Oleg Kostrow: The great flashing tracks from Iwona

Vielleicht erinnert sich noch jemand: im März erschien „Storage Kompilation“, ein Rundumschlag bizarrer Elektonik-Avantgarde-Sounds der Acts, die Storage derzeit vertreibt. Nach Auslegen des Köders folgt nun der Offenbarung zweiter Teil, nämlich eine Serie namens „Storage Secret Sounds“: komplette Alben der Kompilation-Künstler. Den Anfang macht der Petersburger Oleg Kostrow mit seinen „Great flashing tracks from Iwona“.

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Mouse on Mars: Niun Niggung

Laßt es mich so formulieren: Das neue Album von Mouse on Mars ist nicht so schlecht, wie man vielleicht, nach den ersten Takten der neuen Single “ Distroia“ hätte erwarten können. Der Opener „Download Sofist“ kommt mit Akustik- Gitarrenintro und Bläsern, die schon nach kurzer Zeit völlig entgleisen, um dann in den gewohnten Mouse on Mars- Groove zu rutschen . Ihr wisst schon, den Groove mit dem Off- Beat. In Finnland nennt man das, glaub ich, Humpa.

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Trashmonk: Mona Lisa Overdrive

Hui, welch Namedropping: Trashmonk alias Nick Laird-Clowes sang die Backing Vocals auf dem letzten T-Rex-Album, lebte mit Paul Simon zusammen, der ihn das Songschreiben lehrte, er verlor seine Jungfräulichkeit im Haus von John Lennon (mit ungefähr 14…), Brian Wilson nannte ihn ein Genie (!), und außerdem wirkte er an Pink Floyds „Division Bell“ mit. Naja, Letzteres sollte man besser nicht so laut sagen, ich erinnere mich noch gut an das enttäuschte Gesicht meines kleinen Bruders, als er sie unaufgefordert zum Geburtstag geschenkt bekam, und ich konnte ihn weiß Gott verstehen.

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Robyn Hitchcock: Jewels For Sophia

Die Rockmusik kennt einige Anti-Helden. Musiker, die jahre- und jahrzehntelang ihre Musik machen, von einem kleinen Fankreis und den Kritikern hochgeschätzt – von der sogenannten breiten Masse aber beharrlich ignoriert. Einer dieser Anti-Helden ist Robyn Hitchcock, der jetzt seit über 20 Jahren Platten veröffentlicht. Ende der 70er zusammen mit den Softboys, danach auf eigene Rechnung, mal mit Band, mal ganz allein. Nach einigen Akustik-Alben griff Hitchcock für „Jewels For Sophia“ wieder auf die Hilfe einer richtigen Rockband zurück. Und das zahlt sich aus. Denn so lebt das Album nicht nur von spleenigen Texten und guten Melodien sondern auch vom Variantenreichtum der Arrangements. Ob ruhige Ballade oder treibendes Bluesrockstück, alles wird zusammengehalten durch einen Hauch von 60er Jahre Psychedelia. Gerade so stark dosiert, daß es nicht nach purer Nostalgie klingt.

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Randy Newman: Bad Love

Randy Newman ist wieder da. Nein, natürlich war er nie wirklich weg und in den letzten Jahren verlief seine Karriere sogar erfolgreicher denn je – als Komponist für Hollywoodfilme wie „Das große Krabbeln“ oder „Toy Story“ brachte er es auf bisher 12 Oscarnominierungen. Aber seit gut zwei Jahrzehnten (irgendwann nach &Quot;Little Criminal“) hatte ich gänzlich das Interesse an ihm verloren, zu glatt zu überproduziert erschienen mir seine Platten. Und dagegen kamen letztlich auch Newmans ausgewiesene Fähigkeiten als „bissiger“, „satirischer“ oder „zynischer“ Texter nicht an.

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Phat World (2)

Zweiter Teil von Phat World und ich muß erst meinen Senf vorausschicken. Ich möchte die Kolumne um die Stilrichtung R&B bzw. Soul erweitern, ansonsten hätte Mary J. Blige in dieser Ausgabe nichts zu suchen gehabt. Ach ja, in der letzten Kolumne hatte ich Sven Franzisko oder Lotto Ohm erwähnt, die mit „Hinter Diesen Mauern“ (WEA) das Titelstück zu dem Game „Dungeon Keeper 2“ geschrieben haben. Die im Handel erhältliche Single ist großartig. Die drei Remixe (die auf meiner Version nicht waren und ich somit nicht erwähnt hatte) sind absolut empfehlenswert und besser als der übliche Remix-Quatsch. Better check it out! Jetzt aber viel Spaß mit Phat World!

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Machine Head: The Burning Red

Machine Head anno 1999, das bedeutet Überraschung um Überraschung. Ganz banal fängt es schon damit an, daß ihre Plattenfirma einen professionellen Schreiberkollegen zwecks Verfassen eines Bandinformationsblattes beauftragt hat. Lars Brinkmann von der viel geliebten/gehaßten ‚Spex‘ durfte diese Aufgabe übernehmen. Und der kam er verständlicherweise gerne nach. Die zweite Überraschung ist, daß Robert Flynn nicht mehr nur schreit, sondern zu singen begonnen hat und auch mal etwas rappt. Das steht ihm und kommt den brandneuen Kompositionen sehr zu gute – so etwa in „Desire To Fire“, „Exhale The Vile“, „Message In A Bottle“ oder „Silver“.

