Italienische Rockmusik? Da fällt mir auf Anhieb nicht viel ein. Chansoneske Nuschelprinzen, Pop-Langweiler oder eine ganze Liga Haarspray-Rocker, die tönen, als hätten sie schonmal einen Lindwurm mit der Hand gefangen.
WeiterlesenKategorie: Musik
Amorphis: Am Universum
Immer wieder entfernen sich Bands von ihren Wurzeln und brechen zu Ufern auf, die man ein paar Alben vorher noch gar nicht erahnen konnte. Speziell aus dem engen Death-Metal-Korsett haben sich einige atmosphärische Highlights herausgeschält. Paradise Lost mögen Geschmackssache sein, aber Bands wie Katatonia oder Amorphis waren nie besser.
WeiterlesenRob: Don’t Kill
Da kommt ein 22-jähriger Franzose klammheimlich und unerwartet mit einer der besten Easy Listening-CDs daher, die seit „Vampyros Lesbos: Sexadelic Dance Party“ und „The Spirit Of Vampyros Lesbos“ auf den Markt gekommen sind. Aufmerksame Musikfreunde werden Rob bereits auf dem Sampler „We Love You…So Love Us Too“ begegnet sein. Da glänzte er mit dem Titelstück seines Debüts „Don’t Kill“.
WeiterlesenEntwine: Gone
Ganz schlimm – schon wieder eine düstere Metal-Band aus Finnland, und schon wieder eine, die voll aufräumt. Entwine ist zwar die X-te Band, die klingt wie Sentenced, 69 Eyes oder (unvermeidlich) HIM. Dabei sind sie nicht so poppig wie Ville Valos Mannen oder so hart wie die Erstgenannten. Hinzu kommt, dass Mika Taurainen weder eine typische Gothic- noch eine Metalstimme hat.
WeiterlesenLive: Turbo AC’s
Saarbrücken, Hellmut. 28.4.2001
Was bisher geschah: Unser Rezensent reist ins ferne Solingen, um das zweite Konzert der Turbo A.C.’s-Deutschlandtour zu sehen aus der panischen Angst heraus, die Band könnte den Weg in seine Wahlheimat Saarbrücken nicht finden (siehe Liverezension Turbo A.C.’s in Solingen). Doch natürlich kam alles ganz andees:
WeiterlesenAstrid: Play Dead
Wieder eine Band aus Glasgow und wieder Pop in bestechender Qualität. Mal schnell, laut und aufheiternd, mal gezügelt, leise und nachdenklich. Der rote Faden heißt zuckersüße Harmonien und Melodien mit Langzeitwirkung. Astrid sind klein, aber fein und vor allem nicht zu unterschätzen.
(8 Fritten)
Astrid: Play Dead
(Fantastic Plastic/EFA)
Antichrisis: Perfume
Allein aufgrund des Namens hätte ich eine finstere Death-Metal-Combo erwartet und war ziemlich überrascht, als mir keltisch geprägte Klänge entgegen schlugen. Antichrisis haben zwar unüberhörbar auch Freude an härteren Klängen, aber eine exakte Stilschublade zu finden, ist gar nicht so leicht. Die sechs Musiker experimentieren mit Loops, Tribal-Voices, Whistles, Uillean Pipes und atmosphärischen Keyboard-Flächen. Obwohl die Beats fast schon Ambient-Charakter haben, bleibt der Gesamteindruck sehr akustisch, irgendwo in dem breiten Feld zwischen Celtus und M. Walking On The Water.
WeiterlesenBriskeby: Jeans For Onassis
Im Vorprogramm von a-ha zu spielen ist zwar sehr breitenwirksam, aber… naja, lassen wir das. Live soll das norwegische Quartett Briskeby angeblich richtig gut gewesen sein – ihr Debütalbum kann diese These allerdings nicht stützen. Ausgeschlafen wie ein Narkoleptiker präsentieren sie zehn nette Liedchen, die man am Besten sofort wieder vergisst.
WeiterlesenSupreme Beings Of Leisure: s/t
Wie eine launische Diva, die alles verspricht, aber nichts davon hält. Bei Supreme Beings Of Leisure kann man den Namen beim Kinde nennen, denn wie ein solches verhält sich die Musik zum Etikett, das darauf verweist, dass der Käufer luxuriöses Klanggut erwirbt. Mit anderen Worten, schön, aber nicht essentiell.
Das kurzweilige Vergnügen ohne Haltwertszeit hat alle Ingredenzien zu einer Muzak, die den Thirtysomethings der Max- und Arabella Kiesbauer-Generation gerade gefällt, wenn’s mal etwas progressiver sein darf: A bisserl trip hoppy, a bisserl orientalisch, „…die Frau hat echt ’ne coole Stimme, erinnert irgendwie an…“, auch Gitarren und handwerklich sauber.
