Im „Berliner Tagesspiegel“ bespricht Fischer → Disher. Kurz und knapp und daher schlapp. Wegen des Reimzwangs. Lesen Sie lieber, was →Ludger Menke zu Disher sagt. Völlig ohne Reimzwang.
Schule der Rezensenten -1-
Das Kind hat verschiedene Namen. Rezension, Buchbesprechung, Literaturkritik. Müsste ich mir einen aussuchen, dann letzteren, weil „Literaturkritik“ in schöner Eindeutigkeit die Elemente benennt, um die es geht: Man kritisiert Literatur.
WeiterlesenUrlaubsvertretung: Jason Starr
Unter dem Titel →„Leidende Angestellte“ findet sich in der „Welt“ ein Artikel von Hendrik Werner über Jason Starrs „tiefschwarze Thriller“, „Twisted City“ im Besonderen.
Sommerkrimi -5-
Auf den fernen Kontinent der Kindheit führt uns der heutige Sommertrip. Nein, eine Feuerzangenbowle werde ich nicht ansetzen. Statt der Dampfmaschine sorgten Beatles und Stones für mächtig Druck, die harmlosen Streiche waren dem gewichen, was später als „1968“ legendär wurde, und in Bonn dümpelte die Große Koalition, die uns auch heuer wieder erwartet.
WeiterlesenSchule der Rezensenten: Auch für dich!
Du magst Wolf Haas und bedauerst, dass der keine 62 Romane geschrieben hat? Du kennst das Internet und weißt, dass es dort Krimiforen gibt? Na, dann auf! Wähle dich in ein solches Forum ein und stelle die entscheidende Frage: „Ich lese gerne Wolf Haas und möchte gerne wissen, ob Ihr mir ähnliche Krimis empfehlen könnt“. Die Antworten werden nicht auf sich warten lassen, und eine wird sein: „Versuch es doch mal mit dem Erstlingsroman „Prälat Abels letzte Fahrt“ von Gunnar Steinbach. Der schreibt auch so abgefahren!“
WeiterlesenLudwig Tieck: Der Bayersche Hiesel
Was soll man davon halten? Ein junger Autor schreibt die Lebensgeschichte eines Wildschützen und lässt keine Gelegenheit verstreichen, den Burschen zum „edlen Kriminellen“ zu erheben. Dann – den Wildschütz hat seine Strafe ereilt, er ist gerädert und gevierteilt – beendet er seinen Bericht mit einem schier unfassbar kecken Bekenntnis.
WeiterlesenThomas Mann
Hinternet ist bekanntermaßen das Magazin für Pop, Kultur und Pommes. Da kann es schon mal vorkommen, dass der ein oder andere Leser leichte Repertoireschwächen im Bereich der Hochkultur aufweist. Das macht aber fast gar nichts, denn Hinternet versteht sich auch als Servicemagazin und deshalb starten wir heute eine neue Reihe: „Wissenswertes über…“.
„Wissenswertes über…“ präsentiert zu aktuellen Anlässen eine 10-Punkte-Faktensammlung, die einen jedes peinliche Hochkultur-Intermezzo auf der After-Work-Party oder beim Salsa-Tanzkurs locker überstehen lässt.
Folge 1 (aus Anlass seines 50. Todestags): Thomas Mann
Urlaubsvertretung: Vargas, Nachtrag
„Im Rückblick auf seinen Vorgänger „Fliehe weit und schnell“ liefert dieser jüngster Roman vergleichsweise herkömmliche Kriminalunterhaltung, die aufgrund allzu leichter Vorhersehbarkeit weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt. Ungeachtet dessen sind es jedoch die aufs neue überaus gelungene Modellierung der Haupt- und Nebenfiguren sowie raffinierte Anleihen aus märchenhaften Erzählungen, die den Roman weit über dem Durchschnitt des Genres zu halten vermögen.“
So die Quintessenz einer →Rezension von Gregor Schuhen in der „FAZ“ vom 8. August, Fred Vargas‘ „Der vierzehnte Stein“ betreffend. Auch die Übersetzung, vor allem des kanadischen Französisch, wird bemängelt. Hm.
Urlaubsvertretung: Schafrichter
→„Detektiv Lamm ermittelt“ informiert uns Ulrich Baron in der heutigen Ausgabe der „Welt“. Gemeint ist natürlich der allfällige Trend hin zum Tier als Krimihelden. Seine allgemeinen Betrachtungen knüpft der Autor an das Erscheinen eines „Schafskrimis“ von Leonie Swann, „Glennkill“, der umsatzfördernderweise auch noch in Irland spielt und von dem schon jetzt Lizenzen in aller Herren (Tiere?) Länder verkauft werden konnten. Also ich liebe Schafe. Vor allem gebratene halbe Schafsköpfe, was der Isländer kvid nennt. Das Auge, das einen so traurig anstarrt, ist das Beste.
