Nicht nur Wayne Static stehen bei dieser Musik die Haare zu Berge. Der Rezensent hat mit diesem aggressiven und kompromisslosen Nu Metal-Werk schwer zu kämpfen. Er hat das Gefühl all dies schon in mehrfachen Variationen anderswo gehört zu haben.
WeiterlesenKategorie: Musik
Cracker: Countrysides
Cracker goes Country. Wer die Alben der Indierocker aufmerksam hört, merkt schnell, dass der Sprung zu lupenreinem Country gar nicht so weit ist. Acht Coverversionen (u.a. Merle Haggard, Hank Williams, Ray Wylie Hubbard) und eine bissige Abrechnung mit der ehemaligen Plattenfirma („Ain’t Gonna Suck Itself“) ergeben ein skurriles Album, das authentisch klingt, aber wahrscheinlich nur zu besonderen Anlässen in den Player wandert.
(7 Fritten)
Cracker: Countrysides
(Cooking Vinyl/Indigo)
Hits and Misses
Der Untertitel dieses Samplers “performed by Muhammad Ali, Joe Frazier, George Foreman and others” führt in die Irre. Eigentlich handelt es sich um eine Verbeugung vor Ali als Sportler-Popstar. Die anderen Herren tauchen nur am Rande auf, Musik wie Gesang stammen meist von Musikern und nicht von Boxern.
WeiterlesenTexas Baby
Yeeeehaw! Ab auf’s Pferd und dann ans Lagerfeuer? “Der neue Trend: County!” meint die Promotion-Agentur dieses neuen randvollen Samplers. “Wer letztes Jahr noch zu Elektro- und Housebeats getanzt hat, schiebt sich nun den Hut in den Nacken und reitet gedanklich dem Sonnenaufgang entgegen und wünscht sich eine Steelguitar herbei.” Diese Einschätzung ist wohl etwas neben der Spur. Nichtsdestotrotz interessieren sich seit dem Wiederaufstieg des inzwischen kurz nach seiner Frau verstorbenen Johnny Cash wieder mehr Leute für US-amerikanische Musiktradition.
WeiterlesenSoil: Scars
Der amerikanische Fünfer Soil hat seine Marschrichtung korrigiert. Die EP „El Chupacabra!“ und das Debütalbum „Throttle Junkies“ waren von metallischem Stoner Rock mit Alternative Rock-Versatzstücken geprägt. Seit ihrer Gründung setzen Soil auf höllische Grooves und treibende Songs, nur ist der Metal-Anteil im Laufe der Jahre deutlich angestiegen.
WeiterlesenLife Of Agony: River Runs Again
Keith Caputo hat sich erstmal ausgeweint, seit Anfang des Jahres wird wieder gerockt. Life Of Agony haben sich am 3.und 4. Januar 2003 im Irving Plaza in NYC auf die Bühne geschmissen und der Menge das gegeben, worauf diese Jahre gewartet hat. Die ersten Töne von „River Runs Red“ und die Halle rastete kollektiv aus. Wenn man bei der zeitgleich erscheinenden DVD nicht ganz genau hinguckt, glaubt man, irgend jemand hätte Ozzy Osbourne in den Jungbrunnen geworfen, aber es ist dann doch „nur“ ein langhaariger Keith Caputo, der ausgeruht über die Bühne fegt.
WeiterlesenTerrorgruppe: Fundamental
Hat ein bisschen gedauert, bis die neue Terrorgruppe-Platte bei mir gezündet hat. Aber „Fundamental“ ist ein pfiffiges Stück Punkrock, das um einiges dreckiger und direkter daherkommt als viele deutsche Kollegen. Wenn man außerhalb der Kommerzwahrnehmung segelt, kann man schonmal ordentlich auf die Kacke hauen und in Songs wie „Angela“ oder auch „Kathedralen“ textlich extrem deutlich werden.
WeiterlesenSaves The Day: In Reverie
Dass Robert Schnapf, der durch Arbeiten mit Beck und Elliott Smith, aufgefallen war, Saves The Day produziert hat, mag auf dem Papier sonderbar wirken. „In Reverie“ sagt uns dann aber: Hier hat zusammen gefunden, was zusammen gehört. Saves The Day könnten sich dank dieses Werks zu einem ernsten Konkurrenten für die leichtfüßigen Pop-Punkrocker Weezer mausern.
WeiterlesenJoan Baez: Dark Chords On A Big Guitar
Komisch, bei Joan Baez käme ich nie auf die Idee, die Nase zu rümpfen, weil sie Songs covert. Wobei „covern“ in diesem Zusammenhang nicht wirklich zutrifft. Joan Baez wählt „ihre“ Titel behutsam aus, saugt sie ein und was dann wieder rauskommt ist weit mehr als eine würdige Interpretation.
