Live: The Jones / Thermo King Diesel

Kaiserslautern Benderhof, 11.5.2001

Ich bin ja ein alte Schwede. Die von mir höchst gespannt erwarteten Jones spielten ein Konzert am Samstag 12.5. im Hellmut hier in Saarbrücken. Ich wusste aber, dass ich an dem Tag Kusel mit Loony rocken musste. Also habe ich herausgefunden – ohne Internet-Hilfe, da die Band noch keine richtige Webseite hat – dass die Jones einen Tag früher im nahliegenden Kaiserslautern ein Konzert vor hatten. Zu meinen weiteren Glück ist an dem Abend eine Arbeitskollegin nach K-Town gefahren, die Zughinfahrt konnte ich mich also auch sparen.

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Melvins: Gluey Porch Treatments / Colossus Of Destiny

Die Melvins sind seit Jahr und Tag eine Randerscheinung in der bunten, vielfältigen Musikwelt. Mitte der Neunziger hatten sie eine Phase, in der sie ganz nah dran am Popstardasein waren. Aber so schnell sie aus dem Untergrund hervorkrochen, so schnell verschwanden sie im selbigem wieder. Majorlabel ade und ganz flott back to the roots, sprich: zurück zum Independent-Label. So landeten sie vor geraumer Zeit bei Mike Pattons Firma ‚Ipecac‘, einem kunterbunten Sammelbecken obskurer und von anderen geringgeschätzten Künstlern, bei denen es trotz allen Bedenken lohnt, ihnen eine Plattform zu bieten.

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Disgrace: Turku

Vom Metal zum Rock’n’Roll, das kann nur in Turku, de finnischen Glasgow passieren. Kurz und knapp haben Disgrace ihre Songs gehalten, die mit Lemmy Kilmister-Stimme und der durchtriebenen Energie von The Cult und den Soundtrack Of Our Lives ein kurzweiliges Hörvergnügen garantieren. Kein Überhit, aber ein sehr feines Album.

(7 Fritten)

Disgrace: Turku
Tug/Indigo

Live: Donnas / Sahara Hotnights

Köln Underground, 5.5.2001

Vor manchen Konzerten kriegt man ein Signal, dass alles- der Eintritt, die Hinfahrt, das Schwitzen- sich lohnen wird. Im Fall der Donnas war es die Set-Liste. Ich stand direkt vor der Bühne, dank der zahlreichen aggressiven Fotografen wie eine Sardine, als Gitarristin Donna R. kam, um ihre Set-Liste auf die Monitor-Box zu kleben. Mit Spannung habe ich meine Lieblings-Titel gesucht, aber wichtig waren nicht die Titel, sondern die Handschrift. Zuerst dachte ich, das ist doch Computer-Schrift. Die Zeilen waren aber viel zu krumm. In dem Moment hat das Image der Donnas sich als Realität erwiesen: sie sind wirklich Kaugummi-kauende Kinder-Frauen! Als Donna C. kurz danach ihr Schlagzeug aufbaute, lief „Addicted To Love“ von Robert Palmer über die Anlage und Donna C. hat mitgesungen und Kaugummi geknatscht! Aber ihr wollt das alles gar nicht hören, ihr wollt etwas über das Konzert lesen, gell?

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Double Trouble: Been A Long Time

Double Trouble – da müsste es eigentlich bei jedem Blues-Rock Fan klingeln. Genau, die Rhythmustruppe des 1990 verstorbenen Stevie Ray Vaughan. Zusammen mit einer wechselnden Allstar-Besetzung brennen Tommy Shannon (Bass) und Chris Layton (Drums) ein wahres Feuerwerk ab. Dr. John, Doyle Bramhall II, Jonny Lang, Kenny Wayne Shepherd, Charlie Sexton und Susan Tedeschi, um wirklich nur Einige zu nennen.

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Shantel: Greatdelay

Stefan Hantel ist Shantel, ein Frankfurter, den es nach Tel Aviv verschlagen hat. Dort erschuf er ein genreübergreifendes Album zwischen Elektronik (Drumcomputer, Keyboards) und Akustik (Streicher, Bläser), zwischen Orient und Okzident. „Greatdelay“ klingt dank der vielen verschiedenen Einflüsse leichtfüßig, interessant und erfrischend anders.

