Damien Rice: 9

Gentlemen sind dieses Jahr scheinbar ‚in‘. David Fridlund hat seine eigene Platte nicht selbst eröffnet, Bert Jansch gibt großzügig das Mikro weiter und Frauenversteher Damien Rice steht da auch nicht hinten an. „9 Crimes“, der erste Song seines zweiten Albums, eröffnet mit einem herrlichen Pianosound, gefolgt von der hinreißenden Stimme Lisa Hannigan’s. Was für ein Start!

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Yusuf: An Other Cup

Man kann eigentlich fast nicht über „An Other Cup“ schreiben, ohne sich mit aktuellen religiös-politischen Problemen zu befassen. Wichtig in diesem Zusammenhang erscheint mir im Wesentlichen die Erwähnung Yusuf Islams, dass sein Nachname und der Name seiner Religion ‚Friede‘ bedeutet. In seinen durchweg spirituellen Texten zeichnet er dann auch ein Bild, das Friede, Toleranz und die Sinn-Suche ins Zentrum einer jeden Religion stellt.

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Cerys Matthews: Never Said Goodbye

Ich geb’s zu: Ich hab mal eine Catatonia-CD verkauft, weil ich Cerys Matthews‘ Stimme nicht mehr ertragen konnte. Ein Fehler – ganz klar! Matthews ist jetzt ohne Band wieder da und hat in den vergangenen Jahren erkannt, dass es langfristig kein Kompliment ist, wenn man alle Jungs unter den Tisch saufen kann. Inzwischen ist sie Mutter zweier Kinder und neuerdings auch Mutter einer zweiten Solo-CD.

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Deftones: Saturday Night Wrist

Elf Freunde sollt ihr sein, oder auch fünf, oder vier. Was im Fußball selten funktioniert, klappt bei Rockbands noch lange nicht. Immer wieder faszinierend zu beobachten, wie Chino Morenos Kollegen sich in Interviews unverblümt über ihren Sänger auslassen und klarstellen, dass er eigentlich aus der Band fliegen würde, wenn er nicht so talentiert wäre. Und an Talent mangelt es dieser Truppe sicher nicht.

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Sarah McLachlan: Mirrorball – The Complete Concert

Die Frage muss erlaubt sein: Braucht man das komplette „Mirrorball“-Konzert, wenn bereits ein Zusammenschnitt mit 14 Songs vorliegt? Die Antwort lautet tatsächlich: Ja.
Mitgeschnitten beim Tourabschluss in Portland am 20. und 21. April 1998 bietet die Doppel-CD 23 Songs, denen das Livegewand besser steht, als der sonst etwas ätherische Studioklang. Beeindruckend ist Sarah McLachlans Stimme, die auf der Bühne um so vieles kraftvoller klingt und nicht für einen Moment die Brillanz verliert. Sollte hier einer nachträglich an den Masterbändern geschraubt haben, dann hat er einen perfekten Job gemacht.

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Saosin: Saosin

Das US-Quintett Saosin hat das Problem, dass es sich erst zu Wort meldet, als eigentlich schon alles gesagt ist. Ihr Wortbeitrag wurde zwar erwartet, aber keiner wusste, wann es so weit sein würde.
Als Sänger Antony Green nach der vielversprechenden EP „Translating The Name“ (2004) ausstieg und die famosen Circa Survive formte, wurde es, von Tourneen und Internetstreiflichtern abgesehen, ruhig um Saosin. Wäre das selbstbetitelte Full-Length-Debüt schon vor zwei Jahren erschienen, hätte es der Emo-Welt wahrscheinlich die Sprache verschlagen. Jetzt kann man nur hoffen, dass der Cover-Käfer stark genug ist, um beim großen Krabbeln mitzuhalten. Verdient hätten es die Jungs allemal.

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The Passing Show: The Life & Music of Ronnie Lane

Die Erstellung dieser TV-Dokumentation, die jetzt auch endlich auf DVD erhältlich ist, zog sich über fünf Jahre hin! Aber es hat sich gelohnt, wie man schon im Januar 2006 bei der BBC-Erstausstrahlung sehen und hören konnte. Die beiden Realisatoren, Rupert Williams und James Mackie, haben gründlich und mit viel Liebe zum Detail recherchiert und zahllose Gespräche mit Weggefährten, Freunden und Familienangehörigen Ronnie Lanes geführt. Ronnie Lane? Wer war denn das noch mal?

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Michael Weston King: Love’s A Cover

Keine schlechte Idee, die Zeit (nicht nur) für die Fans bis zum nächsten Studioalbum mit einer zwar nicht sehr originellen, aber gelungenen Compilation zu überbrücken. Der inzwischen in Birmingham beheimatete Singer/Songwriter mit dem gewissen Schmelz in der Stimme erweist Idolen und befreundeten KollegInnen seine Reverenz. Bei Live-Auftritten baut Michael Weston King (MWK) bekanntlich immer mal wieder gerne Coverversionen ein, vorzugsweise keine sog. „Klassiker“, sondern weniger bekannte, aber durchweg hörenswerte Songs.

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Levellers: Chaos Theory

In jeder musikalischen Sozialisierung gibt es initialzündende Bands. Als ich Anfang der 1990er Jahre nur die letzten Takte von „15 Years“ gehört habe, entbrannte eine mühsame (internetfreie!) Suche nach der Band, von der ich leider nicht den Namen wusste. Auch wenn diese Begeisterung viele Federn lassen musste, kann man Levellers auch heute noch zugestehen, dass sie einige Alben lang eine wichtige und vor allem wuchtige Band waren.

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The Pipettes: We Are The Pipettes

„We are The Pippetes, the prettiest girls you’ve ever met“, heißt es gleich zu Beginn. The Pipettes haben nicht nur Charme, sondern auch Humor.
Seit einigen Wochen werden sie schon als das nächste Hype-Thema gehandelt. Nicht ganz unbegründet. Die drei Ladies aus Brighton bezaubern mit ihrem amüsanten (nicht lächerlichen!) 60er Jahre-Surf/Trash-Sound. Live werden sie übrigens von Electric Soft Parade- und Brakes-Musikern unterstützt.

(8 Fritten)

The Pipettes: We Are The Pipettes
Memphis Industries/Rough Trade