Cracker: Countrysides

Cracker goes Country. Wer die Alben der Indierocker aufmerksam hört, merkt schnell, dass der Sprung zu lupenreinem Country gar nicht so weit ist. Acht Coverversionen (u.a. Merle Haggard, Hank Williams, Ray Wylie Hubbard) und eine bissige Abrechnung mit der ehemaligen Plattenfirma („Ain’t Gonna Suck Itself“) ergeben ein skurriles Album, das authentisch klingt, aber wahrscheinlich nur zu besonderen Anlässen in den Player wandert.

(7 Fritten)

Cracker: Countrysides
(Cooking Vinyl/Indigo)

Texas Baby

Yeeeehaw! Ab auf’s Pferd und dann ans Lagerfeuer? “Der neue Trend: County!” meint die Promotion-Agentur dieses neuen randvollen Samplers. “Wer letztes Jahr noch zu Elektro- und Housebeats getanzt hat, schiebt sich nun den Hut in den Nacken und reitet gedanklich dem Sonnenaufgang entgegen und wünscht sich eine Steelguitar herbei.” Diese Einschätzung ist wohl etwas neben der Spur. Nichtsdestotrotz interessieren sich seit dem Wiederaufstieg des inzwischen kurz nach seiner Frau verstorbenen Johnny Cash wieder mehr Leute für US-amerikanische Musiktradition.

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Life Of Agony: River Runs Again

Keith Caputo hat sich erstmal ausgeweint, seit Anfang des Jahres wird wieder gerockt. Life Of Agony haben sich am 3.und 4. Januar 2003 im Irving Plaza in NYC auf die Bühne geschmissen und der Menge das gegeben, worauf diese Jahre gewartet hat. Die ersten Töne von „River Runs Red“ und die Halle rastete kollektiv aus. Wenn man bei der zeitgleich erscheinenden DVD nicht ganz genau hinguckt, glaubt man, irgend jemand hätte Ozzy Osbourne in den Jungbrunnen geworfen, aber es ist dann doch „nur“ ein langhaariger Keith Caputo, der ausgeruht über die Bühne fegt.

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Terrorgruppe: Fundamental

Hat ein bisschen gedauert, bis die neue Terrorgruppe-Platte bei mir gezündet hat. Aber „Fundamental“ ist ein pfiffiges Stück Punkrock, das um einiges dreckiger und direkter daherkommt als viele deutsche Kollegen. Wenn man außerhalb der Kommerzwahrnehmung segelt, kann man schonmal ordentlich auf die Kacke hauen und in Songs wie „Angela“ oder auch „Kathedralen“ textlich extrem deutlich werden.

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Live: Life Of Agony

Offenbach, Capitol. 19. Oktober 2003

Ich war mir nicht sicher, ob die Welt darauf gewartet hat, Offenbach aber anscheinend schon. Das Capitol war mehr als gut gefüllt um die Wiedervereinigung von Life Of Agony zu feiern und bis es so weit war, gab es mit den Supportbands Fony und Breed 77 zwei sympathische Zeitverkürzer. Besonders letztere überzeugten mit einem dynamischen Set, das mit orientalischen Anleihen und einem charismatischen Frontman im Gedächtnis haften blieb.

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Dreamtide: Dreams For The Daring

Ups, der Song hat mich wirklich weggeblasen. „Dream Real“ ist bis zur Schmerzgrenze ausgesteuert und donnert in einer Wucht, die Magnum würdig wäre, aus den Boxen. Das ist ohne Hohn und Ironie ein beeindruckender Song. Danach pendelt sich das Album in etwas gemäßigteren Gefilden ein und bietet gut gemachten, bombastischen Rock. Die Zielgruppe dürfte begeistert sein.

(6 Fritten)

Dreamtide: Dreams For The Daring
(Frontiers/Soulfood)

Kari Bremnes: You’d Have To Be Here

Als ich das erste Mal „You’d Have To Be Here“ gehört habe, saß ich ziemlich müde im abgedunkelten Wohnzimmer und musste mich von der CD losreißen wie von einem guten Buch. Gefangen von einer atemberaubenden Produktion und einer nicht minder spektakulären Stimme habe ich mich irgendwann doch ins Bett geschleppt und eine objektive Beurteilung auf den hellichten Tag verschoben.

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