Wer immer noch glaubt, Peter J. Kraus übertreibe in seinem Krimi „Joint Adventure“, der sei auf einen Bericht in der →heutigen taz verwiesen: Marihuana-Referendum in Kalifornien.
Logischer Abfall oder Abfälliges über die Logik
DIe →neue Kolumne für die Krimicouch ist on air. Das Thema hat sich aus den „Gesprächen über Krimis“ herausgeschält, es geht um Logik und Nichtlogik und überhaupt. Darf ab sofort kostenlos gelesen werden.
Kinky tazzt
Kein Wunder, dass unser Alligator gestern das →Interview mit Kinky Friedman in der TAZ übersehen hat. Spricht doch der Auch-Krimiautor über Gott und Obama, aber kaum übers Schreiben und gar nicht über Krimis.
WeiterlesenGestern in der Post
Hatte ich schon beinahe vergessen, aber gestern lag es in der Post: ein Bändchen mit Geschichten von Jodokus D.H. Temme, „Wer war der Mörder?“ betitelt. Neben der Titelgeschichte werden die Kriminalerzählungen „In einer Brautnacht“ und „Der tolle Graf“ präsentiert sowie die westfälische Sage „Der letzte Burggraf von Stromberg“. Biografisches und Bibliografisches, ein Aufsatz des Bloggers zum Noirpotential Temmes runden das bei Pendragon erschienene Buch ab. Kostet 12.95, hat 284 Seiten und hilft vielleicht mit, einen der Ahnen des deutschen Krimis dem interessierten Publikum näher bekannt zu machen. Dann hätte es seinen Zweck erfüllt. Besprechen darf ich das Teil ja wieder mal nicht…
Gespräche über den Krimi -2-
Ein Flughafen, Winter, Schneesturm. Flüge fallen aus, es ist Nacht, die Hotels überfüllt, Gestrandete sitzen auf Bänken, sie schlafen, sie essen, sie hören Musik oder sie reden miteinander, Zufallsbekanntschaften.
WeiterlesenGespräche über den Krimi -1-
Ein Flughafen, Winter, Schneesturm. Flüge fallen aus, es ist Nacht, die Hotels überfüllt, Gestrandete sitzen auf Bänken, sie schlafen, sie essen, sie hören Musik oder sie reden miteinander, Zufallsbekanntschaften.
WeiterlesenEin Verlegerbrief
Sehr geehrter dpr! Mit größter Freude und Genugtuung begrüßen wir Ihre in der gestrigen Ausgabe des Online-Krimimagazins WTD bekannt gemachte Entscheidung, den in unserem Hause veröffentlichten Krimi „Joint Adventure“ von Peter J. Kraus nicht zu rezensieren. Wie Sie vielleicht wissen, haben Ihre Leseempfehlungen, die Produkte unseres Verlags betreffend, in der Vergangenheit stets zu dramatischen Absatzeinbrüchen geführt. Manch hoffnungsvoll begonnene Laufbahn als Kriminalschriftsteller fand so ein abruptes Ende, es kam zu Massenentlassungen in unserem Hause etc., mithin zu Heulen und Zähneklappern, bitterer Not und Depression allenthalben.
WeiterlesenPeter J. Kraus: Joint Adventure
Das wirklich Negative zu diesem Buch vorweg: Ich darf es nicht rezensieren. Zu nahe stehen mir Verlag, Autor und Text, das Arbeiten mit Pseudonymen überlassen wir anderen, daher nur ein paar, nun ja: Fakten zum Buch.
WeiterlesenDer Antikrimi als Musterkrimi
„19 Variationen über Die Judenbuche von Annette von Droste-Hülshoff“ verspricht uns das Buch „So wie du mir“ aus dem Pendragon Verlag. Und ebenso spontan wie traumatisiert erinnert man sich des Textes, Schrecken des Deutschunterrichts, als Lektüre- und Interpretationszwang den Verdacht nährten, ein Studium der Literaturwissenschaft ähnele gewiss einer Runde Folter im Keller der Inquisition. Andererseits: Jahrzehnte später, abgeklärter und der Folter entronnen, hat „Die Judenbuche“ durchaus ihren Reiz. Das liegt, wie Mitherausgeber Walter Gödden in seinem Nachwort treffend erwähnt, „an der elementaren Offenheit des Textes, der mehr Rätsel aufgibt, als er löst“.
WeiterlesenMatthias P. Gibert: Schmuddelkinder
„Ungemein tiefgründig, sensibel und topaktuell“ sei Giberts Buch, so verspricht es uns die Verlagswerbung. Und was ist es wirklich? Das genaue Gegenteil. Opfer eherner mathematische Gesetze, welche besagen, dass etwas Positives unweigerlich ins Negative kippt, wenn man es mit dem Faktor –1 multipliziert. Dieser Faktor ist bei Gibert die deutsche Sprache.
