Der US-amerikanische Erfinder des Synthesizers stirbt 71jährig in seinem Haus in Asheville (North Carolina) an einem Gehirntumor.
Sommerkrimi -6-
Italien dort, wo es stirbt. Ein kleiner Ort im Hinterland der Adria, ein paar Zwanzig Menschen, viele schon älter, eine Gemeinschaft, die vergangenen Zeiten nachtrauert und von den gegenwärtigen vergessen wurde. Und dann ist alles anders: In diesem drückend heißen Sommer wird ein Mann von einer Viper gebissen, und eine andere Person sorgt dafür, dass jede Rettung zu spät kommt. Etwas bewegt sich in Montesecco.
Bernhard Jaumann erzählt uns in „Die Vipern von Montesecco“ eine hochmoralische Geschichte, den allmählichen Einbruch des „Anderen“ in eine auf den ersten Blick idyllische Welt. Das Verbrechen schürt Misstrauen, bringt Dinge ans Tageslicht, die besser verborgen geblieben wären, und je mehr diese Welt ins Wanken gerät, desto bedrohlicher schiebt sich eine andere in die harmlose Topografie Monteseccos. Eine Welt ohne Ordnung, ohne Gesetz, eine Welt am Rande des Archaischen.
WeiterlesenDas Johlen im Wald
Gegenüber so viel Glück und Diesseitigkeit kann natürlich eine muffige, von alten Männern und autoritärem Ansatz geprägte Kirche nicht mithalten. Zumal sie intellektuell unredlich mit ihren Quellen umgeht und die Auseinandersetzung mit dem Kuschelchristentum scheut. Ihre Funktion sinkt auf die eines Dienstleisters für die Gläubigen, die außer Hochzeit, Taufe und Beerdigung neuerdings eben auch Popveranstaltungen wie Papstbeerdigungen und Weltjugendtage organisiert.
Rüdiger Suchsland in Telepolis: → „Gott ist geil, irgendwie“
Großes Hinternet Dum-Dum-Geschoss August 2005

Die dramatische Entwicklung der Ereignisse zwingt uns dazu, die für nächste Woche geplante Verleihung des ersten Großen Hinternet Dum-Dum-Geschosses vorzuziehen. Hier ist sie also, die Gewinnerin:
Leonie Swann mit ihrem Schafskrimi „Glennkill“!
WeiterlesenAnkündigung
Frage nicht, was dein Discounter für dich tun kann, sondern was du für deinen Discounter tun kannst. Diese Aufforderung John F. Kennedys ist für Hinternet angesichts der aktuellen Ereignisse oberste Maxime. Um dem defätistischen Wind, der da aus Hamburg zu uns herunterweht, eine Mauer aus Optimismus und ruckweiser Tatkraft entgegen zu setzen, verleihen wir ab sofort bei jeder sich bietenden Gelegenheit und in Zusammenarbeit mit den Interessenverbänden des deutschen Einzelhandels
Das große Hinternet-Dum-Dum-Geschoss der Krimikritik.
WeiterlesenGunnar Steinbach: Prälat Abels letzte Fahrt
Bei Krimis legt man nicht jedes Wort auf die Goldwaage. Sie sind handlungsorientiert und verbauen einen Gutteil ihrer Energien in Spannungsbogen. Die Sprache bleibt sekundär. Sie sollte uns nicht quälen; nicht gekünstelt sein aus „Literaturgründen“, nicht hingerotzt aus „Authentizitätsgründen“.
Aber es ist kein Naturgesetz, dass sich Sprache stets mit dem Transport von Inhalten begnügen muss, auch nicht in Krimis. Chandlers Sprache etwa war eins mit dem Inhalt. Ja, und weil dem so war, wurde sie selbst Inhalt. Das kann so weit gehen, dass, wie etwa bei Wolf Haas, die Sprache den Inhalt dominiert. Zu dieser Gruppe kann man auch Gunnar Steinbach mit seinem Romandebüt „Prälat Abels letzte Fahrt“ rechnen.