WeiterlesenLive: Life Of Agony
Offenbach, Capitol. 19. Oktober 2003
Ich war mir nicht sicher, ob die Welt darauf gewartet hat, Offenbach aber anscheinend schon. Das Capitol war mehr als gut gefüllt um die Wiedervereinigung von Life Of Agony zu feiern und bis es so weit war, gab es mit den Supportbands Fony und Breed 77 zwei sympathische Zeitverkürzer. Besonders letztere überzeugten mit einem dynamischen Set, das mit orientalischen Anleihen und einem charismatischen Frontman im Gedächtnis haften blieb.
WeiterlesenGruppe 3: Grundgedanken
Gruppe 3 scheinen die Nachfolge von Selig und Echt antreten zu wollen. Das Trio rockt zu deutschen Texten. Wenn sie zu rappen versuchen, greifen sie verdammt tief ins Klo („Marathon Mann“). Sie sollten beim Funk bleiben, den beherrschen sie immerhin.
(5 Fritten)
Gruppe 3: Grundgedanken
(M Company/Sony Music)
Dreamtide: Dreams For The Daring
Ups, der Song hat mich wirklich weggeblasen. „Dream Real“ ist bis zur Schmerzgrenze ausgesteuert und donnert in einer Wucht, die Magnum würdig wäre, aus den Boxen. Das ist ohne Hohn und Ironie ein beeindruckender Song. Danach pendelt sich das Album in etwas gemäßigteren Gefilden ein und bietet gut gemachten, bombastischen Rock. Die Zielgruppe dürfte begeistert sein.
(6 Fritten)
Dreamtide: Dreams For The Daring
(Frontiers/Soulfood)
Kari Bremnes: You’d Have To Be Here
Als ich das erste Mal „You’d Have To Be Here“ gehört habe, saß ich ziemlich müde im abgedunkelten Wohnzimmer und musste mich von der CD losreißen wie von einem guten Buch. Gefangen von einer atemberaubenden Produktion und einer nicht minder spektakulären Stimme habe ich mich irgendwann doch ins Bett geschleppt und eine objektive Beurteilung auf den hellichten Tag verschoben.
WeiterlesenJoan Baez: Dark Chords On A Big Guitar
Komisch, bei Joan Baez käme ich nie auf die Idee, die Nase zu rümpfen, weil sie Songs covert. Wobei „covern“ in diesem Zusammenhang nicht wirklich zutrifft. Joan Baez wählt „ihre“ Titel behutsam aus, saugt sie ein und was dann wieder rauskommt ist weit mehr als eine würdige Interpretation.
WeiterlesenCalifornia Guitar Trio: The First Decade
Vor drei Jahren hat mich „California Guitar Trio Rocks The West“ in völlige Begeisterung versetzt, heute fühle ich mich etwas zugefrickelt. „The First Decade“ ist logischerweise auf höchstem technischem Niveau, aber die 19 Kompositionen sind extrem anstrengend ausgefallen. „Adaptieren“ ist halt nicht gleich „komponieren“.
WeiterlesenThe Nervous Return: Headshots
Verdammt, die sind gut. Girls Against Boys, Power-Pop-Rock, Now Wave (= Post Emo mit Wave-Einschlag – sagt man, nicht ich!) und noch viele andere Komplimente schießen einem durch den Kopf. Alles richtig gemacht. Catchy Melodien, ein Opener aus Zucker („Murder Weapon“) und den richtigen Mann zum Singen auserkoren.
Weiterlesen3582: Situational Ethics
Zwei Jahre hat es gedauert, bis 3852 – also Fat Jon (Rapper) und J. Rawls (Produzent und Mitglied der Lone Catalysts) – den Nachfolger zu „The Living Soul“ im Kasten hatten. Wie heißt es so schön: Gut Ding will Weile haben. Eben. Zudem waren Fat Jon und J. Rawls in der Zwischenzeit keineswegs untätig geblieben und hatten einige andere heiße Eisen im Feuer.
WeiterlesenRanarim: För Världen Älskar Vad Som Är Brokot
Wer auf der Suche nach moderner, skandinavischer Folklore ist, kann seine Augen vertrauensvoll zum Kölner Label Westpark Music richten und dort mit schöner Regelmäßigkeit die Perlen aufsammeln. Wer mit den Klängen von Väsen oder Kalabra was anfangen kann, wird Ranarim direkt ins Herz schließen.
WeiterlesenMo’Horizons: …And The New Bohemian Freedom
Der Sommer geht. Schade drum. Das heißt jedoch noch nicht, dass wir die Sonne nicht mehr in unserem Herzen (oder unserem Ohr) tragen dürfen. Da gibt es bekanntlich noch Mo’Horizons, die uns mit ihrer dritten Scheibe ihre Aufwartung machen.
WeiterlesenDido: Life For Rent

An Dido seit Erscheinen ihres Debütalbums „No Angel“ vorbeizukommen, war fast unmöglich. Trotz ihrer Omnipräsenz in Wort und Bild war ich auf das neue Album wirklich gespannt. Auch wenn „Life For Rent“ im wesentlichen die bekannten Trademarks nochmal aufkocht, ist die neue Platte ein angenehmer Ohrenschmaus.
Weiterlesen