Hape Kerkeling: Ein Mann, ein Fjord!

Das gelungene Buch/Hörbuch „Ich bin dann mal weg“ hat einen doch sehr milde gestimmt. Zudem kam Hape Kerkeling in den vergangenen Monaten mit ein paar netten Humorattacken aus dem Quark und so war die Vorfreude auf ein neues Hörbuch groß. Trotzdem ist es immer schade, wenn man versucht eine neue und eigenständige Geschichte mit bekannten Figuren an den Mann zu bringen.

Weiterlesen

Werden Sie Wtd-Poweruser!

poweruser.gif

Wtd-LeserInnen sind die Avantgarde des Krimibildungsbürgertums. 98& besitzen einen Kraftwagen, 61% zwei Paar Hosen und immerhin noch 19% leisten sich von Zeit zu Zeit einen Intelligenzquotienten. Damit liegen wir, was die Konsumentenstruktur angeht, bedeutend über dem Durchschnitt! Zum Vergleich die LeserInnen von Krimiblog.de: 70% halten Poe für einen wahlweise spanischen oder italienischen Fluß, 53% Ani für den Plural von Anus und 39% erkennen in Ludger Menke die Inkarnation des Wittenberger Kirchentürschänders Martin Ludger. Und jetzt erhalten Wtd-LeserInnen einen weiteren Informationsvorsprung: Werden Sie Wtd-Poweruser!

Weiterlesen

The Secret Show: Impressionist Roadmap Of The West

Langsam könnten man dazu übergehen eine Standardeinleitung zu schreiben, die immer dann greift, wenn laute Jungs leise werden. So in der Art von: „Um die Pause zwischen zwei Alben seiner Stammband X zu überbrücken, hat Y mit seinem Sideproject all die Ideen verwirklicht, die im Bandkontext keinen Platz gefunden haben. Dabei besinnt er sich auf die alten Helden und verneigt sich vor Blues, Country, Westcoast, Singer/Songwriter und natürlich Johnny Cash und Bruce Springsteen.“

Weiterlesen

Vermischtes

An wirklich großen Themen aus der bunten Welt des Krimis mangelt es in der nachösterlichen Woche. Hat Frau Schenkel abgeschrieben und wenn nicht, warum nicht? Wird Ludger Menke Deutschlands literarischer →Superblogger, erhält er die legendären Warholschen 15 Minuten Berühmtheit, die ihm allemal zustehen? Wir müssen abwarten. Und sonst? Ein Streifzug durch die Kleinigkeiten des Dies & Das.

Weiterlesen

Pieke kupfert ab

pieke.gif

Was? Die jetzt auch? Das „Krimijahrbuch“-Covergirl eine Plagiateuse? Nee, jetzt mal gaaanz ruhig: Pieke doch nicht! Die ist immer Original, auch in ihren Kriminalreportagen. „Abgekupfert“ heißt die neueste, wie stets am Sonnabend 14. April 2007 in DER TAGESSPIEGEL und im RBB-Inforadio 93,1um 11:45 Uhr (Wiederholungen: um 19:45 und in der folgenden Nacht um 0:45 und 5:45).

Weiterlesen

Rainer Gross: Grafeneck

Die „Tannöd“-Klone schmoren schon in den kreativen Röhren. Neuer Deutscher Heimatkrimi: nachdenklich, rückwärtsgewandt, dünnleibig. Wer wohl wird der / die Erste auf der Welle sein? Rainer Gross, das steht fest, ist es nicht. Dem ist mit „Grafeneck“ ein sehr eigenständiges, sehr vielversprechendes Debüt gelungen.
Dabei musste mit dem Schlimmsten gerechnet werden. „Ein melancholischer Krimi, ein dunkler Heimatroman“, warnt der Klappentext. Ort des Geschehens: ein Dorf auf der Schwäbischen Alb. Wir lernen den Protagonisten kennen, Hermann Mauser mit Namen, Schullehrer, knapp über 60, der Dorfkauz, fährt gerne Motorrad und kriecht in dunkle Höhlen.

Weiterlesen

Dumm gelaufen

Es hätte so nett werden können. Im Rahmen des „Jahres der Geisteswissenschaften“ hat die EU das Programm „Royalties Exchange“ aufgelegt. Und das geht ungefähr so: Hat etwa Astrid Paprotta einen neuen Krimi geschrieben und dpr ein Büchlein über Astrid Paprotta, dann erhält A.P. die Honorare aus dem Paprotta-Büchlein und dpr kann sich über die fetten Einnahmen freuen, die ein Paprotta-Krimi aber allemal abwirft. Sollte man meinen. Tja. Dumm gelaufen.

Weiterlesen

Jan Burke: Bloodlines

Mit 637 Seiten in der amerikanischen TB-Ausgabe kann Jan Burkes „Bloodlines“ als außergewöhnlich umfangreich gelten. Die in den USA erfolgreiche Autorin, die u.a. 2000 den Edgar für ihr Buch „Bones“ bekam und von der alle Bücher ins Deutsche übersetzt vorliegen, gruppiert ihre Serie um die Journalistin Irene Kelly, die bei einer kleineren Zeitung arbeitet und, da ihr Mann Polizist in der Gemeinde ist, nicht die Kriminalgeschichten für die Zeitung bearbeitet, aber dennoch immer wieder auf solche stößt.

Weiterlesen

Ostern

So. Feierabend. Über Ostern werden keine Detektive beobachtet. Sondern →DAS=DA wird in eine erste lockere Form gebracht. Es geht um kleine indische Eisbären, rote Heringe im toten Meer und die Frage, warum das Schlechte gut wird, wenn man das Gute für das Schlechte hält. Den typisch saarländischen Ostergruß – „Ich wünsche euch viele dicke Eier!“ – schenke ich mir. Beißt den Osterhasen die Ohren ab.

The Rakes: Ten New Messages

Auch eine Taktik: Man duckt sich einfach unter dem Hype weg und sichert so das eigene Überleben. The Rakes standen mit Sicherheit nie so sehr im Fokus wie andere britische Kollegen, die entweder mit Qualität oder wenigstens laut auf sich aufmerksam machten. Von daher scheint der Druck auf The Rakes nicht so hoch und es besteht langfristig die Chance etwas aufzubauen.

Weiterlesen

Anne Perry: Das dunkle Labyrinth

Bitte keine historischen Kriminalromane mehr, die „hervorragend recherchiert“ sind! Keine Potemkinschen Dörfer mit Baumaterialien aus Geschichtsbüchern, keine „Ausflüge in die Vergangenheit!“ Mag ja alles lehrreich sein. Aber eben doch nur Vergangenheit aus zweiter Hand. Gebt uns Originale – oder aktuelle Krimis, die sich nicht in Faktenhuberei erschöpfen. Gebt uns, zum Beispiel, Anne Perry.

Weiterlesen

Andrew Strong: Greatest Hits

Andrew Strong leidet so ein bisschen am Jürgen Drews Syndrom: Ein Hit muss für das ganze Leben reichen. Sein ‚Bett im Kornfeld‘ ist der Musikfilm „The Commitments“, in dem Strong seine markante Stimme zu immer weiteren Höchstleistungen trieb. Auch sein Solodebüt „Strong“ (1993) schlug in diese Kerbe, wurde aber kaum noch wahrgenommen. Mit dem komplett untergegangenen Werk „Out Of Time“ (2000) sind das die drei Grundsäulen, auf denen die vorliegende Best-Of-Compilation ruht.

Weiterlesen