Nick Cave veröffentlicht zwar schon seit 1984 Platten, aber erst sein morbides Duett mit Kylie Minogue hat die Underground-Ikone in ein breiteres Licht gerückt. Die darauf folgende CD „The Boatman’s Call“ hat ihn und seine Band von einer unheimlich intensiven und verschlossenen Seite gezeigt. Fast vier Jahre hat sich Nick Cave Zeit gelassen, um erneut ein tiefschürfendes Werk zu veröffentlichen.
WeiterlesenKategorie: Musik
Brown Sugar presents Cold Sweat
Es gibt gegenwärtig kaum eine Sampler-Reihe, die so tief und lohnenswert in den Archiven gräbt, um nie entdeckte oder fast vergessene Perlen ans Tageslicht zu zerren. Brown Sugar haben jetzt zum dritten Streich ausgeholt und schließen nahtlos an die Qualität der Vorgänger an. Superbe Songauswahl plus informative und kompetente Linernotes. 73 Minuten feinster Groove!
WeiterlesenMouse On Mars: Idiology
Mouse On Mars waren bis zur zweiten LP „Iahora Tahiti“ eine dubbige Angelegenheit, die auf einem englischen Indielabel namens „Too Pure“, mit solch illustren Namen wie Laika, Stereolab und dem PJ Harvey-Erstling 1994 eine E.P. namens „Frosch“ herausbrachten und damals meine ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich zogen. MOM sind seitdem eine Ausnahmeerscheinung, da sie bei jeder Folgeveröffentlichung regelmäßig zu den Lieblingen der Journaille gekürt werden, und das nicht nur im Heimatland. Deutsche Experimentalelektroniker haben in England ja Props ohne Ende. Da kommt sofort der ganze Kraftwerk-, Krautrock- und Can-Schwall rüber („Oh, you are Tschörman, hohoho, so you must know funfunfun on se Autobahn huah huah huah.“ – So kann es einem ergehen, wenn man in einem Pub zu laut quatscht…)
WeiterlesenNickelback: The State
Noch Lust auf eine Band, die klingt wie Bush, Oleander oder auch Creed? Ja? Dann solltet ihr euch auf Nickelback stürzen. Es bleibt halt immer die Frage, ob man noch den Klon vom Klon hören will. Im Falle von Nickelback fällt die Entscheidung recht leicht.
WeiterlesenPendragon: Not Of This World
Fünf Jahre hat es gedauert, bis sich das britische Quartett einen Nachfolger zu „The Masquerade Overture“ zurechtgebastelt hat. Der Art- und Progressive-Rock hat in dieser Zeit einige vielversprechende Kinder geboren und wieder festeren Boden unter die Füße bekommen. Die vier Musiker von Pendragon haben die Entwicklung um sich herum genüsslich ignoriert und zelebrieren epischen Konzept-Art-Rock, der nie wirklich „in“ war und es auch nie sein wird. Gehört man zu der Randgruppe, die an sowas Spaß hat, sollte man an „Not Of This World“ nicht vorbeiziehen.
WeiterlesenFalconer: Falconer
Falconer ist das neue Projekt der Mithotyn-Musiker Stefan Weinerhall (Gitarre / Bass) und Karsten Larsson (Drums). Gemeinsam mit Sänger Matthias Blad haben sie ein Album eingehämmert, das vor Kraft, Melodie und Spielfreude nur so strotzt. Wer auch 2001 mit einer gut abgehangenen Power-Metal-Scheibe was anfangen kann, kommt an diesem Debüt nicht vorbei.
WeiterlesenSemisonic: All About Chemistry
Ganz klar: Britischer Pop, wie wir ihn seit Jahren kennen. Nicht schlecht, nur fehlt das überraschende Moment. Der Augenblick, in dem wir realisieren, etwas Besonderes in den Händen zu halten. Eine Band entdeckt zu haben, die entgegen dem Strom schwimmt. So wie bei Travis oder Coldplay.
WeiterlesenSouthern Rock Allstars: Crazy Again
Das US-Quartett bringt schätzungsweise 500 Kilo auf die Waage und genau so klingt die Musik – pfundig, zupackend, aus einer Zeit, in der die gute, alte Tante Rock nur ein Gesicht hatte. So südlich, wie der Name vermuten lässt, klingen sie gar nicht, und wer von einer Platte nicht mehr erwartet als erdigen Rock, der liegt hier richtig.
(6 Fritten)
Southern Rock Allstars: Crazy Again
(Record Heaven Music)
Rämouns
Saarbrücken, Hellmut. 21.4.2001
Natürlich mag ich die Ramones sehr, würde aber nie behaupten, der weltgrößte Ramones-Fan zu sein; einige ihrer späteren Platten habe ich immer noch nicht und leider muss ich zugeben, die Band live nie gesehen zu haben.
WeiterlesenGascoine: Stories Of Major Trouble Dirty Fingernails And Men Who Should Know Better
Der ein oder andere mag die deutschen Newcomer Gascoine bereits kennen. Sie hatten bis dato die Chance im Vorprogramm von Nebula, Payola, Waltari und Roadsaw aufzutreten. Bei dieser Gelegenheit sollten sie eigentlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Ihr Minialbum legt zumindest die Vermutung nahe, dass das Stuttgarter Quartett auf der Bühne nichts unversucht lässt, das Haus zu rocken.
