Chicago Revisited – Mach dein Ding! Die bereits im Jahre 1993 in der Bugwelle der so genannten Chicagoer-Post-Rock-Szene in Erscheinung getretene Band „The Sea & Cake“ macht auf ihrem nunmehr 7. Album „Everybody“ alles wie gewohnt „sophisticated“, nichts wie erwartet und gar nichts wie erhofft.
Die ersten 3 Alben von „The Sea & Cake“ zeichneten sich durch eine innovative, unangestrengt und entspannt klingende Ästhetisierung der Bezüge von Jazz und Folk auf Elemente und Klänge des konventionellen Rock aus (und damit im Sinne des Post Rock durch die Überwindung der traditionellen Rockkonventionen) – mit dahin gehauchtem Gesang und (teils) groovigen, afro-karibischen Gitarrensounds und Rhythmen. Ab Album Nummer 4 („The Fawn“) wurde dann ihr distinguiert-differenzierter Klang noch mit dem Zeitgeist entsprechenden elektronischen Texturen und Rhythmen erweitert, die den Sound über das Album „Oui“ bis zum letzten Album „One Bedroom“ im Wesentlichen prägten. Letztlich ließen jedoch die beiden vorgenannten Alben die erhoffte innovative musikalische Neuausrichtung vermissen, die man angesichts der musikalischen Sozialisierung und Historie der Bandmitglieder konsequenterweise erwartet und für möglich gehalten hätte. Sie mündeten doch zu sehr in (elektronisch verspielter) Gefälligkeit, als dass sie aufregende Spannung und Reibungspunkte zu erzeugen wussten.
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