Es hat lange gedauert und eigentlich hat wirklich niemand mehr daran geglaubt, dass die Stone Temple Pilots ein weiteres Album mit ihrem bisherigen Sänger Scott Weiland zustande bringen würden. Schließlich war er öfter in der Reha-Klinik und im Gerichtssaal, denn im Studio oder im Proberaum. Und dann nicht zu vergessen sein drogengeschwängerstes Solo-Album, das einem wie kalter Schauer den Rücken runterlief.
WeiterlesenKategorie: Musik
Townes Van Zandt: In Pain
Der zu frühe Tod eines Musikers setzt automatisch die Maschinerie der posthumen Veröffentlichungen von Raritäten, Live-Aufnahmen und bisher unveröffentlichtem Material in Gang. Und wenn nicht gerade Rob Pilatus gestorben ist, hat die Welt immer einen der „besten Musiker“ verloren. Das sollte man nicht immer alles glauben, es sei denn, es geht um Townes Van Zandt.
WeiterlesenTied & Tickled Trio: EA1 EA2
Sie sind verspannt? Die vielen Feiertage haben ihre Spuren an ihrem Gemüt und in ihrem Körper hinterlassen? So, so, sie sehnen sich nach Erholung? Urlaub wäre gut? Aha, aber genügend Geld haben sie natürlich nicht dafür. Hm. Da hätte ich eine Idee. Wie wäre es mit einer Schallplatte, die Ende November auf den Markt kam und dank ihrer erholsam wirkenden und beruhigenden Musik Balsam für den Geist ist.
WeiterlesenMarylin Manson: The Last Tour On Earth
Marylin Manson is Marylin Manson, denn er ist und bleibt ein Spinner vor dem Herrn. Aber auch ein Mann mit einem Plan im Kopf. Er weiß wie er sich verhalten muß, um im Rampenlicht nicht zu schnell wie eine Motte zu verglühen, die nachts zu dicht an eine Lampe geflogen ist. Sein Image ist mittlerweile nervig. Vielen geht er mit seinem Pseudo-Psychopaten-Image auf den Keks. Mit Recht.
WeiterlesenThe Dust Brothers: Fight Club OST
„Fight Club“ ist für mich einer der Filme des Jahres, sieht man einmal von dem etwas überzogenem Ende des Gewalttrips ab. An der Stelle machte „The Sixth Sense“ deutlich mehr Sinn und Verstand. Zu einem guten Film gehört ein guter Soundtrack. Da Klassik weniger zu diesem Szenario gepaßt hätte und Songs verschiedener Bands vielleicht der Stimmung wenig unterstützend zur Seite gestanden hätten, durfte das Produzenten-Duo The Dust Brothers alias Michael Simpson und John King an einer musikalischen Untermalung des Anarcho-Streifens basteln.
WeiterlesenMike Ness: Under The Influence
Die einen brauchen einige Jahre, die anderen nur ein paar Wochen, um sich von den Tourstrapazen und dem nervenaufreibendem Aufnahmeprozeß zu erholen. Mike Ness, bis vor zwei Jahren eher bekannt als Frontmann von Social Distortion denn als ernst zu nehmender Solokünstler, hat viel Zeit und diese läßt er wahrlich nicht sinnlos verstreichen. Innerhalb von zwölf Monaten zwei Soloalben zu veröffentlichen ist eine Leistung, von der andere nur träumen können.
WeiterlesenSampler: Sauerkraut nicht Sushi
Nach den LADOs kann man den Kalender stellen: Pünktlich zum Jahresende landet die alljährliche Label-Compilation auf dem Tisch der Rezensenten und beschert ihnen viele, viele „Ach ja“s. Jede Menge alte Bekannte aus der Hamburger Schule, aber auch Mini-Pop-Anarchisten wie die Aeronauten und GUZ, die chansonesquen Fink (sind sie mindestens genausosehr wie countryesque!) oder die kühlen Elektronen von Stella. Und und und… Lauter Preziosen halt, die der deutschsprachige Markt so abwirft. Aus den Jahren ´98, ´99 und – 2000. Ja, ein paar Vorab´s sind auch mit drauf. Zum Anfüttern.
