Vincent Gallo, der Menschenfeind unter den Popmusikern, zurückgezogen, selbstverliebt und etwas neben der Spur laufend, schiebt seiner grandiosen Platten „When“ die Single „So Sad“ hinterher.
WeiterlesenKategorie: Musik
Sunday Inn: Heroes When We Sleep
Lange habe ich die CD vor mir her geschoben, immer mal wieder reingehört, ganz nett gefunden, wieder weggelegt und jetzt hat sie mich doch irgendwie gepackt. Der Band um Sängerin Catherine Harwardt haftet zwar manchmal noch zu sehr der Muff des Proberaums an, aber sie hat absolut Potenzial.
WeiterlesenAs Friends Rust: Won
Auch wenn die Jungs in den ersten Songs klingen, als hätten sie geschlossen das hyperkinetische Syndrom – was die Band auf ihrem ersten „echten“ Longplayer abreißt, ist ziemlich cool. Zehn Songs in 32 Minuten, das heißt gerade in der Anfangsphase nackenbrecherische Geschwindigkeit in Old School Hardcore Tradition, aufgelockert mit melodischen Sing-A-Longs wie „Won’t Be The First Time“ oder „Laughing Out Loud“.
WeiterlesenMadrigal: I Die, You Soar
Die fünf Schweden von Madrigal machen auf ihrem Debüt „I Die, You Soar“ eigentlich alles richtig, was eine Düster-Kombo so machen muss: Epische Parts wechseln sich mit kraftvollen ab und auch Sänger Martin Karlsson leidet, wie es sich für einen echten Schwarzkittel gehört.
WeiterlesenMogwai: My Father My King
This is what happens when you read too much NME: Oh my god! This is breathtaking. After weeks of speculation, the new e.p. of Glasgow’s finest rock missionaries arrived. Just one song, but running for over 20 minutes. That’s a challenge, ladies and gentlemen. But not if you are – as I am – totally addicted to the one and only Mogwai sound. I’ve never heard anything like this before.
WeiterlesenMisfits: Cuts From The Crypt
Misfits als Gruft-Punker zu bezeichnen ist noch nicht mal ein Schimpfwort. Die Band ist seit ungefähr hundert Jahren am Start, baut weiter an ihrem Monsterimage und nennt dann auch konsequenterweise eine Raritäten-Sammlung „Cuts From The Crypt“.
WeiterlesenThe Radiators: The Radiators
23 Jahre Originalbesetzung, zwölf Veröffentlichungen und davon nur sechs vollständige Studiowerke. Klingt nach einer ziemlich chaotischen Angelegenheit, oder? Nicht umsonst wird die fünfköpfige Combo aus New Orleans oft mit The Grateful Dead verglichen.
WeiterlesenUntitled
Der Genuss von einigen natürlich gewachsenen Pflanzen soll ja eine gewisse Gleichgültigkeit verursachen. Gepaart mit dem dazu passenden Genre Stoner-Rock ist das eigentlich auch der Zustand, mit dem man „Driven“ hört. Nicht gut genug, um die Götter vom Thron zu stoßen, aber zu gut, um unter den Tisch zu fallen. Geht gut rein und hat mit „World Without End“ einen echten Killer am Start.
(6 Fritten)
Solarized: Driven
People Like You
Cybele: Interactive Playground
Norwegisches Quartett mit einer unterhaltsamen Mischung aus Wave, Rock, Gothic und Folk. Leider ist die Band kompositorisch noch etwas schwach auf der Brust, ansonsten klappt’s recht gut. Hilde Wahl hat eine einprägsame und wandelbare Stimme und die Arrangements überraschen mit einer Mischung aus elektronischen und akustischen Einflüssen. Mainstream meets Underground.
(5 Fritten)
Cybele: Interactive Playground
Voices Of Wonder/Indigo
Maryslim: s/t
Rock’n’Roll-Clowns im Stile der Hellacopters und Backyard Babies. Böser Blick, lange schmierige Haare, die obligatorischen Tattoos und absolut nichts Neues auf der Pfanne. Wer wirklich gar nicht genug vom R’n’R-Hype kriegen kann, soll es ruhig wagen.
(4 Fritten)
Maryslim: s/t
White Jazz/Zomba
Yeah!: Go Go Girls
Yeah, wir schreiben einen Hit! Wir schmeißen alles in einen Topf, was nicht zusammenpasst, rühren kräftig um, kochen’s hoch und hoffen, dass ‚was bei raus kommt. Kann klappen – muss aber nicht. Hier hat es definitiv nicht geklappt.
WeiterlesenAnyone: Anyone
Das Label gibt sich in der Info alle Mühe, die Jungs aus Orange County als möglichst abgedrehte Typen darzustellen. Die Drei sehen zwar aus, als wären sie absolut durch, aber was sie musikalisch zusammenbrauen ist gar nicht so weit ab der Norm. Eine stilistische Einordnung der 16 Titel scheint unmöglich.