WeiterlesenErhard and Missouri: This is not our scene
In einem sind sich Missouri (aus Nürnberg) treu geblieben: Basis-Sound bleibt zähes Zeitlupen-Americana. Aber: die Elektronik hat an Gewicht gewonnen. Schwül surrende, vibrierende Echos durchziehen jetzt die meisten ihrer Songs. Sogar primitiv tuckernde Drumcomputer sind zu hören. Und noch nie hat zuvor der Gesang bei Missouri eine solch große Rolle gespielt:
WeiterlesenGallery: Smile
Mit allen elektronischen Finessen aufgemotzter Power-Metal. Düster, pathetisch und melodiös. Mit saftigen Gitarren, harten Beats und jeder Menge Special Effects. Oft an der Grenze zum Skater-Rock der Guano Apes. Einfallsreich und knackig produziert. Mainstream-Metal im Blockbuster-Format. Kids mit abgehärteten Ohren werden Gallery aus der Hand fressen. „Elevator Music“ heißt übrigens einer der Takes.
Gallery: Smile
(Virtual Records VV 0024-2)
Liquid Gang: Sunshine
Volles Dezibelbrett! Die US-Band Liquid Gang haut dermaßen in den Pudding, dass es für Anhänger fetter Gitarrenmusik ein wahres Fest ist. Dass das ziemlich freakig wirkende Quintett dabei keine neue Stilrichtung definiert, ist nebensächlich. Im Dreieck aus Post-Grunge, Gitarrenrock und Metal haben sie sich häuslich eingerichtet und ziehen dabei so straight vom Leder wie kaum eine andere Band, die sich in diesem Feld tummelt.
WeiterlesenFear Factory: Digimortal
Die Band, die einst in der Szene der langen und moshenden Matten als fortschrittlich und bewundernswert galt, hat es nun geschafft, in Stagnation zu enden. Alles ist beim Alten geblieben, sieht man von ein paar moderneren Soundsamples mal ab.
WeiterlesenThe Lucky Stars: Hollywood & Western
‚Ipecac‘, das sind nicht nur die Melvins und die unzähligen Nebenprojekte eines gewissen Mike Patton, in Rente gegangener Sänger von Faith No More. Das sind einfach alle Produktionen, die Patton in die Finger gekommen sind und die seinen Zuspruch gefunden haben. Davon zehren nun auch die Lucky Stars, die Überraschungs-Country und Western-Stars der Neuzeit.
WeiterlesenHell On Wheels: Hell On Wheels
„Die Hölle auf Rädern“ – erinnert mich ein bisschen an meinen Zivildienst. Während die Zivis im Mobilen Sozialen Hilfsdienst (MSHD) gewaschen und gewindelt haben, sind die Anderen mit aufgewärmtem Essen durch den Ort gefahren. Ob der Fahrstil oder der leidlich erwärmte Alufolienschmaus die Hölle war, lass‘ ich lieber mal offen.
WeiterlesenKumikameli: Nature sucks!
Knochentrockener Punkrock mit Pop-Melodien ist Kumikamelis musikalische Startrampe. Das kleine Einmaleins der Grundrockarten beherrschen die vier Finnen mühelos. Speed Metal, Wave Rock, Fun Pop, Minimal Ska, Beat – und natürlich die Polka. Die liegt den Nordländern im Blut. Aber von allem Genannten trifft das Wörtchen „Minimal“ die Musik von Kumikameli am besten.
WeiterlesenNærvær: Stiftninger
„Stiftninger“ ist nicht die beste Platte, die ich in den vergangenen Monaten gehört habe, aber mit Sicherheit eine der interessantesten. Abgesehen von der dunklen Grundstimmung und dem Hang zu seltsamen Gesängen hat man Mühe zu glauben, dass das immer die selbe Band ist.
WeiterlesenTimothy B. Schmit: Feed The Fire
Timothy B….Wer? Ein roter Sticker auf dem Cover verrät es: Bassist von den Eagles. 1977 beerbte er Randy Meisner am Tieftöner. Sein Soloalbum „Feed The Fire“ unterscheidet sich nicht gravierend von seiner Stammband. Melodischer, Vocal-betonter Westcoastrock, den man zur Not auch Oma vorspielen kann.
WeiterlesenNick Cave & The Bad Seeds: No More Shall We Part
Nick Cave veröffentlicht zwar schon seit 1984 Platten, aber erst sein morbides Duett mit Kylie Minogue hat die Underground-Ikone in ein breiteres Licht gerückt. Die darauf folgende CD „The Boatman’s Call“ hat ihn und seine Band von einer unheimlich intensiven und verschlossenen Seite gezeigt. Fast vier Jahre hat sich Nick Cave Zeit gelassen, um erneut ein tiefschürfendes Werk zu veröffentlichen.
WeiterlesenBrown Sugar presents Cold Sweat
Es gibt gegenwärtig kaum eine Sampler-Reihe, die so tief und lohnenswert in den Archiven gräbt, um nie entdeckte oder fast vergessene Perlen ans Tageslicht zu zerren. Brown Sugar haben jetzt zum dritten Streich ausgeholt und schließen nahtlos an die Qualität der Vorgänger an. Superbe Songauswahl plus informative und kompetente Linernotes. 73 Minuten feinster Groove!
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