Bücher, die einem als Fortsetzungen vorangegangener Bücher angedroht werden, weil sie ohne die nicht zu verstehen seien, mag ich nicht. Grundsätzlich. Ohne Ausnahme. Uta-Maria Heims „Wespennest“ ist die Fortsetzung von „Das Rattenprinzip“ (1991), das der Autorin den Deutschen Krimipreis 1992 beschert hat. „Wespennest“ brilliert als eigenständiges Werk. Um es aber in Vollendung zu „verstehen“, lese man „Das Rattenprinzip“. Vorher, nachher, ganz egal. Soviel zu meinen Grundsätzen.
WeiterlesenAus, Schluss
Ich tu mir das nicht mehr an. Seit Wochen hinterrücks auf die Fresse gezwitschert zu kriegen, Zeuge zu werden, wie ein Kollege, der von seiner Rezensionsarbeit leben muss, in die Nähe der Bestechlichkeit gerückt wird, dann zu erleben, wie man einen Autor als schwulenfeindlich brandmarkt und das Ganze auch noch „Krimikritik“ nennt.
WeiterlesenNeuer Krimipreis! Das Trösterlein!
AutorInnen haben es nicht leicht. Sobald ihr Roman das Licht der Öffentlichkeit erblickt hat, kann er nach Belieben und ungünstigstenfalls ohne kritische Kompetenz zerpflückt werden. Nun, das gehört zum Beruf, damit muss man leben. Manchmal aber kommt es für AutorInnen knüppeldick und sie werden schlichtweg denunziert.
WeiterlesenGlorreiche Sieben 2009, erste Lieferung
So, die ersten zwei Monate des neuen Jahres sind vorüber. Und wir haben tatsächlich sieben Titel für eine aktuelle Liste der „Glorreichen Sieben 2009“. Hier ist sie, in alphabetischer Ordnung:
WeiterlesenCarus Thompson – Creature Of Habit
Wie macht der das bloß? Schüttelt scheinbar ohne Mühe immer wieder Ohrwurm-Melodien aus dem Ärmel, als ginge das so einfach. Nach dem letzten regulären Studioalbum mit Band (→ zur Hinternet-Rezension) und einem Coveralbum geht der australische Singer/Songwriter (Jahrgang 1976) Solowege. Gleichwohl stehen ihm Produzent Greg Arnold als Multiinstrumentalist (Gitarren, Keyboards, Ukele und anderes ausgefallenes „Spielzeug“) sowie Brad Jones (Bass) und Ian Kitney (Schlagzeug) zur Seite. Die beiden letzteren halten sich in der Regel dezent zurück.
WeiterlesenTwittern Sie schon?
Nö. Sollte ich? Obwohl – der soziale Druck wächst, sich an einem „sozialen Netzwerk“ zu beteiligen. Schon die Bezeichnung „sozial“ ist Druck genug; dabei würde es doch reichen, Twittern und Facebooken als das zu bezeichnen, was es letztendlich ist: schnöde Werbung respektive der verzweifelte Versuch, auch jemand zu sein im weltweiten Netz. Nichts dagegen einzuwenden. Schriftsteller, Verlage, Redaktionen müssen sich ihre Kundschaft suchen, wer früher zwischen Wiege und Bahre allein via Geburts- und Todesanzeige in die Zeitung kam, drängt in den Zeiten des Digitalen vehement in die Öffentlichkeit.
Nur, noch einmal: Warum sollte ich plötzlich anfangen zu twittern? Was könnte ich in 150 Zeichen mitteilen? „Habe gestern damit begonnen, bunte Bauklötze zu scheißen“ mag eine bemerkenswerte Neuigkeit sein, bei der die sogenannten „follower“ (allein dafür sollte man ihnen nicht followen) aufhorchen. In echt? Yep.
Ganz kurz: Domingo Villar, Wasserblaue Augen
Außergewöhnlich: die Todesart. Einem Mann wird Formaldehyd in den Penis injiziert, sehr schmerzhaft und im Ergebnis nicht hübsch anzuschauen. Nicht alltäglich: Der Protagonist arbeitet nach Dienstschluss als „Radiopolizist“, der sich den Fragen der Hörerschaft stellt. Spleenig: Der Assistent des Protagonisten ist ein ziemlicher Choleriker.
WeiterlesenTelepathe – Dance Mother
Hallohallo, nun aber mal langsam mit den wilden Pferden! Nur, weil eine Band aus NYC kommt, genauer gesagt aus Brooklyn, und nur weil dort momentan AVANTGARDE-POP groß geschrieben wird und zugegebenermaßen eine ganze Reihe großartiger Kreativposten von dort kommen und die Schräg-Pop-Szene dort derzeit enorm dicht ist, heißt das nicht, dass jede Band gleich einen Meilenstein in der Popgeschichte markiert. Was für Cat Power, TV On The Radio, Antony Hagerty und sein ganzes Kreativmagnetfeld inklusive Joan As Police Woman und sicherlich viele andere Projekte mit Big Apple-Provenienz gelten mag, gilt nicht für jede Combo an jeder Ecke Brooklyns.
WeiterlesenBierschaum?
