Willy Astor: The Sound Of Islands Vol. IV

Willy Astors Vision der Inselklänge ist inzwischen zu einem echten Bandprojekt angewachsen. Waren die ersten beiden Teile mehr oder minder reinrassige Gitarren-Alben, vollzieht der jetzt erschienene vierte Teil den Schritt zum fast gleichberechtigten Quartettklang. Speziell Pianist und Arrangeur Martin Kälberer bekommt viel Raum, so dass bei manchen Songs eher die Tasten als die Saiten dominieren.

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Josh Rouse: Country Mouse, City House

Josh Rouse ist schon ein ganz Süßer. Nicht nur, dass er uns mit dem besten Reim seit ‚Haus-Maus-Klaus‘ überrascht, nein, er stellt mit „Sweety“ auch einen Song an den Anfang, der nicht nur Diabetiker in die Knie zwingt. Der Song hat zwar alles, was die Musik von Josh Rouse so großartig macht, ist aber dermaßen karamellisiert vorgetragen, dass man sich kurzzeitig freut, dass die Platte nur neun Lieder lang ist. Nicht dass Rouse jemals fordernd oder laut gewesen wäre, aber das ist einfach zu viel.

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Michael Marshall: Engel des Todes

Ganz sicher: Michael Marshall ist Fan der Lindenstraße. Jedes Kapitel wird mit großen Spannungsaugen beendet und in einen neuen Handlungsstrang geführt, damit Mutti auch ja nicht mit dem Gucken aufhört.
In der Spannungsliteratur gehört dieses Modell schon seit ein paar Jahren ins
Museum, aber das scheint Marshall nicht zu kümmern. Nicht, dass → „Der zweite Schöpfer“ die Krimi-Welt aus den Angeln gehoben hätte, aber die trockene, angedeutete Erzählweise hatte ihren Reiz.

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Samba Mapangala And Orchestra Virunga: Song & Dance

Wann wird es endlich wieder Sommer? Pfeifen wir auf den Klimawandel und lassen Sonne und Wärme mittels dieser CD in unsere Herzen und Gemüter fließen. Ja, es gibt sie noch, diese „klassische“ kongolesische, in der Regel auf der guten alten Rumba basierende Tanzmucke. Samba ist schon zu lange im Geschäft, um sich jetzt noch mit Rap, Techno oder anderem modischem Schnickschnack bei den heimischen Kids anbiedern zu wollen.

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Shellac: Excellent Italian Greyhound

„50.000 Watts of Power und die Möglichkeit Nein zu sagen, ohne sich umzubringen“ – Die seit 1992 als Shellac aktiven Vorzeige-Hobby-Noiserock-Minimalisten aus Chicago/Illinois mit Vorliebe für Vinyl und Verweigerung gegenüber den Mechanismen der Musikindustrie bitten zum „Heimwerker-Meisterkurs“ auf die Baustelle – so der primäre Eindruck, wenn man die Klänge eines Shellac-Albums vernimmt. Man wähnt sich gerade zu inmitten einer überaus fleißigen Ansammlung von Handwerkern und Baustellenarbeitern, die mit ihren Werkzeugen und Maschinen hantieren – sprich kräftig sägen, (pressluft)hämmern, klopfen, bohren, sich lautstark zurufen und wie entfesselt sonstigen (Grob)Arbeiten nachgehen. Das nach 7 Jahren Albumpause veröffentlichte Werk „Excellent Italian Greyhound“ – benannt nach dem Hund des Schlagzeugers – macht da wieder mal keine Ausnahme. Einziger Unterschied zu den vorherigen 3 Alben ist, dass deren – beim Vorgängeralbum etwas unentschlossen wirkende – rohe sowie zupackende Monotonie und Direktheit etwas mehr Raum lässt zugunsten eines vielfältigeren Sounds.

