Ich liebe diese Band seit ihrem Auftritt auf dem Dynamo Open Air vor drei Jahren. Mittags mussten sie als erste Band den Tag auf der Hauptbühne eröffnen. Als ich einen Tag zuvor in einer Broschüre las, dass DJ Lethal von House Of Pain bei den Jungs mitwirkt, war für mich klar, dass ich sie sehen musste. Und die Vorfreude wurde nicht enttäuscht. Limp Bizkit zogen ordentlich vom Leder und gingen als Sieger von der Bühne. Das sahen viele anders.
WeiterlesenKategorie: Musik
Ray Wylie Hubbard: Crusades of the restless knights
Also, die Plattenfirma nennt Ray Wylie Hubbard – mit Blick auf seine verschlissenen Jeans und den „scruffy“ Bart – einen Dante Alighieri, verkleidet als Willie Nelson, wenn der seine musikalische Höllen-Tour veranstaltet. Nun, ich bin nicht gebildet genug, Dante Alighierie zu kennen, aber vielleicht hilft´s Euch ja weiter.
Tja, wenn einer schon Ray Wylie Hubbard heißt, dann riecht es zehn Meter gegen den Wind nach rotem Sand und Southern Temperament – und richtig, Hubbard stammt aus Dallas und ist der Texas-Szene treu geblieben – bis heute.
WeiterlesenLos Lobos: This Time
Wer im Sommer seinen Grill anschmeißt und mit einem Bier in der Hand auf das saftige Steak oder die goldbraun gebrannten Maiskolben wartet, der sollte zwecks perfekter Stimulans „This Time“ von Los Lobos in den Player schieben. 1973 wurde die Band von David Hidalgo, Cesar Rosas, Louis Perez und Conrad Lozano gegründet. An diesem Line-up hat sich über all die Jahre nichts geändert. Lediglich Steve Berlin ist neu hinzugekommen. Der stieß aber erst Anfang der Achtziger zur Band. Seitdem zählen die mexican americans zu den Größen im Rock’n’Roll-Business. Wer kennt nicht ihren Hit „La Bamba“, Titelsong des gleichnamigen Films? Doch „La Bamba“ ist noch lange nicht alles, was Los Lobos zu bieten haben.
Dead Moon: Destination X

Schade, schade, schade. Gern würde ich Dead Moon (ein Trio, gibt´s seit 1988, offenbar aus den USA) weiterempfehlen, denn ihr Stil gefällt mir, er liegt irgendwo zwischen Garagen-Punk und Hardrock, cruncht, rockt und klingt bisweilen so rhythm´n´bluesig wie die frühen Stones. Handwerklich stimmt alles, und auch die Songs sind knackig und eingängig.
WeiterlesenThe Beta Band: The Beta Band

Es geht Schlag auf Schlag. Nach „The Three E.P.’s“ stellt die Beta Band innerhalb weniger Wochen ihr bereits zweites Album auf dem deutschen Markt vor. Dieses Mal haben sie sich erst gar keinen Namen ausgedacht für ihre Reise quer durch ihr schier unerschöpfliches Ideenreservoir. Auf Samples und anderen elektronische Schnickschnacks hat die Band zwar nicht völlig verzichtet, dafür diese auf ein gesundes Maß beschränkt, so dass weiterhin von einem modernen Indie/Rock-Album gesprochen werden kann.
WeiterlesenOrchestre National de Barbès: Poulina
Ich kann mir den kompletten Namen nicht merken, aber in Paris gibt es eine Métro-Station, die das Wort „Barbès“ im Titel trägt, und aus einen Pariser Viertel mit maghrebinischen Einanderern kommt auch das „Orchestre National de Barbès“. Es zeugt von Selbstbewußtsein und Humor, wenn sich ein Konglomerat von 12 Mann nordafrikanischer Abstammung (Marokkaner, Algerier etc.) „Nationalorchester“ nennt, und das ist schonmal eine prima Visitenkarte!
WeiterlesenAavikko – Oriental Baby
Vielleicht kennt ja schon einer von euch ihr Debüt „Derek“, das vor etwa zwei Jahren in Deutschland auf den Markt kam. Ich war seinerzeit mit Steakknife auf Ochsentour, und ich kann nur eins sagen: Es gibt nichts Witzigeres als mit sieben Narren über die Autobahn zu jagen und drei jungen Narren aus Finnland beim Musizieren zuzuhören. Das ist der Brüller.