WeiterlesenUrlaubsvertretung: geschafft!
Na endlich! Alfred Miersch hockt, die Schwimmhilfen noch um die dicken Oberarme, wieder am Rechner, der Rest der Alligatoren stöhnt unter schwerem Sonnenbrand und Sangria-Entzug. Aber sie arbeiten wieder! →Hier! Voller Stoff! Und ich widme mich wieder den wirklich wichtigen Dingen des Lebens, als da wären: unsere neue Praktikantin, Fräulein Tiefblick, ein Fläschlein Cidre aus der schönen Bretagne und der idyllische Anblick des stillen Fräulein Katja, das gedankenversunken über seiner Häkelarbeit sitzt.
Jean Amila: Mond über Omaha
Jean Amila (1910 als Jean Meckert geboren, 1995 gestorben) war ein Vertreter der „série noire“, jener französischen Nachkriegsvariante des amerikanischen hard boiled. Eine sehr eigenständige Bewegung, die den moralischen Zynismus, die schriftstellerische Ökonomie der Vorbilder um einige Errungenschaften der „alten Welt“ ergänzte. Lakonische Parolen, wütend hinausgespuckte Moral, dabei politisch wach, literarisch durchaus am Experiment und an der Provokation interessiert.
WeiterlesenWarnung!
Getreu dem Motto Friedrich Schillers, hat sich „Watching the detectives“ der Beförderung des „Wahren, Schönen und Guten“ verschrieben. Das Leben ist schwer genug, da hat der Krimileser ein ehrliches Recht auf etwas positive Ansprache. Doch leider sieht man das in einem gewissen anderen Krimiblog nicht so.
WeiterlesenUrlaubsvertretung: Maren Schwarz, Berichtigung
Nichts hasst Chef Walter so sehr wie Schlamperei. Und so gesehen komme ich bei seinem Anpfiff ja noch glimpflich davon:
„Rodewisch kenne ich, weil die eine recht erfolgreiche Schachbundesligamannschaft der Frauen haben, die auf den Namen → „Rodewischer Schachmiezen“ hört. Und das Rodewisch liegt eben im Vogtland und nicht auf Rügen.“
WeiterlesenUrlaubsvertretung: Leonardo Padura
Leonardo Paduras Havanna-Krimis, insbesondere „Labyrinth der Masken“ widmet Knut Henkel in der neuen Ausgabe von „Jungle World“ eine positive Besprechung ==>Was alles schief läuft auf Castros Insel .
Wahlplots -3-

Merkwürdig still ist es um Deutschlands Krimiautorenelite geworden. Lesereisen wurden abgesagt, Autorenblogs bleiben ungepflegt. Denn die Autoren schreiben. Sie schreiben Wahlthriller, Wahlwhodunnits, Wahlregionalkrimis, ja selbst ein Wahlkatzenkrimi und ein Wahlweinkrimi sind in Arbeit. Die Zeit drängt, denn spätestens Anfang September müssen die Offsettrommeln rotieren.
Wir haben in bewundernswerter Recherchearbeit einige der Plots ermittelt und stellen sie bis Ende des Monats in loser Folge vor. Heute präsentieren wir: AU WEH! EIN WESTERWALD KRIMI.
WeiterlesenUrlaubsvertretung: Maren Schwarz
„Die Rodewischerin Maren Schwarz bietet in ihrem vierten Krimi „Maienfrost“ einprägsame Landschaftsschilderungen und überzeugende Charaktere.“
Das schreibt Volker Müller in seiner →Rezension bei freipresse.de. Und was, um Himmelswillen, muss man sich unter dem Berufsbild „Rodewischen“ vorstellen?