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Joe Ely – Happy Songs From Rattlesnake Gulch

Nach einer solistischen Schaffenspause hat der Texas-Rock-Veteran mal wieder zugeschlagen – und führt mit dem optimistisch anmutenden Albumtitel sogleich in die Irre. Denn das Gros der Songs – neben zehn neuen Eigenkompositionen noch ein Stück von FLATLANDER-Kollege Butch Hancock („Firewater“) – ist eher ernsthaft bis melancholisch angelegt. Schon den Opener „Baby Needs A New Pair Of Shoes“ heißt es wörtlich zu nehmen: Hier geht es um die Angeschmierten und Vergessenen beim Wirbelsturm „Katrina“ (August 2005), der vor allem New Orleans verwüstete.

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Circa Survive: On Letting Go

‚Aus einem Guss‘ gehört mit Sicherheit zu den ausgelutschtesten Phrasen überhaupt, beschreibt aber „On Letting Go“ vortrefflich. Eigentlich genauso schlimm ist die Feststellung, dass Circa Survive seit ihrem Debüt „Juturna“ (2005) noch weiter gereift sind. Musikalisch bleiben sich die Amis treu und spielen weiterhin ihren kompakten Emo-Prog, der sich schnell und engmaschig wie ein Netz um des Hörers Kopf zieht.

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Tocotronic – Kapitulation

Ein Kollege von mir legt bei etablierten Acts gerne die Messlatte an, wie weit eine Band käme, würde sie ein solches Debüt veröffentlichen. Bei der neuen CD von Paul McCartney war es mal wieder Zeit für diese These, aber auch „Kapitulation“ eignet sich für dieses Gedankenspiel. Fakt ist: Wäre dieses Album das Debüt einer jungen Band, müssten Könige wie Tocotronic oder Kante um den Thron zittern.

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Bobo: Lieder von Liebe und Tod

Cover: Bobo - Lieder von Liebe und Tod

Dieses Projekt hätte wirklich mit Vollgas in die Hose gehen können. Nicht, dass die Stimme von Bobo In White Wooden Houses nicht zu deutschen Texten passen würde, aber die musikalische Umsetzung von altem Textgut durchzieht so sehr der Hauch von Volkshochschule und Selbstverwirklichung, dass man die Phrase ‚ambitioniert, aber…‘ schon parat hat. Schön, dass die „Lieder von Liebe und Tod“ das genaue Gegenteil geworden sind.

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Editors: An End Has A Start

„In the end, all you can hope for, is the love you felt to equal the pain you’ve gone through“ — diese Textzeile aus „Bones“ ist zu großartig, um sie unerwähnt zu lassen. „An End Has A Start“ ist eine Trauerplatte, die sich textlich um die großen Fragen dreht und von einem Schmerz durchzogen ist, der in keiner Sekunde aufgesetzt wirkt.

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Nina Nastasia & Jim White: You Follow Me

Falls Nick Hornby gerade an einer Liste der besten Rock-Schlagzeuger arbeitet, sollte er Jim White nicht vergessen. Der Drummer von Dirty Three hat sich in den vergangenen Jahren fleißig durch die Platten von Kollegen getrommelt und jedes Mal einen atemberaubenden Job abgeliefert. Grund genug für Nina Nastasia, zehn neue Songs nur auf das Spiel ihres langjährigen Schlagzeug-Kumpans und ihre Stimme und Gitarre zu reduzieren.

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Ulme: Dreams Of The Earth

Groß ist die Versuchung bei den Brachialrockern Ulme, einen kompletten Baum als Metapher zu verheizen. Was könnte man hier nicht alles mit Wurzeln, Neuaustrieb und starken Stämmen schreiben, aber das liegt einfach zu sehr auf der Hand. Deswegen nüchtern: Ulme sind wieder zurück und haben mit „Dreams Of The Earth“ ein Album gemacht, das ähnliche Gefühle auslöst wie das Comeback-Album von Dinosaur jr..

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Dream Theater: Systematic Chaos

Die New Yorker sind nicht totzukriegen. Dream Theater sind und bleiben die Speerspitze des Prog-Metals. Die Stellschrauben werden, trotz unverkennbaren Sounds, immer wieder neu gedreht und wirklich schlechte Alben sind dabei bisher nicht herausgekommen. „Systematic Chaos“, ihr neuntes Studioalbum, ist zwar kein Meisterwerk geworden, gehört aber klar in die Spitzentruppe der Veröffentlichungen.

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