WeiterlesenReamonn: Torn
Achtung: diese Single gibt’s vorläufig (Januar 2000) nicht im Handel. Sie ist als Appetizer gedacht, um eine Band vorszustellen, die im April ihr Debütalbum veröffentlichen wird: Reamonn. Ein Quintett aus Süddeutschland mit irischem Sänger. Produziert wurde „Torn“ in der Nähe von Manchester von Steve Lyon (saß schon bei Depeche Mode, Cure etc. an den Reglern). So klingt’s leider auch: zu professionell.
WeiterlesenKillers On The Loose: Temple Of Boom
Kann man einen Sound, der irgendwo zwischen Big Beats und Techno steht, arrangieren wie Rock? Diese Frage scheinen sich Painboy und Uncle Sue auch gestellt zu haben, als sie an ihrem Projekt „Killers On The Loose“ gearbeitet haben. Satte Beats und ziemlich abgefahrene Sounds wurden in homogene Musikstücke verpackt, die (obwohl instrumental) scheinbar dem klassischen Schema von Intro-Strophe-Refrain folgen.
WeiterlesenTom Jones: Reload
Das Vergehen ist höchst verwerflich: klaut einfach gute Songs, sucht sich First-Class-Perform-Partner und lässt auch noch perfekt produzieren. Aber das Resultat ist klasse!
WeiterlesenMoby: Play
So’n richtiger Songschreiber ist er ja nicht, der Moby. Eher ein Bastler von Klangteppichen, ein Tüftler genial fließender Harmonien und geschickt ineinander verschobener Sound-Cluster. Seine Tracks haben was von Endlosschleifen, klingen teilweise in höchstem Maße sakral und dann wieder gefährlich nah an Eso-Takes für den Yoga-Kurs nach Feierabend. Stimmungsbilder halt, Landschaften ohne Anfang und Ende.
WeiterlesenCeltus: Portrait
Nicht mehr ganz frisch ist die neue CD von Celtus aus Nordirland. Obwohl „Portrait“ schon im Herbst 1999 in Deutschland erschienen ist, blieb das Album bisher völlig unbeachtet. Nach ihrem außergewöhlich guten Debüt „Moonchild“ sind die McManus Brüder nun einen Schritt weiter in Richtung Celtic-Ethno-Pop gegangen. Die Songs des neuen Albums sind weniger melancholisch, bestechen aber immer noch durch ihre Harmonien und Arrangements.
WeiterlesenFavez: Gentlemen start your engines
„Hier ist es schön ruhig. Die Schweiz eben. Kriegt man da nicht Lust, ein bißchen Krach zu machen?“ Favez über Favez. Momentan ein Gitarren-Quartett mit offenbar erheblichem Drummer-Verschleiß. Guter, alter Rock mit weiten Melodie-Bögen, Harmoniegesang und schrammeliger Pop-Attitüde. Straight und schnörkellos. Mit Hang zum Melancholischen, viel, viel Drive und trotzdem sehr leichtfüßig. Kaum zu glauben, dass diese Band ein rein akustisches Debütalbum („A sad ride on the line again“) vorgelegt hat.
WeiterlesenEläkeläiset: Humpan Kuninkaan Hovissa 1994-95
Was ist das? Eine Kirmestruppe, deren Frontman mit Tischtennisbällen im Mund singt? Nein, das sind Eläkeläiset: eine finnische Polkatruppe! Den Finnen sagt man oft nach, sie wären im Winter komplett andere Menschen als im Sommer. So, als bestünden sie eigentlich aus zwei Völkern. Der fröhliche Teil verabschiedet sich nach dem Sommer, und heraus kommen die Winter-Finnen, ein düster-verschlossenes Grüppchen. Eläkeläiset sind ganz offensichtlich Sommer-Finnen.
WeiterlesenMogwai: E.P.
