Bad, bad, bad

Die Krise ist bei den Bürgern angekommen. Aber auch bei den Käufern und Lesern von Kriminalromanen? Wtd möchte es genau wissen und befragt Herrn Professor Max Deutele, den Geschäftsführer der Gesellschaft für Krimikonsumforschung in Gießen, einem sogenannten Spinn-out der Gesellschaft für allgemeine Literaturkonsumforschung, ebenfalls in Gießen.

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Nordkorea? Nein, danke!

Auch wenn heute Karneval ist und das Fässchen Ur-Pils schon wieder leer: Wtd prangert unverdrossen an! Heute: die in letzter Zeit rezessionsartig wuchernde Pieke-Biermann-Verehrung. Kollege →Bernds Eloge macht die Tonne jetzt voll: Wie die Dame in letzter Zeit gelobt wird, das grenzt schon an Personenkult! Zugegeben: SO SCHLECHT IST DIE GAR NICHT! Aber rechtfertigt das alles? Neulich bei Peek(!) und Cloppenburg hat sie ihre neue Lederjacke mit einem Autogramm bezahlt! Das sind nordkoreanische Verhältnisse! Und mir ham’se vorgestern die EC-Karte eingezogen, die Schweine…

Der Karnevalskiller. Aus den Abgründen eines alten Kriminalisten

Sein ganzes Leben lang hatte der alte Kommissar gegen das Verbrechen gekämpft. Jugendlichen Schwarzfahrern begegnete er grundsätzlich mit entsicherter Pistole – man konnte ja nie wissen. Verkehrssünder, Ehrenmörder, Ladendiebe, Besitzer notorisch in Sandkästen urinierender Hunde: Der alte Kommissar hasste sie alle. Einen aber liebte er wie sonst nur noch sich selbst und wünschte sich, er werde ihn niemals dingfest machen müssen.

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Pieke auf CD

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Na, schau an. Da shoppe ich wie jeden Samstag fröhlich durchs Netz – ein Söngchen hier, ein Paar Wollsocken da – und lande, weiß der Teufel wie, im Shop von Rundfunk Berlin Brandenburg. Und finde was? Eine →CD mit acht klassischen Kriminalreportagen von Pieke Biermann! Ganz frisch! 70 Minuten O-Ton für 7,95, dafür kriegste sonst nix Anständiges im Internet! Also, im Vertrauen jetzt, geflüstert: Kau-fän! Lauter, mit Karnevalstusch: KAUFEN! Sonst gibts am Montag keinen Anti-Faschings-Kurzkrimi!

Samstag mit Krimi, ohne Fasching

Na, Gott sei Dank. Seriöse Ratschläge warten auch an diesem Samstag beim Titel-Magazin. Frau Dr. Lehmann erzählt uns, wie man einen →Gastank sprengt (Herr Putin weiß das längst); Frau Manske rätselt, ob Oliver Maria Schmitts →„Der beste Roman aller Zeiten“ überhaupt Kriminalliteratur ist und wenn ja, warum nicht, also doch; Herr Barsch hält Qiu Xiaolongs →„Blut und rote Seide“ für einen hervorragenden Krimi – meine Rede; Frau Mende findet →„Nachtmarkt“ von Angela Savage nicht so toll; und für Frau Mainka pilchert →„Jagd auf Frankie“ von Kevin Lewis so dahin. Das heutige →Krimigedicht stammt von Carl von Linné und ist keins. Ach ja: Und Herr Rudolph, der seit Jahresbeginn die LeserInnen seines Blogs mit obskuren Theorien zu Edgar Poe nervt, →langweilt damit jetzt auch die LeserInnen beim Titel-Magazin.