WeiterlesenBarry Adamson: The Murky World Of Barry Adamson
Mit „The Murky World Of Barry Adamson“ legt Adamson eine Werkschau der letzten 10 Jahre seines Soloschaffens vor. Der ob seines genialen Baßspiels geschätzte Brite ging nach fruchtbarer Zusammenarbeit mit Howard Devoto, Pete Shelly und Nick Cave eigene Wege, um seine assoziativen und suggestiven Musiken als Solokünstler zu realisieren. Sein Faible für Filmmusiken zeigte sich bereits in Magazine’s Coverversion von John Barry’s „Goldfinger“. Adamsons 89er Solo-Debut „Moss Side Story“ – Musik zu einem imaginären Film – machte einige Regisseure auf ihn aufmerksam. Es folgten zwei echte Filmmusik-Alben: „Delusion“ und „Gas, Food, Lodging“, aber auch auf den Soundtracks zu David Lynch’s „Lost Highway“ und Oliver Stone’s „Natural Born Killers“ wirkt Adamson mit. Auf seinen Solo-Alben verzichtet er allerdings nach wie vor auf real existierende Bilder und überläßt es dem Hörer, in seine eigene imaginär-phantastische Welt zu entschwinden. Die Bilder spielen sich vorzugsweise im Kopf des Hörers ab, am besten in einem abgedunkelten Zimmer.
WeiterlesenPhat World (1)
Kolumnen sind besonders unter Hinternet-Mitarbeitern schwer beliebt. Insofern habe ich mir es nicht nehmen lassen, mit Phat World eine weitere in Angriff zu nehmen. Diese wird (hoffentlich) monatlich erscheinen und wird sich der nationalen wie internationalen HipHop-Musik widmen. Ich denke, es macht Sinn, sich in kondensierter Form mit diesem ausuferndem Thema zu beschäftigen. Die Besprechungen werden kurz und bündig und in einen Fließtext eingebaut sein.
WeiterlesenDoppelkopf: Von Abseits
Am Anfang stand das Duo Six Pack, mit dem Rapper Falk Ultermöhle und sein DJ Thyes Ruete erste Erfahrung in der Hamburger HipHop-Szene sammeln konnten. Vor zwei Jahren kam die Zäsur und Bubbles trat der Crew bei. Eine Umbenennung in Doppelkopf war die logische Folge – obwohl das mit dem Doppel gar nicht richtig ist. Da sie in Hamburg ansässig sind, müssen natürlich einige shout-outs fallen, um ihren Kollegen, die sich zum großen Teil in der Mongo Clikke zusammengeschlossen haben, Tribut zu zollen und phatte greetings zu schicken.
Einer dieser Kumpanen übernahm gleich die Rolle des Produzenten. Mario Coolman von 5 Sterne Deluxe heißt dieser und hat schon mit seinem Nebenprojekt Visit Venus und einigen Tracks der letzten Fettes Brot-Scheibe („Fettes Brot Lässt Grüssen“) bewiesen, daß er die Regler und Schieber im Griff hat. Andere ließen sich in den Container Studios blicken, um ein paar Raps beizusteuern: Dendemannn von Eins, Zwo und Sammy von Dynamite Deluxe sagen beim Battle-Track „3D“ hallo. Überblickt man die Hamburger Rap-Schule, so fristen Doppelkopf eindeutig die Außenseiterrolle, was sie vielleicht veranlaßte, ihr Album mit dem unter grammatikalischen Gesichtspunkten betrachtet falschen Ausdruck „Von Abseits“ zu betiteln.