Einen Titel hat sie nicht, die neueste musikalische Errungenschaft der Glaswegian Post-Rocker Mogwai. Namen sind Schall und Rauch. Wichtig ist allein, dass jeder weiss, was er kriegt, wenn er ein Produkt von Mogwai in den CD Player schiebt oder auf den Plattenteller legt. Höchste Qualität würde zumindest ich mal behaupten – natürlich von einem völlig subjektiven Standpunkt aus betrachtet. Nicht, weil ich derzeit in Glasgow lebe und die Band live gesehen habe, auf der Aftershow-Party, zu der ich eingeladen war, ihr Bier wegtrinken durfte und, als ich betrunken in einer Stammbar sass, mich kurz mit dem kleinwüchsigen sympathischen Sänger unterhalten habe, sondern weil Mogwai mit Modest Mouse und Built To Spill zu den wenigen Bands gehören, die der Gattung Rock einen neuen Anstrich verpassen (können) und das Konzept von Gitarre, Bass, Schlagzeug und in diesem Fall Keyboards anstelle von Gesang auf ein neues Level heben.
WeiterlesenBeck: Midnite Vultures
Es sei bewundernswert, wie Schwarze „I wanna fuck“ singen könnten, und trotzdem klinge es einfach nur rein und liebevoll. Er selbst höre privat gern R. Kelly, erzählte Beck jüngst in Interviews. Der gute, alte Adept. Voll der Anerkennung und des Respekts für die Kollegen, von denen er sich immer gern inspirieren läßt. Um dann wieder eine seiner eklektizistischen Fundgruben abzuliefern, ohne den Vorbildern dabei die Füße zu küssen.
WeiterlesenMary Black: Speaking With The Angels

Als der NASA-Astronaut Jim Newman 1995 mit dem Spaceshuttle „Atlantis“ in den Weltraum flog, nahm er sechs Musikkassetten mit – eine davon war Mary Black’s achtes Album „Circus“. (Wäre auch mal eine schöne Rubrik: Sechs MC’s für’s Weltall) Ich kenne zwar Jim Newman nicht, aber der Mann hat Geschmack – „Speaking With The Angels“ ist das zehnte Album von Mary Black und hat wieder das Zeug zum Weltraumklassiker. Zwölf Perlen von verschiedenen Songwritern, die unter der behutsamen Produktion von Donal Lunny und Steve Cooney richtige „Ohrschmeichler“ geworden sind.
WeiterlesenGregorian: Masters of Chant

Wir hatten Wassermusik, wir hatten Feuerwerksmusik und wir hatten Fahrstuhlmusik. Als neusten Ausfluss der globalen Unterhaltungsindustrie liefert man uns konsequenterweise Beichtstuhlmusik: Die Retortengruppe „Gregorian“ präsentiert zum festlichen Jahresende ihr Album „Masters of Chant“. Es kommt daher, als hätte ein verwirrter Doktor Guildo Horn mit Uriella gekreuzt und ins Kloster gesperrt.
WeiterlesenLeadfoot: Take A Look
Am 9. Juni des Jahres 1993 war für Karl Agell die Karriere bei Corrosion Of Conformity beendet. Einen Tag darauf kündigte auch Bassist Phil Swisher und schloss sich seinem ehemaligen Sänger ein weiteres Mal an. Traurig erst einmal für all die C.O.C.-Fans, die nicht daran glaubten, die Band könne sich je wieder von dieser Trennung erholen (was sie dennoch tat). Karl und Phil liessen nicht lange die Zeit ungenutzt verstreichen und bemühten sich zwecks Neuformierung einer Band um potentielle Mitstreiter, die dann ein paar Monate später unter dem Namen Leadfoot das Licht der Welt erblicken sollte.
WeiterlesenNebula: To The Center
Zum Zentrum des Universums wollen uns Eddie Glass, Mark Abshire und Ruben Romano alias Nebula also mitnehmen. Eine solche Einladung sollte sich der geneigte Stoner Rock-Freund eigentlich nicht entgehen lassen. Die besonderen Anreize liegen auf der Hand. So eine Reise ist unwiderlegbar etwas Einzigartiges und da Nebula nicht nur als erfahrenes Bordpersonal in Erscheinung treten werden, sondern zugleich den bedröhnten Soundtrack mitliefern, um den Trip zu einem solchen auch werden zu lassen, lohnt es sich doppelt.
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