Uta-Maria Heim: Das Rattenprinzip / Wespennest

Bücher, die einem als Fortsetzungen vorangegangener Bücher angedroht werden, weil sie ohne die nicht zu verstehen seien, mag ich nicht. Grundsätzlich. Ohne Ausnahme. Uta-Maria Heims „Wespennest“ ist die Fortsetzung von „Das Rattenprinzip“ (1991), das der Autorin den Deutschen Krimipreis 1992 beschert hat. „Wespennest“ brilliert als eigenständiges Werk. Um es aber in Vollendung zu „verstehen“, lese man „Das Rattenprinzip“. Vorher, nachher, ganz egal. Soviel zu meinen Grundsätzen.

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Aus, Schluss

Ich tu mir das nicht mehr an. Seit Wochen hinterrücks auf die Fresse gezwitschert zu kriegen, Zeuge zu werden, wie ein Kollege, der von seiner Rezensionsarbeit leben muss, in die Nähe der Bestechlichkeit gerückt wird, dann zu erleben, wie man einen Autor als schwulenfeindlich brandmarkt und das Ganze auch noch „Krimikritik“ nennt.

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Carus Thompson – Creature Of Habit

Wie macht der das bloß? Schüttelt scheinbar ohne Mühe immer wieder Ohrwurm-Melodien aus dem Ärmel, als ginge das so einfach. Nach dem letzten regulären Studioalbum mit Band (→ zur Hinternet-Rezension) und einem Coveralbum geht der australische Singer/Songwriter (Jahrgang 1976) Solowege. Gleichwohl stehen ihm Produzent Greg Arnold als Multiinstrumentalist (Gitarren, Keyboards, Ukele und anderes ausgefallenes „Spielzeug“) sowie Brad Jones (Bass) und Ian Kitney (Schlagzeug) zur Seite. Die beiden letzteren halten sich in der Regel dezent zurück.

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Twittern Sie schon?

Nö. Sollte ich? Obwohl – der soziale Druck wächst, sich an einem „sozialen Netzwerk“ zu beteiligen. Schon die Bezeichnung „sozial“ ist Druck genug; dabei würde es doch reichen, Twittern und Facebooken als das zu bezeichnen, was es letztendlich ist: schnöde Werbung respektive der verzweifelte Versuch, auch jemand zu sein im weltweiten Netz. Nichts dagegen einzuwenden. Schriftsteller, Verlage, Redaktionen müssen sich ihre Kundschaft suchen, wer früher zwischen Wiege und Bahre allein via Geburts- und Todesanzeige in die Zeitung kam, drängt in den Zeiten des Digitalen vehement in die Öffentlichkeit.
Nur, noch einmal: Warum sollte ich plötzlich anfangen zu twittern? Was könnte ich in 150 Zeichen mitteilen? „Habe gestern damit begonnen, bunte Bauklötze zu scheißen“ mag eine bemerkenswerte Neuigkeit sein, bei der die sogenannten „follower“ (allein dafür sollte man ihnen nicht followen) aufhorchen. In echt? Yep.

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Telepathe – Dance Mother

Telepathe – Dance Mother

Hallohallo, nun aber mal langsam mit den wilden Pferden! Nur, weil eine Band aus NYC kommt, genauer gesagt aus Brooklyn, und nur weil dort momentan AVANTGARDE-POP groß geschrieben wird und zugegebenermaßen eine ganze Reihe großartiger Kreativposten von dort kommen und die Schräg-Pop-Szene dort derzeit enorm dicht ist, heißt das nicht, dass jede Band gleich einen Meilenstein in der Popgeschichte markiert. Was für Cat Power, TV On The Radio, Antony Hagerty und sein ganzes Kreativmagnetfeld inklusive Joan As Police Woman und sicherlich viele andere Projekte mit Big Apple-Provenienz gelten mag, gilt nicht für jede Combo an jeder Ecke Brooklyns.

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Bierschaum?

Bevor ich gleich zu ner Beerdigung abdüse, das noch: →„Berlin kriminell“ über „Menschenfreude“:

„Fazit: Getaucht in frischen Bierschaum, garniert mit einer stattlichen Portion munteren Zynismus‘. Wo das Obskure zum Normalen wird, freut ein Krimi, der das Damoklesschwert launig in Stellung bringt. Realitätsnaher Krimi von saarländischer Grausamkeit.“

So, und jetzt in die schwarzen Klamotten.

gemein008

In Interviews zur Werbekampagne weist die ehemalige Video-Ansagerin Makatsch unermüdlich auf die “Seelenverwandtschaft’ zwischen ihr und der Knef hin – obwohl sie natürlich “ihre eigene Hilde’ habe finden müssen. Tatsächlich hat sie nichts weiter als die Kölner WDR-Bigband entdeckt, die Makatschs kulleräugige Knef-Mimikry mit bräsigem Kursaal-Geplätscher untermalt.

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Krimikritik goes blogging

Jetzt ist auch die geschätzte Kollegin Ingeborg Sperl vom Wiener „Standard“ unter die BloggerInnen gegangen. Seit dem 6. Februar beschenkt sie uns auf →„krimiblog.at“ mit kürzeren Rezensionen aktueller Kriminalliteratur. Und das freut einen doch, wenn mehr und mehr „PrintjournalistInnen“ das Bloggen mitsamt aktivierter Kommentarfunktion entdecken. Seien wir gespannt, wer der oder die nächste ist. Das Netz knüpft sich dichter und dichter, der Marktführer muss sich was einfallen lassen…

Hautnah – Die Methode Hill: 2. Staffel

Die zweite Staffel dieser sehenswerten britischen TV-Krimiserie, die nur oberflächlich betrachtet aus der zweiten Reihe zu kommen scheint und bei genauerer Betrachtung ohne weiteres mit „Wallander“, „Kommissar Beck“ oder den Krimis von Elizabeth George mithalten kann, präsentiert vier ganz unterschiedliche Fälle, die 2003 und 2004 im britischen Fernsehen debütierten.

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Howling Bells – Radio Wars

Howling Bells - Radio Wars

Gleich vorweg: Die Aussage des von mir hoch geschätzten und gern gelesenen Musikexpress-Autors Frank Sawatzki, die Howling Bells wären Teil des musikalischen Hauptstroms geworden, teile ich nicht. Es mag angehen, dass die Band seit dem 2006er Debut-Album „Howling Bells“ eine musikalische Entwicklung durchgemacht hat, in deren Folge ihre Songs geschmeidiger geworden sind. Gehörgängiger. More catchy. Und dennoch bewegt sich das, was die aus Australien stammenden und in London wohnenden vier Musiker an Songstruktur aufbauen, doch noch weit weg von der derzeit üblichen Radiotauglichkeit.

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