5 Sterne Deluxe sind die Clowns, Fischmob an der Schwelle zu Rock und Elektro und natürlich mit absoluter Narrenfreiheit, Absolute Beginners sind die Helden, die mittels smarter Texte und ohrwurmverdächtigen Sounds das Hirn jedes Hörers im Nu erobern – und das mit einer Tonne Flow pro Track. Doch Doppelkopf sind weder lustig, noch verlagern sie ihr musikalisches Spektrum in fremde Gefilde. Statt dessen ist ihr musikalisches Grundgerüst düster und lässig und dürfte kaum jemanden zum wilden auf- und abhüpfen treiben. Doch genau diese Stimmung bildet das optimale Paar zu Falks Texten, die nur bedingt optimistisch sind und fast immer eine abgeschlossene Story erzählen. Falk hat definitiv nichts an Partytexten und seine Berufung nicht der Aufmunterung der Hörer geopfert. Lieber versucht er sie mit interessanten Geschichten, im Old School-Style vorgetragen, zu locken und zu fesseln. So kommen dann solche smoothen Nummern wie „Supa Stah“ (die Geschichte von Schlendrian, dem Super Star Träumer), „Balance“ (mit Bass, Flöte und sanften Gitarrenklängen eingespielt), „Starrin‘ Bubbles“ (supa trauriges und schwarzes Stück) und natürlich oben erwähntes „3D“ zustande.
Und wer hat schon einmal davon gehört, daß einer zusammenstoßende Billardkugeln gesampelt und in einen Track („MMM“) eingebettet hat? Eben!
Doppelkopf: Von Abseits
(Hongkong/EMI)
Interview: Brixx
Kleine Ungarin, ganz groß
„Ich bin ein positiver und spiritueller Mensch. Das möchte ich mittels Musik vermitteln. Ich bin kein Schwarzseher und versuche, die Situationen, die mir gestellt werden, zu meistern, und nicht alles zu hinterfragen. Manche Dinge passieren einfach aus einem bestimmten Grund“, so erklärt Brixx kurz und knapp den Titels ihres eindrucksvollen Debüts „Everything Happens For A Reason“.
WeiterlesenDoolally: Straight from the heart
Name-Hopping ist in der Club-Szene ein beliebter Sport: jeder Take ein neues Projekt. Und so stecken hinter Doolally keine Geringeren als Shanks&Bigfoot, deren „Sweet like chocolate“ sich derzeit nolens volens in Jedermanns Gehörgänge fräst.
WeiterlesenInterview: Goatsnake
Ärger mit der Riffpolizei
Gute Doom-Scheiben sind eine Seltenheit geworden. Um so erfreulicher, daß gerade „I“, das Debüt von Goatsnake, auf Lee Dorrians Label ‚Rise Above‘ erschienen ist. Ein lange überfälliges Trostpflaster für Fans von tiefer gestimmten Gitarren und Zeitlupenriffs.
WeiterlesenEins, Zwo: Gefährliches Halbwissen
Der Sauerländer Daniel Larusso, a.k.a. Daniel Ebel und noch eher a.k.a. Dendemann, und der DJ-ende Flensburger Rabauke, a.k.a. Thomas Jensen und früher in den Diensten der Fetten Brote, haben sich gesucht und – das ist sicher – gefunden. Schon seit einiger Zeit ist ihre bis heute legendäre EP „Sport“ auf dem Markt und rief Neider auf den Plan, denn obwohl sie lediglich vier Tracks zum Besten gaben und Dendemann eigentlich mit nur einem einzigen Gastrap richtig bekannt wurde (Fischmobs „Susanne Zur Freiheit“) ist eines jetzt schon glasklar: Eins, Zwo sind ganz, ganz groß. Die ausgedehnte Tour im Vorprogramm von 5 Sterne Deluxe unterstrich dies.
Eminem: The Slim Shady LP
Eminem, der im bürgerlichen Leben als Marshall Mathers aufgewachsen ist, füllt derzeit nicht nur in den USA die Musikgazetten, sondern kann sich selbst in unserem Lande einer wachsenden Beliebtheit erfreuen. Das ist schön für den jungen Mann, der auf Drängen von ex-N.W.A.-Head und HipHop-Produzenten-Maniac Dr. Dre auf die HipHop-Gemeinde losgelassen wurde. Und gerade in Amerika passiert es nicht oft, daß ein Weißer mit Rap-Vocals und stampfenden Beats auf sich aufmerksam machen darf und zugleich erfolgreich ist. Nein, das ist eher selten, schließlich war (ist?) HipHop die Musik der Schwarzen.