WeiterlesenUrlaubsvertretung: Heinichen im Fernsehen
Ja, ja, schon gut. Die „Alligatorpapiere“ hätten natürlich schon gestern gewusst, dass gestern der NDR einen →Beitrag über Veit Heinichens „Der Tod wirft lange Schatten“ brachte. Aber ich bin hier nur die Urlaubsvertretung. Ungelernte Aushilfe. Übermorgen kommen die Echsen ja wieder. Gott sei Dank!
John Le Carré: Smiley’s People
Smiley, über 30 Jahre die immer wiederkehrende Figur aus Le Carrés Büchern, kommt einfach nicht los von Karla. Dieser scheint sein Schicksal zu sein: Freundschaften, den britischen Geheimdienst, seine Arbeit, seine Ehe – alles hat Karla kaputt gemacht. Und wieder einmal ist Smiley unterwegs und verfolgt Karla und seinen unermüdlich in Großbritannien wandelnden Geist. Das vorliegende, 1980 erschienene Buch „Smiley´s People“ ist der dritte und letzte Band der Trilogie „Karlas Quest“, welche das Ringen zwischen Smiley, zeitweise Chef des britischen Geheimdienstes, und Karla, Leiter einer Abteilung des russischen Dienstes, beschreibt.
WeiterlesenEva Renzi
Die deutsche Schauspielerin („Finale in Berlin“, „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“) stirbt in Berlin 60jährig an Krebs.
Hard-Fi: Stars Of CCTV
Was tun, wenn man in Staines, im Westen Londons gelegen, groß wird, wo außer Ali G. kein Prominenter herkommt? Wo selbst die Infrastruktur keine vernünftigen Alternativen zu bieten hat:„Hier gibt’s keinen Plattenladen, keinen Klamottenladen, keinen Club, keinen Nachtbus, keine Spätzug – gar nix. Wenn du abends in Central London warst, musst du mit einem Taxi zurück. Das kostet 80 Pfund“, jammern die Jungs von Hard-Fi. Da braucht man sie auch gar nicht zu fragen, warum sie sich mit beschissen bezahlten Jobs durchschlagen mussten und teilweise auf Stützte angewiesen waren. Immerhin hatten sie die glorreiche Idee, eine Band zu gründen und mit der ihren Idolen The Clash, Dexy’s Mignight Runners, Curtis Mayfield, Lee „Scratch“ Perry, den Rolling Stones und den Happy Mondays nachzueifern.
WeiterlesenUrlaubsvertretung: Cruz Smith und Wieninger
Die Kollegen vom „Titel-Magazin“ sind auch in der Urlaubszeit fleißig am Krimirezensieren. Jörg von Bilavsky hat →„Treue Genossen“ von Martin Cruz Smith gelesen und fasst zusammen: „Martin Cruz Smith gibt mit seinem gut recherchierten Kriminalroman Tschernobyl und seinen Opfern ein Gesicht, das zum Mitfühlen und Nachdenken auffordert.“
WeiterlesenUrlaubsvertretung: Veit Heinichen
„Etwas überladen“ findet Rainer Rönsch Veit Heinichens „Der Tod wirft lange Schatten“ in seiner →Besprechung für die „Sächsische Zeitung“. Ui, wenn das der Stoiber erfährt! Jetzt bestimmen die Frustrierten und allerdümmsten Kälber aus dem Osten sogar schon, wie ein guter deutscher Krimi sein soll!
Urlaubsvertretung: Hammesfahr & Preisrätsel
Den neuen Krimi von Petra Hammesfahr hat Sabrina Steiger in der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ unter die Lupe genommen. Ihre →Rezension endet:
„Spannende Elemente und Figuren hat das Buch zu genüge. Doch die ordnende Hand des Detektivs wäre hilfreich gewesen.“
Und: schnell, schnell! In der „WAZ“ gibt es auch was zu gewinnen! Üppige Krimipakete für diejenigen, die beim →Kurzkrimi erraten, durch welche Dummheit sich der Täter verrät. Leicht! Einsendeschluss ist der 17. August.