WeiterlesenIan McNabb: Waifs & Strays
Ian McNabb (ex-Icicle Works) ist ein superber Komponist und hat eine absolut einprägsame Stimme. Trotz allem schafft er es immer wieder, seine Alben ungefähr zur Hälfte an die Wand zu fahren. Oft etwas unentschlossen, zu überproduziert und glatt, nudelt er ursprünglich gute Songs zu Tode. Dass er zu Ecken und Kanten fähig ist, beweist „Waifs & Strays“: Eine Sammlung von 14 Demos, Session-Outtakes und allerlei anderer Kuriositäten, die den Musiker von seiner rohen Seite zeigen.
WeiterlesenEarl Scruggs And Friends: s/t
Was mit Santana geklappt hat, muss doch auch mit einem nicht mehr ganz taufrischen Banjo-Spieler funktionieren. Das scheinen sich die Labelstrategen gedacht zu haben, als sie jetzt den fast schon legendären Fingerpicker Earl Scruggs nach 17 Jahren wieder ausgegraben haben. Gemeinsam mit Big Names wie Elton John, Sting, John Fogerty oder Don Henley pluckert sich das Banjo durch zwölf Songs.
WeiterlesenV.A.: Kill Karneval Kill
Ein Album gegen den Teil der Spaßkultur, der wie jedes Jahr am 11. November um 11.11 Uhr Saisoneröffnung feiert. Es heißt in „Kill Karneval Kill Kill“ von Reverend Jürgen Und Igor: „Wenn ich die Karnevalsfaschisten in Reih und Glied stehen sehe, dann muss ich zur Toilette gehen…“. Soll das heißen, Karnevalisten haben mit ihrem gruppenzwanghaften Getue faschistoide Züge, nur weil sie auf Befehl klatschen, lachen und toben? Diesen Gedankengang kann ich nicht nachvollziehen.
WeiterlesenTimeless (Tribute To Hank Williams)
Hank Williams war ein ganz Großer der Country Musik und eine wichtige Quelle der Inspiration für Bob Dylan und Jerry Lee Lewis sowie seinen Sohn Hank Williams Jr. und seinen Enkel Hank Williams III, die beide die Country-Tradition ihres Vorbildes fortführten. Hank Williams wurde am 17. September 1923 in Garland, Alabama, geboren und am Neujahrstag 1953 tot auf dem Rücksitz seines Wagens gefunden. Die Besten sterben jung und spektakulär. Es war eine Mischung aus Spirituosen und Morphium, die den Country-Zögling ins Jenseits beförderte. Somit hatte seine letzte Single „I’ll Never Get Out Of This World Alive“, erschienen im Dezember 1952, rasch an Wahrheitsgehalt zugenommen.
WeiterlesenKylie Minogue: Fever
Was hätten wir ihr nicht für ein tolles Album gewünscht. Hätten! „Fever“ ist wieder nur Durchschnitt, lebt von seinen zwei, drei, vier starken Momenten und plätschert fernab derer im knöcheltiefen Kinderbecken. Ihren Höhepunkt erreicht die Scheibe mit „Can’t Get You Out Of My Head“. Wir reden hier von Genusshöhepunkt in Bezug auf die Musik, nicht auf die Optik bezogen, die uns täglich im Video zu Füssen gelegt wird.
WeiterlesenPowergod: Bleed For The Gods – That’s Metal-Lesson I
Sagen blödsinnig Pseudonyme etwas über die Qualität einer Platte aus? Das Trio Powergod, im Einzelnen President Evil, Riff Randall und Hama Hart, haben sich bei einem Tribute der besonderen Sorte 16 Songs aus der Hochzeit des Haarspray-Metal vorgenommen. Und da ja fast jeder mal irgendwann eine Metal-Phase hatte, ist „Bleed For The Gods“ eine ganz spaßige Angelegenheit geworden.
WeiterlesenPulp: We Love Life
Einfach wunderschön. Pulp machen mit ihrem lebensbejahenden Neuling „We Love Life“ den Bombast-Briten Spiritualized mächtig Konkurrenz bei der Beantwortung der Frage, wer denn nun das komplexeste, ausuferndste Album der letzten Monate geschrieben hat. Ich bin baff, bin begeistert, bin wie elektrisiert und horche nun schon zum achten Mal hintereinander ganz gespannt dem, was der Un-Popstar Jarvis Cocker mit seinen Mannen vollbracht hat. Mogwai werden sich freuen, wenn sie diesem Album eine Chance geben. Freunde der Tindersticks könnten auch Gefallen daran finden („The Trees“). Nicht zu vergessen die von Arab Strap. Großbritannien verpackt in ein grandioses Werk.
WeiterlesenRough Silk: Symphony Of Life
Schlimm, wenn Bands viel wollen und nichts erreichen. Rough Silk haben zweifelsohne Talent und Potenzial, bringen es aber irgendwie nicht fertig, das auch auf Platte zu bannen. Das erste (und beste) Stück „Symphony Of Life“ beginnt wie ein Song von Queen, erinnert in der Strophe an Guns’n’Roses und kupfert im Refrain gnadenlos bei Band Aid ab.
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