(7 Fritten)

Shantel: Greatdelay
(!K7/Zomba)

16 Horsepower: Hoarse

„…denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.“
(Th 5,2)

Bis es soweit ist, martern uns 16 Horsepower mit düsteren Vorahnungen und apokalyptischen Szenarien. Das aktuelle Live-Album wurde schon 1998 mitgeschnitten und gab es schonmal im kleinen Rahmen als Mailorder-Only-CD, daher fehlen Songs von „Secret South“ komplett. Schade, ändert aber nichts an der wahnsinnigen Ausstrahlung der Band.

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Entwine: Gone

Ganz schlimm – schon wieder eine düstere Metal-Band aus Finnland, und schon wieder eine, die voll aufräumt. Entwine ist zwar die X-te Band, die klingt wie Sentenced, 69 Eyes oder (unvermeidlich) HIM. Dabei sind sie nicht so poppig wie Ville Valos Mannen oder so hart wie die Erstgenannten. Hinzu kommt, dass Mika Taurainen weder eine typische Gothic- noch eine Metalstimme hat.

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Gigantor: Back To The Rockets

„Back To The Rockets“ ist das nunmehr fünfte Album der fünf Punkrocker Gigantor. Seit 1991 tatkräftig an vorderster Front aktiv und immer noch nicht müde oder berechenbar. Ganz im Gegenteil: Das Album „Back To The Rockets“ erschien bereits vor zwei Jahren in Japan und räumte dort mächtig ab. Ihre in japanisch gesungene Single „Asia No Jushin“ wurde sogar im ganzen Land in den Radios gespielt und somit verkaufte sich die CD dementsprechend rasant und oft. Nicht schlecht für eine Band aus dem Norden Deutschlands.

Jetzt sollen auch die hiesigen Fans in den Genuss des „neuen“ Albums kommen. 17 melodiöse Punkrock-Stücke und das Video zu „Asia No Jushin“ haben Gagu, Heiko Bendlin, Andreas Mertens, Jay Lansford und Jenzzz Gallmeyer anzubieten. Das sollte reichen, um auch hier etwas verloren geglaubten Boden im Nu wieder wettzumachen und an den Erfolg in Nippon anzuknüpfen. Denn was die Donots können, können Gigantor schon lange.

Gigantor: Back To The Rockets
(Steamhammer / SPV )

My Vitriol: Finelines

Die britische Musikszene hat es gut. Fast jede Woche taucht eine hochgradige Band aus dem Nichts auf und bewegt die Kritiker dazu, sie abzufeiern. So auch geschehen bei der Londoner Band My Vitriol. Das Quartett bestehend aus Som Wardener (Gesang), Seth Taylor (Gitarre), Carolyn Bannister (Bass) und Ravi Kesavaram (Schlagzeug) hat bereits vier Singles auf der Insel veröffentlicht und wartet jetzt mit ihrem Langspieler „Finelines“ auf.

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Marillion: Anoraknophobia

Marillion: Anoraknophobia
(Marillion / EMI)
Es gab vor Jahren eine Single von Gerd Knebel (damals Flatsch, heute Badesalz), die handelte auch von Anoraknophobia – da hieß es im Refrain: „Mama, ich bracúch‘ kein Anorak, ich will ’ne Bomberjack'“ (oder so ähnlich). Das aktuelle Album von Marillion mit dem bemerkenswerten Titel ist das 12. der Band und der „neue “ Sänger Steve Hogarth ist inzwischen auch schon 12 Jahre dabei. Ich selbst bin einer dieser Fish-Nachheuler, aber ganz nüchtern betrachtet kann Mr. Hogarth besser singen.

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Of The Wand And The Moon: :Emptiness:Emptiness:Emptiness


Wie Honig auf warmem Toast breitet sich die Atmosphäre des Albums aus, Fast unmerklich, aber stetig stülpt sich die melodische Monotonie über den Hörer. Obwohl die einzelnen Instrumente auszumachen sind, besticht „:Emptiness:Emptiness:Emptiness“ durch klangliche Dichte. Die düstere Stimme von Kim Larsen tut ihr Übriges, dass man wohlig eingelullt wird.

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Untitled

In Holland schicken sich derweil Heideroosjes an, ihrem Punkrock-Spektrum neue Ingredienzien beizumischen. Zum Beispiel S.O.D.-mäßiger Crossover („Nimby“), Folk („We’re All Fucked Up“) und Rap („Rechtsstaat“). Der Rest ist Vollgas-Punkrock.

(6 Fritten)

Heideroosjes: Fast Forward
(Epitaph/Connected)