WeiterlesenBuchmesse 2010
Willkommen zu unserem jährlichen Buchmesse-Krimireport. Wie stets das Wichtigste zuerst: schwarze Strumpfhosen. Sie sind der offensichtliche Modetrend der Saison, schwarze Strumpfhosen, die in ebenso schwarzen Stiefeln – auch apart mit Stulpen – enden, dazu kurze bis mittellange Röcke in, man staune, Schwarz oder allen Varianten von Grau. Nebentrends: Damenhosen haben wieder Schlag, die zahlreich auf der Messe herumlungernden Fernsehregisseure – „Bring ma Stativ!“ – tragen die letzten Reste des ergrauten Haares nicht mehr pferdeschwänzig, sondern haben es zu einer Art Königsberger Klops im Nacken zusammengeknotet.
WeiterlesenKrimidarwinismus
Morgen Frankfurt, morgen Messe (13 -14 Uhr bei Conte, C 110), heute die neue →Kolumne auf der Krimicouch. Es geht um Verlagsodysseen und den üblichen Darwinismus im Krimisegment, es wird unverhohlen für das neue Buch von Peter J. Kraus geworben. Man liest sich, man sieht sich.
Dominique Manotti: Letzte Schicht
Wir leben in herrlichen Zeiten. Wells’sche Maschinen transportieren uns einer Zukunft entgegen, in der man mit dem Vokabular der Vergangenheit hantieren wird, mit Klassen und Klassenkampf, mit Ausbeutung und sozialkritischer Literatur. Es gab eine Zeit, da hielten wir dies für überwunden wie überhaupt alles Dichotomische, alles Schwarzweiße, das Leben wurde, was gute Kriminalliteratur immer schon war, nämlich differenzierter.
WeiterlesenKleine Messekorrektur
Schön, dass man mal einen Blick auf den →Terminkalender des Conte Verlags geworfen hat. Die haben mich nämlich für den Buchmessebesuch am Donnerstag nicht um 12 Uhr, sondern um 13 Uhr eingetragen. Heißt: Neben Bratwürsten und Brezeln können willkommene Gäste auch Nachmittagskaffee, Zimtschnecken und Käsekuchen mitbringen. Freu mich schon drauf.
Du Opfer
„Aus Unzufriedenheit über ihre Opferrolle hat sich eine bestohlene Berlinerin erfolgreich für die Aufklärung der an ihr begangenen Straftaten engagiert.“
(Mitteilung der Polizeipressestelle Berlin vom 28.09.10, mit Dank an P.B.)
Paul Freeman: Laster und Tugend
Klar, es ist der Schauplatz, der zunächst auf Paul Freemans Krimi „Laster und Tugend“ neugierig macht. Saudi-Arabien. Enger Verbündeter der USA, mit Erdöl gesegnet, dankbarer Abnehmer westlicher Luxusgüter – einerseits. Aber auch die Heimat von Herrn Bin Laden und den meisten der 0911-Attentäter, mit strengen islamischen Gesetzen, die u.a. das Verbot alkoholischer Getränke regeln. Wir wissen eine Menge über Saudi-Arabien oder glauben es zumindest. Wie wird es nach der Lektüre von „Laster und Tugend“ sein?
WeiterlesenBedrohung
Es ist wieder soweit. Die Buchmesse naht, großes Heringsschieben durch die Gänge, in den Kojen verängstigte Autoren, von den Besuchern kritisch beäugt und meistens links liegen gelassen.
WeiterlesenDefinition ist das Gegenteil von Definition
Nun, da ich Spannungsliteratur-Deutschland bis locker ins Jahr 2012 hinein mit amateurhaften Krimis versorgt habe (noch nicht veröffentlicht, aber das kommt noch), wäre es an der Zeit, sich konzentriert und ausführlich der theoretischen Seite des Sujets zu widmen. „2368 Einträge zu Watching The Detectives“ zeigt mir die Blogsoftware gerade an, eine Menge spontan gefälltes Holz, das es jetzt zu durchmustern gilt.
WeiterlesenDer Skandal der Saison
Noch hat die diesjährige Buchmesse ihre Tore nicht geöffnet, da steht das beherrschende Thema – jedenfalls für das Produktsegment Krimi – schon fest: der im Rabiat Verlag Wolfsburg pünktlich zum Messebeginn angekündigte Roman „Der Schrei der Edelfeder“ von Elsa Land (Pseudonym). Doch warum erregt dieses Buch die Gemüter? Weil es, wie der Topkritiker P. Zürn beklagt, „einfach doof“ ist oder, so der Verleger Erasmus Schmidt, „der letzte mögliche Tabubruch des Genres“? wtd sprach mit Schmidt über das Buch, den Verfasser und das Thema.
WeiterlesenGarry Disher: Rostmond
Garry Disher hat seine Verdienste. Die Reihe um den Gangster Wyatt (bei Pulpmaster erschienen) ist mehr als eine Variation des „irgendwie guter Gangster“-Schemas, mit den Romanen um den Polizisten Hal Challis (beim Unionsverlag) sind ihm in der Vergangenheit nicht nur spannende Krimis, sondern auch geschickt verzahnte Psychogramme der australischen Gesellschaft gelungen. Keine Selbstverständlichkeit; und wie schnell man damit scheitern kann, zeigt Disher fatalerweise in seinem neuen Roman „Rostmond“ höchstselbst.
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