Bevor ich gleich zu ner Beerdigung abdüse, das noch: →„Berlin kriminell“ über „Menschenfreude“:
„Fazit: Getaucht in frischen Bierschaum, garniert mit einer stattlichen Portion munteren Zynismus‘. Wo das Obskure zum Normalen wird, freut ein Krimi, der das Damoklesschwert launig in Stellung bringt. Realitätsnaher Krimi von saarländischer Grausamkeit.“
So, und jetzt in die schwarzen Klamotten.
gemein008
WeiterlesenIn Interviews zur Werbekampagne weist die ehemalige Video-Ansagerin Makatsch unermüdlich auf die “Seelenverwandtschaft’ zwischen ihr und der Knef hin – obwohl sie natürlich “ihre eigene Hilde’ habe finden müssen. Tatsächlich hat sie nichts weiter als die Kölner WDR-Bigband entdeckt, die Makatschs kulleräugige Knef-Mimikry mit bräsigem Kursaal-Geplätscher untermalt.
Don’t look back
Ich habe mich dagegen gesträubt. Jeden Werktag um 17 Uhr 40, als eine Hand zur Fernbedienung greifen wollte, die ihr dann die andere, vernünftigere im letzten Moment entwand. Typischer Fall von gespaltener Persönlichkeit. Wem zu verdanken? ARTE.
WeiterlesenKrimikritik goes blogging
Jetzt ist auch die geschätzte Kollegin Ingeborg Sperl vom Wiener „Standard“ unter die BloggerInnen gegangen. Seit dem 6. Februar beschenkt sie uns auf →„krimiblog.at“ mit kürzeren Rezensionen aktueller Kriminalliteratur. Und das freut einen doch, wenn mehr und mehr „PrintjournalistInnen“ das Bloggen mitsamt aktivierter Kommentarfunktion entdecken. Seien wir gespannt, wer der oder die nächste ist. Das Netz knüpft sich dichter und dichter, der Marktführer muss sich was einfallen lassen…
Bad hair day
Skandale sparte sich das ZDF diesmal, und sogar Oasis, die früher mal eine Rockband waren, machten im Zweiten einen eher matten Eindruck mit ihrem neuen Schlaflied und der merkwürdigen Frisur von Sänger Liam Gallagher, dem kurz vorher die Koteletten explodiert sein müssen.
Peer Schader sah für den Spiegel „Wetten, dass…“: →„Letzten Sommer hab ich mich leicht verlaufen“
Krimisamstag goes Europolar
Der Krimisamstag im Titel-Magazin ist nicht aufzuhalten. Jetzt kooperiert man mit →„Europolar“ und ist somit multilingual und europaweit vernetzt. Zur Einstimmung stellt uns Kerstin Schoof →eine französische Krimibibliothek vor. Und dann wird rezensiert, was das Zeug hält.
WeiterlesenHautnah – Die Methode Hill: 2. Staffel
Die zweite Staffel dieser sehenswerten britischen TV-Krimiserie, die nur oberflächlich betrachtet aus der zweiten Reihe zu kommen scheint und bei genauerer Betrachtung ohne weiteres mit „Wallander“, „Kommissar Beck“ oder den Krimis von Elizabeth George mithalten kann, präsentiert vier ganz unterschiedliche Fälle, die 2003 und 2004 im britischen Fernsehen debütierten.
WeiterlesenHowling Bells – Radio Wars
Gleich vorweg: Die Aussage des von mir hoch geschätzten und gern gelesenen Musikexpress-Autors Frank Sawatzki, die Howling Bells wären Teil des musikalischen Hauptstroms geworden, teile ich nicht. Es mag angehen, dass die Band seit dem 2006er Debut-Album „Howling Bells“ eine musikalische Entwicklung durchgemacht hat, in deren Folge ihre Songs geschmeidiger geworden sind. Gehörgängiger. More catchy. Und dennoch bewegt sich das, was die aus Australien stammenden und in London wohnenden vier Musiker an Songstruktur aufbauen, doch noch weit weg von der derzeit üblichen Radiotauglichkeit.
WeiterlesenDie politisch korrekten Krimi-12
Während sich die Kollegen →Bernd K. und →Thomas K. in England einschneien lassen, um quasi isoliert von den Niederungen des Daseins selbstversunken in der Faszination Krimi zu schwelgen, während sie dabei politisch völlig unkorrekt (kaum Frauen, kaum deutschsprachige AutorInnen – Feme, was zögerst du?!) zu Werke gehen, wandelt wtd auf anderen, löblicheren Wegen.
WeiterlesenR.I.P. Kilgore Trout
Philip José Farmer, der Mann, der den Sex in die Science Fiction-Literatur brachte ist tot. Er starb am Mittwochmorgen – „passed away peacefully in his sleep“ wie es auf seiner →Website heißt. Er wurde 91 Jahre alt.
→Ein Nachruf
Qiu Xiaolong: Blut und rote Seide
Jetzt ist, wie vieles andere aus dem Westen, auch der Serienmörder in China angekommen. Und zwar mit allen bekannten Schikanen, makabere Leicheninszenierungen inklusive. So weit, so langweilig. Qiu Xiaolong macht aus den bekannten Mustern jedoch ein höchst gelungenes Stück Kriminalliteratur, dessen Objekt des Interesses China selbst ist.
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