WeiterlesenJune Of 44: Anahata
Chicago ist nicht tot zu kriegen. Einerseits erscheinen nicht gerade häufig Noiserock-Bands auf der Bildfläche, um uns an all die Wut, den Ärger und den Verdruß zu erinnern; andererseits haben sich einige Krachmacher im Laufe der Jahre beruhigt und sich dem Postrock zugewandt. JUNE OF ’44 waren zwar nie so richtig wild, tobend und wutentbrannt, aber immerhin sind sie auf einem Chicago-Label ansässig und beherrschen die Gesetze des Postrock bestens.
WeiterlesenParadise Lost: Host
Eigentlich war es schon vor Veröffentlichung von „Host“ kein Geheimnis mehr: Paradise Lost wandeln auf den Spuren von Depeche Mode. Teaser CDs beim Media Markt, massive Berichterstattung in der Fachpresse und Fernsehauftritte mit Liveausschnitten ließen mich verwundert die Augen reiben. Während Paradise Lost auf ihrem vergangenen Album „One Second“ den Schritt von der Metalband zur Bombast Rock Band mit Klavierklängen vollzogen, gehen sie auf „Host“ noch einen Schritt weiter. Hier flirren die Computersounds, Samples werden durch die Boxen gejagt und die ehemals dominante Gitarre ist nur noch schwer auszumachen.
WeiterlesenPenthouse: My Idle Hands
Still wurde es um Penthouse nach der Veröffentlichung ihres Erstlings „Gutter Erotica“ wirklich nie. Erst kamen zwei Tourneen, auf denen Penthouse eindrucksvoll unterstrichen, daß mit ihnen vor allem live zu rechnen ist. Dann erblickte eine Remix-EP das Licht der Welt, und schließlich und endlich stand der Rechtsstreit mit dem gleichnamigen Erotikmagazin im Mittelpunkt. Dieses bestand darauf, daß die Band sich von ihrem Namen trennt.
WeiterlesenRootdown 99
Rainer Trüby ist einer der großen Namen, wenn man auf das zur Zeit aufkeimende Dancefloor-Jazz Revival zu sprechen kommt. Nicht nur Gilles Peterson, einer der Masterminds und Mitbegründer des Acid-Jazz Labels schätzt den Schwarzwälder Jazz-Nerd als Besitzer einer der größten Kollektionen von aus dieser Sparte unerläßlichen Schallplatten. Sein Output auf Compost mit dem Rainer Trüby Trio dürfte der Anhängerschaft von solchen Acts wie Kruder und Dormeister hinlänglich bekannt sein, seine Root Down Sessions in Freiburg vielleicht nur ansässigen Szenegestalten. Nun gibt es die Highlights seiner DJ – Tätigkeit auf dieser Zusammenstellung von absoluten Essentials der neuen Gesichter des Jazzy Dancefloor Sounds.
Vertreten sind die Helden des DJ/Producer Collectives aus Berlin, Jazzanova, um die medial niemand mehr herumkommen wird. Gleich zweimal zu hören mit einem Remix von Ian Pooleys „What´s Your Number“ und dem eigenen Stück „Atabaque“, zeigen sie, daß sie sich auch im House-Kontext wohlfühlen und die Kurve zum Jazz nicht nur harmonisch ankratzen, sondern – vor allem bei der Eigenkomposition – die Rhythmik dieses Genres beherrschen.
Hervorragend auch die Verneigung von Masters at Work vor der Afrobeat-Kultfigur Fela Kuti, die gleich mit bis zu zwölf Minuten einen wilden Trommeltanz entfachen. Internationale Prominenz sind Blaze, die mit ihrem jazzy Mix von „My Beat“ am housigsten rüberkommen. Ich könnte weiter versuchen die Perlen dieser Meisterzusammenstellung rauszupicken, es wäre sinnlos, da kein Track dem anderen nachsteht. Klassiker.
Diverse Rootdown 99 (Nuphonic/Pias)
VA: Ska!faced. Allsorts & Allstars Vol. 1

Für die einen ist Ska nur schneller Reggae, auf den sich gut Pogo tanzen läßt, oder eine Musikrichtung mit Schachbrett-Logo, für die anderen ist Ska eine Philosophie. Gehört wird er von einer kleinen eingeschworenen Gemeinde, denn Ska ist zwar meist eingängig, flott und kurzweilig – in meinen Augen hat er eine ganz eigene Komik, vielleich durch das hektische Staccato-Spiel – aber infolge des penetranten Off-Beats eben auch etwas monoton.
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