Tracy Gilpin: Stunde der Buße

Kriminalliteratur aus Ländern, die sich – wirtschaftlich oder politisch oder beides – im Wandel befinden: das ist per se spannend. Denken wir an Kuba, überhaupt an Lateinamerika, an China, an Südafrika… Während sich sonstwo Krimi als fügsamer Transporteur konsumabler Spannung und Klitzekleindämonen selbst genügen mag, geht dort, wo Werte neu definiert werden müssen, die kriminalliterarische Post ab. Sollte man meinen. Geht aber leider auch anders.

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Eure Glorreichen

Ja, genau: Die Liste der „Glorreichen Sieben“ ist schon lange nicht mehr aktualisiert worden. Liegt daran, dass ich sie mit dem Start des neuen Jahres gerne komplett austauschen möchte, mir aber noch keine sieben Werke der Kriminalliteratur aus dem Jahr 2009 untergekommen sind, die man dort guten Gewissens platzieren könnte. Wird aber; keine Bange.

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Poster Boy

Well, I hate Rush and Yes as much as the next man but I also think that virtually all the punk bands were shit. Beyond that subjective judgement what is plain to see for anyone who cares to take the time is that punk made decent musicians afraid to demonstrate their talent. How else would Sid Vicious, an idiotic, talentless, moronic thug, become the poster boy of the movement?

Drowned in Sound – The Insider: ↑How the ‚Albums Artist‘ is being strangled

Die Frauenfrage

Nein, nein, das ist kein Trend, das ist Zufall. Die beiden Bücher, die ich gerade parallel lese, beschäftigen sich mit dem Phänomen der Dämonisierung / Marginalisierung / Unterdrückung der Frau. In Tracy Gilpins „Stunde der Buße“ lernen wir eine weltumspannende Geheimorganisation von Frauen kennen, die sich auch mit terroristischen Mitteln zur Wehr setzt.

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Saturday’s Thrill, klassisch

Ziemlich klassisch geht es in der heutigen Ausgabe des Titelmagazin-Krimisamstags zu. Frank Göhre, klassisch und aktuell zugleich, porträtiert →Edward Bunker, Judith Hammer testet einen Klassiker des →Wie-schreibe-ich-Krimis und Peter Münder hat Peter Schmidts →„Die Regeln der Gewalt“, einen deutschen Krimiklassiker aus dem Jahr 1984, noch einmal gelesen. Klassisch auch →Peter Zeindler. Jörg von Bilavsky gratuliert zum 75. Geburtstag und zum neuen Werk.

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Interview: Rockterrine

Wer als Musiker im Großraum Trier gastiert, hat große Chancen, von der Rockterrine bekocht zu werden. Die wurde 2003 von Katrin Lauter und Simone Voigt initiiert. Im September 2008 kam sogar ein erstes Rockterrine-Kochbuch in den Handel: →„Rockterrine: So schmeckt Rock ’n‘ Roll!“. Hinter-Net! sprach mit Simone Voigt über die Anfänge der Rockterrine, das Buch und die Zukunftspläne.

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Pardon

Da war ich wieder einmal zu voreilig und hab einen guten Mann ungerechterweise →der Kenntnislosigkeit geziehen. Der Berliner „Tagesspiegel“ hat mir mitgeteilt, im Artikel von Herrn Professor Brittnacher gehe es nicht um einen Vergleich deutsche / britische Kriminalliteratur, sondern um die Ursprünge der Kriminalliteratur, „die Professor Brittnacher offenbar für Großbritannien und Deutschland zu unterschiedlichen Zeitpunkten verortet“. Na, dann ist ja alles gut. Die Ursprünge der britischen Kriminalliteratur liegen bei Conan Doyle, die der deutschen bei Schiller. Schön, dass mans endlich weiß. Wir haben mal wieder ein ganzes Jahrhundert Vorsprung. Prima. Auf den Schreck hin nehme ich mir morgen blogfrei. Am Samstag hab ichs hoffentlich wieder verdaut.

Fragen Sie!

