Naked Lunch: This Atom Heart of Ours

„Die Hoffnung stirbt zuletzt!“ Dass dieser häufig dahin gesagte Satz sich in der Realität doch glücklicherweise ab und an bestätigt, gilt insbesondere für die in Klagenfurt/Österreich beheimatete Band „Naked Lunch“. Nachdem diese, Anfang bis Mitte der 90er Jahre noch unter dem Einfluss des Grunge-Sounds stehende, hoffnungsvolle Band mit dem Album „Superstardom“ 1997 zum vermeintlichen Höhenflug ansetzte, stürzte sie nach Ausflügen in poppig-tanzbare Gefilde, „Love Junkies“ (1999), jäh – teils durch äußere, teils durch selbst verschuldete Katastrophen – in den Abgrund.

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Johnny Clegg: One Life

Nach jahrelanger Pause ein echtes, neues Studioalbum vom „weißen Zulu“ aus Südafrika, und sein herzhaftes, Freude versprühendes Lachen auf dem Cover lässt sich beim Anhören sehr wohl nachvollziehen. Dabei sind einige Songtexte alles andere als erheiternd, beschäftigen sich mit sog. „typisch afrikanischen“ Problemen wie Machtmissbrauch („The Revolution Will Eat Its Children“) oder Kindersoldaten („Boy Soldier“). Das Thema „Apartheid“ mag politisch gesehen der Vergangenheit angehören, gleichwohl ist und bleibt das Zusammenleben der Völker und Volksgruppen in Südafrika spannungsgeladen.

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Zweiraumwohnung: Besser gehts nicht

Das Lied kommt unspektakulär daher, ist aber mal wieder das, was Zweiraumwohnung am besten können: der perfekte Popsong.
Zugegeben, „Nimm mich mit“ war spektakulärer, „Elaine“ origineller, „Wolken ziehen vorbei“ magischer. Am ehesten kommt „Besser geht´s nicht“ noch „Wir trafen uns in einem Garten“ nahe. Schrammelige Gitarren, dezente Elektronik, die im Laufe des Songs immer mal wieder stärker auftaucht. Wie der Froschkönig, der die goldene Kugel vom Grund des Brunnens hochbringt. Und wieder abtaucht. Viel Understatement und Nonchalance – der Song wirkt so dahingesungen, fast wie nebenbei. „Hingeworfen“, mit ein, zwei Federstrichen, würde man in der Malerei sagen. Eine Skizze von einem Lied: leicht, luftig, aber trotzdem erdig.

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Live: Sophia

Erlangen, E-Werk, 19.01.2007.

Technology won’t save us-Tour 2007

Das Erlanger E-Werk ist angesichts des bevorstehenden Wochenendes und trotz des momentanen Konzertmarathons recht gut besucht (innerhalb von einer Woche spielen in der Region außerdem „Knarf Rellöm“, „Die Goldenen Zitronen“, „Blackmail“ sowie „Dominique A“) und das Durchschnittsalter des Publikums überschreitet locker die 30.

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Michael Weston King: A New Kind Of Loneliness

Lächelt er oder lächelt er nicht? Auf der CD-Hüllenrückseite schaut er, der Melancholiker aus Birmingham, dich nachdenklich an. Das kann ja heiter werden, und in der Tat ist nicht nur der Albumtitel programmatisch zu verstehen. Wie schon viele seiner „alten“ Lieder setzen sich auch die neuen meist mit den bitteren Seiten des Lebens, mit Verlust(ängsten), mit Einsamkeit, mit Enttäuschungen aller Art auseinander.

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Asita Hamidis Bazaar: Live

Plattenfirmen sind manchmal richtige Spaßvögel. Auf dem Backcover von „Live“ steht „File under: World & Beyond / Ethno / Bazaarmusic; Scandinavian & oriental roots, a unique set of instruments & wide-open interest in other cultures“. Wow, mit ein bisschen Mühe hätten wir bestimmt noch die Lieblingsmarmelade von Asita Hamidi untergebracht. Aber auch wenn sich das etwas ungelenk liest, trifft die üppige Information immerhin den Kern.

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Oh, how times have changed

Bobby Gillespie, als Primal Scream-Frontmann einst der Wildeste der Wilden, beschwerte sich per E-Mail bei der Stadtverwaltung über einen Pub in seiner Straße, der ihn mehrmals mit lauter(!) Musik(!) noch nach(!) Mitternacht wach hielt. Das mit der Mail kam raus und jetzt mokiert sich der Guardian → Primal Screamer can’t get no sleep.

Luckily for Gillespie and wife, the complaints have succeeded in limiting The Alma’s late licence to once a month. Unluckily for them, the leaked email means any illusions of rock’n’roll grandeur the public held for the Screamer have been firmly destroyed. But what’s a tattered reputation when a good night’s sleep is at stake?

Tja, Pete Townsend wär´das nicht passiert.

The Resentments: On My Way To See You

Nix wirklich Neues von den Resentments, aber das auf hohem Niveau, und es geht auch voll in Ordnung. Nach dem Motto „Jeder darf mal ran“ wechseln sich die fünf Musiker, Stephen Bruton (g, mand, banjo), Jon Dee Graham (g, dobro, lap steel), Jud Newcomb (g, mand, b, dobro), Bruce Hughes (b, g, pi) und sogar Drummer John Chipman bei den Lead-Vocals ab. Und das sorgt mit für die nötige Abwechslung, denn alle Stimmen sind jede für sich sehr eigen.

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