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Mogwai: Come On Die Young

Im September wird es mich – aller Voraussicht nach – für ein halbes Jahr lang in die schottische Metropole Glasgow verschlagen. Der Auslandsaufenthalt im Rahmen meines Studiums steht an. Sechs Monate fast ununterbrochen von meiner Freundin getrennt zu sein, bereitet mir jetzt schon erhebliches Kopfzerbrechen und deprimiert mich. Es gibt nur wenige aufmunternde Gründe, in Glasgow eventuell doch ein paar nette Wochen zu verleben. Einer davon heißt sicherlich Mogwai.

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Medal: Drop Your Weapon

Sie stammen von der britischen Insel, aus der Nähe von Oxford um genauer zu sein. Aber mit dortigen Trends haben Jamie Hyatt (Gesang, Gitarre), Mark Willis (Gitarre), Dan Kemp (Bass), Richard Brincklow (Keyboards) und Simon Wickson (Schlagzeug) wenig am Hut. Ihren Heimatort teilen sie sich übrigens mit Supergrass, Ride und Radiohead. Zu letztgenannter Band zeigen sie noch am ehesten musikalische Gemeinsamkeiten auf. Mit Supergrass verbindet sie indes Produzent John Cornfield, der „Drop Your Weapon“ in Szene gesetzt hat.

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Helge Schneider and the Firefuckers: Eiersalat in Rock

Der Einstieg in die aktuelle CD („Eiersalat in Rock) des Konzeptkünstlers Helge Schneider könnte nicht pointierter sein. Der Opener „We are the Firefucker“ setzt betont ein betont luftiges, intimes und dynamisches Klangbild ab. Insgesamt muß gesagt werden, daß bei allen Rezensionen des Komponisten Schneider immer wieder die klangtechnische Komponente zu kurz kommt. Die Aufnahmephilosophie von Schneider orientiert sich an dem One-To-One Verfahren, das im 26-Bit-Verfahren abgemischt wird, wodurch die Musiker besonders feinsinnig interpretiert werden. Die Wucht der Orchester-Tutti wechselt sich mit feinsinnigen Schwelltönen der Solisten und zeigt Schneider als jenen entdeckungswerten Künstler, der uns auch schon Werke wie „Dahumm“ abgeliefert hat.

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Tindersticks: Simple Pleasure

Liebe Plattenfirma, da hast Du ins in diesem Sommer endlich mal wieder ein reguläres und mit neuen Kompositionen bestücktes Album der Tindersticks beschert. Das finden wir natürlich ganz toll. „Can We Start Again?“ fragt gleich der Opener. Möchten Tindersticks etwa wieder von vorne anfangen? Sollen wir all ihre bisherigen Veröffentlichungen vergessen und all unsere Wißbegierde auf „Simple Pleasure“ bündeln?

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Tricky with DJ Muggs and Grease: Juxtapose

Tricky alias Adrian Thaw hat sein emotionales Tief überwunden, das er uns noch auf „Angels With Dirty Faces“ vermittelte. Zwar ist seine langjährige Mitarbeiterin Martina Topley-Bird ausgeschieden, dafür ist sein britischer Kollege Grease als MC eingesprungen. Zur weiteren Unterstützung holte sich der Meister mit der Kettenraucherstimme den Cypress Hill-Recken DJ Muggs und Neuentdeckung Kioka, die in den Stücken „Hot Like Sauna“ und „She Said“ zu hören ist, ins Boot. Insgesamt ein Team, das einen soliden Eindruck hinterlässt. Besonders Grease entpuppt sich als wahrer Rhyme King.

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Ween: Paintin‘ The Town Brown.

Ween sind eine absolute Ausnahmeerscheinung am Rockfirmament. Egal, was die Band plant und in die Tat umsetzt, man kann ihr nichts übel nehmen. Die Gebrüder Ween haben Narrenfreiheit. Angefangen hatte alles 1992 mit „Pure Guava“. Diesem folgten „The Pod“ und das exzellente „Chocolate And Cheese“, das nicht nur wegen seines Covers für Aufsehen sorgte. 1996 legten sie dann ihr Country-Album „12 Golden Country Greats“ nach – ein sehr unterhaltsames Stück Musik, allerdings entgegen seinem Titel nur schlappe 10 Songs lang. Ja, so sind die Ween-Brüder: unberechenbar.

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Limp Bizkit: Significant Other

Ich liebe diese Band seit ihrem Auftritt auf dem Dynamo Open Air vor drei Jahren. Mittags mussten sie als erste Band den Tag auf der Hauptbühne eröffnen. Als ich einen Tag zuvor in einer Broschüre las, dass DJ Lethal von House Of Pain bei den Jungs mitwirkt, war für mich klar, dass ich sie sehen musste. Und die Vorfreude wurde nicht enttäuscht. Limp Bizkit zogen ordentlich vom Leder und gingen als Sieger von der Bühne. Das sahen viele anders. Ihr Debüt ging in der Presse sowieso total unter. Niemand schien Notiz von den Kalifornier zu nehmen. Selbst bereits geführte Interviews meinerseits wurden nicht abgedruckt, da die Band zu unwichtig sei.

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