstrang nicht von selbst erklärt, ist selten für diejenigen ein Vergnügen sich damit beschäftigen, die kein Interesse an Hintergründigkeit hegen. Die fünf Ws der klassischen Journalistenschule sollten für Fastfoodinformationsverarbeiter sofort lesbar sein. Deshalb können solche Zeitgenossen sowohl diese Rezension überspringen, als auch das Sujet missachten, denn die Geräuschwelt des Ovalmasterminds Marcus Pommer ist ohne Hintergrundsinformation schwer verdaulich.

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Blumfeld: Testament der Angst

Das ist Demokratie, langweilig wird sie nie.

Man kann ja über Blumfeld sagen, was man will, eines ist sicher unbestritten: Langweilig wird’s nicht mit der Band um Jochen Distelmeyer. Waren beispielsweise Tocotronic bei ihrem Debüt angetreten, zehnmal dieselbe Platte aufzunehmen (was sie bei aller strukturellen Ähnlichkeit der Scheiben aber doch nicht taten; auch die werden schließlich älter und entwickeln sich oder haben einfach mehr Geld für längere Studiozeit und komische Soundeffekte), scheint zu Blumfeld die garantierte Veränderung zu gehören.

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M. A. Numminen: Dägä Dägä Finnwelten

„Neorustikal“ nennt Mauri Antero Numminen seine Musik. Ein Begriff, der von der finnischen Gastronomie und Textilindustrie dankbar adaptiert wurde…

In Finnland ist M.A. Numminen (Jahrgang 1940) Kult. Und Universalgenie. Der studierte Philosoph und Soziologe hat als Filmemacher, Kinderbuch- und Romanautor gearbeitet. Sowie als Entertainer, Komponist, Sänger und Bandleader. Neben Marx, Marcuse und Wittgenstein (gut ein Drittel der Songs ist deutschsprachig) gehört Numminens Leidenschaft dem Tango.

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Future Pilot AKA: Tiny Waves, Mighty Sea

Er wird hoffentlich nicht nur kleine Wellen schlagen, der Multiinstrumentalist Sushil K. Dade aus Glasgow. Innerhalb von drei Tagen (17. bis 19. Februar 2000) spielte er in einer umgebauten Mühle, dem Studio von Teenage Fanclub am Ufer des Clyde River, seine Songcollagen ein. Dabei gingen ihm u.a. Musiker von Belle & Sebastian, Teenage Fanclub, The Pastels, The Delgados und Bill Wells Octet zur Seite.

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Backyard Babies: Making Enemies Is Good

Der erste Eindruck des lange erwarteten „Comebacks“ der Backyard Babies ist gar nicht gut. Der Opener „I Love To Toll“ ist ein Totalausfall. Eine Ansammlung schlechter Songideen, die mit dämlichen Klischees konfrontiert werden: Cocaziehen und sexy Frauengelächter. Braucht man das? Sollten sie sich mehr Gedanken um Image und Aussehen als um Songstrukturen, rotzige Riffs und Melodien gemacht haben?

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VA: Input 64

Wer ihn sich damals gekauft hat und das Teil mit Spielen über Datasette gefüttert hat braucht diesen Beitrag der Tonkultur nicht unbedingt, es sei denn die Ladezeit zum reinen Musikhören wäre dem interessierten Liebhaber zu lang. Seit Spex (03/01) und Intro die Ministeck und 8 – bit Pixelästehetik auf das Schild einer neuen Retrocoolness gehoben haben schau ich auch öfters mal auf den Flohmärkten nach diesen braunen Plastikkasten mit Riesenfloppy und Joystick. Zugegeben war ich als die Dinger damals auf den Markt kamen eher genervt von den pickligen Strebern, die in der Schule zu Mathe auch noch Basic lernten und von dem Ding angefixt waren.

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