Wir leben im Informationszeitalter. Gut so. Aber nicht alle Informationen, die uns zu Ohren kommen, verstehen wir. Ganz schlecht. Vieles irritiert uns, sogar im Krimisegment. Was tun? – Fragen Sie uns! Wann immer Sie etwas in puncto Krimi nicht verstehen, lassen Sie es uns wissen! Wir finden auf alles eine Antwort. Zum Beispiel auf die verzweifelte Frage des Lesers B. aus H.

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Kommissarin Lund: Das Verbrechen

Nicht erst im Nachhinein betrachtet war „Kommissarin Lund: Das Verbrechen“ eines der großen Krimi-Ereignisse im TV der letzten Monate, wenn nicht gar Jahre. Mit so wenig Tamtam im Vorfeld angekündigt und dann so dermaßen spannend und komplex, ohne je langweilig oder überzogen zu wirken. Das ZDF hatte mit dieser zehnteiligen dänischen TV-Serie, die nur einen einzigen Fall behandelt, nämlich die Entführung und Ermordung von Nana Birk Larsen, einen wahren Glücksgriff gemacht.

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Stefán Máni: Das Schiff

Eine isländische Schiffsbesatzung kurz vor dem Auslaufen nach Surinam, wo Rohstoffe für die Aluminiumindustrie geladen werden sollen. Einer aus der Mannschaft bringt seine Frau um. Ein anderer fürchtet um das Leben seiner Familie, das von Schuldeneintreibern bedroht wird. Andere planen eine Meuterei, weil sie am Ende der Reise entlassen werden sollen. Selbst der Kapitän steht vor existentiellen Problemen. Und dann erscheint auch noch der leibhaftige Satan an Bord…

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Alligator – Sondermeldung

Zwar hat Georg, unser notorischer Klingenmaier-Beobachter, die gute Nachricht schon verbreitet; wenn aber besagter Film- und Krimiblogger aus Stuttgart mal eine ellenlange Rezension schreibt, müssen das auch alle, wirklich alle wissen. Also: Thomas Klingenmaier bespricht Richard Stark aka Donald E. Westlake und →„Keiner rennt für immer“. Ausführlich, kompetent, appetitanregend. Werde ich nach dem Chinesen und dem Kanadier und der Südafrikanerin, die mir gerade die Lektüre liefern, als nächstes in Angriff nehmen.

Deutsche Geschichten

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Das ist nicht nur Labsal für ordentliche deutsche Professoren: hammertragische Schicksalsnovellen von Walther Kabel, dem Friedrich Schiller der deutschen Kriminalliteratur irgendwann in den röhrenden Zwanzigern. Schon die Titel verweisen auf hiesigen Tiefsinn: „Der Fakir ohne Arme“ (furchtbar!) und „Der Fluch eines Geschlechts“ (ibsenek!). Lesen Sie! Kostenlos! Online! In der →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“, als es noch keine Krimis gab.

Pieke liest in Hamburg

Tut mir leid. Aber heute Abend kann man sämtliche Berliner Kneipen nach Pieke Biermann absuchen, man wird sie nicht finden. Weil sie nämlich in Hamburg liest. Um 20 Uhr im Literaturhaus, Schwanenwik 28, mit dem MetroBus 6 bequem zu erreichen. Kostet 4 / 7 €, vorgetragen wird aus dem „Asphalt unter Berlin“. Und danach großer Zug durch sämtliche Kneipen Hamburgs, oder?

Bunker vs Bunker

Welches Buch wird heuer als „Deutschlands beste Krimifrühjahrsnovität 2009 aller Zeiten“ reüssieren? Die Fachwelt sowie das interessierte Laien- und Lesertum befinden sich im Wettfieber. Hoher Favorit: Andrea Maria Schenkel mit „Bunker“. Krasser Außenseiter: Edward Bunker mit „Lockruf der Nacht“. Im Viertelfinale treffen beide Titel aufeinander. Was erwartet uns?

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