Renate Kampmann: Fremdkörper
Über die Gründe für die nicht nur hierzulande enorme Beliebtheit von Krimis aus dem Forensikmilieu kann man nur spekulieren. Vielleicht ist es dieses Nebeneinander von archaischem Grauen und nüchterner Wissenschaft, das den Reiz des Zweiges begründet. Dass dessen Helden in aller Regel Heldinnen sind, mag das Bild abrunden. Die Frau als Mittlerin zwischen dem Irrationalen und dem Rationalen. Ende des psychoanalytischen Einstiegs.
Renate Kampmanns „Fremdkörper“ spielt in diesem Milieu. Ihre Protagonistin Leonie Simon arbeitet als Gerichtsmedizinerin in Hamburg, hat eine detektivische Ader und das ausgeprägte Talent, sich überall Feinde und sonstige Gegner zu machen.
WeiterlesenSchandmaul: Kunststück
Es gibt wenige Bands, die so gern mit Häme überzogen werden wie Schandmaul, aber selbst ohne große Unterstützung durch TV und Radio haben sich die sechs Süddeutschen an die Spitze der modernen Spielleute gefiedelt und gedudelsackt. „Kunststück“ wurde mitgeschnitten im April 2005 im Circus Krone und überzeugt mit Gefühl und Liebe zum Detail.
WeiterlesenCooles Koteletten-Kolorit
Das nach diesem Film Allernaheliegendste können seine Autoren aber nicht sehen: dass christlicher Fundamentalismus und industrielle Pornokultur zwei Symptome des gleichen Defekts sind. Nur wo der family-values-Terror sein Regime errichtet, gibt es die Idee der Hure und das Bedürfnis nach Bildern solcher Huren, die man wiederum dafür bestrafen und erniedrigen muss, dass sie einen erregen.
In der Zeit mosert Diedrich Diederichsen über den gerade angelaufenen Dokumentarfilm „Inside Deep Throat“: → Der gute alte Schnauzbart-Sex
MXPX: Panic
Die frommen Melodic-Punker gehören inzwischen zum Inventar und zeigen mit „Panic“ erneut, dass sie in Sachen Songwriting vorne mitspielen.
WeiterlesenWahlplots -2-

Merkwürdig still ist es um Deutschlands Krimiautorenelite geworden. Lesereisen wurden abgesagt, Autorenblogs bleiben ungepflegt. Denn die Autoren schreiben. Sie schreiben Wahlthriller, Wahlwhodunnits, Wahlregionalkrimis, ja selbst ein Wahlkatzenkrimi und ein Wahlweinkrimi sind in Arbeit. Die Zeit drängt, denn spätestens Anfang September müssen die Offsettrommeln rotieren.
WeiterlesenBob Mould: Body Of Song
Anscheinend hat Bob Mould den Computer wieder aus dem Musikzimmer verbannt. Manchmal drückt er noch drauf rum, aber diesmal stehen die elektronischen Einsprengsel gleichberechtigter neben den Stromgitarren. Unerklärlich bleibt seine Vorliebe für Vokoder-Experimente, die an Chers „Believe“ erinnern.
WeiterlesenKurzkrimi
„Damit das von vornherein klar ist, Leute: Ich erzähl euch die folgende Story nicht zum Vergnügen, sondern damit ihr was lernt. Mein Beispiel soll euch ein für allemal vor Augen führen, wie tief ein Mann sinken kann, wenn er einer schönen Frau verfällt, von skrupellosen Killern gejagt wird, Trost nur noch im Alkohol findet und, was das Schlimmste ist, in Osnabrück lebt.“
So beginnt der →erste Teil des launigen Kurzkrimis „Osnabrück Blues“ von Christian Maintz auf der berüchtigten „Die Wahrheit“-Seite der taz von gestern. →Teil 2 gab’s heute.
Und wieder einmal: Urlaubsvertretung
→„Der Forensiker ist immer der Gute“ titelt die FAZ von vorgestern. Im Mittelpunkt des Artikels stehen die TV-Auswüchse des Trends nebst einigen Erklärungsversuchen, die Popularität dieses Genrezweigs betreffend.
Zufall: Morgen und übermorgen stehen auch hier im Blog Gerichtsmedizinerinnen im Zentrum unserer täglichen Überlegungen.
Jeffery Deaver: The vanished man
Lincoln Rhyme ist gegenwärtig vermutlich der legitime Nachfolger Sherlock Holmes’. Wie dieser widmet er sich der minutiösen Analyse von am Tatort gefundenen Spuren. Während Sherlock Holmes mit aus heutiger Sicht etwas altmodischem Werkzeug zu Werke ging, verwendet Lincoln Rhyme [von Deaver allerdings sehr frei angewendete] „state-of-the-art“ – Werkzeuge, wie Gaschromatograph, hochauflösendes Mikroskop und die Kommunikationsmöglichkeiten des Internets.
WeiterlesenJudith Rossner
Die US-amerikanische Schriftstellerin stirbt 70jährig in New York.
WeiterlesenEnde der Eitelkeit
Lesenswert ist →ein Artikel in der heutigen Ausgabe der „Neuen Zürcher Zeitung“, der sich der in Großbritannien um sich greifenden Praxis des Selbstverlegens widmet. Ein kurzer Auszug:
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