WeiterlesenReiziger: My Favourite Everything
Reiziger kennen sich aus im Emo-Bereich und haben auf ihrem zweiten Album „My Favourite Everything“ so jede Strömung dieses Genre zitiert, die man sich vorstellen kann. Die Belgier haben – wie man unschwer erkennen kann – Vorbilder wie Captain Jazz, Karate, Van Pelt und auch Slint, deren Einfluss besonders bei Postrockern herauszuhören ist.
WeiterlesenMumble & Peg: All My Waking Moments In A Jar
Erik Carter, der Drahtzieher in der kalifornischen Band Mumble & Peg, kommt aus dem Noiserock-Umfeld. Allerdings ist davon nicht mehr viel zu hören. Das zweite Album „This Ungodly Hour“ war schon pechschwarz, beklemmend und akustisch angelegt. Der Nachfolger „All My Waking Moments In A Jar“ ist zwar wieder etwas lauter, dennoch weit vom Krach vergangener Tage entfernt.
WeiterlesenNash Kato: Debutante
Nach den Schweizer „Placebo-sound-alikes“ Chewy verschafft das kleine sympatische Label B-track einer Stimme Platz auf dem europäischen Markt, die in den Neunzigern großen Einfluß auf meine Wahrnehmung amerikanischer Musik hatte. War ich bis in die Mitte dieser Decade nicht entfernt an 70er Glam-/Poserrock à la Cheap Trick interessiert, änderte sich dieser Zustand mit der Veröffentlichung von Urge Overkills „Supersonic Storybook“ auf einem meiner Lieblinglabels dieser Hochphase amerikanischer Indielabels: „Touch and Go“.
WeiterlesenMaldoror: She
Stellen sie sich vor, da trifft sich ein genialer Musiker aus Kalifornien, der zuvor in einer überaus bekannten und einflussreichen Band gesungen hat, mit einem durchgeknallten Japaner und sie beschließen, gemeinsame Sache zu machen. Eine Sache, die es in sich hat.
WeiterlesenPhat World (12)
Dieses Mal hörte ich mir (größtenteils mit Freude) All Natural, Erykah Badu, Jeep Beat Collective, Lone Catalysts, M-Boogie, J. Rawls, Self Scientists, Shyheim, Denyo, Jan Delay und Red Ribbon Beatz (Sampler) an.
WeiterlesenOp:l Bastards: The Job
Ein frischer, aufregender Wind weht aus Finnland. Dabei machen sie kaum ´was, die drei Op:l Bastards… Aber gerade im Weglassen liegt die Genialität des Elektro-Pop-Trios. Hinreißend, wie ökonomisch, unterkühlt und aufreizend monoton sich die Takes präsentieren – auf der einen Seite! Hochelegant, mit riesigen Räumen und very stylish. Von Songs mag man hier kaum sprechen, eigentlich sind es architektonische Klang-Konstruktionen. Die strenge, reduzierte Facette ist aber eben nur eine von zweien. Die andere ist gnadenlos fett, groovy und blubbernd. Mit minimalistischen Hooks und unwiderstehlichem Beat.
WeiterlesenHeinrich beats the drum: Baba O´Riley
Gefällige, aber musikalisch beliebige Pop-Nummer mit schrammeligen E-Gitarren und viel Elektronik. Auch der Ohrwurm aus der Feder von Pete Townsend rettet das Liedchen mit dem hymnischen Refrain nicht vor dem schnellen Vergessen.
Heinrich beats the drum: Baba O´Riley (Teenage wasteland)
(planet fruit 307.0002.3)
Mad Caddies: Rock The Plank
Die Welt wird überschwemmt mit Ska-Melody-Punk-Irgendwas-Bands, die sich gegenseitig das Wasser abgraben. Für die Cali-Band Mad Caddies dürfte die Luft ziemlich dünn werden. Der Opener „Shavibg Your Live“ rappelt zwar amtlich, aber auf gesamter CD-Länge fehlt das Durchhaltevermögen. Viel Gekasper, ein paar Parodien – insgesamt zu viel Jahrmarkt und zu wenig Songwriting.
WeiterlesenWagon Christ: Musipal
Auf dieses Label passt Luke Vibert aka Wagon Christ wie der Papst zum Vatikan. Die Gründer des Zen-Imperiums, Coldcuts Matt Black und Jonathan More, gingen wohl in den Tagen ihrer Pioneerarbeit mit einer gleichsam ungestümen Leidenschaft an die Arbeit, die das Zusammenschneiden vieler kleiner Samples zu Loops, die eigentlich nicht zusammenpassen, beinhaltet. Auch Herr Vibert schustert sich so seine Stücke, meistens unterlegt von einem Hip-Hop-Groove oder sonstiger Breakbeatrhythmik gesellen sich Kinderhörspielkasetten zu den Jungle Brother´s „I House You“ (Cris Chana), oder Jazzbecken zu Acidbasslines („Tomorrow Acid“).
WeiterlesenAlquimia: Encinerada
Glockenheller Sopran, mystische Melodien, viel Theatralik und billige Synthies. Sofort fällt der Verdacht auf Michael Cretu, aber der hat ausnahmsweise mal gar nichts damit zu tun. Alquimia, die mexikanische Sängerin, bringt mehr Substanz mit als das austauschbare Disco-Liedchen, das ihre Produzenten für sie übrig hatten.
Alquimia: Encinerada
(Prudence 398.6591.3)