Poison The Well: Versions

„Versions“ ist ein Geschoss. Wer es schafft, aus dieser Feuersalve die Projektile abzufangen und auf Anhieb benennen kann, was drin ist, der muss Ohren haben wie ein Luchs. Obwohl ich mit dem Opener „Letter Thing“ mehr als 90% meines Freundes- und Bekanntenkreises innerhalb von einer Minute aus dem Wohnzimmer kegeln könnte, lohnt jeder Song dieser vermeintlichen Krachmacherplatte.

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Maria McKee: Late December

Maria McKee macht sich locker. Seitdem ihr Veröffentlichungsrhythmus erkennbar angezogen hat, scheint sie auch auf übertriebene Perfektion zu verzichten und lässt die Songs auf „Late December“ von der Leine. Überwiegend nur in klassischer Bandbesetzung eingespielt und mit wunderbarem Rumpelschlagzeug von Tom Dunne ist das sechste Album der Qualitätsdiva erstaunlich transparent und direkt.

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Feist: Reminder

Vor einer Weile machte es ‚zapp‘ und Leslie Feists Album „Let It Die“ (2004) war in aller Munde. Seitdem hat sie scheinbar weltweit eine „Gutfind-Garantie“ und erinnert jetzt mit „The Reminder“ daran, warum das so ist. In überwiegend wohnlicher Umgebung in Paris wurden die neuen Songs geschraubt und aufgenommen.

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The Fall: Reformation! Post TLC

This is what it sounds like! – Nachdem The Fall-Mastermind Mark Edward Smith während der US-Tour zum durchweg positiv aufgenommenen Vorgängeralbum „Fall Heads Roll“ seine musikalischen Mitstreiter abhanden gekommen waren, stand er zusammen mit Keyboarderin und aktueller Ehefrau Elena Poulou plötzlich alleine auf weiter Flur. Kein Problem für einen Exzentriker wie Smith, der neben seiner Musik in der Vergangenheit unter anderem auch wegen solcher Randnotizen legendär geworden ist.

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Glauser 2007

Wie ich soeben dem „Liechtensteiner Vaterland – meistgelesene Tageszeitung in Liechtenstein“ entnehme, ist der Schweizer Autor Martin Suter für seinen Roman „Der Teufel von Mailand“ mit dem Friedrich Glauser – Preis 2007 ausgezeichnet worden. Den Debütpreis gewann Andrea Maria Schenkel, den Kurzgeschichtenglauser Sabina Naber, der Hansjörg-Martin-Preis für Kinder- und Jugendliteratur ging an Christoph Wortberg. Die Abteilung „Preise im Krimisegment“ der Hinternet-Redaktion gratuliert recht herzlich!

Logh: North

Liebe auf den zweiten Blick! Es gibt Bands, die sich beinahe jedem Zugriff entziehen – auch dem des tüchtigen Konsumenten von einschlägigen Musikzeitschriften, Magazinen und Blogs. Keine der britischen Musikpostillen namens „New Musical Express“ (NME) oder „The Wire“ treiben sie als die nächste „Sau“ durchs Dorf und in den deutschen Musikmedien finden sie in der Regel auch nur als Randnotiz statt. So Logh aus dem südschwedischen Lund.

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Ronnie Lane: Just For A Moment

An sich ist „die Kuh schon längst gemolken“, möchte man meinen. Alles, was der liebenswerte Country-Rocker und Singer/Songwriter solistisch auf Band gebannt hat, wurde seit seinem Tod im Juni 1997 in verschiedensten Ausgaben und Zusammenstellungen auf CD veröffentlicht, und das bisweilen „doppelt gemoppelt“. Dies war allerdings auf den europäischen Markt begrenzt. In den USA gab´s offiziell nur eine CD mit den beiden SLIM CHANCE-Alben für das „Island“-Label. Alles weitere musste als Import besorgt werden.

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Glücksverdummt

(…) selbst die gute alte Klimakatastrophe ist nichts gegen das glücksverdummte Dauerschwadronieren über Kinder, Küche und Kabinett. Aber gut, warum nicht. Glück macht dumm und wer glücklich ist, dem geht der Mund über. Kinder machen nach einer alten Vorschrift besonders glücklich, also muss noch viel mehr gequasselt werden als sonst schon im deutschen Fernsehen.

Willi Winkler in der Süddeutschen über Mutterglück auf allen Kanälen

Schleimiges Grinsen

Nein, da muss er schon selber durch, der liebe Ludger. Nur ganz kurz: In einem inzwischen wegen der Androhung rechtlicher Schritte →entbloggten Beitrag hatte Kollege Menke aus einer Rundmail der Autorenvereinigung Syndikat zitiert, die nicht gerade schmeichelhaften Äußerungen Anne Chaplets zu seiner, Ludgers Person betreffend. Ob es sich hierbei um eine „öffentliche Aussage“ Frau Chaplets handelte oder nicht – das mag ich nicht entscheiden, darum soll es nicht gehen. Dass ich persönlich die Mail nicht veröffentlicht hätte, sei hier nur der Vollständigkeit halber angemerkt. Dass sich einige AutorInnen flugs zu Menkes Verhalten äußerten, wäre auch nicht weiter bemerkenswert, ist ihr gutes Recht. Aber dann ist mir was eingefallen…

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Stieg Larsson: Verdammnis

Willkommen im Zoo der nicht artgerecht gehaltenen Krimikonsumenten. Enge Käfige mit rostigen Gitterstäben, ein Schild „Vorsicht Hochspannung!“ drangeschraubt. Fütterung. Uniform gekleidete KrimiAutorinnen zwängen die Brocken durch die Gitterengen. Portionsgerecht zerteilt, vorgekaut, ja, sogar vorverdaut. Gammelkrimis, zur Düpierung der Geschmacksnerven in einer Tunke aus „Gesellschaftskritik“ mariniert. Nein, nicht artgerecht: keine freie Wildbahn, kein Belauern der Beute, kein Triumph bei Jagderfolg. Nichts als fressen, nichts als rumtigern, kuschelige Objekte mit verfilztem Fell.

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